Marians Pahars (fälschlich oft: Marian Pahars; * 5. August 1976 in Tschornobaj, Ukrainische SSR) ist ein ehemaliger lettischer Fußballspieler und jetziger -trainer. Im Zenit seiner Karriere spielte er von 1999 bis 2006 beim FC Southampton in England. In dieser Zeit wurde er dreimal hintereinander zu Lettlands Fußballer des Jahres gekürt. Über Zypern kam er wieder zurück nach Lettland und beendete dort 2009 seine Karriere als Aktiver. 2011 übernahm er nach dem Abgang von Aleksandrs Starkovs das Traineramt von Skonto Riga. Von Juli 2013 bis April 2017 war er lettischer Nationaltrainer.
Vereinskarriere Karrierebeginn in Lettland Seine Karriere begann Pahars, der verschiedenen Quellen zufolge in Tschornobaj, in der damaligen Ukrainische SSR, oder in Riga, in der damaligen Lettischen SSR, geboren wurde er noch in seiner späteren lettischen Heimat. Anfangs ein Anhänger von Spartak Moskau besuchte Pahars in der damaligen Lettischen SSR die Schule, die wiederum, als Marians Pahars acht Jahre alt war, vom damals bereits recht erfolgreichen Skonto-Riga-Jugendtrainer Jurijs Andrejevs besucht wurde, der zu diesem Zeitpunkt selbst noch sporadisch im Profifußball aktiv war. Durch Andrejevs entschied sich Pahars damals selbst in den Fußballbereich zu starten, wo er anfangs noch in lokalen Vereinen eingesetzt wurde. In den Herrenfußball stieg er schließlich 17- bzw. 18-jährig ein, als er sich dem Profiteam des FK Daugava Riga anschloss, das zu diesem Zeitpunkt bereits in der Virslīga, der höchsten Spielklasse im lettischen Fußball vertreten war. Dort kam der Offensivakteur noch in seiner ersten Saison in 17 Ligaspielen zum Einsatz, in denen er drei Tore erzielte. Nach einem Platz im Tabellenmittelfeld zog es ihn zu Skonto-Metāls, der eigentlich als Farm- bzw. Reserveteam geltenden Mannschaft von Skonto Riga. Bei der Mannschaft, die zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls in der Virslīga angesiedelt war, brachte es Pahars, der zu diesem Zeitpunkt noch immer vorwiegend im Mittelfeld, aber vor allem auf den Flügeln eingesetzt wurde, auf 16 Ligaauftritte, in denen er vierfach traf. Über das Reserveteam schaffte er schließlich noch in der gleichen Saison den Aufstieg zur Herrenmannschaft von Skonto Riga, wo er sich erstmals als Stürmer etablieren konnte und mit acht Toren aus neun Spielen auch als Torschütze sehr erfolgreich war. Während das Reserveteam im Endklassement den siebenten Tabellenplatz belegte, reihte sich Skonto Riga zum wiederholten Male auf dem ersten Tabellenplatz ein und feierte somit den bereits vierten Meistertitel seit Einführung der Virslīga im Jahre 1992. Doch nicht nur den Meistertitel gewann Marians Pahars mit der Mannschaft in dieser Saison, auch im lettischen Fußballpokal war er mit dem Team erfolgreich. So konnte man den Pokal des Spieljahres 1995 nahezu problemlos gewinnen.
Erfolgslauf mit Skonto Riga geht weiter Auch nach seinem persönlich ersten Meistertitel setzte sich der Erfolgslauf des Hauptstadtklubs, der zu dieser Zeit als bester lettischer Fußballverein überhaupt galt, weiter fort. Während er im Spieljahr 1996 zur Stammkraft in der Angriffsreihe von Skonto Riga avancierte, dabei in allen 28 Ligaspielen eingesetzt wurde und dabei zwölf Mal ins gegnerische Tor traf, konnte er mit dem Klub aus Riga erneut den Meistertitel feiern. Im lettischen Cup 1996 schaffte es die Mannschaft zwar ins Finale, unterlag dort allerdings RAF Riga mit 1:2. Weiterer Erfolg in diesem Jahr war für Pahars und sein Team unter anderem auch der Sieg im Turkmenistan President’s Cup des Jahres 1996. Im darauffolgenden Spieljahr nahm die Offensivstärke des seit dem Vorjahr auch in der lettischen Nationalelf eingesetzten Spieler deutlich ab, vor allem, weil er zumeist auf seine ehemaligen Positionen im Mittelfeld zurückkehrte. Nach 22 Einsätzen und fünf Toren von Marians Pahars konnte sich das Team ein weiteres Mal klar in der Liga durchsetzen und holte sich dabei ohne Punkteverlust (24 Siege und 4 Unentschieden) erneut den Meistertitel. Im lettischen Fußballpokal 1997 setzt sich Skonto Riga mit Pahars, der beim 2:1-Finalsieg über FC Dinaburg auch als Torschütze erfolgreich war, erneut durch. Diese Siegesserie setzte sich auch im Spieljahr 1998 fort, wo man unter Langzeittrainer Aleksandrs Starkovs, der den Klub noch bis ins Jahr 2004 begleiten sollte, den bereits siebenten Meistertitel in Folge gewann. Wie schon im Vorjahr konnte man sich auch im Pokalfinale 1998 gegen Liepājas Metalurgs mit 1:0 durchsetzen und erneut den Pokalsieg feiern. Im Laufe des Ligageschehens wurde Marians Pahars in 26 Meisterschaftsspielen eingesetzt, in denen er 19 Treffer beisteuerte, und zum Abschluss der Saison zum besten Stürmer der Liga gewählt wurde, obgleich es auch noch andere Spieler gab, die in dieser Saison zu mehr Toren kamen. Nachdem der Offensivspieler bereits im Laufe der Jahre von verschiedenen Scouts unter Beobachtung gestanden hatten, folgten nach der Pahars Torflut im Jahr 1998 erste konkrete Angebote internationaler Klubs, die ihn auch zu Probetrainingseinheiten einluden. So absolvierte er unter anderem Probetrainings beim italienischen Zweitligaaufsteiger Salernitana Calcio, beim längst in der deutschen Erstklassigkeit etablierten Klub Werder Bremen sowie beim ehemals so erfolgreichen österreichischen Vertreter Casino Salzburg, wurde dann aber doch vom FC Southampton mit Spielbetrieb in der englischen Premier League unter Vertrag genommen.
Erfolgreicher Wechsel auf die Insel Nachdem er zuvor mit der Reservemannschaft in einem Spiel gegen Oxford United angetreten war und beim anschließenden 7:1-Erfolg einen Hattrick hatte erzielen können, empfahl sich der junge Lette für eine Verpflichtung beim Klub aus der Region South East England. Des Weiteren hatte auch der damals erst neu im Amt des lettischen Teamchefs agierende Gary Johnson Anteil am erfolgreichen Transfer des jungen Letten nach England, da dieser ein gutes Verhältnis zum damaligen Southampton-Trainer Dave Jones hatte. Für eine kolportierte Ablösesumme von rund £ 800.000 wurde Marians Pahars schließlich noch Mitte Februar 1999 von Skonto Riga zum FC Southampton transferiert. Aufgrund einiger Schwierigkeiten bei der Beschaffung einer Arbeitserlaubnis und den Bedenken der PFA stieß Pahars schließlich erst im März 1999 zum Team. Beim Klub aus der Hafenstadt Southampton war er mitverantwortlich, als das Team kurz vor Saisonende doch noch den Klassenerhalt schaffte, nachdem die Mannschaft bis April in der Relegationszone der Tabelle verweilte und um einen Abstieg bangte. Neben verschiedenen Offensivakteuren, wie den offensiven Mittelfeldakteur, Kapitän und Vereinslegende des FC Southampton, Matthew Le Tissier, kam Pahars bis zum Saisonende 1998/99 noch in sechs Ligapartien zum Einsatz und verzeichnete dabei drei Treffer. Sein Debüt gab der Lette genau in der Zeit, als Southampton den Umschwung in der Liga schaffte, am 5. April 1999 in einem Spiel gegen Coventry City, als er in der 70. Minute auf den Rasen kam. Mit dem Finalspiel gegen den FC Everton sicherte sich die Südengländer aus eigener Kraft den Klassenerhalt, nachdem Marians Pahars beim 2:0-Erfolg beide Treffer beigesteuert hatte. In diesem Jahr wurde Pahras aufgrund seiner Leistungen auch erstmals zu Lettlands Fußballer des Jahres gewählt. In den beiden nachfolgenden Jahre wurde der Stürmer weitere zwei Mal auf diese Weise geehrt, was ihn zusammen mit seinem Teampartner bei Skonto Riga oder im Nationalteam, Vitālijs Astafjevs, mit jeweils drei Wahlen zu Lettlands Fußballer des Jahres zum Rekordtitelträger dieser Auszeichnung macht.
Durch seine zwei Treffer im Saisonfinale wurde er zum Publikumsliebling und wurde zudem ab der kommende Saison als „lettischer Michael Owen“ bezeichnet, was zum Teil auch auf seine Zeit im Nationalteam, aber vor allem auf seine Torgefährlichkeit auf Vereinsebene zurückgeht. Während Dave Jones, der Trainer der Saints, so der Spitzname des Teams, im Januar sein Amt als Cheftrainer niederlegen musste, nachdem der Verdacht auf Kindesmisshandlung gegen ihn aufgetaucht und er durch Glenn Hoddle ersetzt worden war, musste auch Marians Pahars seine Spielerposition wechseln. Unter Jones noch in der Angriffsreihe aktiv, wich er unter Hoddle auf die Flügel, schloss aber die Saison dennoch als teaminterner Torschützenkönig ab. Auf 13 Tore brachte es der Mann mit der Rückennummer 17 dabei bei 33 Ligaeinsätzen und landete dabei in der ligaweiten Torschützenliste knapp nicht unter den zehn torgefährlichsten Spielern. Mit der Mannschaft kam er bis auf den 15. Tabellenplatz, während Le Tissier, einer seiner Offensivpartner, als erster Mittelfeldspieler in der Geschichte die 100er-Tormarke erreichte. Zum Saisonende verlängerten die Saints seinen Vertrag um weitere fünf Jahre. 1999/2000 bereits einer der Stammakteure wurde er auch in der Spielzeit 2000/01 als eine der Stammkräfte eingesetzt, wobei er es auf 31 Meisterschaftseinsätze brachte. Aufgrund seines Positionswechseln vom Stürmer zum Flügelspieler nahm auch seine Torquote etwas ab, obgleich er es immer noch auf neun Tore bis zum Saisonfinish brachte, wo er sich mit dem Team einen komfortablen Platz im Tabellenmittelfeld sicherte. Während Hoddle das Team noch im März 2001 den Verein verließ und durch Interimstrainer Stuart Gray ersetzt wurde, der sein Amt allerdings noch bis zum Saisonende und danach auch noch bis Oktober ausführte, zog zum Saisonende der FC Southampton nach 103 Jahren in The Dell ins neuerbaute und größere St. Mary’s Stadium.
Dort sollte Pahars schließlich wieder auf seine Stürmerposition zurückfinden, wobei er in dieser Zeit mit James Beattie ein torgefährliches Sturmduo bildete. In der Saison 2001/02 lief es für den Letten weitgehend erfolgreich, obgleich seine Mannschaft vor allem in der Anfangsphase der Saison schwächelte und zumeist nur auf Relegationsplätzen vorzufinden war, was auch einen neuerlichen Trainerwechsel nachsichzog. Gray wich und Strachan kam, was danach auch zu einem Aufschwung im Team führte, das bis zum Saisonende wieder im Tabellenmittelfeld vertreten war. Bis zu diesem Zeitpunkt brachte es der lettische Internationale auf 36 Meisterschaftsauftritte und 14 erzielte Tore. Mit seinen 14 Treffern schaffte es Pahars zusammen mit dem damaligen Chelsae-Offensivakteur Eiður Guðjohnsen auf den achten Platz in der ligaweiten Torschützenliste und stellte mit Beattie das zweitbeste Sturmduo der Liga. Am Ende dieser Saison beendete mit „Le God“, wie Matthew Le Tissier von den Fans auch genannt wird, einer seiner Offensivpartner seine Karriere als Aktiver, nachdem er knapp 18 Jahre dem FC Southampton angehört hatte. Eine Operation an der Leiste, der sich Pahars in der Sommerpause unterzog, war der Anfang einer Reihe von Verletzungen, die ihm beinahe die Karriere kostete und ihn nicht mehr als Stammspieler zum Einsatz kommen ließ. Als er wieder halbwegs regeneriert war, schaffte es Marians Pahars wieder ins Profiteam der Südengländer, musste aber nach einer schweren Verletzung am Knöchel im November 2002 den Rest der Saison verletzungsbedingt pausieren, wobei er es auf insgesamt nur auf neun Ligaeinsätze und einen Treffer brachte. Ungeachtet dessen, dass mit Pahars einer seiner besten Offensivspieler fehlte, schaffte es der FC Southampton bis zum Saisonende bis auf den achten Tabellenplatz, die beste Leistung seit Aufstieg in die Premier League. Zudem erreichte die Mannschaft im FA Cup 2002/03 auch noch das Finale, das sie allerdings nach einem Pirès-Tor knapp mit 0:1 gegen den FC Arsenal verlor. Da sich Arsenal als Meister bereits für die UEFA Champions League 2003/04 qualifiziert hatte, ging der Startplatz für die erste Runde des UEFA-Pokals 2003/04 an FA-Cup-Finalisten Southampton.
Langwierige Verletzungsserie