Das 4. Württembergische Feldartillerie-Regiment Nr. 65 war ein Artillerieverband der Württembergischen Armee.
Geschichte Das Regiment wurde am 1. April 1899 (Stiftungstag) errichtet und am 1. Oktober 1899 aus der III. und IV. Abteilung des Feldartillerie-Regiment (2. Württembergisches) Nr. 29 sowie einer neu aufgestellten Batterie gebildet. Es war in Ludwigsburg stationiert und erhielt seinen Personalersatz von der am 17. August 1914 durch das Stellvertretende Generalkommando des XIII. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps aufgestellten 2. Ersatz-Abteilung des Regiments.
Erster Weltkrieg Mit Beginn des Ersten Weltkriegs machte das Regiment am 2. August 1914 mobil und wurde in der Folgezeit an der West- und Ostfront sowie auf dem Balkan eingesetzt:
1914 Frankreich, Belgien, Russland (heutiges Polen) 1915 Russland (heutiges Polen), Serbien, Belgien 1916 Belgien, Frankreich 1917 Frankreich, Belgien, Frankreich 1918 Frankreich
Während des Krieges hatte das Regiment Verluste an 379 gefallene Soldaten zu beklagen.
Verbleib Nach dem Waffenstillstand von Compiègne wurde der Verband ab 23. Dezember 1918 in Ludwigsburg demobilisiert. Aus Teilen bildete sich die Freiwilligen-Batterie „Wuppermann“, die bei der Bildung der Vorläufigen Reichswehr in der Infanterie-Geschütz-Batterie 49 aufging.
Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 9. Batterie des 5. Artillerie-Regiments in Ulm. In der Wehrmacht führte die III. Abteilung des Artillerie-Regiments 25 in Ludwigsburg die Tradition fort.
Organisation Verbandszugehörigkeit Bis 8. Juni 1917 war der Verband der 26. Feldartillerie-Brigade (1. Königlich Württembergische) unterstellt und damit Teil der 26. Division (1. Königlich Württembergische). Anschließend schied das Regiment aus dem Divisionsverband und verblieb bis Kriegsende bei der Heeresfeldartillerie.
Gliederung Der Verband gliederte sich in zwei Abteilungen mit sechs Batterien. Im Oktober 1916 reduzierten die Batterien auf vier Geschütze. Gemäß Verordnung des Württembergischen Kriegsministeriums vom 5. Dezember 1916 wurde zum 9. Dezember 1916 eine III. Abteilung aufgestellt.
Gliederung August 1917: Regimentsstab Stab I/65 mit 1., 2., 3. Batterie und Leichte Munitionskolonne I Stab II/65 mit 4., 5., 6. Batterie und Leichte Munitionskolonne II
Gliederung Juni 1918 Regimentsstab Stab I/65 mit 1., 2., 3. Batterie und Leichte Munitionskolonne I Stab II/65 mit 4., 5., 6. Batterie und Leichte Munitionskolonne II Stab III/65 mit 7., 8., 9. Batterie und Leichte Munitionskolonne III
Kommandeure DienstgradNameDatumGünter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 3: Die Stellenbesetzung der aktiven Regimenter, Bataillone und Abteilungen von der Stiftung bzw. Aufstellung bis zum 26. August 1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1993, ISBN 3-7648-2413-1. S. 285.Preuß. Oberstleutnant/OberstKarl Ludwig Lang1. Oktober 1899 bis 21. März 1902Major/Oberstleutnant/OberstUlysses von Tognarelli22. März 1902 bis 20. April 1908OberstleutnantErwin Heimerdinger21. April bis 18. November 1908 (mit der Führung beauftragt)Oberstleutnant/OberstErwin von Heimerdinger19. November 1908 bis 21. März 1913OberstKonradin von Sonntag22. März 1913 bis 8. September 1914GeneralmajorFriedrich von Schippert11. September bis 16. Oktober 1914 (in Vertretung)OberstleutnantKarl Wencher17. Oktober 1914 bis 10. Dezember 1916MajorAlfred Triebig11. Dezember 1916 bis 24. Januar 1918MajorGustav Brauer25. Januar 1918 bis Demobilisierung
Bewaffnung und Ausrüstung Hauptbewaffnung Im Januar und Februar 1918 wurden die I. und II. Abteilung auf die Feldkanone 16 und die leichte Feldhaubitze 16 umgerüstet.
Sonstige Ausrüstung Anfang 1918 erhielt das Regiment schwere Maschinengewehre.
Verweise Quellen Hauptstaatsarchiv Stuttgart: Bestand M 173, M 413, M 433/2, M 452, M 521
Literatur Hans-Joachim Harder: Militärgeschichtliches Handbuch Baden-Württemberg. 1987. Württembergisches Kriegsministerium (Hrsg.): Militär-Handbuch des Königreichs Württemberg, Große Ausgabe, nach dem Stande vom 6. Mai 1913. 1913 Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil IX: Feldartillerie. Band 1, Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-15-1, S. 280–281. Hermann Neeff: Das 4. Württ. Feldartillerie-Reg. Nr. 65 im Weltkrieg. Belser, Stuttgart 1925. (Band 35 der Reihe Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg, digital verfügbar unter )
Weblinks Verlustliste des Regiments
Einzelnachweise
Feldartillerieregiment 065 Württemberg Feldartillerieregiment #::65 Kategorie:Geschichte (Ludwigsburg) Kategorie:Gegründet 1899 Kategorie:Aufgelöst 1919