miniatur|Margarete Rudolphi. 1909 gemalt von ihrem Ehemann Johannes Rudolphi. miniatur|Zeugnis für Margarete Haeberlin, 1894

Margarete Rudolphi, geborene Haeberlin (* 16. April 1879 in Potsdam; † 19. November 1954 in Berlin-Dahlem) war eine deutsche Kunstmalerin, die sich später vor allem der Porzellanmalerei widmete.

Leben mini|links|Erlen am Jungfernsee (1897); Öl auf Leinwand Margarete Rudolphi war die Tochter des königlichen Hofbaurats Franz Haeberlin und dessen Ehefrau Fanny, geborene Braun. Ihre Kindheit verbrachte sie in Potsdam, wo die Eltern im Südteil des Neuen Gartens, im Holländischen Haus Nr. 1 wohnten. Mit Sondergenehmigung des Hofmarschallamtes erhielt die künstlerisch begabte junge Frau 1894 ein Volontariat in den königlichen Kunstsammlungen, wo sie sich durch das Kopieren von Gemälden autodidaktisch Malkenntnisse aneignete. Im ersten Jahr zeichnete die 15-jährige Margarete Haeberlin das Stillleben mit Geschirr und Gemüse in Kohle und in den darauf folgenden Jahren erste Aquarell- und Ölgemälde. Der Dirigent der Kunstsammlungen in den königlich-preußischen Schlössern, Paul Seidel, bescheinigte ihr 1894 Gemälde aus dem Besitz seiner Majestät des Kaisers und Königs kopiert und dabei ein eifriges und eingehendes Kunststudium bewiesenZeugnis des Ober-Hofmarschall-Amts Seiner Majestät des Kaisers und Königs. Gezeichnet: Dr. P. Seidel, Dirigent der Kunstsammlungen in den kgl. Preußisch. Schlössern. Berlin, den 10. Oktober 1894: „Fräulein Margarete Haeberlin aus Potsdam bestätige ich gern auf ihren Wunsch, dass sie mit Genehmigung des königlichen Oberhofmarschallamtes Gemälde aus dem Besitz seiner Majestät des Kaisers und Königs kopiert und dabei ein eifriges und eingehendes Kunststudium bewiesen hat.“ (f. d. R. Joachim Rudolphi, 10. Februar 2003) zu haben. Dieses Zeugnis ermöglichte ihr 1897 ein Studium an der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Stillleben, Blumen- und Landschaftsgemälde in verschiedenen Maltechniken, mit Motiven aus der brandenburgischen Landschaft. Ihre Arbeiten versah sie zeitlebens mit dem Signet „M. H.“.

Im August 1901 heiratete Margarete Haeberlin Johannes Rudolphi, der sich als freischaffender Landschaftsmaler des Spätimpressionismus einen Namen machte. Nach der Eheschließung beugte sie sich der Konvention, gab ihre Arbeit an der Staffelei auf und widmete sich der Familie. 1902 kam der erste Sohn, der spätere Architekt Hellmut zur Welt. 1906 wurde Wolfram geboren, der sich zum Kunstmaler und Grafiker ausbilden ließ.

Nach dem Einzug in das eigene Haus mit Atelier in Berlin-Schlachtensee, Brunnenstraße 4, nahm Margarete Rudolphi ihr künstlerisches Wirken ab 1910 langsam wieder auf. Sie begann mit der Porzellanmalerei und ließ ihre Blumen- und Pflanzenmotive bei der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) brennen. Aufgrund der großen Nachfrage widmete sie sich ab 1920 ausschließlich dieser neuen Aufgabe.

Margarete Rudolphi starb 1954 in Berlin-Dahlem und fand neben ihren Eltern und ihrem vier Jahre zuvor verstorbenen Ehemann auf dem Friedhof in Potsdam-Bornstedt die letzte Ruhe.

Werke (Auswahl) Stillleben mit Geschirr und Gemüse, 1894 Landschaft im kleinen Hochformat, um 1894 Landschaft im kleinen Querformat, um 1894 Margeriten, um 1895 Pferd mit Hund, 1895 Blick auf den Königswald, um 1896 Kleiner Margeritenstrauß, 1896 Mohnkapseln, 1896 Havelsee im Morgendunst, um 1897 Erlen am Jungfernsee, 1897 Schilf am Schwielowsee, 1897 Stillleben mit Korb und Früchten, 1897 Chrysanthemen, 1897 Rote Tulpen, um 1897 Weintrauben an der Hauswand, 1897 Sumpfdotterblumen mit Korb, 1897 Die Havel vor Sacrow, um 1898 Gutshof an den Havelauen, um 1898 Segler auf dem Jungfernsee, 1898 Sacrow gegenüber, 1898 Am Templiner See, 1898 Stillleben mit Büchern und Rotwein, 1898 Schilfstudie, um 1899 Blütenpracht, 1899 Oleanderstrauß, 1899 Taglilien in Keramikvase, 1899 Porzellanmalerei: Zahlreiche Blumen- und Pflanzenmotive

Literatur Kulturland Brandenburg e. V. (Hrsg.): Mut und Anmut. Frauen in Brandenburg-Preußen. Koehler & Amelang, 2010, ISBN 3-7338-0374-4

Weblinks

Rudolphi-Kunst. Vita: Margarete Rudolphi, abgerufen am 28. Februar 2020

Einzelnachweise

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