Schillergräser (Koeleria) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die bis zu 45 Arten sind in hauptsächlich den gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet.

Beschreibung mini|Illustration des Behaarten Schillergrases (Koeleria hirsuta) aus Atlas der Alpenflora mini|Blaugrünes Schillergras (Koeleria glauca) mini|Zierliches Schillergras (Koeleria macrantha) mini|Illustration von Koeleria pyramidata subsp. schroeteriana aus Flora Batava, Band 13 mini|Walliser Schillergras (Koeleria vallesiana)

Vegetative Merkmale Koeleria-Arten sind ein- bis ausdauernde krautige Pflanzen. Sie zeichnen sich überwiegend durch eine samtige Behaarung (Trichome) aus. Die Halme sind aufrecht, kahl oder vor allem unter der Rispe behaart. Die einfachen Laubblätter sind flach.

Generative Merkmale Die mehr oder weniger dichten, rispigen Blütenstände sind bei Längen von 1 bis 20 Zentimetern walzen- bis pyramidenförmig und manchmal im unteren Teil etwas unterbrochen. Die Ährchen enthalten zwei bis 5 Blüten. Allen Blüte sind zwittrig. Die Hüllspelzen sind ungleich, die untere ist ein- bis dreinervig und etwa zwei Drittel so lang wie die obere; die obere ist zwei- oder drei-, selten bis zu fünfnervig und meist so lang wie das Ährchen. Die Deckspelzen sind drei- bis zu fünfnervig, gekielt, mit häutigen Rändern und haben eine 1 bis 3 Millimeter lange Grannenspitze. Die Vorspelzen sind zweinervig und etwas kürzer als die Deckspelzen. Der Fruchtknoten ist kahl. Die zwei Narben sind dicht gefiedert und treten seitlich aus dem Blütchen heraus.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Koeleria wurde 1805 durch Christian Hendrik Persoon in Synopsis Plantarum Band 1, Seite 97 aufgestellt. Der Gattungsname Koeleria ehrt den deutschen Botaniker Georg Ludwig Koeler (1765–1807). Synonyme für Koeleria sind: Achaeta , Airochloa , Brachystylus , Collinaria , Leptophyllochloa .

Die Gattung Koeleria gehört zur Tribus der Poeae in der Unterfamilie Pooideae innerhalb der Familie Poaceae.

Das weite Verbreitungsgebiet reicht von Europa über Nordwest- bis Südafrika und von Südwestasien über Sibirien bis Zentral- sowie Ostasien und die Neue Welt.

Die Gattung Koeleria umfasst 35 bis 45 Arten: Koeleria altaica : Sie ist von Sibirien bis Kasachstan und China verbreitet. Koeleria argentea (Syn.: Koeleria litvinowii ): Zentralasien bis Afghanistan und China. Koeleria asiatica : Sie ist in der Holarktis von Osteuropa bis zu Russlands Fernem Osten sowie Tibet und im subarktischen Nordamerika weitverbreitet. Koeleria askoldensis : Sie kommt in Russlands Fernem Osten vor. Koeleria besseri : Sie kommt im östlichen Mitteleuropa und Osteuropa vor. Koeleria biebersteinii : Dieser Endemit kommt nur auf der Krim vor. Koeleria boliviensis : Sie kommt nur in Bolivien vor. Glänzendes Schillergras (Koeleria brevis , Syn.: Koeleria lobata , Koeleria splendens ): Es kommt von der Ukraine bis zur Türkei und zum Kaukasusraum vor. Koeleria calderonii : Sie kommt nur im nordwestlichen Argentinien vor. Koeleria capensis : Sie kommt in Kamerun und von Äthiopien bis zum südlichen Afrika und auf der südwestlichen Arabischen Halbinsel vor. Koeleria carolii : Sie kommt nur in Marokko vor. Koeleria caudata : Sie ist im westlichen Mittelmeerraum verbreitet. Mont-Cenis-Schillergras (Koeleria cenisia) : Es kommt in den Westalpen in Frankreich, Italien und der Schweiz vor. Koeleria cheesemanii : Sie kommt in Neuseeland vor. Koeleria crassipes : Sie kommt auf der Iberischen Halbinsel vor. Koeleria delavignei : Sie kommt von Osteuropa bis Sibirien vor. Koeleria embergeri : Sie kommt nur in Marokko vor. Wolliges Schillergras (Koeleria eriostachya) : Es kommt in den Ostalpen (in Italien, Schweiz, Österreich), Balkanhalbinsel, in den Karpaten, Türkei, im Kaukasusraum und im westlichen Iran vor. Koeleria fueguina : Sie kommt vom zentralen bis südlichen Chile und im südlichen Argentinien vor. Blaugrünes Schillergras (Koeleria glauca ): Es ist von Europa über Zentralasien bis zur Mongolei verbreitet. Koeleria gubanovii : Sie wurde 2011 aus dem Amurgebiet erstbeschrieben. Behaartes Schillergras oder Raues Schillergras (Koeleria hirsuta , Syn.: Koeleria wilczekiana ): Es kommt in den Alpen in Italien, in der Schweiz und Österreich vor. Koeleria ×hungarica = Koeleria glauca × Koeleria macrantha: Europa. Koeleria inaequaliglumis : Sie kommt im nordwestlichen Argentinien vor. Koeleria insubrica : Sie wurde 2009 erstbeschrieben. Sie kommt von Italien bis Kroatien vor. Koeleria karavajevii : Sie kommt im östlichen Sibirien vor. Koeleria kurtzii : Sie kommt von Peru bis zum südlichen Südamerika vor. Koeleria lucana : Sie wurde 2009 aus dem südlichen Italien erstbeschrieben. Koeleria luerssenii : Sie kommt im Kaukasus vor. Zierliches Schillergras (Koeleria macrantha , Syn.: Koeleria cristata subsp. macrantha , Koeleria gracilis , Koeleria cristata subsp. gracilis , Aira cristata , Aira macrantha ) Koeleria mendocinensis : Sie kommt im westlichen Argentinien vor. Koeleria micrathera : Sie kommt vom zentralen und südlichen Chile bis zum südlichen Argentinien vor. Früher kam sie auch auf den Juan-Fernández-Inseln vor. Koeleria ×mixta = Koeleria macrantha × Koeleria vallesiana: Westeuropa. Koeleria nitidula : Sie kommt von Südosteuropa bis Afghanistan vor. Koeleria novozelandica : Sie kommt in Neuseeland vor. Koeleria permollis : Sie kommt in Peru und auf den Falklandinseln vor. Koeleria praeandina : Sie kommt im nordwestlichen Argentinien vor. Pyramiden-Schillergras (Koeleria pyramidata ): Seit 2013/2014 gibt es drei Unterarten: Sand-Schillergras (Koeleria pyramidata subsp. arenaria , Syn.: Koeleria arenaria ): Es gedeiht an den Küsten von Südengland und Nordwestfrankreich bis zu den Ostfriesischen Inseln. Großes Schillergras (Koeleria pyramidata subsp. pyramidata, Syn.: Koeleria pyramidata , Koeleria grandis , Koeleria heribaudii ): Es ist von Europa bis Sibirien und in Nepal verbreitet. Koeleria pyramidata subsp. schroeteriana (Syn.: Koeleria eriostachya subsp. schroeteriana , Koeleria schroeteriana , Koeleria cristata var. vestita , Koeleria caudata subvar. pubiflora , Koeleria eriostachya var. pyrenaica , Koeleria schroeteriana var. pyrenaica , Koeleria pyrenaica ): Sie kommt von Nordspanien bis zur Westschweiz vor. Koeleria rhodopea : Dieser Endemit kommt nur im südwestlichen Bulgarien vor. Koeleria riguorum : Dieser Endemit kommt nur auf der Südinsel von Neuseeland. Koeleria rodriguez-graciae : Sie wurde 2013/2014 von der nordwestlichen Iberischen Halbinsel erstbeschrieben. Koeleria skrjabinii : Sie kommt im östlichen Sibirien vor. Koeleria splendens : Sie kommt im Mittelmeerraum vor. Koeleria thonii : Sie kommt in Sibirien vor. Koeleria tristis : Dieser Endemit kommt nur in den westlichen Karpaten vor. Koeleria tzvelevii : Sie kommt im südöstlichen Sibirien vor. Walliser Schillergras (Koeleria vallesiana ): Es kommt in Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, Schweiz, Deutschland, Südwestengland und Nordwestafrika vor. Koeleria ventanicola : Sie kommt im nordöstlichen Argentinien. Koeleria vurilochensis : Sie kommt im südlichen Argentinien.

Literatur Christopher John Humphries: Koeleria Pers., S. 218–220. In: Thomas Gaskell Tutin (Hrsg.): Flora Europaea. Band 5, Cambridge University Press 1980, ISBN 0-521-20108-X. Hans Joachim Conert: Koeleria. S. 261–277. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Aufl., Band I, Teil 3 Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg, 1987, ISBN 3-489-52320-2.

Einzelnachweise Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018. Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3, S. 261–277.

Weblinks

Koeleria bei Jepson eFlora. B. Valdés, H. Scholz unter Mitwirkung von E. von Raab-Straube, G. Parolly, 2009: Poaceae (pro parte majore). Datenblatt bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Kategorie:Süßgräser