Puksoosero () ist eine Siedlung städtischen Typs in Nordwestrussland. Der Ort gehört zur Oblast Archangelsk und hat Einwohner (Stand ). Er befindet sich im Rajon Plessezk.

Geographie Puksoosero befindet sich etwa 216 km südlich der Oblasthauptstadt Archangelsk. Die nächstgrößere Stadt ist das rund 20 km nordwestlich gelegene Rajonverwaltungszentrum Plessezk. Von Süden nach Norden durchquert der 106 km lange Fluss Puksa das Dorf. Südlich von Puksoosero befindet sich der gleichnamige See Puksoosero, welcher durch das Aufstauen der Puksa entstanden ist.Наталья Попова: Пуксоозеро - рабочий поселок безработных, Prawda Sewera, 20. Juli 2006 Abgerufen am 10. Juni 2011

Puksoosero ist Verwaltungssitz der Stadtgemeinde Puksooserskoje, zu der neben Puksoosero das Dorf Beloje Osero gehört. Abgerufen am 10. Juni 2011

Geschichte Puksoosero entstand in den 1930er Jahren als Spezialansiedlung für Kulaken, im Rahmen der Entkulakisierung. Mit Hilfe des Einsatzes von Häftlingen begann 1936 der Bau der Mechenga-Eisenbahnstrecke () von Puksa nach Puksoosero. Die Strecke diente vor allem der Holzwirtschaft, wurde in den 1940er und 1950er Jahren stetig ausgebaut und verband so ein Netz von Lagerkolonien. Abgerufen am 10. Juni 2011 1938 wurde nahe der Siedlung ein Zellulosewerk von den Häftlingen des Gulags ONEGA-ITL errichtet, das 1939 in Betrieb ging.Das ONEGA-ITL auf gulag.memorial.de Abgerufen am 10. Juni 2011 Das Zellulosewerk mit seinen etwa 600 Beschäftigten, produzierte Zellulose, welche als Rohstoff zur Herstellung von Schießpulver in der Stadt Wyborg diente. Zur Wasserversorgung des Zellulosewerkes, wurde die Puksa durch einen Damm aufgestaut, wodurch drei kleinere Seen zum Puksoosero verschmolzen.Василий Набитобич: "Столица" местного розлива, Правда Севера, 26. August 2004 Abgerufen am 10. Juni 2011 Die stetig wachsende Siedlung erhielt 1944 den Status einer Siedlung städtischen Typs.

Nach der Auflösung des ONEGA-ITL, wurde 1942 die Mechengsker Zweigstelle des Gulags KARGOPOL-ITL mit Verwaltungssitz in Puksoosero geschaffen. 1954 wurde die Zweigstelle zu einem selbstständigen Gulag, dem MECHRENG-ITL. Die zeitweise bis zu 14.800 Häftlinge, des bis 1960 bestehenden Lagers, wurden ausschließlich in der Holzwirtschaft eingesetzt.Das MECHRENG-ITL auf gulag.memorial.de Abgerufen am 10. Juni 2011 Nach der offiziellen Abschaffung der GULAGs, verblieben in Puksoosero zahlreiche Haftanstalten. So befanden sich zu Sowjetzeiten in und außerhalb der Siedlung 14 Arbeits- und Umerziehungslager () in denen mehr als 15.000 Personen inhaftiert waren, die in der Holzwirtschaft beschäftigt wurden.

Mit der Auflösung der Sowjetunion wurden die Arbeitslager geschlossen. Der Betrieb des nicht mehr konkurrenzfähigen Zellulosewerkes, einer der Hauptarbeitgeber der Siedlung, wurde 1994 schließlich eingestellt. Im Jahr 2001 erfolgte zudem die Stilllegung der Bahnstrecke Puksa – Puksoosero.

Einwohnerentwicklung Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen von Puksoosero. Jahr Einwohner 1959 6.532 1970 9.851 1979 8.864 1989 4.255 2002 2.169 2010 1.212

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Infrastruktur In Puksoosero sind nur zwei kleinere Unternehmen ansässig. Viele Bewohner arbeiten in den nahen Städten Mirny und Plessezk. Im Dorf befindet sich eine Schule, ein Krankenhaus sowie ein Internat. Die einzige Sehenswürdigkeit der Siedlung ist der See Puksoosero, welcher im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel von Einheimischen der umliegenden Siedlungen und Städte ist. Der Ort besitzt keine Eisenbahnanbindung. Über eine Landstraße besteht eine Busverbindung zur Siedlung Puksa, welche an der Eisenbahnmagistrale Moskau – Wologda – Archangelsk liegt.

Einzelnachweise

Weblinks Puksoosero auf terrus.ru (russisch)

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