Paul Herbert Freyer (* 4. November 1920 in Crimmitschau; † 13. August 1983 in Neuendorf (Hiddensee)) war ein deutscher Schriftsteller und Dramaturg, der auch unter den Pseudonymen Flacon Chanel und Claus Jürgens publizierte.
Leben Paul Herbert Freyer kam aus einer Arbeiterfamilie, ging als 16-Jähriger unmittelbar nach dem Schulabschluss zur Handelsschifffahrt und verfasste während des Zweiten Weltkrieges Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften. Nach dem Krieg wandte er sich zunächst dem Theater zu. Er war ab 1947 Dramaturg am Stadttheater in Crimmitschau, danach Chefdramaturg in Gera und am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Er wechselte 1955 als Intendant nach Plauen und 1956 als Generalintendant nach Karl-Marx-Stadt, ehe er sich 1960 als freier Schriftsteller in Kleinmachnow niederließ, wo er bis 1971 lebte. Außerdem besaß er ein Haus in Neuendorf auf Hiddensee.
Er verfasste zunächst zahlreiche Theaterstücke, sein Schauspiel Auf verlorenem Posten wurde bis Japan gespielt, später unterhaltende Erzählungen für das Fernsehen der DDR und Sachbücher über die Marinegeschichte des Zweiten Weltkriegs wie Sturmvögel und Der Tod auf allen Meeren, das zahlreiche Auflagen erlebte und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Freyer besuchte mehrfach den Urwaldarzt Albert Schweitzer in Lambarene. Er organisierte viele Hilfssendungen des DRK der DDR nach Lambarene, 1965 war Freyer zu Gast auf der Nordpolstation 19 im Eismeer, von dort brachte er ein Eisbärenbaby mit nach Berlin und schenkte es dem Tierpark Berlin. Das Muttertier griff die Station an und musste erschossen werden.
mini|hochkant|Grabstätte mini|Abschied Freyers (links) von Albert Schweitzer in Lambarene 1978 wurde ihm der Vaterländische Verdienstorden in Bronze verliehen.Neues Deutschland, 29./30. April 1978, S. 7.
Er wurde in der Künstlerabteilung des Berliner Zentralfriedhofs Friedrichsfelde beigesetzt.
Werke (Auswahl) Belletristik
Die wilden Schwäne. 1956
Ein Schiff wird gejagt. Erzählung, 1963 Das Medaillon. 1974 (Das neue Abenteuer 333)
Sachbücher Der Tod auf allen Meeren. Ein Tatsachenbericht zur Geschichte des faschistischen U-Boot-Krieges. 1970 Sturmvögel. Rote Matrosen 1918/19. 1975 Albert Schweitzer. Ein Lebensbild. 1978
Drama Der Schauspieler Claude Lebrun. Drama, 1948 Der Pfad der Irrenden. Schauspiel, 1949 Schiff auf großer Fahrt. Schauspiel für die Jugend, 1954 Auf verlorenem Posten. Schauspiel 1952 Brokat aus Frankreich. Komödie, 1958
Drehbuch Das grüne Ungeheuer. Drehbuch zum 5-teiligen Fernsehfilm nach Wolfgang Schreyers Roman
Literatur
Kurt Böttcher (Gesamtredaktion): Lexikon deutschsprachiger Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1974; Band 1, S. 230/231
Weblinks
Fotos von Paul Herbert Freyer in der Deutschen Digitalen Bibliothek
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Drama Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Bronze Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 1983 Kategorie:Mann