Severiano „Seve“ Ballesteros (* 9. April 1957 in Pedreña, Kantabrien; † 7. Mai 2011 ebendaLa estrella más brillante se apagaDie Golf-Welt trägt Trauer: Ballesteros ist tot) war ein spanischer Profigolfer. Er gehört zu den „Big Five“, einer Gruppe von Weltklasse-Golfern, die alle innerhalb von zwölf Monaten geboren wurden, mindestens ein Major gewonnen und Europa im Ryder Cup konkurrenzfähig gemacht haben. Die anderen sind Nick Faldo, Bernhard Langer, Sandy Lyle und Ian Woosnam.

Leben Herkunft Ballesteros wuchs in einfachen Verhältnissen im ländlichen Norden Spaniens auf. Sein Vater war ein Landarbeiter, der auf den Feldern in der Nähe des Golfclubs arbeitete. Mit sieben Jahren begann Ballesteros mit dem Golfspiel und folgte damit dem Beispiel seines älteren Bruders Manuel. Anfangs hatte er nur einen Schläger, ein gekürztes Eisen 3. Damit übte er alle möglichen Schläge, auch aus schwierigen Lagen. Erst als sein Talent erkannt wurde, erhielt er die Möglichkeit, auf dem Privatclub in der Nähe seiner Heimatstadt zu spielen.

Erfolge als Profi Bereits im Alter von 16 Jahren wurde Ballesteros Profi und sorgte schnell für Aufsehen: 1976 wurde er bei den British Open gemeinsam mit Jack Nicklaus Zweiter hinter Johnny Miller. An diesem Turnier nahm auch der "legendäre" Maurice Flitcroft teil. Unter Ballesteros' mehr als 70 professionellen Turniersiegen sind drei Open Championship- (1979, 1984 und 1988) und zwei Masters-Siege (1980 und 1983). Im Ryder Cup spielte er achtmal und 1997 (in Valderrama) war er non-playing Captain des siegreichen europäischen Teams.

Für seine Karriere erhielt er etliche Auszeichnungen (Golfer of the Year), 1999 wurde er in die World Golf Hall of Fame aufgenommen und 2000 wurde er zum European Player of the Century und Deportista Español del Siglo gewählt. Er hat einen Ehrendoktortitel der University of St Andrews und einen Stadtschlüssel von Augusta erhalten.

Ballesteros hat die Seve Trophy ins Leben gerufen, ein Match zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa nach Vorbild des Ryder Cups. Außerdem hat er einige Golfplätze entworfen oder überarbeitet, so etwa den alten Plan-Bramois-Platz des Golf-Club Crans-sur-Sierre, der in der Folge nach ihm benannt wurde.

Mit 50 Turniersiegen hält er den Rekord auf der PGA European Tour.

Rücktritt 2007 verkündete er seinen offiziellen Rücktritt vom professionellen Turniergeschehen, nachdem ihn ständige Rückenschmerzen schon Jahre zuvor an regelmäßigen Teilnahmen gehindert hatten.

Im Oktober 2008 wurde bei Ballesteros bei einer Untersuchung in der La-Paz-Klinik in Madrid ein Gehirntumor diagnostiziert. Am 25. Juni 2009 gab Ballesteros bekannt, dass er den Krebs besiegt habe und ihm alles wie ein Wunder vorkomme. Am frühen Morgen des 7. Mai 2011 erlag Ballesteros in seiner Heimatstadt jedoch seiner Krankheit. Er hinterließ drei Kinder.

Charakteristische Spielweise Über seine gesamte Karriere waren lange, gerade Abschläge mit dem Driver nie seine Stärke. Beispielhaft stehen die British Open von 1979. Auf dem engen Platz in Royal Lytham, bekannt für schmale Spielbahnen und hohes Rough, traf er in den gesamten vier Runden lediglich achtmal mit dem Abschlag das Fairway.A. Barkow, D. Barret, P. Blais, B. Harig: Best of Golf. Beste Golfer – Plätze – Atemberaubende Momente. Albrecht Verlag, Seite 8. Durch sein überragendes kurzes Spiel, seine Kreativität und seinen Mut glich er diese Schwäche immer wieder aus. Die besagten British Open 1979 machten ihn im Alter von 22 Jahren als „Parkplatz-Champion“ berühmt. Am drittletzten Loch des Turniers verzog er den Abschlag etwa 25 Meter nach rechts auf den Parkplatz für die Fernsehteams. Der Schlag von dort auf das Grün und der anschließende Putt zum Birdie ermöglichten seinen ersten Major-Sieg. Einen Zusammenhang zwischen den Anfängen seines Spiels stellt Florian Haupt in der Welt her:

Resultate bei Major-Turnieren Tournament 1975 1976 1977 1978 1979Masters TournamentT33T18T12U.S. OpenT16CUTThe Open ChampionshipCUTT2T15T171PGA Championship

Tournament 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989Masters Tournament1CUTT31CUTT24T2T115U.S. OpenDQT41CUTT4T30T5T243T32T43The Open ChampionshipT19T39T13T61T39T6T501T77PGA ChampionshipT3313T275T32CUTT10CUTT12

Tournament 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999Masters TournamentT7T22T59T11T18T4543CUTCUTCUTU.S. OpenT33CUTT23CUTT18CUTThe Open ChampionshipCUTT9CUTT27T38T40CUTCUTCUTCUTPGA ChampionshipCUTT23CUTCUT

Tournament 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007Masters TournamentCUTCUTCUTCUTCUTU.S. OpenThe Open ChampionshipCUTCUTCUTPGA Championship

CUT = am Cut gescheitert DQ = Disqualifiziert "T" = geteilter Rang

Ehrungen Der Seve Ballesteros - Santander Airport wurde am 16. April 2015 nach ihm benannt.https://www.eldiariomontanes.es/cantabria/201504/16/parayas-llama-oficialmente-aeropuerto-20150416104406.htmlhttps://www.eldiariomontanes.es/20140423/local/cantabria-general/psoe-proponen-aeropuerto-parayas-201404231641.html

Siehe auch Liste der Sieger bei Golf-Major-Turnieren Liste der Weltranglistenersten im Herrengolf

Weblinks Offizielle Website Spielerprofil bei der European Tour Spielerprofil bei der PGA Tour (englisch) Ballesteros bei der World Golf Hall of Fame

Einzelnachweise

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