Die Seelsorgeeinheit Argental ist ein Zusammenschluss acht katholischer Pfarreien im östlichen Bodenseekreis mit Sitz in Tettnang und ist dem Dekanat Friedrichshafen zugeordnet.

Angebot Das Angebot umfasst neben liturgischen Diensten und der Spende der Sakramente unter anderem die Ausbildung von Ministranten, Erwachsenenbildung (Wallfahrten, Vorträge, Kirchenchöre), Kinderbetreuung, Kindergarten in Hiltensweiler, Jugend- und Seniorenarbeit, die Pflege des Glaubenswegs (siehe unten) mit Flurkreuzen und Kapellen, Krankenbesuchsdienst sowie die Familien- und Krankenpflege.

Logo Acht Tauben fügen sich zueinander und bilden vor einem Kreuz das Logo der Seelsorgeeinheit. Zwei Textzeilen, „Christus heute – morgen – in Ewigkeit“, die Namen der acht Gemeinden sowie vier weitere Tauben umlaufen das Logo.

Geschichte Weil sowohl die Zahl der Priester aufgrund Priestermangels als auch die Zahl der praktizierenden und sich engagierenden Gläubigen immer weiter zurückging, hat die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart seinerzeit reagiert und die einzelnen Pfarreien Goppertsweiler (zur Gemeinde Neukirch gehörend) und Neukirch sowie Hiltensweiler, Krumbach, Laimnau, Obereisenbach, Tannau und Wildpoltsweiler (alle zur Stadt Tettnang gehörend) im September 2000 zur Seelsorgeeinheit Argental zusammengefasst. Heute (2012) werden die rund 5600 Gläubigen der Seelsorgeeinheit über drei Büros betreut. Das Pfarrbüro in Laimnau ist zuständig für die Pfarrgemeinden Hiltensweiler, Laimnau, Obereisenbach und Tannau, das Pfarrbüro in Neukirch für die Pfarrgemeinden Goppertsweiler, Krumbach, Neukirch und Wildpoltsweiler. Das Hauptbüro der Seelsorgeeinheit in Laimnau koordiniert die Termine und die Öffentlichkeitsarbeit.

Geleitet wird die Seelsorgeeinheit durch den „Gemeinsamen Ausschuss“; er setzt sich aus dem fünfköpfigen Pastoralteam – zurzeit ein Dekan, drei Pfarrer und ein Diakon – und jeweils zwei Vertretern aus jedem der acht Kirchengemeinderäte zusammen.

Pfarreien

Goppertsweiler Der Ort liegt in einer Talsenke der hügeligen Wald- und Kulturlandschaft westlich des Zusammenflusses von Oberer und Unterer Argen, rund zwei Kilometer südöstlich der Neukircher Ortsmitte. Seit 1664 sind Tauf-, Trau- und Sterberegister fast lückenlos erhalten. Die Pfarrei, die vorher zum Dekanat Lindau gehört hatte, gelangte im Laufe der wechselvollen Geschichte Goppertsweilers an das Dekanat Tettnang, unterstand von 1949 bis 1991 dem Dekanat Wangenu und gehört seit 1991 zum Dekanat Friedrichshafen. Die Pfarrei betreut heute rund 220 Mitglieder in den Orten und Weilern Aberlingsbühl, Blumegg, Goppertsweiler, Lustenbach, Matzenweiler und Oberlangensee. Die dem Heiligen „Sankt Martin“ geweihte Kirche wird 1275 erstmals genannt. Das Patrozinium verweist auf das frühe Mittelalter. Der Turm – ältester Teil der Kirche – besteht aus groben Argenkieseln. Aus dem Spätmittelalter stammt wohl der Ostchor, und das im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts erweiterte Kirchenschiff ist mit hochbarocken Rundfenstern versehen.

Hiltensweiler Rund 880 Katholiken in Hiltensweiler und den umliegenden Dörfern Bleichnau, Busenhaus, Degersee, Dentenweiler, Echetweiler, Götzenweiler, Muttelsee, Oberlangnau, Oberwolfertsweiler, Rattenweiler, Rudenweiler, Saßenweiler, Unterlangnau, Wettis, Wielandsweiler und Wolfratz gehören zur Pfarrei. Die katholische Pfarrkirche St. Dionysius mit der Arnoldskapelle ist ein markanter Punkt in der Ortsmitte Hiltensweilers, etwa sieben Kilometer südöstlich der Tettnanger Stadtmitte. In ihrem Kern ist sie romanisch, der Turm wird in das 13. Jahrhundert datiert. Ihre herausragenden Ausstattungsstücke sind das frühere Hochaltargemälde des Bolognesers Camillo Procaccini (~1555–1629) und die von Andreas Brugger geschaffenen Kreuzwegstationen.

Krumbach Die Krumbacher Pfarrgemeinde St. Georg betreut etwa 480 Mitglieder in Burnau, Flockenbach, Krumbach, Notzenhaus Prestenberg, Schierlingen, Straß und Vorderreute.

Laimnau Zur Pfarrgemeinde Laimnau gehören etwa 1050 Katholiken in den Orten Apflau, Badhütten, Gebhardsweiler, Gießen, Gitzensteig, Iglerberg, Laimnau, Loderhof, Rappertsweiler, Reichen, Steinenbach, Unterwolfertsweiler, Wellmutsweiler, Wiesach und Wiesertsweiler. Die Laimnauer Kirche wird 1269 – Fürst von Summerau verkaufte seinen ganzen Besitz in Laimnau an das Domkapitel in Konstanz – erstmals in den Büchern erwähnt. 1388 erfolgte der Verkauf an das Heilig-Geist-Spital zu Lindau, 1466 wurde die Kirche zu Ehren der Heiligen Petrus und Paulus, Sebastian und Katharina geweiht. Vom alten Bau sind heute noch der spätgotische Taufstein mit Lilienornament, die Sakramentsnische mit schmiedeeisernem Gitter und die Spitzbogenöffnung in der Kapelle vorhanden. Mit dem Neubau des Kirchenschiffes erhielt die Kirche 1965 ihre heutige Gestalt.

Neukirch Rund 30 Pfarrer sind in Neukirch seit dem Jahr 1681 tätig gewesen. Heute werden von Neukirch, der flächenmäßig größten Pfarrei der Seelsorgeeinheit, aus rund 1050 Mitglieder in Bernried, Ebersberg, Flunau, Gunzenweiler, Hinterburg, Hinteressach, Landholz, Litzelmannshof, Mehetsweiler, Neuhaus, Neukirch, Reisenbronn, Sackweiher, Uhetsweiler, Vorderessach und Zannau betreut.

Obereisenbach Erwähnt wird der Ort „Isenbach“ erstmals in einer weißenauischen Urkunde aus dem Jahr 1172. Ritter Heinrich von Ravensburg, Beamter des kaiserlichen Hofes, stiftete 1227 die Kirche und die Pfarrei und schenkte 1257 das Dorf mit seinem Besitz dem Kloster Weißenau. Zur heutigen Pfarrgemeinde St. Margaretha gehören etwa 650 Mitglieder in den Orten und Weilern Enzisweiler, Herishäusern, Herrgottsweiler, Hübschenberg, Knellesberg, Mehrenberg, Obereisenbach, Scheiben, Schlossbühl, Schübel, Siggenweiler, Untereisenbach und Weidenbach.

Tannau Die um 1121 erbaute Pfarrkirche St. Martin war ursprünglich eine Nothelferkapelle. Im Jahre 1663 erfolgte ihre Weihe zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria und des heiligen Martinus. 1720 erfolgten der Umbau zur heutigen Gestalt im barocken Baustil und die Weihe des neuen Hochaltars mit den Figuren des hl. Konrad (links) sowie des hl. Ulrich (rechts) auf den Seitenkonsolen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die flache Gipsdecke mit einem Bild der Rosenkranzkönigin, der Schutzpatronin von Tannau, verziert. In den Orten Alberweiler, Baldensweiler, Biggenmoos, Dietmannsweiler, Holzhäusern, Schwanden, Stiefel und Tannau werden etwa 520 Mitglieder betreut.

Wildpoltsweiler Zur Pfarrgemeinde gehören rund 470 Katholiken in den Orten Buchbach, Elmenau, Schnaidt, Summerau, Unterlangensee, Unterrussenried, Wildpoltsweiler (mit Kirche St. Georg) und Wittenberg.

Glaubensweg Zum zehnjährigen Bestehen der Seelsorgeeinheit wurde ein 32,4 Kilometer langer Glaubensweg eingerichtet. Er verbindet die acht Kirchengemeinden und stellt in seiner Wegeführung das Symbol der Taube dar. Weitere zwölf Rundwege führen durch die einzelnen Gemeinden.

Goppertsweiler mini|Infotafel in Goppertsweiler

Die Weglänge des Goppertsweilerer Abschnitts beträgt 4,9 Kilometer. Er führt aus der Ortsmitte hinaus, an fünf Wegkreuzen vorbei über Lustensbach, Blumegg und Vorderburg zurück zur Kirche St. Martinus.

Station 1, Kirche St. Martinus Station 2, Kreuzung Aberlinsbühl/Lustensbach: „Herr, lass Frieden unter den Menschen sein, Frieden im Herzen – rund um die Erde.“ (Gotteslob 8/2) Station 3, Vorderburg: „Dein Wort ist Licht und Wahrheit; es leuchtet mir auf all meinen Wegen.“ (Gotteslob 687)

Hiltensweiler An fünf Stationen sind in Hiltensweiler und den umliegenden Weilern große Natursteine aufgestellt. Die Weglänge des Hiltensweilerer Abschnitts beträgt 6,3 Kilometer. Er leitet den Wanderer nach Rattenweiler, Wielandsweiler, Busenhaus, am Degersee vorbei und durch Oberwolfertsweiler zurück zur Kirche St. Dionysius.

mini|hochkant|Hiltensweiler, Station 5

Station 1, an der Kirchenmauer in Hiltensweiler: „Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Station 2, bei der Ruine Altsummerau: „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, deine Treue, so weit die Wolken ziehn.“ Station 3, Kapelle in Wielandsweiler: „Befiehl dem Herrn deine Wege, vertrau ihm, er wird es fügen.“ Station 4, Abzweig nach Wettis: „Geh deinen Weg ruhig inmitten von Lärm und Hast, und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.“ Station 5, in Oberwolfertsweiler (Bild): „Von allen Seiten umgibst du mich, Herr, und hältst deine Hand über mir.“

Krumbach Die Weglänge des Krumbacher Abschnitts beträgt 23 Kilometer. Er ist in drei einzelne Schleifen aufgeteilt: Weg 1 (Stationen 1 bis 6; 8,5 km), Weg 2 (Stationen 1, 7 bis 11 und 16; 9,6 km) und Weg 3 (Stationen 1 und 13 bis 15; 4,9 km).

Weg 1, Zannau Station 1, Kirche St. Georg Station 2, Stein vor dem Pfarrhaus: „Gott, hilf mir, meinen Weg ehrlich zu gehen. Ich will nicht glänzen, nicht auffallen. Ich will nur ein Mensch sein, der seinen Weg entdeckt hat und gewagt hat, ihn zu gehen, trotz aller Hindernisse.“ (Ulrich Schaffer) Station 3, Stein vor der Reithalle: „Manche joggen, um dem Alltag zu entfliehen. Einige laufen, um zur Ruhe zu kommen. Andere gehen spazieren, um wieder zu sich zu finden.“ (K. Hutter) Station 4, Stein in Schnaidt: „Es geht weiter, auch wenn es manchmal nicht so scheint. Das Leben findet immer einen Weg und blüht plötzlich da wieder auf, wo man es am wenigsten erwartet.“ (Werner Bethmann) Station 5, Stein am Buswendeplatz in Zannau: „Was nützt es dem Menschen, wenn er schnell vorankommt, seine Seele aber auf der Strecke bleibt.“ (Petrus Ceelen) Station 6, Stein in Buch: „Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus.“ (Hermann Hesse) Weg 2, Gesnauwiesen Station 1, Kirche St. Georg Station 7, Stein in Vorderreute: „Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur.“ (Albert Einstein) Station 8, Stein in Hinterreute: „Ein Leben ohne Gott ist wie eine lange Wanderung ohne Einkehr.“ (angeblich von Demokrit) Station 9, Stein in Spinnenhirn: „Möge Gott auf dem Weg, den du gehst, vor dir hereilen. Das ist mein Wunsch für deine Lebensreise. Mögest du die hellen Fußstapfen des Glücks finden und ihnen auf dem ganzen Weg folgen.“ (irischer Segenswunsch) Station 10, Findling in Gesnauwiesen: „Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe muss abwarten, geduldig sein bis seine Zeit zum Blühen kommt.“ (Dietrich Bonhoeffer) Station 11, Stein in Schierlingen: „Zuversicht und Hoffnung habe immer im Gepäck, ohne sie wird jeder Weg lang.“ (Pilgerweisheit) Station 16, Stein am Sportplatz: „An einem Tag feiern sie dich als Helden, kurz darauf bist du wieder vergessen. Aber auf Gott kannst du dich immer verlassen.“ (Cacau, Fußballprofi) Weg 3, Flockenbach Station 1, Kirche St. Georg Station 12, Stein bei der Anna-Kapelle: „Unser Lebensweg ist voll von Überraschungen, Kreuzungen zwingen zur Entscheidung, Irrwege zur Umkehr, Durststrecken zum Durchhalten. Es ist gut, dass es Weggefährten gibt, Plätze zum Ausruhen, Wegweiser, die uns die Richtung zeigen.“ (Pilgerweisheit) Station 13, Feldhütte: „Wo Gott dich hingesät hat, da sollst du blühen.“ (afrikanisches Sprichwort) Station 14, Stein in Notzenhaus: „Noch ist er verborgen, dein Weg in die Zukunft, geh ihn getrost. Ich wünsche dir ehrliche Weggefährten, liebevolle Freunde, erfüllte Augenblicke. Gott behüte dich und segne deine Schritte.“ (aus Andere Zeiten) Station 15, Stein am Friedhof: „Vielleicht ist der Tod das letzte große Abenteuer. Wir brauchen uns nicht zu fürchten. Der Weg hört auch da nicht auf.“ (Ulrich Schaffer)

Laimnau Die Weglänge des Laimnauer Abschnitts beträgt 7,7 Kilometer. Er führt vom Argental hinauf zu den Aussichtspunkten am Mongatsberg und im Grafenholz des Tettnanger Walds.

Station 1, Stein bei der Pfarrkirche St. Peter und Paul: „Christus gestern, Christus heute, Christus in Ewigkeit.“ (Gotteslob 563)