Will Schestak (vollständiger Name: Wilhelm Max Karl SchestakBurgstädter Kirchenbote, Mai 2012, S. 7 (; PDF; 881 kB); * 18. Juli 1918 in Mariaschein, Nordböhmen; † 1. April 2012Chemnitzer Maler und Grafiker Will Schestak gestorben: Stets mit besonderer Liebe zur Farbe. In: Freie Presse, 10. April 2012, S. 7. in BurgstädtHomepage von Gerhard Prokop: Akademie Prag: ) war ein deutscher Porträtmaler, Zeichner und Lithograf.

Leben und Werk Schestak besuchte von 1932 bis 1935 bei Othmar Fraß-Friedenfeld (1883–1959) die Kunstgewerbeschule des Nordböhmischen Gewerbemuseums in Reichenberg. Bis 1940 studierte er dann an der Akademie der Bildenden Künste Prag bei Heinrich Hönich. 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, und er nahm am Zweiten Weltkrieg teil.

1945 wurde er in aus der Tschechoslowakei ausgewiesen und kam er in die Sowjetische Besatzungszone. Dort wurde Chemnitz seine Wahlheimat, wo er als freischaffender Künstler arbeitete und wo er seine Frau Gertrud (* 1919) kennenlernte. Von 1947 bis 1949 war Schestak Dozent für Porträtzeichnen an der Volkshochschule Chemnitz. Gemeinsam mit Rudi Gruner, Willy Wittig und Gerhard Klampäckel war er maßgeblich am kulturellen Neubeginn in Chemnitz beteiligt. Er beteiligte sich an dem letztlich erfolglosen Versuch, die Künstlergruppe Chemnitz wieder aufleben zu lassen.

Seit den 1950er Jahren befasste er sich nach den Ideen des Bitterfelder Wegs insbesondere mit dem Thema Arbeit, wobei seine Werke „pathetisch-illustrative Züge“ tragen. „Die Porträts wirken oft wenig originell und erstarren in einer weitgehenden Typisierung“. In den Folgejahren fand er dann zu einer „stimmungs- und temperamentvollen Landschaftsmalerei mit expressiver Farbigkeit“ und zu freien Werken, darunter Zirkus- und Varietémotive. In den 1980er Jahren kommt er zu „stärkerer Abstraktion und größerer Sinnlichkeit bis hin zu satirischer Erotik.“Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 101, De Gruyter, Berlin 2018, S. 457.

1973 nahm Schestak am Internationalen Künstlersymposium in Piestany teil. Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und nach der deutschen Wiedervereinigung ältestes Mitglied des Chemnitzer Künstlerbundes e.V.

1995 zog Schestak nach Hartmannsdorf und 1999 nach Burgstädt.

Ehrungen 1942: Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg 1958: Kunstpreis des Bezirkes Karl-Marx-Stadt 1965: Johannes-R.-Becher-Medaille in Silber 1978: Verdienstmedaille der DDR 1997: Sudetendeutscher Kulturpreis

Öffentliche Sammlungen und Museen mit Werken Schestaks (unvollständig)

Berlin: Berlinische Galerie Chemnitz: Kunstsammlungen Chemnitz Dresden: Kunstfonds des Freistaates Sachsen Frankfurt/Oder: Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst (vormals Museum Junge Kunst) Oelsnitz/Erz.: Sammlung Erzgebirgische LandschaftskunstSchestak, Will - Sammlung "Erzgebirgische Landschaftskunst" Prag: Nationalgalerie Prag

Werkbeispiele Siehe auch

Deutsche Fotothek Bildindex der Kunst & Architektur

Tafelbilder Renate mit gelbem Strohhut (vor 1948, Tempera) Bildnis Frau W. (Öl; 1950 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)Abbildung im Katalog.

Der Schichtmeister (Öl; 1953 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Mädchenbildnis (Öl; 1953 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)

Aktivistin der HO (Öl, 76 × 96 cm; auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung)

Blumenmarkt (Öl; 1957 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Mädchen beim Kämmen (Öl; 1957 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)

Am Morgen (Öl; 1958 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Jungarbeiter (Öl; 1958 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)

Genossenschaftsbäuerin (1961, Öl, 80 × 60 cm; auf der Fünften Deutschen Kunstausstellung; Kunstfonds des Freistaates Sachsen)

Zeichnungen

Kind mit Umhängetuch (Kreide; 1950 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Wintertag (farbige Zeichnung; 1950 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Arbeiterkind (lavierte Pinselzeichnung; 1947 auf der 2. Ausstellung Erzgebirgischer Künstler)Arbeiterkind im Katalog der 2. Ausstellung Erzgebirgischer Künstler 1947 Freiberg in Sachsen

Am Bufett (1953 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Zeitungsleserin (lavierte Federzeichnung; 1953 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Heiligendamm (lavierte Zeichnung; 1953 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)

Druckgrafik

Fritz Heckert (Zyklus von 5 Holzstichen; 1958 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)Abbildung im Katalog

Architekturbezogene Werke

Freizeit (1967; Wandgemälde, Kaseinmalerei, 3,20 × 7,20 m; Karl-Marx-Stadt, Straße der Nationen, Pausenraum im 1. Obergeschoß des damaligen Hauptpostamts)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 63, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 14/15 Marktszene in Bulgarien (1968; Wandgemälde, Öl auf Gips, etwa 3,00 × 5,00 m; Karl-Marx-Stadt, Straße der Nationen, Pausenraum im 3. Stock des damaligen Hauses der Industrieverwaltung)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 63, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 20/21

Sozialistisches Leben (1970; Wandgemälde; Karl-Marx-Stadt, Datenverarbeitungszentrum) Wandgestaltungen (1979; Emaille; Karl-Marx-Stadt, Hotel Chemnitzer Hof)

Ausstellungen (mutmaßlich unvollständig)

Einzelausstellungen

1947: Chemnitz, Galerie Fichte

1973: Karl-Marx-Stadt, Städtische Kunstsammlungen 1982: Karl-Marx-Stadt, Klub der Intelligenz „Pablo Neruda“ (Druckgrafik, Handzeichnungen, Aquarelle) 1988: Karl-Marx-Stadt, Museum am Theaterplatz postum 2015: Burgstädt, Galerie Art Forum

Ausstellungsbeteiligungen

1939: Hannover („107. Große Frühjahrsausstellung“ des Kunstvereins Hannover)

1953, 1958/1959 und 1962/1963: Dresden, Dritte bis Fünfte Deutsche Kunstausstellung 1947 und 1948: Freiberg, Stadt- und Bergbaumuseum, 2. und 3. Ausstellung Erzgebirgischer Künstler2. Ausstellung Erzgebirgischer Künstler 1947 Freiberg in Sachsen 1948, 1950, 1951, 1952, 1953, 1957 und 1958: Chemnitz, („Mittelsächsische Kunstausstellung“) 1948: Zwickau, Städtisches Museum („Schau der Jüngsten. Maler, Graphiker, Bildhauer“) 1954: Leipzig, Bezirkskunstausstellung 1963: Karl-Marx-Stadt, Museum am Theaterplatz („10 Jahre Architektur, bildende Kunst und bildnerisches Volksschaffen in Karl-Marx-Stadt“) 1971: Berlin, Altes Museum („Das Antlitz der Arbeiterklasse in der bildenden Kunst der DDR“) 1974, 1979 und 1985: Karl-Marx-Stadt, Bezirkskunstausstellungen 1976: Karl-Marx-Stadt, Städtische Museen („Jugend und Jugendobjekte im Sozialismus“) 1977: Leipzig, Messehaus am Markt („Kunst und Sport“) 1982: Karl-Marx-Stadt („Bildnis + Gruppe“ Ausstellung der Sektion Maler und Grafiker des VBK/DDR, Karl-Marx-Stadt) 1984/1985: Karl-Marx-Stadt, Städtisches Museum am Theaterplatz („Retrospektive 1945 – 1984. Bildende Kunst im Bezirk Karl-Marx-Stadt“)

Postum 2019: Chemnitz, Neue Sächsischen Galerie („Generation im Schatten“)

Literatur (chronologisch)

Schestak, Will. In:

Weblinks

, will-schestak.de , Galerie Laterne Marianne Schultz: Böhmische Heiterkeit schlägt sich in kraftvollen Farben nieder. In: Freie Presse, Chemnitz, 5. September 2008.

Einzelnachweise

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