Ramón Ángel Díaz (genannt El Pelad; * 29. August 1959 in La Rioja) ist ein argentinischer Fußballspieler und -trainer. Seine aktive Karriere verbrachte er vor allem bei seinem Stammklub River Plate, aber auch in Italien, Frankreich und zum Karriereausklang in Japan. Mit Diego Maradona gewann er die Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1979, bei der er auch als Torschützenkönig erfolgreich war. Zudem nahm er mit dem Jahrhundertspieler an der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 teil, bei der den Argentiniern allerdings das Aus bereits in der Gruppenphase ereilte.

Nach seiner Karriere als aktiver trat er als langjähriger Trainer von River Plate in Erscheinung, übernahm aber auch das Traineramt bei den Klubs Oxford United, CA San Lorenzo oder Club América. Bei River Plate zählt er, die geholten Titel betrachtend, zu den erfolgreichsten Trainern in der mehr als 110-jährigen Vereinsgeschichte.

Bei den Anhängern von River Plate aber auch von CA San Lorenzo besitzt Ramón Díaz einen Kultstatus.Diego Maradona May Be Out As Argentina Football Manager (englisch), abgerufen am 4. Juni 2011

Vereinskarriere Karrierebeginn bei River Plate Nachdem er im Jahre 1959 in La Rioja in der gleichnamigen argentinischen Provinz geboren wurde, zog es Ramón Díaz noch in jungen Jahren in die Hauptstadt Buenos Aires, wo er beim lokalen Großklub River Plate, der bereits zu dieser Zeit als einer der großen Ausbildungsvereine in Argentinien galt, in dessen Jugendabteilung aufgenommen wurde. Dort wurde er vor allem durch den ehemaligen argentinischen Internationalen Norberto Yácono ausgebildet. Dieser war es auch, der das junge Offensivtalent Ramón Díaz an „die Maschine“ Ángel Labruna empfahl, der zu diesem Zeitpunkt die Herrenmannschaft des Klubs trainierte. Labruna nahm ihn deshalb auf Probe für die damals noch unter dem Namen Metropolitano ausgetragene erste Hälfte der Primera División in das Profiteam auf, wo er sogleich aufgrund seiner Leistungen auffiel. Sein Debüt in der höchsten argentinischen Fußballliga gab Díaz am 13. August 1978 bei einem 1:0-Erfolg über den CA Colón, ehe er nur vier Runden später, am 30. August 1978, bei einem 1:1-Remis gegen den Quilmes AC seinen ersten Treffer in einer Profiliga erzielte. Bis zum Saisonende brachte er es so auf insgesamt 14 Ligaauftritte und fünf Tore, musste aber die anschließende Nacional 1978, die zweite Saisonhälfte, wieder in den Jugendmannschaften verbringen. Erst in der Metro 1979 hatte der gelernte Stürmer seinen neuerlichen Durchbruch in den Profikader, wo der Angreifer in sechs absolvierten Partien drei Mal ins gegnerische Tor traf und zum Saisonende den Meistertitel gewann.

Auch in der darauffolgenden Nacional 1979 konnte das von Labruna trainierte Team brillieren und entschied die Meisterschaft aufgrund der Auswärtstorregel nach zwei Remis in den beiden Finalbegegnungen gegen die Unión de Santa Fe für sich. Díaz selbst wurde in den beiden Finalspielen ebenfalls eingesetzt und konnte bis zum Meisterschaftsende auf 16 Ligaeinsätze und neun erzielte Tore zurückblicken. In der Folgesaison, der Metro 1980, konnte Díaz seine Einsätze und seine Torgefährlichkeit noch weiter steigern, konnte aber mit 14 Treffern bei 27 Meisterschaftsauftritten bei weitem nicht an die Erfolge seines ehemaligen U-20- und seit dem Vorjahr auch A-Nationalteamkollegen Diego Maradona anschließen, der die Torschützenliste zu dieser Zeit klar dominierte. Dennoch setzte sich Díaz mit River Plate im Endklassement vor dem Maradona-Klub Argentinos Juniors durch und holte erneut den Meistertitel zu Gunsten der Millonarios in die Hauptstadt. Während die Erfolge im Schlussteil des Jahres 1980 ausblieben, agierte Ramón Díaz als einer der Stammakteure in der Angriffsreihe von River Plate, wobei er es bei 13 Auftritten acht Mal zum Torerfolg kam. In der Metro 1981 erzielte er in 30 Ligapartien 14 Tore.

Nach Erfolgen in der Heimat und der WM '82 nach Italien In der Nacional 1981 wurde erneut der Meistertitel gewonnen. Auf immerhin 17 Meisterschaftseinsätze, jedoch nur vier Treffer brachte es Díaz dabei bis zum Meisterschaftsende. Nachdem er mit seinem Heimatland an der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien teilgenommen hatte, dabei zumeist nur als Ersatz im Angriff der Argentinier diente und mit einem späten Tor im letzten Spiel gegen Brasilien seinen einzigen Treffer in Bewerb beisteuerte, wurden dennoch verschiedene europäische Vereine auf den eher kleinen Stürmer aufmerksam. Nach der WM verstärkte sich schließlich der italienische Erstligist SSC Neapel mit dem quirligen Linksfuß und zahlten für ihn eine kolportierte Ablösesumme von 1.430.000 US-Dollar. Gleich ab Saisonbeginn eingesetzt, erzielte dieser bereits am 26. September 1982, in der dritten Runde der laufenden Saison seinen ersten Treffer für die Neapolitaner bei einem 2:0-Heimerfolg über die US Catanzaro. Die Meisterschaft beendete er mit der Mannschaft auf dem zehnten Platz, nur zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt, wobei es Díaz selbst auf 25 Meisterschaftsspiele brachte und dabei drei Tore erzielte.

Über Neapel kam Díaz im Sommer 1983 ins nahegelegene Avellino, wo er von der US Avellino unter Vertrag genommen wurde und dort noch in seiner ersten Saison zum erfolgreichsten Torschützen des Teams avancierte. Nach 24 Einsätzen und sieben Toren beendete der Argentinier die Spielzeit 1983/84 auf dem 11. Tabellenrang. Auch in der Saison 1984/85 gelang dem Team, das nach dem Karriereende des Spielführers Salvatore Di Somma den ebenso erfahrenen Franco Colomba als Mannschaftskapitän bestimmte, erneut knapp der Klassenerhalt. Mit fünf Treffern in 27 Einsätzen war Díaz einer der erfolgreichsten Torschützen im Team der Kampanier. In der Saison 1985/86 steigerte der Linksfuß seine Torquote auf das Doppelte und kam bei ebenso vielen Einsätzen wie im Vorjahr auf zehn Treffer, wobei er es nicht nur zum besten Torschützen seines Teams brachte, sondern auch mehr als ein Drittel aller Tore seiner Mannschaft erzielte und es damit auch auf den fünften Platz in der ligaweiten Torschützenliste schaffte. Im Saisonverlauf reichte es allerdings erneut für einen elften Platz. Nachdem auch andere Stammkräfte zum Ende der Saison 1985/86 den Verein verließen und unter anderem der Brasilianer Dirceu und der Österreicher Walter Schachner als neue Offensivkräfte in den Kader geholt wurden, wechselte Díaz zur AC Florenz.

Stabilität bei der AC Florenz Bei den Florentinern schaffte er rasch den Durchbruch und agierte über die gesamte Spielzeit 1986/87 hinweg als Stammkraft, bis zum Saisonende brachte er es auf 29 Einsätze und zehn Tore. Zusammen mit seinem Landsmann Diego Maradona und dem Italiener Aldo Serena rangierte Díaz hinter Pietro Paolo Virdis, Gianluca Vialli und Alessandro Altobelli auf Rang 4 in der ligaweiten Torschützenliste. Anfangs unter Eugenio Bersellini im Einsatz, brachte erst Erfolgstrainer Sven-Göran Eriksson den Aufschwung beim Klub aus der Toskana. Durch diesen kam die Mannschaft in der auf 18 Team aufgestockten Liga bis auf den achten Rang vor und schied auch in der Coppa Italia 1987/88 erst knapp im Achtelfinale aus. Selbst kam Ramón Díaz auf eine Bilanz von 24 Ligaeinsätzen und sieben Toren. Dabei war er noch vor Roberto Baggio mit sechs Treffern der gefährlichste Torschütze im Kader der Florentiner. Nach zwei Jahren wechselte er im Sommer 1988 zum Großklub Inter Mailand. In Oberitalien brachte er es neben Spielern wie Aldo Serena, Nicola Berti Lothar Matthäus oder Andreas Brehme als Stammkraft auf insgesamt 33 Ligaauftritte, bei denen er zwölf Tore erzielte. Für die Mannschaft, die in der gesamten Saison 1988/89 nur zwei Niederlagen hinnehmen musste, reichte es am Ende der Saison mit einem Vorsprung von elf Punkten auf den Nächstplatzierten, die SSC Neapel, leicht für den Meistertitel in der höchsten italienischen Spielklasse. Während Serena, der Torschützenkönig der Saison (22 Tore), bei Inter Mailand verblieb, zog es den 1,72 m großen Argentinier für die darauffolgende Spielzeit nach Frankreich, nachdem er zu dieser Zeit bereits von verschiedenen Vereinen umworben wurde.

Wechsel nach Frankreich und Rückkehr in die Heimat Auch nach seinem Transfer zur AS Monaco, wo er sein Ligadebüt am 26. August 1989 bei einer 0:2-Niederlage gegen den SC Toulon gab, nahm die Offensivkraft bzw. die Torgefährlichkeit von Díaz nicht ab. Obgleich er 28 Ligaspiele absolvierte, war er neben anderen Offensivakteuren wie Fabrice Mège, George Weah, dem in der Spielzeit 1990/91 kaum eingesetzten Glenn Hoddle oder dem ebenfalls nur wenig zum Einsatz gekommenen Mark Hateley mit Abstand der erfolgreichste Torschütze der Monegassen in dieser Saison. Mit dem allgemein schwächelnden Youssouf Fofana, der bei 30 Einsätzen kein einziges Tor erzielte, bildete oftmals im Verlauf der Saison ein nur einseitig erfolgreiches Sturmduo. Vor allem Díaz und der Defensivabteilung der AS Monaco, die wenigstens Tore der gesamten Liga zuließ, war es zu verdanken, dass die Mannschaft zum Saisonende auf dem dritten Tabellenplatz rangierte und sich dadurch einen Startplatz in der ersten Runde des UEFA-Pokals 1990/91 sicherte. Noch davor nahm die Mannschaft als Pokalfinalist des Vorjahres am Europapokal der Pokalsieger 1989/90 teil, wo Díaz in sieben Partien eingesetzt wurde, zwei Mal traf und erst im Halbfinale gegen Sampdoria Genua vom laufenden Bewerb ausschied. Im anschließenden UEFA-Pokal 1990/91 setzte man den Argentinier in fünf Partien ein, in denen er immerhin zwei Tore erzielte, und mit der Mannschaft bis in die dritte Runde vorkam. Innerhalb der Liga erhöhte sich seine Einsatzzahl im Gegensatz zum Vorjahr, wobei er bereits in 32 von 38 möglich gewesenen Partien zum Einsatz kam und hierbei neun Treffer erzielte. Dabei war er nach dem 24-jährigen George Weah der zweiterfolgreichste Stürmer im Profikader der Monegassen. Parallel dazu wurde Díaz, der nach sechs Einsätzen und einem Treffer mit der Mannschaft den französischen Fußballpokal 1990/91 gewann, auch noch in einer Partie der B-Mannschaft mit Spielbetrieb in der drittklassigen Division 3 eingesetzt und zudem mit vier Punkten Rückstand auf Olympique Marseille Vizemeister der französischen Division 1.

Nach einer erfolgreichen Zeit in Frankreich kehrte der fast 32-Jährige nach zehn Jahren im Ausland wieder in seine Heimat und zu seinem einstigen Ausbildungsverein River Plate zurück, wo er vor allem mit seiner Auslandserfahrung profitierte. Bei seinen 17 Spielen, die ihr in der Torneo Apertura 1991 absolvierte, gelangen ihm gleich 14 Tore, womit er um drei Tore besser war als der Zweitplatzierte in der Torschützenliste, der Vélez-Sársfield-Stürmer Esteban González. Dies war auch das erste und gleichzeitig einzige Mal in seiner Karriere, dass Díaz die Torschützenkrone in seinem Heimatland erhielt. Zudem konnte er mit der Mannschaft auch noch die Apertura 1991 gewinnen und als Meister in die nachfolgende Torneo Clausura 1992 starten, in der er einmal mehr als Torschütze erfolgreich war. Bei 14 absolvierten Meisterschaftsspielen und sechs Treffern schaffte er es mit der Mannschaft allerdings lediglich auf den fünften Tabellenplatz im Endklassement. Die nachfolgende Torneo Apertura 1992 lief für alle Beteiligten von River Plate wiederum wesentlich erfolgreicher, als man hinter den Boca Juniors den Vizemeister stellte. Ramón Díaz wurde in der laufenden Saison in 17 Partien eingesetzt und kam dabei sieben Mal zum Torerfolg. Nur mehr wenige torlose Einsätze folgten in der Torneo Clausura 1993, ehe der einstige argentinische Internationale beschloss, seine Karriere gut bezahlt in Japan, in der neugegründeten J. League, ausklingen zu lassen.

Von Erfolg begleiteter Karriereausklang in Japan