La Talanta ist eine Komödie von Pietro Aretino in fünf Akten, die zusammensetzt, bearbeitet und durchgeführt während des Karnevals von 1542 worden war.

Inhalt Zueignung Aretino widmet seine Komödie dem Herzog Cosimo I. de’ Medici (1519–1574), nicht jedoch, damit diese seinen unendlichen Ruhm mehre, sondern als Zeichen seiner Demut. Er vergleicht die Komödie mit dem bescheidenen Holz, aus dem der Sarg Cosimos Vater bestehe und das an Würde und Pracht den Marmor, der den Palast Cosimos bilde, nicht zuletzt durch die Verehrung, die Cosimos Vater durch die reiche Verzierung des Holzes zuteilgeworden sei, überrage. Aretino appelliert an die Sanftmut des Fürsten. Diese solle ihn dazu verleiten, die Komödie anzunehmen, denn die Komödie sei zwar nicht nur einem bescheidenen Geist entsprungen, wie Aretino eingangs in der Zueignung erwähnt hatte, sondern auch der Zuneigung gegenüber dem Fürsten, die er durch eine Reihe von Superlativen ins Unermessliche steigen lässt. Je mehr das Los dafür sorge, dass der Cosimo Aretino seine Gnade entziehe, desto stärker wachse in Aretino das Verlangen, ihn zu verehren.

Prolog In den Ausführungen des Vortragenden zu Beginn des Prologs geht es darum, dass das Handeln, das zur Erlangung eines bestimmten Ziels am konsequentesten erscheint, einen in Wirklichkeit am ehesten vom Ziel entfernt. Diese Ausführungen haben, so stellt sich heraus, den Zweck, durch das viele Reden des Vortragenden das Publikum in ironischer Art und Weise zum Schweigen zu bringen bzw. es dazu zu ermahnen. Des Weiteren, so führt der Vortragende aus, ziehe er es vor, eine Geschichte zu erzählen denn sowohl die Bühnenausstattung als auch die Komödie selbst zu preisen. Am Abend des Vortags sei er einer Gruppe von Hohlköpfen begegnet, die der Fürst gerade wegen ihrer Dummheit an den Hof geholt habe. Um durch diese Hohlköpfe keinen Schaden zu erleiden, habe sich der Vortragende sodann ins Bett geflüchtet. Er sei prompt eingeschlafen und habe einen Traum gehabt. Im Traum sei er in den Himmel aufgestiegen. Die Sterne hätten ihm gesagt, dass sie ihn, da er nun einmal da sei, in einen Gott oder eine Göttin seiner Wahl verwandeln wollten. Ähnlich wie im Prolog zu Lo Ipocrito (1542) folgt eine Liste von Göttern. Diesmal ist die Aufzählung der Tatsache geschuldet, dass der Vortragende für jeden Gott und jede Göttin einzeln begründet, warum er nicht in ihn bzw. sie verwandelt werden möchte. Als ihm vorgeschlagen worden sei, so der Vortragende, Cupido, d. h. der Gott der Liebe zu sein, habe er sofort eingewilligt. Da ihm unter anderem Flügel gewachsen seien, habe er aus der Luft die Menschen bei ihren mannigfaltigen Liebeshändeln beobachten können. Auch diese werden aufgezählt. Nach der Aufzählung der Liebeshändel wechselt der Ton des Vortragenden in Bitternis. Es ist vom schlechten Charakter der Frauen die Rede. Diese würden vom Teufel dadurch bestraft, dass sie schlechten Männern anheimgegeben würden. Anschließend ist von den Männern die Rede, von denen die dümmsten die hübschesten Frauen abbekämen und schließlich von den Liebenden, die in der Kirche den Brief ihrer Angebeteten öffneten und diesen aufgrund ihrer Bosheit zerrissen. Solche Weichlinge, wie er sie nennt, habe er als Liebesgott mit Liebespfeilen beschießen wollen, um ihnen Mut einzuflößen, doch habe er sich im Traum eines Besseren besonnen, da Schwächlinge seiner Pfeile nicht Wert seien und so habe er sie auspeitschen wollen. Bei der Peitschbewegung sei er aufgewacht und habe festgestellt, dass er sich sämtliche Finger gebrochen habe. Schließlich geht der Vortragende ab, da er aufgrund der gebrochenen Finger einen Arzt aufsuchen müsse.

Argomento (Handlung) Da die Schauspielertruppe hinter den Kulissen daran zweifele, dass das Publikum die Handlung verstehen werde, werde nun eine (allerdings äußerst vage) Zusammenfassung der Handlung vorgetragen. Nachdem der Dirne Talanta, der die Tür vor der Nase zugeknallt worden sei, sich von ihrer Wut wieder erholt habe, habe sie sich Orfinio zum Gemahl genommen. Talanta sei außerdem in Wut geraten, da ihr die Sklavin und der Sarazene entlaufen seien, die ihr jeweils vom Capitano Tinca aus Neapel und von Messer Vergolo aus Venedig geschenkt worden seien. Indessen habe Armileo Romano bzw. Armileo aus Rom vorgegeben, Talanta zu lieben, um auf diese Weise Zugang zur Sklavin zu bekommen, der eigentlich seine Liebe gelte. Er sei darauf einem gewissen Blando begegnet. Blando habe eine junge Frau bei sich geführt. Dies wiederum habe Armileo dazu veranlasst, beide dazu zu zwingen, bei ihm zu wohnen, zumal er in der jungen Frau seine angebetete Sklavin gewähnt habe. Nachdem Blando Armileo vom Verlust zweier Kinder erzählt habe, die zusammen mit der vermeintlichen Sklavin Drillinge seien, habe sich herausgestellt, dass der Sarazene in Wirklichkeit eine Frau, die Sklavin hingegen ein Mann sei. Der als Sklavin verkleidete Mann sei inzwischen der Mann Marmilias, die wiederum die Tochter des Capitano Tinca sei; die als Sarazene verkleidete Frau sei inzwischen die Gemahlin Marchettos, der der Sohn Vergolos sei. Da die von Armileo für die Sklavin gehaltene Tochter Blandos, Oretta, die als Mann verkleidet Blando gedient habe, dem zuvor als Sklavin verkleideten Antino ähnlich sei, habe er sie geheiratet. Während es aufgrund der Wiedererkennung ein Freudenfest gegeben habe, hätten der Capitano Tinca und Herr Vergolo Talanta finanziell sowohl für den Verlust der Sklavin als auch den des Sarazenen entschädigt. Auf diese Weise sei Orfinio ermöglicht worden in den Besitz Talantas zu gelangen. Die Zuschauer sollten nun schweigen, um zu hören, was Talanta zu sagen habe.

Erster Akt Die Handlung spielt im winterlichen Rom. Die Dirne Talanta hat vier Liebhaber, Armileo, Orfinio, Vergolo und den Capitano Tinca. Sie allerdings erwidert deren Liebe nicht, denn für sie, so behauptet sie, sei die Liebe nichts weiter als eine geschäftliche Angelegenheit. Außerdem sei die Liebe ihrer Freier eine Einbildung. In Wirklichkeit würden sie sie bloß konsumieren. Dementsprechend sei sie für Orfinio vorübergehend nicht zu sprechen, da Tinca, Vergolo und Armileo bei ihr Priorität hätten, denn Tinca habe ihr eine Sklavin, Vergolo einen Sarazenen und Armileo eine große Summe Geld versprochen. Als Orfinio ihr Haus betreten möchte, lässt sie ihn wegschicken. Orfinios Herz ist ob dieser Abweisung gebrochen. Doch Talanta hat ihn nicht abgeschrieben. Sie erklärt ihm anschließend offen ihre Situation und erbittet sich drei (kurze, da Winter-) Tage, d. h. einen Tag für jeweils einen der drei anderen Freier. Sie möchte im Gegenzug im Sommer zehn lange Tage ausschließlich mit Orfinio verbringen. Da Orfinio nun von den großzügigen Geschenken seiner Rivalen weiß, lässt er ihr eine goldene Kette holen. Außerdem gelobt er, sich, wie von ihr verlangt, ihr gegenüber drei Tage lang zurückzuhalten. Der Venezianer Vergolo ist nach Rom gereist, um seinem Sohn Marchetto eine Stelle am Hof der Stadt zu beschaffen. Den nun für Talanta bestimmten Sarazenen habe er vom selben Händler gekauft wie der Capitano Tinca seine Sklavin, so erzählt er seinem ortsansässigen Begleiter Pizio. Der Sarazene habe schon so oft mit seinem Sohn geschlafen, dass dieser den Sarazenen lieb gewonnen habe. Nach einer Stadtbesichtigung begeben sich Vergolo, Pizio und Vergolos Diener Scrocca zu Talanta. Während Vergolo und Pizio sich in Talantas Haus aufhalten, wartet Scrocca draußen auf sie. Da Scrocca einschläft, wird der Maulesel Vergolos von Branca gestohlen, der sich von Tinca aushalten lässt. Eigentlich sollte Branca Talanta die Nachricht überbringen, dass Talanta sich in kurzer Zeit im Besitz der versprochenen Sklavin befinden werde. Da er Scrocca vor Talantas Haus schlafen sieht und dem Konkurrenten Tincas Schaden zufügen möchte, entwendet er ihm den Maulesel. Nachdem Vergolo Talantas Haus verlassen und den Diebstahl des Maultiers bemerkt hat, richtet Branca Talanta die ihm von seinem Gönner ausgerichtete Botschaft aus. Das Publikum erfährt außerdem, dass analog zum Sohn Vergolos Tincas Tochter oft mit der Sklavin geschlafen, sie sie auf diese Weise lieb gewonnen habe und nun über deren bevorstehende Schenkung zutiefst betrübt sei.

Zweiter Akt Anlässlich des bevorstehenden Karnevals beschließen Costa, ein Diener Orfinios, und Fora, ein Diener Vergolos, einen Streich zu spielen. Beide träumen nämlich von den Tischgelagen ihrer Herren. Der Streich hat den Zweck, dass beide sich demnächst selbst die Mägen mit den ersehnten Köstlichkeiten vollstopfen können. Die im ersten Akt erwähnten Geschenke werden an Talanta übergeben, d. h. der Sarazene, die Sklavin, die große Summe Geld und die goldene Kette. Es stellt sich heraus, dass der Sarazene und die Sklavin sich äußerst ähnlich sind. Armileo, so erfährt an anderer Stelle das Publikum, liebt nicht Talanta, sondern gibt vor, sie zu lieben, um auf diese Weise Zugang zu der Sklavin zu bekommen, die Tinca ihr geschenkt hat und der seine Liebe eigentlich gilt. Absurderweise kommt es wegen der Rivalität um Talanta zu einem Duell zwischen Armileo und Orfinio, das beide überleben. Vergolo wiederum bringt durch die Schenkung des Sarazenen seinen Sohn Marchetto gegen sich auf.

Dritter Akt Aus einem Gespräch Marmilias mit ihrer Dienerin Stellina geht hervor, dass die Sklavin in Wirklichkeit männlichen Geschlechts ist. Marmilia und Stellina hecken einen Plan aus, mithilfe dessen sie Talanta die Sklavin entreißen können. Zu diesem Zweck lässt Marmilia Stellina einen Türkis aus ihrer Schatulle entnehmen. Dieser soll dazu dienen Talanta eventuell zu bestechen, um auf diese Weise den Zugang zur Sklavin zu erleichtern. Der Plan gelingt: Talanta gewährt Stellina Zugang zur vermeintlichen Sklavin. Stellina nutzt dies, um die Sklavin daran zu erinnern, dass sie Talanta entfliehen solle. Auf derer Straße begegnet Stellina Fora, der mit Marchetto ebenfalls einen Plan ersonnen hat, um den Sarazenen den Händen Talantas zu entreißen. Die Sklavin und der Sarazene kommen Fora jedoch zuvor. Sie nutzen beide die Abwesenheit Talantas, die sich zu einer Taufe begeben hat, um ihr zu entfliehen. Dabei begegnen sie wie zufällig Stellina und Fora, die die beiden in Sicherheit bringen. Die Sklavin und der Sarazene erzählen Stellina und Fora bei dieser Gelegenheit ihre Geschichte. Sie seien bei den Türken in Gefangenschaft geraten und anschließend an einen Händler in Ancona verkauft worden, der sie nach Rom gebracht habe. Der fromme Blando trifft in Rom ein. Er befindet sich auf der Suche nach seinen Kindern, d. h. nach seinem Sohn Antino und seiner Tochter Lucilla. Zunächst widmet Blando seine Zeit dem Besuch von Kirchen. Eines seiner drei Kinder, Oretta, begleitet ihn als junger Mann verkleidet. Biffa unterbreitet seinem Herrn, Armileo, einen Plan, mithilfe dessen er in den Besitz der Sklavin gelangen könne. Armileo, so Biffa, solle sich als Talanta verkleidet ins Gedränge des Stadtmarktes begeben. Armileo werde von Biffa, der als Armileo verkleidet sein werde, gefolgt. Während der als Talanta verkleidete Armileo im Gedränge verschwinde, werde Biffa sich mit der echten Talanta aufhalten. Armileo solle sich dann zu Talantas Haus begeben. Da er mit ihr identisch sein werde, werde ihm Aldella aufmachen. Armileo solle Aldella fortschicken und sich indessen mit der Sklavin vergnügen. Um den Plan durchführen zu können, muss Biffa allerdings einem Schneider den Auftrag geben, die für den Plan nötige Verkleidung herzustellen. Auf dem Weg zu Schneider erblickt Biffa Blando mit seiner als jungen Mann verkleideten Tochter, Oretta, und sieht seinen Plan vereitelt, da er folgert, dass Talanta die Sklavin verkauft habe und diese sich als junger Mann verkleidet im Besitz Blandos befinde.

Vierter Akt