mini|Schloss Widzew in Ksawerów
Ksawerów ( Xaverow) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Gemeinde im Powiat Pabianicki der Woiwodschaft Łódź in Polen.
Geschichte Im Rahmen der systematischen Ansiedlung von deutschen Handwerkern in Kongresspolen, sowohl seitens des örtlichen Adels als auch vonseiten des Staates, wurde 1824 mit der Anlage der Kolonie Ksawerów begonnen. Geplant war eine Feinspinnerkolonie, die das Garn für die Weber liefern sollte, deren Ansiedlung in Pabianice und Łódź zeitgleich vorbereitet wurde. Der benötigte Flachs sollte in den benachbarten Dörfern angebaut werden. Es wurden zunächst 51 Siedlerstellen mit je 5 Morgen Land vermessen, von denen eine für den Lehrer bzw. die Schule vorgesehen war. Die Siedler für die Kolonie wurden im Raum Böhmisch Leipa angeworben, wobei die drei ersten Familien bereits im Oktober 1824 eintrafen. Als im Mai 1826 alle Stellen besetzt waren, wurde die Siedlung noch einmal um weitere 50 Bauplätze erweitert, die ihrerseits bis 1828 besetzt wurden. Bei der Anlage von Ksawerów wurde eine 1804 gegründete staatliche Kolonie namens Dąbrowa mit acht Stellen zu je 4 Morgen in selbiges mit einbezogen.
Bereits in den 1830er Jahren, kurz nach dem Novemberaufstand von 1830/1831, gingen die Einwohner von der Feinspinnerei zur Lohnweberei über, da die nun auch hier beginnende Industrialisierung ihnen die Arbeit raubte.
Im Jahr 1835 wird, abweichend von den Angaben aus der Gründungszeit des Ortes, in einem Verzeichnis die Zahl der Siedlerstellen mit 86 angegeben, die auch alle besetzt waren. Die Bevölkerung betrug 447 Personen (86 Siedler mit 361 Angehörigen). Zu dieser Zeit gehörte Ksawerów zur Grundherrschaft Pabianice.
Ende des 19. Jahrhunderts bestand Ksawerów aus 110 Häusern und gehörte zur damaligen Gmina Widzew.
Im Jahr 1917, als die deutschen Einwohner des Ortes eine neue deutsche Schule bauen wollten, kam es zum Konflikt um eine angeblich dem Dorf gehörige Landparzelle, die die Grundherrschaft sich widerrechtlich angeeignet haben sollte.
Von 1939 bis 1945 gehörte Ksawerów zum Landkreis Lask im Reichsgau Wartheland.
Historische Beschreibung des Ortes Oskar Kossmann beschreibt Ksawerów folgendermaßen: Alte deutsche BezeichnungLagebeschreibungheutiger NameChocianowitzerdie westlichste von SSW nach NNO verlaufende Längstraße, die Richtung Chocianowice weistZachodniaRudnerdie östlichste von SSW nach NNO verlaufende Längstraße, die Richtung Ruda Pabianicka weistWschodniaHintereckenördlicher Teil der WschodniaReibseleckeEcke Wschodnia/Mały Skrętbei NitschkeunklarunklarTeklinein Bereich westlich der Mitte der ZachodniaTeklin/Słowackiego (nicht zu verwechseln mit der Ortschaft Teklin)Toppelreigemittlere Querstraße oder mittlere LängsstraßeJana Pawla II/Nowotki oder Łódzkakorzes Grändnördlichste von WNW nach OSO verlaufende QuerstraßeMały Skręt
Einwohnerentwicklung 1835: 447 Einwohner 1851: 609 Deutsche (die Zahl der Polen im Ort ist nicht genannt) Ende des 19. Jahrhunderts: 942 Einwohner 1935: etwa 340 Deutsche
Religionen Die in Ksawerów angesiedelten böhmischen Feinspinner waren Katholiken, während die meisten Deutschen im Lodzer Raum evangelisch waren. Im Jahr 1837 lebten neben der katholischen Mehrheit auch 17 evangelische Familien im Ort, 1851 waren es 16, 1865 noch 10. Außerdem lebten 1853 noch fünf Herrnhuter-Familien in Ksawerów.
Bauwerke Schloss Widzew (siehe Bild)
Gemeinde Zur Landgemeinde Ksawerów gehören 6 Ortsteile mit einem Schulzenamt: Ksawerów-Południe Ksawerów-Północ Ksawerów-Wschód Ksawerów-Zachód Wola Zaradzyńska Nowa Gadka
Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Kolonia Wola Zaradzyńska und Teklin.
Siehe auch Geschichte der Deutschen im Raum Łódź
Literatur Erwin Kiß: Pabianitz, Geschichte des Deutschtums einer mittelpolnischen Stadt und ihre Umgebung, Verlag „Historische Gesellschaft für Posen“, Posen, 1939, S. 59 ff. (Online PDF; 3,54 MByte) Oskar Kossmann: Ein Lodzer Heimatbuch. Hannover 1967, S. 140–151 (Kapitel Ksawerower Spinner, Von der Holzfackel zur Blitzlampe und Spinnerkolonie Xawerow).
Einzelnachweise Adolf Eichler: Andrespol. Ein Ausschnitt aus der deutschen Ansiedlungsgeschichte in Kongreßpolen. In: Deutsche wissenschaftliche Zeitung für Polen, Ausgabe 1 von 1923, S. 50f, Anm. 3. Erwin Kiß: Pabianitz, Geschichte des Deutschtums einer mittelpolnischen Stadt und ihre Umgebung, S. 59f. Karte Verbreitung der Deutschen und ihres ländlichen Grundbesitzes im Lodzer Raum, in: Oskar Kossmann: Lodz. Eine historisch-geographische Analyse, Würzburg 1966. Oskar Kossmann: Ein Lodzer Heimatbuch. Hannover 1967, S. 146. Oskar Kossmann: Ein Lodzer Heimatbuch. Hannover 1967, S. 146–151. Oskar Kossmann: Ein Lodzer Heimatbuch. Hannover 1967, S. 150. Oskar Kossmann: Ein Lodzer Heimatbuch. Hannover 1967, S. 150f. Oskar Kossmann: Warschauer Liste der Kolonien und Kolonisten vom Jahre 1835 (ergänzt durch Angaben aus den Jahren 1825, 1851, 1865)., in: Oskar Kossmann: Die Deutschen in Polen seit der Reformation., Marburg 1978, S. 394. Słownik geograficzny Królestwa Polskiego i innych krajów słowiańskich, Band IV, Seite 823
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Łódź Kategorie:Gmina Ksawerów