Als Muffel bezeichnet man umgangssprachlich eine missmutige oder mürrische Person. Ferner werden so Personen bezeichnet, die einer bestimmten Sache gleichgültig oder desinteressiert gegenüberstehen.Muffel. duden.de; abgerufen am 22. Juni 2011.

Wortherkunft Muffel, von muffeln – „mit vollem Mund kauen“ ist nach dem Duden wohl verwandt mit niederländisch moppen, niederdeutsch mopen, Mops.muffeln. duden.de; abgerufen am 24. Juni 2011. Das Wort ist stammverwandt mit dem Adjektiv muffig – „feucht, modrig“.Helmut Birkhan: Etymologie des Deutschen. Lang, 1985, ISBN 978-3-261-03206-5, S. 218 (Germanistische Lehrbuchsammlung, Band 15); books.google.de Eine Nebenform dazu ist „müpfig“, daher stammt das Adjektiv „aufmüpfig“.Bibliographisches Institut Mannheim (Hrsg.): Duden: das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. Die Geschichte der deutschen Wörter bis zur Gegenwart. Band 7. Dudenverlag, 2007, ISBN 978-3-411-04074-2, S. 542, books.google.de Im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm heißt es zu Muffel: „nach dem laute muff, brummer, mürrischer mensch […]; auch für heuchler, scheinheiliger: L. H. von Nicolay übersetzte Molières Tartüffe unter dem ersonnenen eigennamen Muffel, oder der scheinheilige.“ Eine andere Herleitungsmöglichkeit ergibt sich aus alemannisch meffen – „murren“, daraus muffen – „zurückbellen“ und davon wiederum abgeleitet Muffel – „zänkisches Weibsbild“.Johann Christoph von Schmid: Schwäbisches Wörterbuch mit etymologischen und historischen Anmerkungen. 1831, S. 381, books.google.de

So heißt es im Grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von Adelung 1793:

Verwendung Muffel wird heute meist als geschlechtsneutrales Schimpfwort für die Eigenschaften Übellaunigkeit und Engstirnigkeit verwendet.Gabriele Scheffler: Schimpfwörter im Themenvorrat einer Gesellschaft. Tectum Verlag 2000, S. 160; books.google.de

Zudem wurde das Wort in der Umgangssprache zu einem „Suffixoid“, um die Abneigung einer Person gegen eine bestimmte Tätigkeit oder Verhaltensnorm auszudrücken. Es kennzeichnet in Bildungen mit Substantiven eine Person, die einer Sache gleichgültig gegenübersteht, an etwas nicht interessiert ist oder keinen Wert auf etwas legt. Als Beispiele werden im Duden etwa Ehe- oder Modemuffel aufgeführt.-muffel. duden.de; abgerufen am 22. Juni 2011. Weitere oft verwendete Komposita sind Sportmuffel, Morgenmuffel, Krawattenmuffel oder Sexmuffel.

Siehe auch Grantler

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Schimpfwort (Person)