Ramy Mohamed Ashour (; * 30. September 1987 in Kairo) ist ein ehemaliger ägyptischer Squashspieler. Er führte mehrfach die Weltrangliste an und gewann in den Jahren 2008, 2012 und 2014 die Weltmeisterschaft.

Karriere Schon bei den Junioren gewann Ashour zahlreiche wichtige Titel. So sicherte er sich zwischen 1999 und 2001 in den Altersklassen U13 und U15 mehrfach den Titelgewinn bei den British Open. 2004 wurde er nach einem Finalsieg gegen Yasir Butt der bis dato jüngste Junioren-Weltmeister der Geschichte. Bei dem anschließend stattfindenden Mannschaftswettbewerb unterlag er mit der ägyptischen Nationalmannschaft mit 1:2 Pakistan, wobei Ashour seine Partien alle gewann. Im selben Jahr begann er seine Profikarriere und nahm in Athen erstmals an einem Turnier der PSA World Tour teil, das er sogleich gewann. 2005 zog er erneut ins Finale des Athener Turniers ein, in dem er dieses Mal seinem Bruder Hisham Mohd Ashour in vier Sätzen unterlag. Nach nur zwei Turnierteilnahmen war er in der Weltrangliste bereits unter den Top 100 platziert, die Saison beendete er auf Rang 62. Bei der Weltmeisterschaft der Profispieler gelang ihm Ende 2005 bei der ersten Teilnahme die Qualifikation für das Hauptfeld, in dessen erster Runde er im dritten Satz gegen Grégory Gaultier verletzungsbedingt aufgeben musste. Das Jahr 2006 begann für Ashour erfolgreich, als er Anfang Januar das U19-Feld bei den British Open gewann. Im selben Monat zog er ins Finale der Dayton Open ein, musste sich dort aber John White geschlagen geben. Im Juni 2006 rückte er auf Rang 20 der Weltrangliste vor. Einen Monat darauf verteidigte er in Neuseeland als erster Spieler seinen Junioren-Weltmeisterschaftstitel mit einem 3:0-Erfolg über Omar Mosaad. Bei der Mannschaftskonkurrenz behielt Ägypten dieses Mal mit 2:1 die Oberhand gegen Pakistan. Erneut blieb Ashour dabei ohne Niederlage. Zu Beginn der Saison 2006/07 erreichte Ashour das Viertelfinale der Weltmeisterschaft gegen Grégory Gaultier, das er mit 0:3 verlor. Weitaus besser verliefen die Hong Kong Open, bei denen er ungesetzt ins Finale einzog und dabei mit Thierry Lincou und David Palmer die Nummer drei bzw. zwei der Weltrangliste schlug. Im Endspiel unterlag er dem topgesetzten Amr Shabana in vier Sätzen. In der Weltrangliste kletterte er dadurch auf Rang neun und damit erstmals in die Top Ten. Bei den anschließenden US Open und den Pakistan Open schied er jeweils im Halbfinale aus.

2008 gewann Ashour in Manchester mit einem 3:1-Sieg gegen Karim Darwish auch die Weltmeisterschaft der Herren. Diesen Titel sowohl im Junioren- als auch im Herrenbereich zu gewinnen, gelang zuvor lediglich Jansher Khan. 2009 folgte ein weiterer Weltmeistertitel mit der ägyptischen Nationalmannschaft, ehe Ashour im Januar 2010 sein bis dato größtes Ziel erreichte: die Spitzenposition in der Weltrangliste. Von Januar bis Dezember 2010 hatte Ashour die Führung inne, lediglich unterbrochen von einer kurzen Phase in den Sommermonaten Juni, Juli und August. 2011 verteidigte er mit Ägypten den Weltmeistertitel. Die Saison 2012 verlief für Ashour nahezu perfekt: Bei lediglich sieben Turnierteilnahmen zog er in sämtliche Finals ein und gewann fünf der sieben Endspiele. Lediglich bei den North American Open und den British Open unterlag er James Willstrop bzw. Nick Matthew. Zu den gewonnenen Titeln 2012 zählt unter anderem die Weltmeisterschaft, die Ramy Ashour erstmals nach 2008 wieder gewann. Er verlor somit lediglich zwei Partien in der gesamten Saison. In seiner Karriere gewann Ashour insgesamt 40 Titel auf der PSA World Tour. Im April 2013 erreichte er mit 1872 Punkten den höchsten bis dato erreichten Punktedurchschnitt in der Weltrangliste.Shorbagy sets new points record, squashsite.tumblr.com. Abgerufen am 1. April 2016. In seine Wertung gingen alle von ihm gespielten Turniere innerhalb der letzten zwölf Monate ein, insgesamt neun. Er gewann acht davon und stand ein weiteres Mal im Finale. Sieben dieser acht Titel gehörten zur Kategorie der PSA World Series. (englisch) Im April 2016 übertraf Mohamed Elshorbagy die Rekordmarke. Am 21. November 2014 spielte er nach einer Oberschenkelverletzung mit der Weltmeisterschaft sein erstes Turnier nach sechs Monaten. Er erreichte sein viertes Finale bei einer Weltmeisterschaft, das er gegen Mohamed Elshorbagy in fünf Sätzen gewann. Im Anschluss unterzog er sich einer Meniskusoperation und fiel bis April 2015 aus. Bei seinem ersten Turnier nach der Verletzungspause, dem zur World Series zählenden El Gouna International, verteidigte er seinen Titel aus dem Vorjahr mit einem Finalsieg gegen Mohamed Elshorbagy. 2017 stand er im ägyptischen Kader bei der Weltmeisterschaft und gewann mit ihr seinen dritten Titel bei diesem Wettbewerb. Am 22. April 2019 gab er sein Karriereende aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme bekannt. Sein letztes Turnier hatte er 2018 bei den British Open gespielt.

In der Saison 2015/2016 war Ashour erstmals beim Sportwerk Hamburg Walddörfer in der 1. Squash-Bundesliga gemeldet. Am 14. Juni 2016 kam es mit einem Sieg gegen Simon Rösner vom Paderborner SC zum ersten Einsatz im Rahmen des Halbfinales zur Endrunde der Bundesliga in Böblingen.

Ramys älterer Bruder Hisham Mohd Ashour war ebenfalls Squashspieler.

Erfolge Weltmeister: 3 Titel (2008, 2012, 2014) Weltmeister mit der Mannschaft: 3 Titel (2009, 2011, 2017) Gewonnene PSA-Titel: 40 21 Monate Weltranglistenerster Ägyptischer Meister: 2010, 2013

PSA World Tour Legende (Anzahl der Titel) Weltmeisterschaft (3) PSA World Tour Finals (2) PSA World Tour PlatinumPSA World Series (22) PSA World TourPSA International (8) PSA Star Series (4) PSA Challenger TourPSA (Super) Satellite (1)

Turniersiege Nr. Datum Ort Turnier Finalgegner Ergebnis 1. 21. November 2004 Athens Open Andy Whipp 13:11, 12:10, 7:11, 7:11, 11:9 2. 12. Januar 2007 Canadian Classic David Palmer 11:7, 11:3, 11:4 3. 29. Januar 2007 Dayton Open John White 8:11, 7:11, 11:16, 12:10, 11:2 4. 11. April 2007 Kuwait Open Amr Shabana 11:5, 11:3, 12:10 5. 17. April 2007 Qatar Classic David Palmer 8:11, 11:9, 11:9, 11:6 6. 12. August 2007 Super Series Finals Grégory Gaultier 12:10, 11:8, 4:11, 11:4 7. 16. Januar 2008 Tournament of Champions James Willstrop 11:7, 13:11, 11:9 8. 16. Februar 2008 Canadian Classic Amr Shabana 11:2, 11:9, 8:11, 11:8 9. 20. April 2008 Hurghada International Amr Shabana 12:10, 9:11, 11:7, 9:11, 12:10 10. 19. Oktober 2008 Weltmeisterschaft Karim Darwish 5:11, 11:8, 11:4, 11:5 11. 28. Februar 2009 North American Open Nick Matthew 11:8, 13:11, 10:12, 5:11, 11:8 12. 4. April 2009 Hurghada International Grégory Gaultier 7:11, 11:5, 11:3, 11:8 13. 10. Dezember 2009 PSA Masters Nick Matthew 11:6, 9:11, 11:9, 11:9 14. 18. Dezember 2009 Saudi International Nick Matthew 11:7, 7:11, 11:9, 9:11, 11:8 15. 20. März 2010 CIMB KL Open Karim Darwish 11:8, 11:8, 11:9 16. 29. August 2010 Cathay Pacific Hong Kong Open Grégory Gaultier 10:12, 11:9, 11:9, 9:11, 11:9 17. 20. September 2010 Rowe British Grand Prix James Willstrop 11:7, 3:11, 11:3, 11:5 18. 2. November 2010 Kuwait Open Amr Shabana 9:11, 11:4, 13:11, 11:1 19. 27. Januar 2011 Tournament of Champions Nick Matthew 11:3, 7:11, 11:9, 11:7 20. 19. Mai 2011 Hurghada International Karim Darwish 11:9, 9:11, 12:14, 11:9, 11:3 21. 14. August 2011 Australian Open Nick Matthew 12:14, 11:6, 10:12, 11:8, 11:4 22. 25. September 2011 Rowe British Grand Prix Nick Matthew 1:11, 11:3, 11:7, 11:4 23. 13. April 2012 El Gouna International James Willstrop 12:10, 11:5, 5:2 Aufgabe 24. 19. August 2012 Australian Open Omar Mosaad 11:9, 11:9, 11:6 25. 13. Oktober 2012 US Open Grégory Gaultier 11:4, 11:9, 11:9 26. 2. Dezember 2012 Cathay Pacific Hong Kong Open James Willstrop 11:8, 3:11, 11:7, 11:6 27. 14. Dezember 2012 Weltmeisterschaft Mohamed Elshorbagy 2:11, 11:6, 11:5, 9:11, 11:8 28. 24. Januar 2013 Tournament of Champions Grégory Gaultier 7:11, 6:11, 12:10, 11:3, 11:1 29. 2. März 2013 North American Open Nick Matthew 11:7, 11:8, 5:11, 11:7 30. 14. März 2013 Kuwait PSA Cup James Willstrop 6:11, 11:8, 11:3, 11:3 31. 26. Mai 2013 British Open Grégory Gaultier 7:11, 11:4, 11:7, 11:8 32. 1. Oktober 2013 Netsuite Open Grégory Gaultier 11:4, 7:11, 7:11, 11:3, 11:2 33. 19. März 2014 PSA World Series Finals Mohamed Elshorbagy 15:17, 11:7, 11:4, 11:5 34. 18. April 2014 El Gouna International Mohamed Elshorbagy 11:7, 12:10, 8:11, 11:8 35. 21. November 2014 Weltmeisterschaft Mohamed Elshorbagy 13:11, 7:11, 5:11, 11:5, 14:12 36. 10. April 2015 El Gouna International Mohamed Elshorbagy 11:9, 11:6, 4:11, 10:12, 12:10 37. 30. September 2015 Netsuite Open Nick Matthew 11:7, 9:11, 11:5, 11:4 38. 28. August 2016 Hong Kong Open Karim Abdel Gawad 11:9, 8:11, 11:6, 5:11, 11:6 39. 3. September 2017 China Squash Open Ali Farag 11:3, 11:8, 10:12, 2:11, 11:5 40. 18. März 2018 Grasshopper Cup Mohamed Elshorbagy 11:8, 11:9, 11:6

Finalteilnahmen Nr. Datum Ort Turnier Finalgegner Ergebnis 1. 22. Oktober 2005 Athens Open Hisham Mohd Ashour 11:7, 2:11, 10:12, 7:11 2. 29. Januar 2006 Dayton Open John White 5:11, 3:11, 6:11 3. 11. März 2006 COAS International Mohammed Abbas 4:11, 11:9, 5:11, 7:11 4. 22. Oktober 2006 Hong Kong Open Amr Shabana 11:13, 11:3, 5:11, 11:13 5. 28. Oktober 2007 Saudi International Amr Shabana 5:11, 5:11, 11:1, 9:11 6. 27. April 2008 Kuwait Open Amr Shabana 9:11, 7:11, 11:13 7. 6. September 2009 US Open Amr Shabana 7:11, 2:11, 11:7, 14:12, 8:11 8. 7. November 2009 Weltmeisterschaft Amr Shabana 8:11, 8:11, 5:11 9. 28. Januar 2010 Tournament of Champions James Willstrop 10:12, 5:11, 11:9, 2:11 10. 27. Februar 2010 North American Open Nick Matthew 9:11, 14:16, 4:5 Aufgabe 11. 15. August 2010 Australian Open Nick Matthew 14:16, 7:11, 10:12 12. 24. Oktober 2010 El Gouna International Karim Darwish 14:16, 3:11, 1:5 Aufgabe 13. 26. Februar 2011 North American Open Nick Matthew 9:11, 5:11, 11:8, 11:8, 6:11 14. 25. Februar 2012 North American Open James Willstrop 7:11, 8:11, 7:11 15. 26. Mai 2012 British Open Nick Matthew 9:11, 4:11, 8:11 16. 9. Februar 2014 Swedish Open Nick Matthew 13:11, 6:11, 8:11, 11:6, 4:11 17. 3. März 2014 Windy City Open Grégory Gaultier 7:11, 3:11, 4:11 18. 27. März 2016 British Open Mohamed Elshorbagy 2:11, 5:11, 9:11 19. 4. November 2016 Weltmeisterschaft Karim Abdel Gawad 11:5, 6:11, 7:11, 1:2 Aufgabe

Weblinks

Spielerprofil bei psaworldtour.com (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Squashspieler (Ägypten) Kategorie:Weltmeister (Squash) Kategorie:Ägyptischer Meister (Squash) Kategorie:Geboren 1987 Kategorie:Ägypter Kategorie:Mann