rahmenlos|rechts|hochkant|verweis=Wappen der Stadt Hoyerswerda|Stadtwappen
In der Liste der Kulturdenkmale in Hoyerswerda sind die Kulturdenkmale der sächsischen Stadt Hoyerswerda verzeichnet, die bis September 2024 vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen erfasst wurden (ohne archäologische Kulturdenkmale). Die Anmerkungen sind zu beachten.
Diese Liste ist eine Teilliste der Liste der Kulturdenkmale im Landkreis Bautzen.
Aufteilung Wegen der großen Anzahl von Kulturdenkmalen in Hoyerswerda sind die Kulturdenkmale in den Ortsteilen in Teillisten aufgeführt.
Bröthen/MichalkenDörgenhausenKnappenrodeSchwarzkollmZeißig
DDR-Baugeschichte Im Bestreben, die DDR energietechnisch möglichst autark zu halten, legte 1954 der IV. Parteitag der SED die Ausweitung der Hoyerswerdaer Gruben und die Erbauung des Braunkohleveredlungskombinates Schwarze Pumpe fest. So wurde aus dem bedeutenden Bergbaustandort ein ebensolcher Industriestandort, der den Zuzug einer großen Zahl an Arbeitskräften nach sich zog. Das kleine Hoyerswerda wurde zunächst ab 1955 um die „neue Wohnstadt Hoyerswerda“ mit den Wohngebieten Bahnhofsvorplatz (650 Wohneinheiten), Westrandbebauung (650 Wohneinheiten) und Am Elsterbogen erweitert.
Wohnkomplex 1 begonnen 1957 östlich des Schwarze-Elster-Kanals, aber von diesem durch den Wohnkomplex 2 getrennt. Offizielle Grundsteinlegung am 15. Juni 1957 mit der heutigen Otto-Damerau-Straße 2/4/6/8/10. Gebaut wird in Großplattenbauweise mit im Betonwerk vorgefertigten geschosshohen Wandelementen sowie in Großblockbauweise. Viergeschossige Wohngebäude mit drei bis fünf Segmenten (je 8 bis 12 Wohnungen) mit Satteldach grenzen Wohnhöfe mit Grünflächen und Spielplätzen ein. Zentraler Freiraum mit Plastik von Jürgen von Woyski „Stehender mit Kind“. Im hinteren Bereich des Wohnkomplexes die architektonisch beachtliche Schule Konrad-Zuse-Straße 7.
Der Wohnkomplex 3 ist das erste Wohngebiet Hoyerswerdas ausschließlich in Plattenbauweise P1, 1959 bis 1961. Zwei Drittel der rund 1300 Wohnungen sind in fast durchgängig parallel ausgerichteten Wohnblöcken untergebracht. Ein Drittel der Wohnungen befinden sich in den Achtgeschossern an der Magistrale (heute Bautzner Allee). Diese entstanden mit einem aus der BRD importierten Turmdrehkran als die ersten Hochhäuser der DDR in Plattenbauweise. Der Portalkran erlaubte nur strenge gerade Zeilen. Zwei lange Achtgeschosser mit vier Eingängen stehen längs der Magistrale und fassen drei Achtgeschosser mit je zwei Eingängen in „Giebelstellung“ zur Magistrale zwischen sich ein. Die Häuser haben flache, deutlich überstehende Dächer und sind eher schmal denn tief. Jeweils an einer Langseite finden sich eingezogene wandbündige Loggien. Die Fensterachsen der Wohnzimmer sind mit französischen Fenstern mit künstlerisch anspruchsvoll gestalteten Fenstergittern versehen. Diesen Achsen wurden ab 2006 Balkons vorgelegt, wobei jeweils aus zwei Ein-Raum-Wohnungen als den Mittelwohnungen eine Zwei-Raum-Wohnung entstand. Auf der anderen, glatten Langseite befinden sich die Treppenhäuser, denen in jedem Falle durchbrochene Betonelemente vorgeblendet sind. Bemerkenswert ist, dass sich jeweils auch an den Giebelseiten (leicht heraustretende) Balkons befinden. Bei den Fassaden bleibt trotz Farbanstrich der Plattenumriss erkennbar, ein durchaus moderner Gedanke.
Im Wohnkomplex 4 finden sich längere, hintereinander (Giebel an Giebel) gereihte Blocks und dazwischen parallel eingespannte kürzere Blocks. Bauzeit war 1961/62. Der Wohnkomplex umfasst 1400 Wohnungen in der Plattenbauweise P 1. Im Mittelpunkt befindet sich das Versorgungszentrum Johann-Sebastian-Bach-Straße 11, 13, 15, 17 mit vier Bauten.
Wohnkomplex 5 wurde von 1962 bis 1964 mit 1300 Wohnungen errichtet. In dieser Zeit kam es zu einer Änderung der Konstruktion von der Wohnungsbautypenserie P1 zur Serie Typ Hoyerswerda. Gebaut wurde weiterhin viergeschossig. Das Bild änderte sich wenig.
Im Zeitraum 1964/65 entstanden in Wohnkomplex 6 1200 Wohnungen. Alle Plattenbauten erhielten einen Fassadenanstrich. Im östlichen Bereich fanden erstmals Außenwandplatten mit Rollkies- und Splittvorsatz Anwendung.
In Wohnkomplex 8 insgesamt 3000 Wohnungen, vier Schulen und fünf Kinderkombinationen, alles erst 1972 vollendet. Bis 1966 entstanden Plattenbauten Typ Hoyerswerda. 1967 Umstellung auf die Wohnungsbauserie Typ P 2, in der auch Elfgeschosser errichtet wurden. Die Oberflächen wurden im Betonwerk mit Rollkies oder Splitt beschichtet oder mit Keramikplatten oder Oberflächenstrukturen versehen. Zur Aufwertung wurden mehrere Kunstwerke aufgestellt, so die Brunnenplastik „Vogelflug“ und der Brunnen „Wasserspiele“, auch kamen Keramikteller an die Kaufhalle.
Von 1975 bis 1989 fanden in Hoyerswerda neun Bildhauersymposien statt. Als Akademiemitglied leitete Jürgen von Woyski alle Symposien. Die Werke wurden größtenteils in den neu errichteten Wohnbezirken von Hoyerswerda aufgestellt. Die Ergebnisse der Symposien 1981, 1985 und 1988 fanden in Cottbus und Guben ihren Platz. In Cottbus als der ehemaligen Bezirkshauptstadt sind auch die thematisch an Pablo Nerudas Friedenslied angelehnten Werke des IV. Symposiums zu finden.
Liste der Kulturdenkmale in Hoyerswerda
Streichungen von der Denkmalliste
Tabellenlegende
Anmerkungen
Ausführliche Denkmaltexte
Quellen Denkmalschutzliste des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, Stand: 15. April 2014 , abgerufen am 1. September 2024
Literatur Peter Biernath (Hrsg.): Kulturdenkmale in Hoyerswerda. (Bildkatalog des Kulturbund e. V. Hoyerswerda). 1. Auflage. Druckhaus Scholz Hoyerswerda, Hoyerswerda 2008, . Peter Biernath, Kulturbund e. V. Hoyerswerda (Hrsg.): Hoyerswerda – Architektour: Stadt – Bau – Kunst. 1. Auflage. Druckhaus Scholz Hoyerswerda, Hoyerswerda 2005, . Peter Biernath, Kulturbund e. V. Hoyerswerda (Hrsg.): Fragmente. Kunstwerke und Stadtgestaltung in Hoyerswerda. (Bildkatalog). 1. Auflage. Kulturbund, Hoyerswerda 2010, . Hans Maresch, Doris Maresch: Sachsens Schlösser & Burgen. 1. Auflage. Husum 2004, ISBN 3-89876-159-2, S. 112–113. Stadtverwaltung Hoyerswerda (Hrsg.): Stadt Hoyerswerda. Städte-Verlag E. v. Wagner, J. Mitterhuber, 1992, . Karl-Heinz Hempel, Karina Hoffmann, Sigrun Jeck, Angela Potowski, Andrea Rycer, Martin Schmidt, Friedhart Vogel (Hrsg.): Hoyerswerda: Wanderungen durch die Stadt. 1. Auflage. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-812-3. Elmi Junge, Horst Gärtner: Stadtbilder aus Hoyerswerda. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 1995, ISBN 3-931554-02-3. Elmi Junge: Hoyerswerda. Oberlausitzer Verlag Frank Nürnberger, 2003, ISBN 3-933827-38-8.
Einzelnachweise
Weblinks
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