mini|Ben Stein (2011) Benjamin Jeremy „Ben“ Stein (* 25. November 1944 in Washington, D.C.) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Autor, Anwalt sowie Kommentator zu politischen und wirtschaftlichen Themen. Er war früher erfolgreicher Redenschreiber für die republikanischen US-Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford. Später kam er zur Unterhaltungsbranche und wurde Schauspieler, Comedian und Emmy-Award-gekrönter Gameshow-Moderator.

Stein schrieb vielfach Kommentare zu wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Themen, daneben auch Finanzberatungen für einzelne Investoren. Er ist der Sohn des Wirtschaftswissenschaftlers Herbert Stein, der im Weißen Haus unter Präsident Nixon arbeitete. Seine Schwester Rachel ist ebenfalls Autorin.

Leben

Ben Stein ist der Sohn von Mildred (geborene Fishman), einer Hausfrau, und Herbert Stein, einem Schriftsteller, Ökonom, und Berater des Präsidenten. Er ist jüdischer Herkunft und wuchs im Viertel Woodside Forest in Silver Spring, Maryland, auf. Er machte seinen Abschluss im Jahr 1961 an der Montgomery Blair High School; einer seiner Klassenkameraden war damals der spätere Journalist Carl Bernstein, die spätere Schauspielerin Goldie Hawn war zwei Jahrgänge hinter ihnen. Danach studierte er Wirtschaft als Hauptfach an dem Columbia College der Columbia University und wurde Mitglied der Studentenverbindung Alpha Delta Phi sowie der Philolexian Society, einer Literaturgesellschaft. Nachdem er im Jahr 1966 auf der Columbia seinen Abschluss mit Auszeichnung machte, ging er zur Yale Law School, absolvierte 1970 sein dortiges Studium und wurde abschließend von seiner Klasse zum Abschiedsredner (engl. valedictorian) gewählt.

Politische Karriere mini|Stein bei einem nationalen Gipfeltreffen zum Thema Ruhestandsrücklagen (2006)

Stein wurde Redenschreiber und Rechtsberater Richard Nixons und später Präsident Gerald Fords. Auch nach dem Watergate-Skandal hielt er zu Nixon und verdammte die Enthüller Mark Felt und Bob Woodward öffentlich. Er hoffe, diese werden in diesem oder einem späteren Leben bestraft werden.Stein, Ben: " ", "The American Spectator", June 1, 2005.

2005 sagte Stein in einem Interview mit dem American Spectator:

In einem Interview, das er 2008 dem rechtslastigen Radiomoderator Glenn Beck gab, verglich Stein Barack Obamas Wahlkampagne in Invesco Field mit Adolf Hitlers Reichsparteitag in Nürnberg.

Karriere im Showgeschäft Ben Stein wirkte zunächst als Berater bei einigen Hollywood-Filmen mit. 1986 verschaffte Regisseur John Hughes ihm eine Nebenrolle in der erfolgreichen Teenager-Komödie Ferris macht blau. In dieser hält Stein als mit monotoner Stimme sprechender Wirtschaftslehrer eine Vorlesung über den Smoot-Hawley Tariff Act, mit der er seine Klasse zu Tode langweilt. Stein improvisierte seinen Text in dieser Szene vollständig. Seitdem absolviert Stein regelmäßig Nebenrollen oder Cameos in amerikanischen Kinofilmen, Fernsehserien, wobei die monotone Stimme zu seinem steten Markenzeichen wurde. Er spielte unter anderem den Psychologen Dr. Neuman in Die Maske (1994) sowie der Fortsetzung Die Maske 2: Die nächste Generation (2006); auch war er in den Komödien Ein Ticket für Zwei (1987) und Ghostbusters II (1989) zu sehen. In Serien wie Seinfeld, Full House, MacGyver oder Family Guy trat er ebenfalls in Erscheinung. Zudem spielte er in mehreren Fernseh-Werbespots.

Von 1997 bis 2003 fungierte er als Moderator der Quizshow Win Ben Stein's Money, die auf Comedy Central lief und für die er mehrere Emmy Awards gewann. Jimmy Kimmel verkörperte seinen Assistenten. 2007 moderierte er ebenfalls die Reality-Show America’s Most Smartest Model. Gelegentlich arbeitet er auch als Drehbuchautor, etwa für die Fernsehserie Amerika oder den Fernsehfilm Murder in Mississippi.

Ansichten zu Evolution und Wissenschaft mini|Stein 2003 an der Miami University Stein hat öffentlich die Evolutionstheorie verurteilt, welche er sowie andere Intelligent-Design-Befürworter als „Darwinismus“ bezeichnet, und die seiner Meinung nach „ein schmerzendes, blutiges Kapitel in der Geschichte der Ideologien“ darstellt; außerdem sei sie „derzeit das zwingendste Argument für Imperialismus“ und wäre die Inspiration für den Holocaust gewesen. Stein meint, nicht die Evolutionstheorie allein führe zu Völkermord, aber der wissenschaftliche Materialismus sei ein wichtiger Bestandteil. Er ist Co-Autor und Darsteller des Dokumentarfilms Expelled: No Intelligence Allowed (in etwa „Ausgestoßen: Keine Intelligenz zugelassen“), der den Zuschauer davon zu überzeugen versucht, dass Darwins Theorie entscheidend zum Aufstieg der Eugenik, des Dritten Reichs und schließlich des Holocaust beigetragen habe, und stellt darüber hinaus Verfechter des Intelligent Design als Opfer von intellektueller Diskriminierung durch die Wissenschaftsgemeinde dar, die das Intelligent Design als kreationistische Pseudowissenschaft ablehnt.

Die allgemeine mediale Reaktion auf Steins Film war größtenteils negativ. Die gesammelten Kritiken auf der Internetseite Rotten Tomatoes ergaben insgesamt eine Bewertung von 11 %; viele Rezensionen bezeichneten den Film als Propaganda.

Die Anti-Defamation League äußerte sich sehr kritisch zu dem Film und warf Stein vor, den Holocaust zu missbrauchen:

In einem Interview des christlichen Fernsehsenders Trinity Broadcasting Network zwischen Ben Stein und dem Sprecher Paul Crouch Jr. hinsichtlich Steins umstrittenen Dokumentarfilm, machte dieser folgende Aussage zu Wissenschaft und Religion:

Privatleben Stein ist zum zweiten Mal verheiratet mit der Anwältin für Medienrecht Alexandra Denman, mit der er einen adoptierten Sohn hat. Er lebt mit ihr in Beverly Hills und Malibu in Kalifornien; außerdem besitzt er ein Sommerhaus in Sandpoint, Idaho, sowie ein Apartment im Watergate-Komplex in Washington D.C., das er von seinen Eltern erbte.

Filmografie

Weblinks

Einzelnachweise

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