Jenny Clara Maria Schweminski (* 15. März 1859 in Posen; † 5. Juni 1937 in Berlin) war eine deutsche Kunstmalerin,Geburtseintrag Jenny Clara Maria Schweminski, kath. KB Posen Nr. 117/1859Irmgard Wirth: Berliner Malerei im 19. Jahrhundert. Von der Zeit Friedrichs des Großen bis zum Ersten Weltkrieg. Siedler Verlag, 1990, ISBN 3-88680-260-4, ISBN 978-3-88680-260-9.Verein der Berliner Künstlerinnen (Hrsg.): Käthe, Paula und der ganze Rest. Künstlerinnenlexikon. Berlin 1992, ISBN 3-89181-411-9, ISBN 978-3-89181-411-6, S. 156.Karl Eugen Andreas Schweminski: Die Hamburger Schweminskis. Hamburg 1966 (online).Johann Schweminski, Adresskartei Posen (1912 – 1887), Eintrag Nr. 4Eintrag der Malerin Jenny Schweminski im Berliner Adressbuch 1937 die vor allem Landschaften und Stillleben malte, insbesondere Motive aus der Umgebung von Potsdam, dem Spreewald und dem Harz.Anton Hirsch: Die bildenden Künstlerinnen der Neuzeit. Stuttgart 1905.
Leben miniatur|hochkant|Familie vonJenny Schweminski;Vorfahren aus der Koschneiderei
Jugend und Familie Jenny Schweminski wurde geboren als zweite Tochter des Johannes Schweminski (* 27. Juli 1812 in Lichnau; † 25. Jun. 1878 Posen). Johannes Schweminski besuchte das Gymnasium in Konitz und studierte in Breslau Philosophie und Literaturgeschichte. Er war Oberlehrer und später Professor am Königlichen Mariengymnasium in Posen. Seine Familie stammte aus der Koschneiderei in Westpreußen. Jenny Schweminskis Mutter war Helene Florentine Reisiger, Tochter des Kommissionsrates Reisiger aus Posen. Jenny Schweminski hatte eine drei Jahre ältere Schwester, Anna Hedwig Maria Kawerau, geb. Schweminski (* 31. Dez. 1856 Posen; † 23. Jul. 1943 Hamburg), verheiratet mit Rechnungsrat und Reichsbankdirektor Georg Wilhelm Daniel Kawerau in Posen.Geburtseintrag Anna Hedwigis, kath. KB Posen Nr. 28/1856Kawerau, Siegfried: Familie Kawerau durch 333 Jahre, Landsberg a. d. W. 1917, S. 25 Ein Großneffe Jenny Schweminkis, Kurt Willi Behrendt (* 1906 in Berlin-Wedding; † 1975 in Berlin-Tempelhof), arbeitete nebenberuflich ebenfalls als Künstler in Berlin.
Jenny Schweminski war eine Tante 4. Grades des Bischofs von Kulm, Augustinus Johann Rosentreter (1844–1926).Barbara Wolf-Dahm: Neue Deutsche Biographien. Band 22, S. 85 f.Piotr Nitecki: Biskupi Kościoła w Polsce w Latach. Warschau 2000, ISBN 83-211-1311-7.
Sie studierte in Berlin und Paris.Dresslers Kunstjahrbuch – ein Nachschlagebuch für deutsche bildende und angewandte Kunst. Dressler-Verlag, Rostock 1906–1913
Leben als Malerin
In Berlin wohnte sie bis zu ihrem Lebensende in der Wichmanstraße in Berlin-Tiergarten.Wohnanschrift der Malerin auf einer Ausstellungsbeschriftung auf dem Verso des Gemäldes Weg durch die Felder Sie stellte u. a. in der Großen Orangerie des Schlosses Charlottenburg in Berlin aus.Interview mit Ursula Schweminski, Hamburg, Schwiegertochter eines Neffen 2. Grades der Jenny Schweminski, Karl Schweminski, 2010
Jenny Schweminski war von 1892 bis 1901 Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen 1867 e. V. (VdBK).Mitgliedsverzeichnis des Berlin 1901 wurde sie Mitglied im Berliner Lokal-Verein der Deutschen Kunstgenossenschaft. Sie war weiterhin Mitglied im Reichsverband bildender Künstler Deutschlands, in der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft sowie Vorstand im Ring der deutschen Kunstschaffenden.
Aufzeichnungen ihres Neffen Karl Eugen Andreas Schweminski zufolge soll Jenny Schweminski Mitglied der Preußischen Akademie der Künste gewesen sein, was das Historische Archiv der Akademie der Künste jedoch nicht bestätigen konnte.Ulrike Möhlenbeck, Leiterin des Historischen Archivs der Akademie der Künste 2011
Jenny Schweminski starb 1937 im Alter von 78 Jahren im Berliner Krankenhaus Westend. Sie war unverheiratet.
Malerei miniatur|hochkant|Frauengasse Danzig, 1887 miniatur|Flusslandschaft miniatur|Weg durch die Felder
Zielgruppe
Jenny Schweminski verkaufte, wie Rechnungen belegen, ihre impressionistischen Gemälde an Fürstenhöfe und Kreuzfahrtschiffe.
Werke (Auswahl)
Fliederstilleben in freier Natur FlusslandschaftBildquelle: Angelika Viets, Berlin-Zehlendorf 2010 Frauengasse Danzig, Aquarell, 47,5 × 31,6 cm (1887) Harzstädtchen, Öl auf Leinwand, 21,9 × 34,6 cm Landschaft mit einem See vor einer Hügelkette, Öl/Leinwand Nelken IKunstverlag A. Wolpers & Co., Berlin SW 68, J. Schweminski: Nelken I, Nelken II Nelken II (vor 1919) Wannsee Waldsee (Öl auf Leinwand, 79 cm × 99,5 cm) Weg durch die Felder, Öl auf Leinwand, 50 × 75 cm (o. J.)Bildquelle: Annik Pietsch, Berlin 2010 Weizenfeld mit Garben
Ausstellungen (Auswahl)
1896Ausstellungsverzeichnis des Vereins der Berliner Künstlerinnen 1867 e. V., Berlin 1901 1911 Gemälde-Abteilung der ersten Berliner „Juryfreien Kunstschau“Schmidtkunz, Hans: Berliner Kunstbrief in: Gesellschaft für Christliche Kunst (hrsg.): Die christliche Kunst, Monatschrift für alle Gebiete der Christlichen Kunst und der Kunstwissenschaft sowie für das gesamte Kunstlegen, 8. Jhg. 1911/1912 in Verbindung mit Gesellschaft für Christliche Kunst München Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst, München
Nachlass
Ein Teil ihrer Gemälde und Aquarelle befand sich im Besitz der Hamburger Familie Schweminski. Ein Großteil dieser Werke ist bei Bombenangriffen 1943 in Hamburg verbrannt. Mindestens vier von Jenny Schweminskis Werken wurden 2010 auf dem deutschen Kunstmarkt gehandelt.
Weblinks
Die Schweminkis
Einzelnachweise
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