Annie Hruschka (* 22. April 1867 in Graz, Steiermark; † 15. Juli 1929 in Rein, heute Eisbach) war eine österreichische Schriftstellerin. mini|Das einzige bisher vorliegende Bild der Autorin stammt aus ihrem Buch Weltmenschen von 1906

Leben Annie Hruschka war die Tochter des Rechtsanwalts Franz Ferdinand Krauß und der Anna geb. Schieß. Sie wurde auf den Namen Anna Antonia Maria Krauß getauft. Sie verfasste zahlreiche Unterhaltungs-, Ehe-, Familien-, Kriminal- und Zeitungsromane. „Als Verfasserin vielgelesener Zeitungsromane ist Annie Hruschka … weit über die Grenzen ihrer Heimat bekannt geworden“.

Mit 23 Jahren heiratete sie 1890 in Graz den in Böhmen gebürtigen k.k. Professor Alois Hruschka (1852–1921), der ebenfalls schriftstellerisch tätig war. Lange Jahre lebte sie zusammen mit ihrem Ehemann in Stuttgart, Prag und Wien. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie wieder in ihrer Heimat Steiermark, in Rein bei Graz. Sie starb im Alter von 62 Jahren an einem Herzfehler und fand in Rein auch ihre letzte Ruhestätte.

Rezeption Hruschka verfasste über 120 Romane, darunter auch 52 Kriminalromane resp. Romane mit kriminalistischem Hintergrund. Die meisten ihrer Bücher veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Erich Ebenstein, aber sie verwendete auch zwei weitere Pseudoandronyme: Hardy Langen und Niko/Nico Corona. Viele ihrer Romane verfasste Hruschka als Fortsetzungsromane für Tages- bzw. Wochenzeitungen, beispielsweise in Illustrierte Roman-Welt: Die Romanzeitung für Haus und Familie; Im traulichen Heim; in der Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens; im beliebten Unterhaltungsblatt für die katholische Familie Alte und Neue Welt, in der Berliner Hausfrau oder Kleinstadtzeitungen wie dem Pulsnitzer Tageblatt.Darin erschien zum Beispiel Hruschkas Arme kleine Ditta! (Verlag Greitner & Comp., Berlin) als Fortsetzungsroman vom 30. August bis 19. Oktober 1926 in 69 Folgen. Vgl. Interessanterweise erschienen diese auch im Ausland. Später erschienen dann nahezu alle ihre Werke auch in Buchform.

Annie Hruschka hat mit Silas Hempel (neben Auguste Groner mit ihrem Joseph Müller) den ersten berühmten Privatdetektiv der deutschsprachigen Literatur geschaffen. Dass Silas Hempel heute beinahe vergessen ist, bleibt ein ungerechtes Schicksal.

Werke (Auswahl) Romane Verirrte Seelen. 1899 Königin Liebe. 1904 Traumland. 1909 Des Mannes Dämon. 1917 Wessen Bild trägst du im Herzen ...?. 1919 Weltmenschen. Roman. 1906 Die Prinzessin von Lanka. Roman. 1910 Der Liebe ewig wechselnd Lied. Roman. 1923 Verschlungene Lebenspfade. Roman. 1924

Kriminalromane Der Hinkende. 1906 Der Pfarrer von Gamsegg. 1907 Das einsame Schloß. 1913 Die große Erbschaft. 1921 Kain und Abel. Roman. 1924 Über den Ozean. Kriminalroman. 1915 Das Geheimnis vom Brintnerhof. Kriminalroman. 1924 (1914/15 als Fortsetzungsroman im "Deutschen Hausschatz", 41. Jahrgang Nr.1-12; auf Holländisch 1920) Das silberne Auto. Kriminalroman. 1910 Das Sterben der gräflichen Familie Koronsky. Kriminalroman. 1933 Drei Fingerabdrücke. Kriminalroman. 1921 Das verschwundene Testament. Kriminalroman. 1918 Der Unbekannte in der Kapelle. Kriminalroman. 1927 Der Tote aus Brasilien. Kriminalroman. 1926/1927 Der graue Mann. Kriminalroman. 1910 Die geheimnisvolle Bucklige. Kriminalroman. 1911 Schüsse in der Nacht. Kriminalroman. 1914 Der Feind aus dem Dunkel. Kriminalroman. 1925 (Neuauflage 2021, ISBN 978-3-7437-3901-7) Das Geheimnis der Näherin. Kriminalroman. 1929 Die schöne Amerikanerin. Kriminalroman. 1910

Literatur

Armin Arnold (Hrsg.): Reclams Kriminalromanführer. Reclam, Stuttgart 1978, ISBN 3-15-010278-2, S. 201. Wilhelm Kosch: Das katholische Deutschland. Biographisch-bibliographisches Lexikon. Bd. 1. Haas & Grabherr, Augsburg 1933/37. Johann Willibald Nagl, Jakob Zeidler, Eduard Castle: Deutsch-Österreichische Literaturgeschichte: Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Dichtung in Österreich-Ungarn. 4. Band, Wien 1937, S. 1234 u. 1505. Franz Reigel: Annie Hruschka – Erich Ebenstein. Werkbetrachtung, Romane, Kriminalromane, Biografie, epubli GmbH, Berlin 2010, ISBN 978-3-86931-762-5; Zumsteg Druck Frick 2012, 2., erweiterte Auflage. (Urheber der Fotografie).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Kriminalliteratur Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1867 Kategorie:Gestorben 1929 Kategorie:Frau