Das Karl-Schiller-Berufskolleg der Stadt Dortmund ist ein kaufmännisches Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen in Trägerschaft der Stadt Dortmund und befindet sich in der Brügmannstraße im Zentrum von Dortmund. Der Namensgeber ist der deutsche Politiker und Wirtschaftswissenschaftler Karl Schiller (1911–1994). Bis zum Jahr 1999 trug die Schule den Namen 'Kaufmännische Schulen II'. Am Karl-Schiller-Berufskolleg sind ca. 3.100 Lernende und 120 Lehrende in 20 verschiedenen Bildungsgängen aktiv.
Ausstattung Das in den 1960er Jahren erbaute Gebäude wurde 2009 bis 2011 umfangreich saniert und modernisiert. Die Architektur entspricht einem schnörkellosen Bauhausstil. mini|Eingangsbereich während der großen Pause Am 10. Oktober 2011 übergab der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Ullrich Sierau, das sanierte Schulgebäude offiziell an die Lernenden und die Lehrenden. Das Kolleg verfügt über 64 Klassenräume, die alle mit PC und Beamer ausgestattet sind. 27 Räume sind so genannte Berufskollegräume (Klassenräume mit 12 separaten PC-Arbeitsplätzen). Weiterhin sind 6 Lernbüros vorhanden (je 24 PC-Arbeitsplätze). Ein Selbstlernzentrum ermöglicht es den Schülern, selbständig mit Hilfe von PC-Arbeitsplätzen und einer Handbibliothek zu lernen. Darüber hinaus sind jeweils spezielle Fachräume für die Fächer Datenverarbeitung, Biologie und Physik vorhanden. Der Sportunterricht findet in der angrenzenden doppelstöckigen Sporthalle statt. Weitere Sportstätten sind u. a. das Südbad, die Helmut-Körnig-Halle und das Stadion Rote Erde. Die privat betriebene Cafeteria steht den Schülerinnen und Schülern zwischen 7:30 und 13:30 zur Verfügung.
Schulgeschichte Das Karl-Schiller-Berufskolleg der Stadt Dortmund ging aus den Kaufmännischen Schulen II hervor. Diese haben (zusammen mit den Kaufmännischen Schulen I und III) ihre gemeinsame Wurzel in den „Handelslehranstalten Dortmund“, die im Jahre 1889 als Gemeinschaftswerk der Stadt Dortmund und der Handelskammer gegründet wurden. Die damaligen Kaufmännischen Schulen II sind im Jahre 1959 aus der ersten Teilung der „Städtischen Kaufmännischen Unterrichtsanstalten“ hervorgegangen. Die Teilung war erforderlich, weil die Schule mit damals über 11.000 Schülern zu groß geworden war. 1966 wurde der Höheren Handelsschule der gymnasiale Zweig als Schulversuch angegliedert. Dieser dauerte bis zum Jahre 1989 und wurde durch die Gymnasiale Oberstufe des Typs Wirtschaft und Verwaltung abgelöst. Ebenfalls im Jahr 1966 erhielten die Kaufmännischen Schulen II die Erlaubnis zum Betrieb der Fachoberschulen für Wirtschaft. 1993 wurde die Fachschule für Wirtschaft, ein Bildungsgang im Weiterbildungsbereich, eingeführt. Am 15. Juni 1999 wurde das Berufskolleg in 'Karl-Schiller-Berufskolleg der Stadt Dortmund' umbenannt. Damit hatte der Schulausschuss dem Gesetz entsprechend allen Dortmunder Berufskollegs einen eigenen Namen gegeben und einen Beitrag zur besseren Unterscheidung der acht beruflichen Schulen geleistet.Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Höheren Handelsschule am Karl-Schiller-Berufskolleg der Stadt Dortmund
Schulprogramm Im Schulprogramm des Karl-Schiller-Berufskollegs ist das Leitbild verankert: Das Karl-Schiller-Berufskolleg ist eine kaufmännische Schule, die die Heterogenität seiner Lernenden wahrnimmt, sie akzeptiert und nutzt, um sie individuell so zu fördern, dass sie in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Zusammenhängen aktiv, verantwortungsbewusst und nachhaltig handeln können. Dabei versteht sich das Karl-Schiller-Berufskolleg als lernende Organisation, in der Respekt, Toleranz und Teamgedanke erwartet und gelebt werden, die von individualisierten Lernprozessen ausgeht und ihre Schüler berät und fördert, die zahlreiche Kooperationen und Projekte realisiert, um Lernprozesse zu optimieren, die ihre Prozesse systematisch evaluiert und deren Nachhaltigkeit sicherstellt, in der die Schüler sowie außerschulische Partner an der Entwicklung des Schullebens kooperativ teilhaben. Über jährlich evaluierte und fortgeschriebene Zielvereinbarungen konkretisieren die einzelnen Bildungsgänge der Schule das so formulierte Leitbild spezifisch.
Individuelle Förderung Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen zeichnete das Karl-Schiller-Berufskolleg 2008 mit dem Gütesiegel Individuelle Förderung aus. Dieses Siegel wird Schulen verliehen, die in gelingender Praxis Schüler in unterschiedlichen Bereichen individuell fördern. des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen Hervorzuhebende Bereiche der Individuellen Förderung am Karl-Schiller-Berufskolleg sind: das in der Berufsschule durchgängige Konzept des selbst regulierten Lernens, welches u. a. individualisierte Lernprozesse ermöglicht, die individualisierte Förderung von Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung durch die Zusammenarbeit mit dem Gutschrift-Institut, die individualisierte Förderung von mathematischen Kompetenzen, das umfangreiche Studien- und Berufsorientierungskonzept im Karl-Schiller-Berufskolleg und das umfangreiche Angebot an Differenzierungskursen. Seit 2009 ist das Karl-Schiller-Berufskolleg zudem eine Stützpunktschule im Bereich Individuelle Förderung und fungiert somit auch als Beratungsinstanz für andere Schulen. durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Außerdem sind in der Schule zwei Sozialarbeiter(innen) tätig, die alle Bereiche der Schulsozialarbeit abdecken. mini|Graffito der Schülersozialarbeit in Bauteil C
Seit Juni 2013 nimmt das Karl-Schiller-Berufskolleg an der Initiative „Zukunftsschulen NRW – Netzwerk Lernkultur Individuelle Förderung“ vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW teil.
Auszeichnungen (chronologische Auswahl) Das Karl-Schiller-Berufskolleg erhielt in den letzten Jahren verschiedene Auszeichnungen: Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (2008) UNESCO-Zertifikat für nachhaltige Bildung – Offizielles Projekt der UN-Weltdekade (2008) Gütesiegel Individuelle Förderung (2008) und Stützpunktschule Individuelle Förderung (2009) Agenda 21 – Dortmund – Siegel für nachhaltige Entwicklung (2009) 1000. Projekt der UN Dekade für Nachhaltige Bildung (2010) Fairtrade-Plakette der Stadt Dortmund (2011) Sonderpreis zum Westfälischen Handelspreis 2011 – Würdigung der innovativen Ausbildung im Bereich Einzelhandel (2011) Agenda 21 – Dortmund – Siegel für nachhaltige Entwicklung (2011) Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit (2012) Agenda 21 – Dortmund – Siegel für nachhaltige Entwicklung (2012) Dortmunder Bürgerumweltpreis (2013) mini|Graffito des Selbstlernzentrums in Bauteil A
Bildungsgänge der Schule Berufsschule Der Bereich der Berufsschule umfasst etwa 2.350 Schüler; diese werden in 10 Ausbildungsberufen ausgebildet, die Schwerpunkte hierbei liegt auf den Bereichen Handel, Marketing und Dienstleistung. Aktuell bildet das Karl-Schiller-Berufskolleg im Zuge der dualen Ausbildung in folgenden Ausbildungsberufen aus: Automobilkauffrau/-mann Buchhändler/-in Bürokauffrau/-mann bzw. Kauffrau/-mann für Büromanagement Drogist/-in Fachangestellte/-r für Medien- und Informationsdienste Gestalter/-in für visuelles Marketing Kauffrau/-mann für audio-visuelle Medien Kauffrau/-mann für Marketingkommunikation Kauffrau/-mann im E-Commerce Kauffrau/-mann im Einzelhandel und Verkäufer/-in Veranstaltungskauffrau/-mann
mini|„Lieblingsstücke“, ein Beispiel für die Schaufenstergestaltung des Ausbildungsgangs „Gestalter/in für visuelles Marketing“ in Bauteil B Den größten Bildungsgang der Berufsschule stellt der Bereich Einzelhandel dar. Das Karl-Schiller-Berufskolleg ist die zweitgrößte Bildungsinstitution in Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen des dualen Systems der Berufsausbildung an der Ausbildung von Nachwuchskräften im Bereich Einzelhandel beteiligt ist. Einige Bildungsgänge, u. a. Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, Kaufleute für Marketingkommunikation und Veranstaltungskaufleute fungieren als Bezirksfachklassen für einen oder mehrere Regierungsbezirke oder als Landesfachklassen für ganz Nordrhein-Westfalen. Der Berufsschulunterricht ist in den Bildungsgängen durchgängig praxisnah und didaktisch zeitgemäß organisiert. Im Zuge des Lernfeldkonzeptes wird besonderer Wert auf eine hohe Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit des Lernprozesses der Auszubildenden gelegt. Auszubildende, die im Zuge ihrer dualen Ausbildung das Karl-Schiller-Berufskolleg besucht haben, werden regelmäßig auf lokaler, landesweiter und bundesweiter Ebene für ihre Bestleistungen ausgezeichnet. des Karl-Schiller-Berufskollegs mini|Blick ins Selbstlernzentrum
Modellversuche und Projekte (chronologische Auswahl) Die Abteilung Berufsschule nimmt fortlaufend an Modellversuchen und Projekten teil, die teilweise von wissenschaftlichen und weiteren außerschulischen Institutionen begleitet und teilweise abteilungsintern durchgeführt werden.
BLK-Modellversuch segel-bs Das Karl-Schiller-Berufskolleg nahm im Zeitraum von 2005 bis 2007 mit dem Bildungsgang Einzelhandel am BLK-Modellversuch segel-bs (= selbst reguliertes Lernen in Lernfeldern der Berufsschule) teil. Im Zuge des Modellversuchs wurden für alle Lernfelder der drei Ausbildungsjahre unterrichtliche Lernsituationen entwickelt, die sich durch einen hohen Praxisbezug auszeichnen und selbst reguliertes Lernen durchgängig ermöglichen. Die Lernsituationen wurden im Bereich Einzelhandel curricular dauerhaft implementiert. Wissenschaftlich begleitet wurde der Modellversuch vom Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik (Lehrstuhlinhaber: Peter F. E. Sloane) der Universität Paderborn. durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Pilotprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen aSE 2005–2008 nahm das Karl-Schiller-Berufskolleg bei Förderung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen am Pilotprojekt aSE (= Berufsausbildung und Selbständigkeit im Einzelhandel) teil. Ziel dieses Pilotprojektes war die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von transferfähigen Materialien zur Qualifizierung für die berufliche Selbständigkeit.Informationen zum Pilotprojekt aSE durch den Projektträger
Leonardo da Vinci-Projekt EUKONA Im Zeitraum von 2007 bis 2009 erfolgte die Teilnahme der Schule am Leonardo da Vinci-Projekt EUKONA (= Europäische Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften). Im Zuge der Projektteilnahme wurden umfangreiche Lehr-/Lernmaterialien zum nachhaltigen Wirtschaften entwickelt. Die Ergebnisse wurden in die internen Curricula implementiert und darüber hinaus in andere Bildungsgänge transferiert. Projektpartner waren u. a. das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen
BMBF-Projekt ZUKKER Im Zuge der Teilnahme (Laufzeit 2010–2012) am BMBF-Projekt ZUKKER (= Zukunftsfähige Kompetenzen für die Märkte von Morgen erwerben) wurden Lernmodule entwickelt, die eine Zusatzqualifizierung im Bereich Fairer Handel ermöglichen. Diese wurden mit Projektklassen erprobt, curricular verankert und anschließend anderen Bildungsinstitutionen zur Verfügung gestellt. Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet von der Leuphana Universität Lüneburg. Weiterer Projektpartner war die Impulse-Agentur aus Dortmund. durch die Leuphana Universität Lüneburg
Internes Projekt InFö-BS Bei einer geplanten Projektlaufzeit von 2011 bis 2014 stand beim berufsschulinternen Projekt InFö-BS (= Individuelle Förderung in Bildungsgängen der Berufsschule) die Entwicklung, Erprobung, Optimierung und Implementation bildungsgangspezifischer Konzepte für die individuelle Förderung der Schüler im Mittelpunkt.
BMBF-Projekt KONWIKA