mini|Blick auf Gersfeld von der Nalle mini|Blick auf Gersfeld und Umgebung vom Wachtküppel mini|Blick auf das Zentrum von Gersfeld mini|hochkant|Die Fulda in Gersfeld
Gersfeld (Rhön) ist eine Kleinstadt im osthessischen Landkreis Fulda, eingebettet in die Rhön, auf einer Höhe zwischen 371 und . Als anerkannter Heilklimatischer KurortHessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: 80. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 14. Oktober 2014. Staatsanzeiger für das Land Hessen 7/2015 Seite 148https://osthessen-news.de/n11775563/gersfeld-kernstadt-darf-sich-weiterhin-heilklimatischer-kurort-nennen.html. Abgerufen am 29. April 2025., und bis 2017 Kneipp-Heilbad, ist Gersfeld Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Biosphärenreservat Rhön und ein Zentrum des Wintersports. Der Haderwald im Süden ist größtenteils gesperrt, da hier der Nordteil des Truppenübungsplatzes Wildflecken liegt.
Geografie Geografische Lage Gersfeld wird von Bergen halbkreisförmig umschlossen. Da diese schon der Hohen Rhön als naturräumliche Einheit zugeordnet werden müssen, liegt die Gemeinde genau an der Grenze zweier naturräumlicher Einheiten. Der Kurort liegt in dem nach Südwesten gerichteten Fuldatal inmitten des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.
Stadtgliederung Bei der Gebietsreform in Hessen wurden 1971/72 die Orte Altenfeld, Dalherda, Gichenbach, Hettenhausen, Maiersbach, Mosbach, Obernhausen, Rengersfeld, Rodenbach (mit Sparbrod), Rommers, Sandberg und Schachen nach Gersfeld eingemeindet. Die Mehrzahl der Ortsteile liegt am Rande der Talsohlen oder an Einmündungen von Seitentälern. Auf dem Stadtgebiet liegt zudem die Wüstung Sampach.
Mit über einem Drittel (34,7 %) nimmt der landwirtschaftlich genutzte Bereich mit hohem Grünlandanteil große Flächen der mittleren Höhenlagen in der Gemarkung ein. Auch die Waldfläche hat große Gebietsanteile (37,9 % der Gemarkungsfläche), die sich allerdings auf die relativ ortsfernen Hang- und Hochlagen beschränken.
Nachbargemeinden Gersfeld grenzt im Norden an die Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe), im Nordosten an die Gemeinde Ehrenberg (beide im Landkreis Fulda), im Osten an den Markt Oberelsbach und an die Stadt Bischofsheim (im Landkreis Rhön-Grabfeld in Bayern), im Süden an den Markt Wildflecken (im bayerischen Landkreis Bad Kissingen) sowie im Westen an die Gemeinde Ebersburg (Landkreis Fulda).
Geschichte mini|links|Lage von Gersfeld auf einer historischen Karte (vor 1932)
Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung von Gersfeld als Geresfeld stammt aus dem Jahr 944. Seinen Ursprung verdankt der Ort den Herren von Schneeberg.
Etymologie Der Name Gersfeld, um 1350 auch als Geroldiesfeldt belegt, ist eine Zusammensetzung aus Gerisa und -feld (althochdeutsch: feld = „offenes, nicht bewaldetes Land“), ein häufiger Name für Siedlungen. Dies belegt eine Begründung der Siedlung im 8. oder 9. Jahrhundert. Der Flussname ist bereits ab 1036 als Gēraha belegt. Möglich wäre hierbei eine Namensbildung auf -aha, einer Variante des -au. Gemeint ist dabei das spätere Gersfelder Wasser. Während der ursprüngliche Bachname verloren ging, blieb der Name des Ortes erhalten.
Mittelalter 1059 wurde Gersfeld fuldisch. Der Fuldaer Abt Heinrich VII. erhielt 1359 von Kaiser Karl IV. die Erlaubnis, Gersfeld die Stadt- und Marktrechte zu verleihen, doch der Ort wurde nie befestigt.
Neben den größeren Herrschaftsbereichen der Hochstifte Würzburg und Fulda gelang es seit dem späten Mittelalter zunehmend auch kleineren Adelsgeschlechtern, selbständige, relativ unabhängige Machtbereiche aufzubauen. In den Jahren 1402 und 1428 übertrug das Hochstift Würzburg den ursprünglich fuldischen Ort Gersfeld mit seiner Wasserburg den Herren von Ebersberg genannt von Weyhers als Lehen. Damit war Gersfeld dem Einfluss Fuldas verloren gegangen. Indem der Adel im Zuge der Reformation die Religionshoheit (Cuius regio, eius religio) für sich reklamierte, konnte er seine landeshoheitlichen Rechte vervollkommnen und er gewann ein entscheidendes Stück Selbständigkeit. Im Dreißigjährigen Krieg wurde eine Landwehr, auch Schwedenschanze genannt, am Reesberg zur Überwachung der Straße nach Bischofsheim angelegt.
Neuzeit Die Stadt löste sich 1656 unter den Reichsrittern von Ebersberg und derer von Steinau genannt Steinrück vollständig aus der Herrschaft Fuldas und unterstand nun direkt dem römisch-deutschen Kaiser (→ Reichsunmittelbarkeit). Als einst ritterschaftliches Gebiet blieben Gersfeld und das dazugehörige Umland bis heute evangelisch in einem überwiegend katholischen Umfeld. Zur Herrschaft Gersfeld gehörten die Orte Altenfeld, Gersfeld (Rhön), Kippelbach, Maiersbach, Mosbach, Obernhausen, Rodenbach, Rommers, Sandberg und Schachen. An der frühneuzeitlichen Rekultivierung um Gersfeld ab dem 16. und 17. Jahrhundert hatten die Herren von Ebersburg – aus fiskalischen Gründen – entscheidenden Anteil. Im 18. und 19. Jahrhundert fanden dagegen kaum noch Ortsneugründungen statt. Die gewachsenen Siedlungsbilder erfuhren lediglich eine gewisse Ausweitung und Verdichtung. Entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung und Anordnung der Wohnanlagen übten die Gersfelder Stadtbrände von 1756 und 1814 und mehrere Einzelbrände in den heutigen Ortsteilen aus. Während des großen Feuers 1756 wurden 233 Gebäude zerstört.
Nach der Säkularisation der geistlichen Fürstentümer durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 und die danach mehrfach wechselnde Landeszugehörigkeit (ab 1810 Großherzogtum Frankfurt) fiel der Großteil des ehemaligen Hochstifts Fulda 1816 an Kurhessen. Gersfeld aber kam zum Königreich Bayern und wurde Sitz des Landgerichts Gersfeld. Nach dem Deutschen Krieg (früher auch preußisch-österreichischer Krieg genannt) 1866 annektierte Preußen Kurhessen und damit auch den heute hessischen Teil der Rhön. Im Friedensvertrag zwischen dem König von Preußen und dem König von Bayern, der am 22. August 1866 in Berlin abgeschlossen wurde, trat Bayern die Bezirke Gersfeld und Orb an Preußen ab. Preußen gliederte die gewonnenen Gebiete wenig später in seine neue Provinz Hessen-Nassau ein. Gersfeld wurde die Kreisstadt des 1867 geschaffenen Kreises Gersfeld.Friedensvertrag zwischen dem König von Preußen und dem König von Bayern vom 22. August 1866. In: Preußisches Handels-Archiv, Jahrgang 1866, 2. Band, Digitalisat.
Die Rhönbahn befuhr 1888 zum ersten Mal die Strecke Fulda–Gersfeld.
Durch die Lage im Zonenrandgebiet an der innerdeutschen Grenze war die Gemeinde bis 1990 als wirtschaftlicher Standort benachteiligt. Die staatliche Zonenrandförderung konnte dies nur teilweise ausgleichen. Auch nach der Grenzöffnung zeichnet sich die Rhön noch heute als dreigeteiltes Grenzgebiet der Bundesländer Hessen, Thüringen und Bayern aus.
Hessische Gebietsreform Zum 31. Dezember 1970 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Mosbach, Rengersfeld, Rodenbach, Rommers und Sandberg auf freiwilliger Basis in die Stadt Gersfeld eingegliedert. Zum 31. Dezember 1971 kamen Altenfeld, Gichenbach, Hettenhausen, Maiersbach, Obernhausen und Schachen ebenfalls freiwillig hinzu. Dalherda folgte kraft Landesgesetz am 1. August 1972. Für alle Stadtteile sowie für die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirke gebildet.
Am 1. August 1972 wurde ein Teilgebiet mit damals etwa 50 Einwohnern (ein Flurstück aus Gichenbach) an die Nachbargemeinde Ebersburg abgetreten.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Gersfeld (Rhön) angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft der Grafen von Frohberg (Ritterkanton Rhön-Werra, Buchisches Quartier) 1806–1818: Großherzogtum WürzburgInfolge der Napoleonischen Kriege. 1820–1843: Königreich Bayern, Herrschaftsgericht Gersfeld, ausgeübt durch die Grafen von Frohberg ab 1843: Königreich Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffenburg, Landgerichtsbezirk Bischofsheim ab 1862: Königreich Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken, Bezirksamt GersfeldTrennung zwischen Justiz (Landgericht Weyhers) und Verwaltung. ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011/2022 Nach den Erhebungen des Zensus 2011/Zensus 2022 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 / 15. Mai 2022, in Gersfeld 5558/5253 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 1008/805 Einwohner unter 18 Jahren, 2163/1797 zwischen 18 und 49, 1137/1311 zwischen 50 und 64 und 1251/1359 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 120 (2,2)% / 256 (6,2 %) Ausländer, von denen 52/134 aus dem EU-Ausland, 42/113 aus anderen europäischen Ländern und 113/113 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,0 %.) Die Einwohner lebten in 2377/1443 Haushalten. Davon waren 735/? Singlehaushalte, 633/652 Paare ohne Kinder und 750/599 Paare mit Kindern, sowie 224/192 Alleinerziehende und 36/? Wohngemeinschaften. In 579/237 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1518/907 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Religion Evangelisch Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Gersfeld umfasst die Stadt Gersfeld und die Ortsteile Maiersbach, Schachen, Obernhausen, Sandberg, Mosbach, Rodenbach und Rengersfeld.
Katholisch Die römisch-katholische Kirchengemeinde Gersfeld mit der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und der Filialkirche St. Wendelinus unterhalb des Wachtküppels im Ortsteil Maiersbach gehört zum Bistum Fulda. Die Kirchengemeinde umfasst das gesamte Gebiet der mehrheitlich evangelischen politischen Gemeinde Gersfeld einschließlich Kippelbach bis zu dessen Absiedlung 1938.
Konfessionsstatistik • 1885: 1108 evangelische (= 79,0 %), 203 katholische (= 14,5 %), 91 jüdische (= 6,5 %) Einwohner • 1961: 1554 evangelische (= 72,9 %), 551 katholische (= 25,8 %) Einwohner • 1987: 3647 evangelische (= 69,0 %), 1403 katholische (= 26,5 %), 235 sonstige (= 4,4 %) Einwohner • 2011: 3141 evangelische (= 56,5 %), 1691 katholische (= 30,4 %), 726 sonstige (= 13,1 %) Einwohner • 2022: 2541 evangelische (= 48,4 %), 1453 katholische (= 27,7 %), 1257 sonstige (= 23,9 %) Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gersfeld erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 BfG Bündnis für Gersfeld 41,5 10 37,4 11 – – – – – – – – 34,4 9 31,0 10 31,8 10 31,5 10 40,2 12 36,8 11 24,1 6 31,5 10 32,6 10 22,9 7 26,1 8 28,6 9 BWG Bürger-Wähler-Gemeinschaft Gersfeld – – – – 19,4 6 21,9 7 11,9 4 13,7 4 – – – – 11,0 3 13,7 4 16,1 5 12,0 4 – – – – 5,3 2 10,0 3 – – – – LBL Linke Bürgerliste – – – – – – – – 5,7 2 9,0 3 Gesamt 100,0 25 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 61,3 60,6 62,4 55,9 49,1 60,2