mini|hochkant=1.35|Dohma und Goes 1821–22 Dohma ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im Süden Sachsens. Die Gemeinde bildet eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Kreisstadt Pirna.

Geographie Lage Die Gemeinde Dohma liegt ca. 3 km südlich von Pirna. Die Gemeinde befindet sich auf der Hochfläche bzw. an den Talhängen zwischen dem Bahretal und dem Gottleubatal.

Ortsgliederung Zur Gemeinde Dohma gehören die drei Ortsteile Dohma, Cotta und Goes sowie die Gemarkung Dürrhof. Der Ortsteil Cotta gliedert sich in Großcotta (Cotta A) und Kleincotta (Cotta B).

Geschichte Dohma Das Dorf Dohma und die später eingemeindeten Dörfer der Umgebung wurden im 14. Jahrhundert gegründet. Die erste Erwähnung des Waldhufendorfes erfolgte 1315 als Domyn. Weitere Namen von Dohma lauteten über die Jahrhunderte Dame, Dahme, Dohme (15. Jahrhundert), Thoma oder Dhoma (17. Jhd.). Die einzelnen Ansiedlungen im Bahretal und um die Steinsäge sowie das Vorwerk wuchsen nach und nach zu einem Reihendorf zusammen. Die Besitzer des Dorfes wechselten häufig, und somit gehörte Dohma immer wieder zu unterschiedlichen Amtsbereichen. Die Zahl der Einwohner wuchs stetig, 1695 wurden beispielsweise 18 Anspänner gezählt (Zweihüfner, Anderthalbhüfner, Eindreiachtelhüfner, Eineinviertelhüfner, Einhüfner, Dreiviertelhüfner, Halbhüfner und Viertelhüfner sowie 5 Gärtner). Um 1840 sind im Ortsbereich ein Vorwerk, 14 Bauerngüter, 4 Gartennahrungen, 14 Häuslerwohnungen, eine Mühle und etwa 200 Einwohner dokumentiert, vor dem Ersten Weltkrieg 888 Einwohner, danach nur noch 784 Personen. Es entstanden eine Glashütte und die Sandstein-Industrie (Cottaer Sandstein).Geschichtliches zu Dohma, 1927

Ortsteil Goes mini|hochkant=1.35|Dorfanger, Rundling Goes Goes entstand und entwickelte sich als typisches Angerdorf. Drei- und Zweiseithöfe bestimmten lange Zeit das Dorfbild. Goes wuchs aus dem Rundling mit den Nachbaransiedlungen Lohmgrund, Depot und Neu-Goes zusammen. Überlieferte Schreibweisen des Dorfes über die Zeit lauteten Gose, Goor, Gaer und Gäs. Im Jahr 1526 hieß es Goß in der pirnischen pflege gelegen. Herrschaftsmäßig bestand lange Zeit eine Zweiteilung zwischen dem Rittergut Zehista des Heinrich v. Schönfeld und dem Rittergut Rottwerndorf. Zur Zahl der Einwohner lässt sich folgende Entwicklung verfolgen: 10 besessin mennre des Spitals zu Donen (Dohna) (1501), 1900 „fanden sich insgesammt 309 Seelen in 40 Wohngebäuden. 1910 gab es 325 Einwohner, 1919 nur 267“. Die kirchliche Zugehörigkeit wechselte von Dohna um 1540 zu Pirna. Getreideanbau und Fischfang bildeten die Lebensgrundlage der Einwohner.Geschichte Goes

Ortsteil Cotta Cotta entwickelte sich aus einem vom Burggrafen von Dohna um das Jahr 1000 angelegten Gut. Dieses diente dem Holzeinschlag und der Weiterverarbeitung bzw. dem Weiterverkauf der Stämme für den Bau der ersten hölzernen Dresdner Brücke. Die verschiedenen Schreibweisen des Dorfnamens waren Cottaw, Kuttaw, Kotthenn. Auch hier wechselten häufig die Besitzer und damit die Herrschaftsbereiche. Das aus dem Gut entstandene Dorf gilt als Waldhufendorf, zu dem die Streusiedlungen Groß- und Klein-Cotta sowie die Steger Mühle und ein Bergwerk Die Zeysel hinzukamen. Zum Gut gehörten im Jahr 1821 . Aus dem Jahr 1311 ist eine erste Kirche im Ort bezeugt.Geschichte Cotta, 1927

Hervorstehendes Landschaftsmerkmal ist der Cottaer Spitzberg mit einer Höhe von 792 Fuß (= 241 m), von dem eine „weite prachtvolle Rundsicht“ besteht. Darin sollen nach einer Sage Zwerge, oder nach dem Volksmund Quarkse, leben.Geschichte Cotta

Eingemeindungen 1. März 1994: GoesStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1994 1. Januar 1998: CottaStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998

Wappen

Einwohnerentwicklung Gemeinde Dohma Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahl des Ortes bzw. der Gemeinde Dohma zum jeweiligen Gebietsstand.

Jahr Einwohner 1548/51 20 besessene Mann, 26 Inwohner 1764 18 besessene Mann, 7 Häusler 1834 195 1871 320 1890 570 1910 888 1925 942 1939 1089 1946 1164 1964 875 Jahr Einwohner 1990 635 1995 973 2000 2090 2005 2098 2010 2078 2015 1939 2020 1956

Politik

Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: WV „Dohmaer Wasser“ (WVDW): 12 Sitze +letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Wählervereinigung „Dohmaer Wasser“1299,11299,91184,0Einzelvorschläge–0,9–0,1unzulässigCDU––––18,9Linke–––––7,1Wahlbeteiligung74,3 %70,8 %55,4 %

Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2014 Matthias Heinemann. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2021Matthias HeinemannHeinemann89,82014WV „Dohmaer Wasser“87,92007Werner Meyer93,4[…]1994Wolfgang KahrschKahrsch96,7

Wirtschaft Neben der Landwirtschaft und der Fischerei für den Eigenbedarf waren und sind Abbau und Verarbeitung von Sandstein überregional bedeutend. Nach 1990 haben sich einige größere Betriebe im Gewerbegebiet Dohma angesiedelt. Die Gemeindehomepage gibt mehr als 100 Gewerbetreibende einschließlich Handwerker und Dienstleister an (Stand Januar 2015).Gewerbeübersicht Gemeinde Dohma

Verkehr Die B 172 verläuft nördlich der Gemeinde. Die Gemeinde ist auch über die A 17 zu erreichen, welche über den Anschluss Pirna (ca. 4 km) erreichbar ist. Durch die Gemeinde führt die Landstraße 173, die von Pirna zur tschechischen Grenze bei Bahratal führt.

Von 1894 bis 1963 besaß Dohma einen Bahnhof an der Bahnstrecke Pirna–Großcotta, die vor allem als Anschlussbahn der Sandstein-Steinbrüche im Lohmgrund diente. Von 1894 bis 1935 und nochmals von 1945 bis 1957 verkehrten auf der Strecke auch Personenzüge.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist Dohma mit der Stadtbuslinie Z sowie durch die Regionalbuslinien 207 und 219 der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH erreichbar. Der Ortsteil Cotta ist mit den Linien 207, 209 und 219 erreichbar. Hingegen verfügt der Ortsteil Goes über keine ÖPNV-Anbindung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Dohma

Gedenkstätten Gedenktafel für den Kommunisten Walter Richter an seinem Wohnhaus Weinleite Nr. 19Richter wurde 1935 beim grenzüberschreitenden Widerstandskampf von einer SA-Patrouille erschossen.

Naturschutz

Persönlichkeiten Gottfried Christoph Härtel (1763–1827 (Cotta)), Musikverleger (Breitkopf & Härtel)

Weblinks

Gemeinde Dohma

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Kategorie:Ort in der Sächsischen Schweiz Kategorie:Ersterwähnung 1315