mini|hochkant|Aimé Morot, 1905, Buchillustration angefertigt nach Vorlage von Émile Friant Aimé Nicolas Morot (* 16. Juni 1850 in Nancy, Département Meurthe-et-Moselle; † 12. August 1913 in Dinard, Département Ille-et-Vilaine) war ein französischer Maler des akademischen Realismus.
Leben mini|Der Barmherzige Samariter, 1880, Öl auf Leinwand, 281,5 × 211 cm (inkl. Rahmen), Musée des Beaux-Arts de la ville de Paris mini|Akt mit japanischem Schirm, (Jahr?), Öl auf Holztafel, 55,9 × 45,1 cm, vermutlich Privatsammlung
Aimé Morot bekam seinen ersten künstlerischen Unterricht in seiner Heimatstadt im Atelier Thierry. Später ging er nach Paris und wurde für zwei Wochen Schüler an der École des Beaux-Arts. Da er sich mit seinen Lehrern – u. a. Alexandre Cabanel – nicht verstand, verließ er die Schule wieder und bildete sich weitgehend autodidaktisch weiter.
Aus dieser Zeit stammen viele seiner Skizzen aus dem Jardin des Plantes. Seine Selbstbildung schien erfolgreich zu sein, da er bereits 1873 durch die Académie des Beaux-Arts mit dem Prix de Rome ausgezeichnet wurde. Um diese Zeit heiratete er in Paris eine Tochter des Malers Jean-Léon Gérôme.
1880 konnte Morot erfolgreich bei der Ausstellung des Salon des Artistes Français debütieren. In Folge war er bis 1912 bei diesen jährlich stattfindenden Ausstellungen regelmäßig zu sehen. 1898 wurde er Mitglied der Académie des Beaux-Arts.
Rezeption In seinen frühen Werke ließen Morots Werke noch keinen eigenen Stil erkennen. Zu einem solchen fand Morot aber spätestens durch seine Porträtmalerei. Allein und zusammen mit seiner Familie unternahm er einige Studienreisen nach (und durch) Französisch-Nordafrika und dem Nahen Osten. Auf diesen Reisen entstanden aber kaum Bilder und die wenigen lassen ihn auch nicht wie viele seiner Kollegen zu einem Vertreter des Orientalismus zählen.
Die ukrainische Malerin Marie Bashkirtseff schrieb über das Gemälde Der Barmherzige Samariter, Morot folge darin einer einfachen und wahrheitsliebenden Naturauffassung und sei nicht von falschen akademischen Schönheitskonventionen geleitet. Jedes Detail dieses Gemäldes lobt sie als stimmig:
Werke (Auswahl) Le bon Samaritain. 1880. Martyr de Jésus de Nazareth. 1883. Rezonville. 1886. Reichshoffen. 1887. Portrait de Ernest Hébert. 1887. Édouard Detaille. Retour de la chasse au lion. Barthélemy Crépy. Portrait de S.A.R. la duchesse d’Alençon. La Tentation de Saint Antoine (1902).
Weblinks
Literatur Charles Moreau-Vauthier (Hrsg.): L’œuvre de Aimé Morot membre de L’Académie des beaux-arts. Hachette, Paris 1906.
Marie Bashkirtseff: Mon Journal. CAMB, Montesson 1995/2003 (12 Bände). Emmanuel Bénézit (Hrsg.): Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs de tous les temps et de tous les pays. Neuaufl. Grund, Paris 1999 ff.
Kategorie:Maler (Frankreich) Kategorie:Mitglied der Académie des Beaux-Arts Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1913 Kategorie:Mann