Draveil [] ist eine französische Stadt und Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Essonne in der Région Île-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Évry, ist der Hauptort des Kantons Draveil und der Sitz des Bistums Évry-Corbeil-Essonnes.
Die Siedlung wurde auf der landwirtschaftlich genutzten und bewaldeten Hochebene der Brie und dem Tal der Seine schon in der Jungsteinzeit gegründet und hat eine bewegte Geschichte: Nach der gallo-romanischen Periode wechselten sich mächtige Abteien und Landadlige im Besitz ab, bis im 19. Jahrhundert hier ein Ferienzentrum des Bürgertums entstand; der Ort wurde zum Mittelpunkt der Künstler und Wissenschaftler von Paris. Ab den 1920er Jahren wurden Grundstücke zur Verfügung gestellt, auf denen kleine Einfamilienhäuser errichtet wurden, woraus sich dann die erste Gartenstadt Frankreichs entwickelte. Während der 1960er Jahre entstanden dann die großen Wohnsiedlungen. Heute ist die Gemeinde eine Wohnstadt in angenehmer Umgebung zwischen dem Forêt de Sénart und den Ufern der Seine, beliebt wegen der Freizeiteinrichtung Île de loisirs du Port-aux-Cerises.
Die Einwohner werden Draveillois genannt.Gentilé sur le site habitants.fr Nachgesehen am 23. Januar 2015.
Geografie Lage mini|Lage von Draveil im Département Essonne + Belegung der Fläche. Art der Belegung Prozentsatz Fläche(in Hektar) bebaute Fläche 35,1 % 559,25 freie Fläche 11,6 % 185,30 landwirtschaftlich genutzt 53,3 % 850,34 Quelle : Iaurif Nachgesehen am 23. Januar 2015. Draveil liegt im Nordwesten des Département Essonne und ist völlig in das Pariser Siedlungsgebiet an der östlichen Grenze der Île-de-France zur französischen Brie integriert. Die Gemeinde umfasst ein nahezu rechtwinkliges Gebiet von , das weitgehend bäuerlich (zu 53,90 %) geblieben ist; hiervon werden vom Forêt de Sénart bedeckt und nur 34,57 % sind bebaut. Das Institut national de l’information géographique et forestière legt als geographische Koordinaten folgende Punkte als territorialen Mittelpunkt fest: . gelesen am 25. Januar 2015. Die Seine hat ein langes Ufer im Westen, wobei ihr ursprüngliches Bett viele kleine Seen (Teiche) gebildet hat, die zusammen mit den Bächen und den Entwässerungskanälen des Forêt de Sénart eine Wasserlandschaft bilden. Das Stadtgebiet liegt zwischen der Hochebene der Brie und dem Tal der Seine und steigt nach Südosten leicht an: Der höchste Punkt liegt bei und der tiefste bei . Die Stadt hat keinen direkten Bahnanschluss, ist aber doch ein Straßenkreuzungspunkt, denn drei Departementstraßen führen durch das Zentrum (RD 31, RD 448 und RD 931) und zwei Straßenbrücken überqueren hier die Seine. Die ausgedehnte Kleinstadt Draveil verfügt am Rande noch über Freiflächen, die sich im Süden nach Mainville und Champrosay erstrecken, hinzu kommen noch bestimmte Stadtviertel, Freiflächen und Grundstücke für Einfamilienhäuser.
Die Gemeinde liegt 20 Kilometer Luftlinie südöstlich von der Pariser Kathedrale Notre Dame,Orthodromie entre Draveil et Paris sur le site lion1906.com gelesen am 25. Januar 2015 dem Punkt, an dem alle Straßen Frankreichs ihren Anfang nehmen,Das französische Straßennetz ist auf einen Nullpunkt vor Notre Dame ausgerichtet. sechs Kilometer nordwestlich von Évry, gelesen am 25. Januar 2015. 13 Kilometer südöstlich von Palaiseau, gelesen am 25. Januar 2015. 34 km nordöstlich von Étampes, gelesen am 25. Januar 2015. 10 km nordwestlich von Corbeil-Essonnes, gelesen am 25. Januar 2015. 11 km nordöstlich von Montlhéry, gelesen am 25. Januar 2015. 16 km nordöstlich von Arpajon, gelesen am 25. Januar 2015. 23 km nordöstlich von La Ferté-Alais, gelesen am 25. Januar 2015. 32 km nordwestlich von Milly-la-Forêt gelesen am 25. Januar 2015. und 34 km nordöstlich von Dourdan. gelesen am 25. Januar 2015.
Hydrographie mini|Die Seine bei Champrosay
Ein großer Teil der Gemeinde liegt an einer Seineschleife, die ein sieben Kilometer langes Ufer zwischen Soisy-sur-Seine (flussaufwärts) und Vigneux-sur-Seine (flussabwärts) bildet. Im Osten des Forêt de Sénart fließt der Bach Maupertuis am Rande der Gemeinde und speist mit einigen Wassergräben mehrere kleine Teiche und Weiher. Entlang des Flusses bildet ein Geflecht von kleinen Seen eine natürliche Basis für ein regionales Erholungsgebiet: im Norden Étang des Mousseaux, der Étang Laveyssière, die Sandgrube und der Étang des Mazières im Süden. Mehrere Hafenanlagen wurden eingerichtet: Port aux Dames, Port aux Malades im Süden. Es gibt Teichanlagen in den Schlossgärten von la Folie, Villiers und Sables.
Relief und Geologie Das Gebiet von Draveil liegt im Tal der Seine und steigt von in Flussnähe bis auf auf der Anhöhe, die im Südwesten vom Forêt de Sénart bedeckt ist.Geographische Gegebenheit gelesen am 25. Januar 2015. Im Süden hat das Gelände ein relativ steiles Gefälle zum Dorf Champrosay bis zur am Ufer der Brücke, nur etwa entfernt vom Geschäftszentrum. Im Norden ist der Höhenunterschied zum Weiler Mainville nur schwach, da er auf einer Höhe von liegt und sich leicht im Westen und Norden zum Fluss hin neigt. Draveil liegt im Pariser Becken und hat einen charakteristischen Untergrund: Mühlstein, quarz, Schluff, Ton und Kalkstein; der Boden ist damit als natürliches Wasserreservoir gut geeignet.%2FC93 Fiche géologique de Draveil sur le site du Brgm. gelesen am 25. Januar 2015
Angrenzende Gemeinden Draveil grenzt an mehrere andere Gemeinden. Dabei bildet die Seineschleife eine natürliche Grenze mit den Ortschaften Athis-Mons im Nordwesten, Viry-Châtillon und Juvisy-sur-Orge im Westen, Grigny im Südwesten und Ris-Orangis im Süden. Im Südosten markieren Straßen (La Route Neuve, die Forststraße der Eichen des Priors, die Forststraße der Espen) die Grenze zu Soisy-sur-Seine, im Osten grenzt die Forststraße von Maupertuy Draveil von Montgeron ab und im Nordosten ist es die Forststraße Pierreuse (die Steinige), die Rebsortenstraße und die Heckenrosenstraße nach Vigneux-sur-Seine hin.
Klima Da Draveil in der Île-de-France liegt, profitiert der Ort vom Seeklima mit abgeschwächter Winterkälter und milden Sommern sowie regelmäßigen Regenfällen übers Jahr. Im Jahresdurchschnitt herrscht eine Temperatur von (min. , max. ). Die normalen Temperaturen im Juli steigen auf etwa und fallen im Januar auf ; Rekordtemperaturen gab es am 1. Juli 1952 mit und am 17. Januar 1985 mit . Es ist wohl der Bevölkerungsdichte geschuldet, dass sich eine Temperaturdifferenz von eins bis zwei Grad Celsius zwischen Paris und dem Vorort bemerkbar machen. Die Anzahl der Sonnentage entspricht etwa der in der Gegend der nördlichen Loire mit 1 798 Stunden pro Jahr. Der Niederschlag verteilt sich auf das Jahr und erreicht insgesamt Regen bei einem monatlichen Durchschnitt von .
Verkehrswege mini|Brücke bei Champrosay Die Seine, die hier einen weite Schleife im Westen bildet, ist eine historische Grundlage der Binnenschifffahrt in der Gemeinde. Des Weiteren gibt es hier eine Flusswerft und eine Marina. Auf dem Gebiet von Draveil gibt es zwei der fünf Straßenbrücken des Départements, und zwar die Brücke nach Ris-Orangis im Süden und, flussaufwärts, die Brücke der Première armée française nach Juvisy-sur-Orge. Diese Brücken, wie auch einige der wichtigen Hauptverkehrsstraßen im Département, verbinden das Zentrum mit der RN 7 in Juvisy-sur-Orge. Die RD 931 (nach Juvisy) heißt Boulevard général de Gaulle. Weitere Durchgangsstraßen sind die RD 448 (Nord-Süd-Verbindung), die RD 31 nach Ris-Orangis.
All diese Straßen dienen auch einem dichten Netz von Buslinien: Mobilien 191.100; Albatrans 91.09; RD und Zwischen den Tälern (Inter-Vals) von Réseau de bus Seine Sénart Bus 501, 11L, 12, 13, 14, 16, 17, 18, 19; Noctilien N 135.noctilien.fr: Diese Busnetze kompensieren in etwa das Fehlen eines Bahnhofs. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind die von Vigneux-sur-Seine und Athis-Mons mit der Linie D der RER sowie der von Juvisy mit der Linie C der RER und dem TGV-Netz. Schließlich gibt es noch die Flughäfen: Paris-Orly liegt südöstlich und Paris-Charles-de-Gaulle ist im Südwesten entfernt.
Ortschaften und Stadtteile mini|Stadtteil Les BergeriesHier waren ursprünglich die Schäfer untergebracht; daher der Name Bergeries = Schäferei Das Gebiet von Draveil ist ziemlich ausgedehnt und umfasst mehrere Stadtviertel und Weiler. Im Süden befindet sich der Weiler Champrosay und im Osten kommt durch die Verstädterung Mainville hinzu. Verschiedene Viertel umgeben den Kern der Altstadt: Im Norden Les Mousseaux, la Plaine des Sables, und les Acacias; im Osten l'Orée de Sénart, die Siedlung Château de la Folie und oberhalb von Vigneux-sur-Seine les Bergeries; im Südosten l'hôpital Joffre-Dupuytren, das für sich gesehen schon eine kleine Stadt in der Stadt bildet; im Süden le domaine du Château de Villiers, l'Orme des Mazières und la cité Danton; im Weiler von Champrosay liegt das quartier des Chéminots; im Westen la Villa Draveil und im Nordwesten le quartier de Paris-Jardin. Mehrere alte Ortsbezeichnungensogenannte Lieu-dit haben überlebt: Im Südosten les Pampoux und le Belvédère, im Süden le Rôle, am Rand der Seine les Monesse, la Coulette und der Port Saint-Victor (flussaufwärts) und der Port aux Dames (flussabwärts). Unter den Stadtvierteln gibt es drei, die in die Kategorie ZUSEs handelt sich um Viertel, die eine besondere (politische) Betreuung erfordern. fallen: les Bergeries, gelesen am 15. Februar 2015. L’Orme des Mazières et DantonFiche des ZUS de l’Orme des Mazières et Danton sur le site de la mission interministérielle à la Ville. gelesen am 29. Januar 2015. und BrossoletteFiche du quartier Brossolette sur le site de la mission interministérielle à la Ville. gelesen am 29. Januar 2015. das zur städtischen Renovierung vorgesehen ist. Die Stadtverwaltung ihrerseits teilt die Stadt in 12 Bezirke ein: le centre-ville, le domaine de Villiers, les cités Danton et Paris-Jardin, la Villa, Mazières, Champrosay, Brossolette, Mainville, les Bergeries. et la Plaine des Sables.Diaporama de réunion de quartier sur le site officiel de la commune. gelesen am 29. Januar 2015. Die Insee teilt die Stadt in 12 für die statistische Information zusammengefasste RäumeCartes de zonage de Draveil sur le site de l’Insee. gelesen am 29. Januar 2015. ein.
Ortsnamenforschung Auf einer Geldmünze der Merovingerzeit, Draverno, dann in 635,Hippolyte Cocheris, Anciens noms des communes de Seine-et-Oise, 1874, ouvrage mis en ligne par le Corpus Etampois. Dravernum in Brigeio, Dravernum dann Dravellum im XII. Jahrhundert, Dravolium, Dravel in 1196, Dravern, Dravert, Dravet, um schließlich im XIII. Jahrhundert die aktuelle Form zu finden. Die Gemeinde selbst wurde unter ihrem derzeitigen Namen 1793 gegründet.
Draveil oder Dravernum kommt von dem keltischen Wort drean, „épine (Dornenstrauch)“.
Geschichte Anfänge Die Anwesenheit von Menschen während der neolithischen Periode wird einerseits durch die Entdeckung des Menhirs La Pierre à Moussedaux bewiesen, den man auf das 4. Jahrtausend v. Chr. schätzt, und andererseits durch den Fund von Werkzeugen und Waffen aus Feuerstein in Mainville. Die Gallier nannten den Ort Dracvern, was so viel bedeutet wie der ‚Geist der Erlen‘ (l’esprit des Aulnes). Die Römer gaben dem Ort den Namen Dravernum. In der merowingischen Epoche war hier eine Prägeanstalt, die Drittel der Goldsou unter dem Namen Draverno herstellte; diese werden heute im Cabinet des Médailles der Bibliothèque nationale de France aufbewahrt. gelesen am 30. Januar 2015.
Kirchliche und weltliche Herrschaften Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes datiert aus der Regierungszeit Dagobert I. Er vermachte das Gebiet bei seinem Tod an die Basilika Saint-Pierre, die zur Abtei Sainte Geneviève von Paris gehörte. Im Jahr 732 brachte der Abbé Trotbalde die Reliquien des Hilarius von Poitiers nach Dravern.