Die Dr. Margrit Egnér-Stiftung ist eine schweizerische Stiftung. Das Interesse von Margrit Egnér galt schon während ihres Studiums an der Universität Zürich der anthropologischen Richtung der Psychologie. Diesem Thema widmete sie auch ihre Lizenziatsarbeit und ihre Doktorarbeit. Um diesem für sie zentralen Inhalt der Psychologie dauernde Unterstützung und Anerkennung zukommen zu lassen, gründete sie 1983 die Dr. Margrit Egnér-Stiftung. Sie verleiht jährlich einen Wissenschaftspreis an Verfasser von wissenschaftlichen Arbeiten im Fachgebiet «anthropologische und humanistische Psychologie», einschliesslich entsprechender Richtungen der Medizin und Philosophie. „Sie würdigt mit ihrem Preis Personen, die durch ihr Lebenswerk, das Verfassen einzelner hervorragender Arbeiten oder die praktische Tätigkeit auf wissenschaftlicher Grundlage zu einer humaneren Welt beitragen, in welcher der Mensch in seiner Ganzheitlichkeit im Mittelpunkt steht.“
Die öffentliche Preisverleihung findet jeweils am zweiten Donnerstag im November statt. Nach einer Einführung ins jeweilige Thema des Jahres halten die drei Preisträger Referate zu ihrem Arbeitsgebiet.
Die Stiftung wurde 1983 von Margrit Egnér (1922–2000) gegründet. Der Sitz der Stiftung ist seit 1995 Meilen im Kanton Zürich.Eintrag der Dr. Margrit Egnér-Stiftung im Handelsregister des Kantons Zürich, abgerufen am 27. Juni 2011.
Themen und Preisträger 1985: Das In-der-Welt-Sein des Depressiven Bin Kimura, Kyoto Hubertus Tellenbach, Heidelberg Dieter Wyss, Würzburg
1986: Das Problem des Leibes Wolfgang Blankenburg, Marburg Hermann Lang, Heidelberg Hans-Georg Gadamer, Heidelberg
1987: Die Situation Wilhelm Keller Detlev von Uslar, Zürich Ernst E. Boesch, Saarbrücken Alfred Kraus, Heidelberg Anerkennungspreis: René Zihlmann, Zürich
1988: Der Traum Medard Boss, Zürich David Foulkes, Atlanta Leo Gold, New Jersey Anerkennungspreis: Rudi Seitz, Langendorf
1989: Entwicklung und Lebensweg Bärbel Inhelder, Genf Hans Thomae, Bonn Ursula Lehr Anerkennungspreis: Albert Zacher, Würzburg
1990: homo patiens Reiner Wiehl, Heidelberg Wolfgang Jacob, Heidelberg Bruno Rutishauser, Zürich Anerkennungspreis: Harald Victor Knutson, Birkeland
1991: Zwischenmenschliche Beziehungen in Psychotherapie und Balint-Gruppen Wolfgang Loch, Tübingen Hans-Konrad Knoepfel, Zürich Jürg Willi, Zürich Anerkennungspreis: Johannes Fehr, Erlenbach
1992: Ethik und Werte Otfried Höffe, Freiburg Manfred Seitz, Erlangen Otto Dörr-Zegers, Santiago de Chile Anerkennungspreis: Hans-Martin Zöllner, Zürich
1993: Symbol und Wandlung Helmut Barz, Zumikon Frank Nager, Luzern Verena Kast, St. Gallen Anerkennungspreis: Toshio Kawai, Kyoto
1994: Das Öffnende und Verschliessende in der Sprache – Literatur und Psychoanalyse Jean Starobinski, Genève Peter von Matt, Dübendorf Anerkennungspreis: Christine Garbe, Berlin
1995: Das Fremde Ernst Tugendhat, Santiago de Chile Julia Kristeva, Paris Karl-Heinz Kohl, Mainz Anerkennungspreis: Elisabeth Weber, Santa Barbara
1996: Systemisches Denken in der Psychotherapie Bert Hellinger, Amring Cloé Madanes, Washington Fritz Simon, Heidelberg Anerkennungspreis: Roland Käser, Zürich
1997: Scham und Schuld Bernard Williams, Oxford Gabriele Taylor, Oxford Léon Wurmser, Towson Anerkennungspreis: Barbara Kamer-Risch, Zumikon
1998: Die Medizin in der Krise braucht die Philosophie Osborne P. Wiggins, Jr., Louisville Michael A. Schwartz, Cleveland Wilhelm Vossenkuhl, München/Stuttgart Anerkennungspreis: André Thali, Bellikon
1999: Das Rätsel Schizophrenie Helm Stierlin, Heidelberg Lyman C. Wynne, M.D., Ph.D., Rochester, New York Gaetano Benedetti, Basel Anerkennungspreis: Rolf Mösli, Kilchberg
2000: Philosophie an der Schwelle zum neuen Jahrtausend Jürgen Habermas, München-Starnberg Jürgen Mittelstrass, Konstanz Hans Saner, Basel Anerkennungspreis: Andrea Ermano, Zürich
2001: Psychopathologie und Kunst Inge Jádi, Heidelberg Alfred Bader, Le-Mont-sur-Lausanne Leo Navratil, Wien Anerkennungspreis: Annemarie Andina-Kernen, Zug
2002: Gelebte Kindertherapie Walter Spiel, Wien Dieter Bürgin, Basel Reinhart Lempp, Stuttgart Anerkennungspreis: Wolf Reukauf, Zürich
2003: Vom Wert der Werte – Anthropologische Pädagogik Klaus Hurrelmann, Bielefeld August Flammer, Bolligen Hartmut von Hentig, Berlin Anerkennungspreis: Jürg Frick, Zürich
2004: Psychotraumatologie Ulrich Schnyder, Zürich Andreas Maercker, Trier Ulrich Sachsse, Göttingen Anerkennungspreis: Peter Fässler, Winterthur
2005: Suizidologie Thomas Haenel, Basel Konrad Michel, Bern Manfred Wolfersdorf, Bayreuth Anerkennungspreis: Alice Bernhard-Hegglin, Zürich
2006: Gerontologie und Geriatrie Hans-Dieter Schneider, Villars-sur-Glâne Hans Förstl, München Hartmut Radebold, Kassel Anerkennungspreis: Ursula Schreiter Gasser, Zürich
2007: Ethik und Geist in der Medizin – die wahre Bio-Medizin Klaus Dörner, Hamburg Gerald Ulrich, Berlin Heinz Stefan Herzka, Zürich Anerkennungspreis: Jan Hauser, Tann
2008: Anthropologische Psychologie und Psychopathologie – Die Rettung der Seele Hellmuth Benesch, Mainz Daniel Hell, Zürich Florian Langegger, Zürich Anerkennungspreis: Annina Hess-Cabalzar und Christian Hess
2009: Borderline Christa Rohde-Dachser, Hannover Peter Fiedler, Heidelberg Birger Dulz, Hamburg Anerkennungspreis: Rita Signer, Bern
2010: Musik Manfred Spitzer, Ulm Rolf Oerter, München Helga de la Motte-Haber, Berlin Anerkennungspreis: Arthur Godel, Binningen
2011: Interpretation und Be-Deutung Ernst Plaum, Eichstätt Jochen Fahrenberg, Freiburg im Breisgau Udo Rauchfleisch, Binningen Anerkennungspreis: Iris Blum, Zürich
2012: Der Leib im psycho-somatischen und somato-psychischen Verständnis Alice Holzhey-Kunz, Zürich Hermann Faller, Würzburg Thomas Fuchs, Heidelberg Anerkennungspreis: Theodor Meissel
2013: Lebenskunst Marianne Gronemeyer, Friesenheim Wilhelm Schmid, Berlin Annemarie Pieper, Rheinfelden Anerkennungspreis: Friedhelm Decher, Wenden
2014: Zeit und Zeitgeist Michael Schmidt-Degenhard, Düsseldorf Hermann Schmitz, Kiel Dietrich von Engelhardt, Karlsruhe Anerkennungspreis: Fabio Gossweiler, Zürich
2015: Schmerz Eli Alon, Zürich Luc Ciompi, Belmont-sur-Lausanne Jürg Kesselring, Valens Horst Kächele, Berlin
2016: Arbeit und Organisation: Der Mensch im Mittelpunkt Oswald Neuberger, Augsburg Dieter Frey, München Peter Friederichs, Kirchheim und München
2017: Zivilisation und Triebe Till Bastian, Isny Albert von Schirnding, Egling Peter Schneider, Zürich
2018: Macht und Gewalt Brigitte Boothe, Hüntwangen Joachim Küchenhoff, Liestal Wulf Bertram, Stuttgart
2019: Verantwortung Jürgen Kriz, Osnabrück Horst Haltenhof, Plauen Gerhard Danzer, Berlin
2021: Selbst und Selbstbestimmung Julius Kuhl, Osnabrück Nicola Baumann, Trier Maja Storch, Zürich
2022: Ars psychiatrica? Im Spannungsfeld von Evidenzen, Werten und Subjektivität Matthias Bormuth, Oldenburg Bill Fulford, Oxford Katrin Luchsinger, Zürich 2024: Autonomie, respektvoller Dialog – und Zwang? Eine Herausforderung für die Psychiatrie
Momo Christen, Bern Nikola Biller-Andorno, Zürich Tilman Steinert, Ravensburg 2026: Musik, Gehirn und Gesundheit
Lutz Jäncke, Zürich Eckart Altenmüller, Hannover David Volkmer, Wien
Weblinks Website der Dr. Margrit-Egnér-Stiftung Kurzbiografie von Margrit Egnér
Einzelnachweise
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