mini|220px|Otgonbayar Ershuu, Konstanz 2009 mini|220px|„HUN“ 660×217 cm, Acryl auf Leinwand (Das Bild hat ca. 11196 figürliche Darstellungen, von Menschen bis Tiere) mini|150px|Joachim Gauck, Bundespräsident und Otgonbayar Ershuu, Schloss Bellevue, 2012 mini|150px|Dröhnende Hufe-12, Tempera auf Baumwolle, 120×160 cm

Otgonbayar Ershuu (; * 18. Januar 1981 in Ulaanbaatar) ist ein mongolischer Maler. Sein Künstlername ist OTGO.

Leben Otgonbayar Ershuu wuchs mit sieben Geschwistern und einem Adoptivbruder auf. Malen fasziniert ihn seit seiner Jugend. Seine Begabung wurde erkannt, und im Alter von 15 Jahren hatte er erste Einzelausstellungen. Er studierte traditionelle mongolische Malerei in Ulaanbaatar 1998. Während seines Hochschulstudiums schuf Ershuu knapp vierhundert Bilder. Nach dem Studium beteiligte er sich als Maler und Restaurator an mehreren Forschungsreisen zu historischen Stätten der Mongolei. In den buddhistisch-lamaistischen Klöstern studierte er verschiedene Techniken und die Ikonografie der Miniaturmalerei sowie deren spirituelle Hintergründe.

Seit 1998 lebt er als freier Künstler. Zu seinem Schaffen gehören neben freien künstlerischen Arbeiten auch etwa sechshundert „Forschungsbilder“. Ershuu lebt seit 2005 in Berlin. Von 2007 bis 2010 studierte er im Institut für Kunst im Kontext, Fakultät Bildende Kunst der Universität der Künste Berlin und schloss sein Studium 2010 als Master of Arts ab. Seit 2001 zeigt Ershuu seine Werke auf internationalen Ausstellungen in Japan, Schweden, Frankreich, den Niederlanden, Indien, Tschechien, der Schweiz, Moldau, Polen, Rumänien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Deutschland und der Mongolei.

Kunst

Thangka-Malerei mini|Milarepa, Tempera auf Baumwolle, 21×x30 cm mini|Kubera, Tempera auf Baumwolle, 20×27 cm OTGOs Thangkas sind nicht aus religiösen Intentionen entstanden, viel mehr reizte ihn die Herausforderung, eine so anspruchsvolle, wie traditionelle Arbeitstechnik zu erlernen. Eine Faszination für die Anfertigungstechnik und der eigene Anspruch einer individuellen künstlerischen Umsetzung, trotz fester Regularien, weckten den Ehrgeiz des Künstlers und waren der Anfang einer jahrelangen Entwicklung auf dem Gebiet der Thangkamalerei. Seine Technik entwickelte OTGO auf langen Reisen durch die Mongolei. Eine Besonderheit an OTGO’s Thangkas ist, dass er die Zeichnung direkt auf die Leinwand malt und so den Arbeitsschritt über das Skizzenblatt ausspart. Zieht man in Betracht, dass seine Bilder nur etwas größer als ein Dia sind, wird schnell klar wie detailliert der Maler arbeiten muss, um ein Bild anzufertigen. Otgonbayar Ershuu fertigte 600 Thangkas an, wobei ein Großteil der Bilder in einem einzigen Arbeitsschritt entstanden ist. Jeder Strich kann nur einmal gesetzt werden, es ist fast unmöglich Fehler zu korrigieren. Über Stunden muss der Zustand hoher Konzentration gehalten werden, ungeachtet natürlicher menschlicher Bedürfnisse oder unvorhersehbarer Störfaktoren.

Die mongolische Thangkamalerei ist entsprechend der Landestradition miniaturisiert und auch die Ikonografie wurde der vielfältigen Glaubenswelt angepasst. OTGO’s Figurenrepertoire bedient sich aus den Götterwelten des Schamanismus, des Tengrismus und des Buddhismus. Auffällig ist die meist erotisierte Darstellung der Bildthemen. Ein Leitsatz des mongolischen Glaubens ist das Erreichen der „All-Einheit“ durch die Überwindung aller Gegensätze der realen Erscheinungswelt. Sinnbildlich für diesen Prozess steht die geschlechtliche Vereinigung zwischen Mann und Frau, die letztlich den Keim für neues Leben in sich trägt. Die Erotisierung religiöser Bildinhalte, wird, unter Berücksichtigung dieses Grundgedanken, zur natürlichen, fast selbstverständlichen Konsequenz. Otgonbayar Ershuu entnimmt seine Bildthemen und Götterfiguren traditionellen Kunstdarstellungen. Teilweise sind seine Miniaturgötter Details eines großen Gemäldes oder die malerische Interpretation einer Skulptur, immer jedoch sind sie auf seine ganz spezielle, eigene Weise individualisiert und zu echten „OTGO’s“ geworden.

Otgonbayar Ershuu arbeitet bei der Herstellung seiner Thangkas mit unterschiedlichen Grundierungsfarben, um diese zu erhalten ist eine Vorbehandlung der Leinwände nötig. Die schwarze Grundierung ist eine Mischung aus schwarzem Ruß, Kreide und Wodka oder Milchschnaps. Dieser Mischung werden Pigmente aus Mineralien oder Pflanzen zugesetzt. Schließlich wird die Mixtur mit Leim aus Yakhaut gebunden und beidseitig auf die Leinwand aufgetragen. Eine Geruchsprobe an den kleinen Bildchen, verrät auch nach über zehn Jahren noch die Verwendung von Ruß und Alkohol zur Behandlung des Stoffes und verleiht den Werken ihren Charakter.Martina Busch Otgonbayar Ershuu und die Kunst der buddhistischen Thangkamalerei, abgerufen am 27. Januar 2013.

HUN (Menschen) Bild

Comic mini|Comic: Die Geheime Geschichte der Mongolen, Zeichnung Tusche auf Papier, 21×30 cm Eine langjährige Arbeit von Otgonbayar Ershuu ist „die Geheime Geschichte der Mongolen – Als Comic im Stil der mongolischen Malerei erzählt“. Dieser Comic besteht aus ca. 600 Seiten, die sich in zwölf Kapitel gliedern. Jede Buchseite zeigt mehrere Bilder, so dass die Arbeit insgesamt etwa 3000 ZeichnungenZeichnungen in Online: Geheime Geschichte der Mongolen – als Comic, abgerufen am 28. Januar 2013. umfasst. Die Geheime Geschichte der Mongolen wurde vor ca. 800 Jahren verfasst. Sie ist das älteste und bedeutendste Literaturwerk der Mongolen, Mythos, Epos und Chronik zugleich. Ursprünglich enthält sie keine Illustrationen. Damit diese Geschichte für alle Altersgruppen verständlicher und interessanter werden kann, entschloss er sich, den Inhalt dieses bedeutenden Werk als Mongolische Miniaturmalerei zu arbeiten. Ein besonders Anliegen während der Ausarbeitung des Comics war ihm, ethnische Merkmale der Mongolen sowie historische Fakten und Artefakte möglichst originalgetreu wiederzugeben. Daher bedurfte es auch in der Hinsicht ausführliche Recherchen, die ihn in verschiedene wissenschaftliche Bereiche geführt haben. Durch die Einbeziehung der Miniaturmalerei sollte etwas Charakteristisches und traditionell Mongolisches aufgegriffen werden.

Filme über Ershuu ZURAG – Der Film über Otgonbayar Ershuu; Deutschland/Mongolei 2010; Ein Film von Tobias Wulff (2011 zwei Mal im mongolischen staatlichen Fernsehen gezeigt.)Tobias Wulff ZURAG Film in Online, Sprache: Deutsch und Mongolisch, abgerufen am 28. Januar 2013. HUN – Otgo, Hosoo, Transmongolia (Kunst-Dokumentation), Deutschland 2012; Ein Film von Dave LojekDave Lojek HUN Film, abgerufen am 28. Januar 2013.

mini|Otgonbayar Ershuu – THE GODS, Ulaanbaatar 2004 mini|Otgonbayar Ershuu – HEARTFELT HEAVEN, Ulaanbaatar 2004 Veröffentlichungen Heratfelt Heaven. Hiimori Printing, Ulaanbaatar 2004, ISBN 99929-74-08-7. The Gods. Hiimori Printing, Ulaanbaatar 2004, ISBN 99929-74-07-9. Blue. Munkhiin Useg Verlag, Ulaanbaatar 2016, ISBN 978-99973-58-38-7.

Auszeichnungen 1996: Verleihung der Medaille „Wissen“ in Gold durch die genannte Einrichtung von Kulturpalast der mongolischen Kinder, Ulaanbaatar. 2004: Auszeichnung als „Bester mongolischer Volkstalent“ durch das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft der Mongolei. 2013: „Diploma of Excellence Art“, „The International Biennale of Painting“, Chișinău, Republik Moldau 2015: „Grand Prix“, „The International Biennale of Painting“ Chisinau,, abgerufen am 5. September 2015. MoldaviaThe National Art Museum of Moldova, abgerufen am 5. September 2015., abgerufen am 5. September 2015.

Stimmen

Einzelausstellungen 2019

„OTGO“, Kunstverein Konstanz

2018

OTGO Retrospektive, Mongolian National Modern Art Gallery, Ulaanbaatar OTGO's ART SPACE BERLIN COVA Art Gallery. Eindhoven (NL) AB43 CONTEMPORARY. Zürich

2017

OTGO’s ART SPACE BERLIN Museum Baruther Glashütte, Baruth/Mark Commerzbank am Brandenburger Tor, Berlin

2016

National Art Museum, Chisinau, Moldawien Art Space Mongolia, Ulaanbaatar

2015

„WHITE“, Galerie Peter Zimmermann, Mannheim „'OTGO' POLAND“, Dom Kultury w Łęczycy, Polen „Penguin & Zebra – MONGOLIA?“ Gallery Studio OTGO, Berlin

2014

„TSENHER ULAAN“, Galerie Peter Zimmermann, Mannheim „HUN = MENSCHEN“, Museum Baruther Glashütte, Baruth/Mark „AMITAN“, Gallery Studio OTGO Berlin

2013

„OTGO art“, Commerzbank, Brandenburger Tor, Berlin „OTGONBAYAR ERSHUU“, @ artlabmannheim, Mannheim

2012

„HUN“, Galerie ZURAG, Berlin „KAMA SUTRA in Miniature“, Galerie ZURAG, Berlin „OTGO art“, Commerzbank, Brandenburger Tor, Berlin „OTGO art“ TSAGAANDARIUM Art Gallery & Museum Ulaanbaatar „OTGO art“ Red Ger Galerie, Khan Bank, Ulaanbaatar

2011

„DRÖHNENDE HUFE“, Galerie ZURAG, Berlin „DRÖHNENDE HUFE“, Bonn „GÖTTER“, ZURAG, Berlin „MONGOL AYAN – 1“, Elsass „MONGOL AYAN – 4“, Atelier-Galerie Fischer-Art, Leipzig

2009

„OTGO IM SCHLOSS“, Örebro, Schweden „OTGO IM SCHLOSS SEEHEIM“, Konstanz

2007

„GÖTTER“, Adelhausermuseum, Freiburg im Breisgau „MONGOLISCHE MINIATUR MALEREI“, Mongoleizentrum, Freiburg im Breisgau „MINIATUR MALEREI“, Deutsche Bank, Berlin „Das mit meinem Herzen empfundene Paradies“, München „OTGO IN ÖREBRO“, Galerie Konstfrämjandet, Örebro

1996

„HOS YUS“ Kulturpalast der mongolische Kinder, Ulaanbaatar

Weblinks

Website von Otgonbayar Ershuu Porträt auf dem Portal zur MongoleiOnline Kulturelle Aktivitäten von Otgonbayar Ershuu: Ausstellung, Vernissage, Filmabend, Konzert, Vortrag, Veranstaltung… Spuren mongolischer Miniaturmalerei Märkische Allgemeine vom 11. August 2014 Es ist der Geist, der zeichnet. Der Tagesspiegel vom 10. Oktober 2018

Einzelnachweise

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