Der Große Preis der Niederlande 1969 (offiziell XVII Grote Prijs van Nederland) fand am 21. Juni auf dem Circuit Park Zandvoort in Zandvoort statt und war das vierte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1969.
Berichte Hintergrund mini|links|hochkant=1.3|Jackie Stewart mit Prinz Bernhard der Niederlande bei der Siegerehrung mini|links|hochkant=1.3|Jo Siffert auf dem Weg zum zweiten Gesamtrang mini|links|hochkant=1.3|Jochen Rindt nach seinem Ausfall Aufgrund von Sicherheitsbedenken seitens der Grand Prix Drivers’ Association gegenüber der Rennstrecke in Spa-Francorchamps war der eigentlich für die Saison 1969 vorgesehene Große Preis von Belgien abgesagt worden. Demzufolge lag eine fünfwöchige Pause zwischen dem Monaco-GP und dem folgenden WM-Lauf.
Einige Konstrukteure hatten diese Zeitspanne genutzt, um nach dem Verbot der hohen Heckflügel neue Varianten aerodynamischer Hilfsmittel zu entwickeln. So traten einige Fahrzeuge mit Flügeln an, die direkt an der Karosserie montiert waren. Dies stand mit den neuen Regeln im Einklang und wurde fortan zur gängigen Bauform für Front- und Heckflügel. Zudem experimentierten die Teams Matra und Lotus mit allradgetriebenen Wagen. Jackie Stewart testete den Matra MS84 und Graham Hill den Lotus 63 während des Trainings. Fürs Rennen qualifizierten sich beide jedoch mit ihren herkömmlichen heckgetriebenen Wagen.
Auch B.R.M. brachte mit dem P139 eine Neuentwicklung mit nach Zandvoort, die von John Surtees im Training gefahren und für noch nicht ausgereift befunden wurde.
Das Privatteam Antique Automobiles setzte anstatt des Cooper T86 einen moderneren McLaren M7A ein. Der Cooper hatte sich als nicht mehr konkurrenzfähig erwiesen und war in Monaco nur aufgrund der hohen Ausfallrate der Konkurrenz in die Nähe der Punkteränge gekommen.
In aller Munde war an diesem Wochenende die Nachricht, dass Ferrari eine Zusammenarbeit mit der Fiat S.p.A. in die Wege geleitet hatte. Daher wurde prophezeit, dass das in dieser Saison bisher eher unspektakulär auftretende Rennteam aufgrund der nun verbesserten finanziellen Situation fortan wieder konkurrenzfähiger werden dürfte.
In der Fahrerwertung führte Stewart mit drei Punkten vor Hill und mit acht Punkten vor Bruce McLaren. In der Konstrukteurswertung führte Matra mit drei Punkten vor Lotus und mit sechs Punkten vor McLaren.
Mit Jack Brabham (zweimal), Stewart und Hill (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Der von seiner Verletzung, die er sich beim Spanien-GP zugezogen hatte, genesene Lotus-Stammfahrer Jochen Rindt fuhr die schnellste Trainingszeit und blieb dabei als einziger Fahrer unter 1:21 Minuten. Neben ihm qualifizierten sich Stewart und Hill für die erste Startreihe. Chris Amon und Jacky Ickx teilten sich die zweite Reihe.
Rennen Hill übernahm zunächst die Spitzenposition, die Rindt als Zweitplatzierter zu einer Lotus-Doppelführung ausbaute. Es folgten Stewart und Amon vor dem sehr gut gestarteten Denis Hulme. In der dritten Runde überholte Rindt seinen Teamkollegen Hill. Wenig später gelang dies auch Stewart. Dieser kam in Runde 17 kampflos in die Spitzenposition, da Rindt aufgrund eines mechanischen Defektes ausfiel. Jo Siffert, der sich zwischenzeitlich bis auf Rang drei vorgekämpft hatte, gelangte durch Rindts Ausfall auf Rang zwei.
Dadurch, dass Hill plötzlich aufgrund von Handlingproblemen die Box ansteuerte, ergab sich in den letzten Runden zwischen Hulme, Amon, Ickx und Brabham ein spannender Wettkampf um den dritten Platz. Dieser zog die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich, sodass der ungefährdete Sieg von Jackie Stewart fast nur am Rande registriert wurde.
Meldeliste
Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 63Die mit einem "T" hinter der Startnummer versehenen Fahrzeuge wurden von ihren jeweiligen Fahrern nur im Training benutzt. Ford Cosworth DFV 3.0 V8 1 Lotus 49B 2 4 Matra MS84 4 Matra MS80 5 6 McLaren M7C 7 McLaren M7A 8 Ferrari 312 (1969) Ferrari 255C 3.0 V12 9 Lotus 49B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 Brabham BT26A 11 12 BRM P139 BRM P142 3.0 V12 14 BRM P138 15 BRM P133 16 Brabham BT26A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 Silvio Moser Racing Team 17 Brabham BT24 Antique Automobiles 18 McLaren M7A Anmerkungen
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:20,85 185,143 km/h 1 2 1:21,14 184,481 km/h 2 3 1:22,01 182,524 km/h 3 4 1:22,69 181,023 km/h 4 5 1:22,85 180,674 km/h 5 6 1:22,87 180,630 km/h 6 7 1:23,07 180,195 km/h 7 8 1:23,10 180,130 km/h 8 9 1:23,36 179,568 km/h 9 10 1:23,94 178,327 km/h 10 11 1:24,44 177,271 km/h 11 12 1:25,07 175,959 km/h 12 13 1:25,11 175,876 km/h 13 14 1:26,50 173,050 km/h 14 15 1:28,47 169,196 km/h 15
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 90 0 2:06:42,08 2 1:22,94 (5.) 2 90 0 + 24,52 10 1:23,33 (49.) 3 90 0 + 30,51 4 1:22,97 (83.) 4 90 0 + 37,16 7 1:23,62 (80.) 5 90 0 + 37,67 5 1:23,19 (77.) 6 90 0 + 1:10,81 8 1:24,10 (62.) 7 88 1 + 2 Runden 3 1:23,66 (23.) 8 87 0 + 3 Runden 11 1:24,99 (10.) 9 87 0 + 3 Runden 12 1:26,52 (11.) 10 84 0 + 6 Runden 15 1:28,65 (34.) – 54 0 DNF 14 1:26,23 (30.) – 24 0 DNF 6 1:24,56 (23.) – 16 0 DNF 1 1:22,96 (3.) – 12 0 DNF 9 1:26,93 (3.) – 9 0 DNF 13 1:26,91 (2.)
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten fünf Ergebnisse der ersten sechs und die besten vier der letzten fünf Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Matra-Ford 272 Lotus-Ford153 Lotus-Ford134 McLaren-Ford115 McLaren-Ford106 Brabham-Ford6 7 Matra-Ford 58 Ferrari49 Lotus-Ford310 Brabham-Ford311 B.R.M.2 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte12 Brabham-Ford113 B.R.M.014 McLaren-Ford / Cooper-Maserati015 Brabham-Repco 0– Brabham-Repco 0– Lotus-Ford 0– B.R.M. 0– Lotus-Ford0– Lotus-Ford0– McLaren-Ford0– Brabham-Ford0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 273 212 154 9 Pos. Konstrukteur Punkte5 46 27 08 0 Weblinks
YouTube: 1969 F1 Grosser Preis der Niederlande (Dutch G.P.) Farb Doku-Report des WDR zum Grossen Preis der Niederlande vom 21. Juni 1969, ausgetragen in Zandvoort, NL, mit Interviews von Jochen Rindt und Colin Chapman, zum Thema Sicherheit und Flügel.
Einzelnachweise
Niederlande #1969 Kategorie:Circuit Zandvoort