mini|Jan Philipp Gloger (2016) Jan Philipp Gloger (* Dezember 1981 in Hagen, abgerufen am 11. August 2017.) ist ein deutscher Theaterregisseur und seit der Spielzeit 2025/26 Künstlerischer Direktor am Volkstheater Wien. Von 2018 bis 2025 war er Schauspieldirektor des Staatstheater Nürnberg.
Leben Nach dem Abitur studierte Gloger Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Während der Ausbildung hospitierte er bei Johan Simons, assistierte bei der Gruppe Rimini Protokoll und arbeitete als Bühnenmusiker. Seine Inszenierung Tosca. Con scenica scienza io saprei la movenza war bei der Ruhrtriennale 2005 zu sehen, das szenische Konzert Verve beim Festival Frankfurter Positionen 2006 und 2007 Biedermann und die Brandstifter nach Max Frisch beim Regieschul-Festival „Körber Studio Junge Regie“ in Hamburg.
Seit 2007 inszeniert Gloger an verschiedenen deutschsprachigen Theatern, etwa am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Deutschen Theater Berlin oder am Deutschen Schauspielhaus. 2017 inszeniert er am Düsseldorfer Schauspielhaus die Uraufführung von Elfriede Jelineks Stück Das Licht im Kasten. am Düsseldorfer Schauspielhaus, abgerufen am 11. August 2017. Seine Operninszenierungen waren ab 2010 unter anderem an der Semperoper Dresden, der Oper Frankfurt, an der Nederlandse Opera Amsterdam und am Royal Opera House in London zu sehen.. 2012 eröffnete seine Neuinszenierung Der fliegende Holländer von Richard Wagner die Bayreuther Festspiele.
Von 2011 bis 2013 war Gloger Leitender Regisseur am Staatstheater Mainz, von 2018 bis 2025 war er Schauspieldirektor des Staatstheaters Nürnberg.Jan Philipp Gloger wird Schauspieldirektor in Nürnberg. In: nachtkritik.de vom 9. November 2016, abgerufen am 14. August 2017. In seiner Direktion wurde das Schauspiel des Staatstheaters regelmäßig zu Festivals eingeladen, erstmals in seiner Geschichte auch zum Berliner Theatertreffen. Unter Glogers Direktion wurde der Begegnungsort „3. Etage“ am Schauspiel Nürnberg eröffnet. In der Spielzeit 2021/22 beschäftigte sich das Theater mit Rechtsextremismus, beteiligte sich an dem Projekt „Kein Schlussstrich“ zum NSU-Komplex und bespielte erstmalig den Schwurgerichtssaal 600, in dem die Nürnberger Prozesse stattfanden. Gloger selbst inszenierte einen Abend mit verschiedenen Stücktexten Elfriede Jelineks, die sich mit Kontinuitäten rechter Gewalt beschäftigen. 2023 wurde mit dem „Extended Reality Theater“ (XRT) eine Spielstätte für Theater mit digitalen Mitteln und Erzählformen geschaffen.
Im Februar 2024 wurde bekanntgegeben, dass Gloger mit der Saison 2025/26 Kay Voges als künstlerischer Leiter des Wiener Volkstheaters nachfolgt.
Gloger hielt Vorträge an der Zürcher Hochschule der Künste, am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt. Er veröffentlichte Texte in der Zeitschrift Theater der Zeit und im Guardian und wurde für das Lehrbuch Lektionen 2: Regie interviewt.
Glogers Inszenierungen wurden mit Preisen bei den Mülheimer Theatertagen, den Bayerischen Theatertagen und dem Heidelberger Stückemarkt ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.
Inszenierungen Philipp Löhle: Genannt Gospodin, Bayerisches Staatsschauspiel München, 2007 Bertolt Brecht: Die heilige Johanna der Schlachthöfe, Grillo-Theater Essen, 2008 Johann Wolfgang von Goethe: Clavigo, Theater Augsburg, 2008 Simon Fröhling: Feindmaterie (Uraufführung), Theater Biel Solothurn, 2008 Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti, Theater Augsburg, 2008 Pierre Carlet de Marivaux: Die Unbeständigkeit der Liebe, Bayerisches Staatsschauspiel München, 2008 Esteve Soler: Gegen den Fortschritt (Uraufführung), Bayerisches Staatsschauspiel München, 2009 Traumnovelle nach Arthur Schnitzler, Staatstheater Mainz, 2009 Heinrich von Kleist: Prinz Friedrich von Homburg, Theater Augsburg, 2009 William Shakespeare: Viel Lärm um nichts, Bayerisches Staatsschauspiel München, 2010 Ailish Ni Riain: Beaten (Uraufführung), Deutsches Theater Berlin, 2010 Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, Staatstheater Mainz, 2010 Wolfgang Amadeus Mozart: Le nozze di Figaro, Theater Augsburg, 2010 Albert Camus: Das Missverständnis, Bayerisches Staatsschauspiel München, 2011 Philipp Löhle: Das Ding (Uraufführung), Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Ruhrfestspiele Recklinghausen, 2011 Georg Friedrich Händel: Alcina, Sächsische Staatsoper Dresden, 2011 Elfriede Jelinek: Winterreise, Staatstheater Mainz, 2011 Ferenc Molnár: Liliom, Staatstheater Mainz, 2012 Richard Wagner: Der fliegende Holländer, Bayreuther Festspiele, 2012 Georg Büchner: Leonce und Lena, Theater Augsburg, 2012 Philipp Löhle: Nullen und Einsen (Uraufführung), Staatstheater Mainz, 2013 Wolfgang Amadeus Mozart: Idomeneo, Oper Frankfurt, 2013 William Shakespeare: Was ihr wollt, Staatstheater Mainz, 2013 Peter Handke: Kaspar, Staatstheater Mainz, 2013 Charles Gounod: Faust, Opernhaus Zürich, 2013 Giuseppe Verdi: Simon Boccanegra, Sächsische Staatsoper Dresden, 2014 Ödön von Horváth: Kasimir und Karoline, Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, 2014 Elfriede Jelinek: Schatten (Deutsche Erstaufführung), Badisches Staatstheater Karlsruhe, 2014 Friedrich Schiller: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, Staatsschauspiel Dresden, 2015 Philipp Löhle: Kollaps (Uraufführung), Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 2015 Antonio Vivaldi: La verità in cimento, Opernhaus Zürich, 2015 Richard Strauss: Der Rosenkavalier, De Nederlandse Opera Amsterdam, 2015 Kafka/Heimkehr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 2015 Euripides: Die Troerinnen, Badisches Staatstheater Karlsruhe, 2016 Gioachino Rossini: Il barbiere di Siviglia, Aalto-Theater Essen, 2016 Wolfgang Amadeus Mozart: Così fan tutte, Royal Opera House Covent Garden, London, 2016 Philipp Löhle: Du (Norma) (Uraufführung), Nationaltheater Mannheim, 2016 Elfriede Jelinek: Das Licht im Kasten (Uraufführung), Düsseldorfer Schauspielhaus, 2017 William Shakespeare: Maß für Maß, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 2017 Wolfgang Amadeus Mozart: La Betulia liberata, Oper Frankfurt, 2017 Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter, Hessisches Theater Wiesbaden, 2017 Alexander von Zemlinsky / Giacomo Puccini: Eine florentinische Tragödie / Gianni Schicchi, De Nederlandse Opera Amsterdam, 2017 Ayad Akthar: Junk, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 2018 Franz Kafka: Das Schloss, Düsseldorfer Schauspielhaus, 2018 Eugène Ionesco: Ein Stein fing Feuer, Staatstheater Nürnberg, 2018Ein Stein fing Feuer am Staatstheater Nürnberg, abgerufen am 4. Oktober 2018. Philipp Löhle: Am Rand (Ein Protokoll) (Uraufführung), Staatstheater Nürnberg, 2019 Gioachino Rossini: Il turco in Italia, Opernhaus Zürich, 2019 Euripides in einer Übertragung von Roland Schimmelpfennig: Die Besessenen, Staatstheater Nürnberg, 2019 Emmerich Kálmán: Die Csárdásfürstin, Opernhaus Zürich, 2020 Heinrich Heine: Lieber ein lebendiger Hund als ein toter Löwe!, Düsseldorfer Schauspielhaus, 2020 Heinrich von Kleist: Das Erdbeben in Chili, Staatstheater Nürnberg, 2020 Philipp Löhle: Isola, (UA, Theaterfilm), Staatstheater Nürnberg, 2021 nach William Shakespeare, Macbeth – Ein Kurznachrichtentheater, (UA, digital), Staatstheater Nürnberg 2021 Elfriede Jelinek: Wolken.Heim / Rechnitz (Der Würgeengel) / Das schweigende Mädchen, Staatstheater Nürnberg 2021 Friedrich Schiller: Don Karlos, Staatstheater Nürnberg 2022 Wolfgang Amadeus Mozart: Le nozze di Figaro, Opernhaus Zürich 2022 Carl Millöcker / Theo Mackeben: Die Dubarry, Volksoper Wien 2022 Theresia Walser: Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel, Staatstheater Nürnberg 2022 Thomas Köck: Vendetta Vendetta, Staatstheater Nürnberg 2023 Gioachino Rossini: La Cenerentola, Staatstheater Nürnberg 2023 Jonathan Spector: Die Nebenwirkungen, Burgtheater 2023 Friedrich Schiller: Wallenstein, Staatstheater Nürnberg 2024 Giuseppe Verdi: Un ballo in maschera, Oper Köln, 2024 Philipp Löhle: Genannt Gospodin, Staatstheater Nürnberg 2024 Gioachino Rossini: Tancredi, Bregenzer Festspiele, 2024 Ralph Benatzky: Im weißen Rössl, Volksoper Wien, 2024 Sokola//Spreter: Eliza (UA), Staatstheater Nürnberg, 2025 Richard Strauss: Die schweigsame Frau, Staatsoper Unter den Linden, 2025 Jura Soyfer: Ich möchte zur Milchstraße wandern! - Weltuntergang/Astoria/Vineta und andere Texte von Jura Soyfer, Volkstheater Wien, 2025 Nick Hornby: State of the Union, Volkstheater Bezirke, Wien 2026Gabi Hift: Die hohe Kunst des Kompromisses: State of the Union - Volkstheater Wien, Rezension auf nachtkritik.de, erschienen und abgerufen am 14. Februar 2026
Auszeichnungen 2008: Regiepreis der Bayerischen Theatertage für Goethes Clavigo. 2012: Publikumspreis der Mülheimer Theatertage für Das Ding von Philipp Löhle (Deutsches Schauspielhaus Hamburg).Mülheimer Theatertage NWR – Stücke, abgerufen am 11. August 2017. 2015: NachSpielPreis des Heidelberger Stückemarkts für Elfriede Jelineks Schatten (Badisches Staatstheater Karlsruhe). auf theaterheidelberg.de, abgerufen am 11. August 2017. 2022: Operettenfrosch des Bayrischen Rundfunks für Die Dubarry von Carl Millöcker (Volksoper Wien). 2022/23: Bestes „Spartenübergreifendes Format“ in der Saisonbilanz der Deutschen Bühne für Vendetta Vendetta.
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Opernregisseur Kategorie:Darstellender Künstler (Augsburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Mann