mini|Loulou Gasté mit Ehefrau Line Renaud 1990 auf den Filmfestspielen in Cannes Loulou Gasté (* 18. März 1908 in Paris; † 8. Januar 1995 in Rueil-Malmaison, Département Hauts-de-Seine; vollständiger Name Louis Felix Pierre Marie Gasté) war ein französischer Jazzgitarrist und Komponist. Gasté komponierte in über 50 Jahren nahezu 1200 Lieder; einige davon avancierten zu internationalen Bestsellern.
Leben und Wirken Mit 21 Jahren schloss sich Gasté 1929 als Musiker Ray Ventura und dessen Orchester an. Während dieser Zeit als Orchestermusiker komponierte und arrangierte er für Ventura einige Stücke. Als Gitarrist arbeitete er in dieser Zeit unter anderem mit Philippe Brun, Django Reinhardt („St. Louis Blues“, 1937), Raymond Legrand, Noël Chiboust, Alex Renard und Michel Warlop.Tom Lord: Jazz Discography online 1945 machte Gasté die Bekanntschaft der Sängerin Line Renaud und heiratete sie fünf Jahre später.
Im Herbst 1956 komponierte Gasté das Chanson „Pour toi“ zu einem Text von Albert Simoni. Mit großem Erfolg sang dieses Lied Dario Moreno 1956 im Film Le Feux aux PoudreHenri Decoin (Regie): Dem Teufel ins Gesicht gespuckt 1956. 1974 sang der Brasilianer Morris Albert eine englische Version davon, die er zunächst als seine eigene Komposition ausgab: „Feelings“ erreichte die Top 5 in den USA und Großbritannien. Später sangen Ella Fitzgerald, Frank Sinatra, Sarah Vaughan und Mike Brant mit Erfolg jeweils eigene Versionen. Mike Brant spielte neben der englischen Version („Feelings“) auch eine französische Version ein. Auf die Ähnlichkeit stieß seine Frau Line Renaud, als sie Ende der 1970er Jahre in Los Angeles für einen Werbespot „Pour toi“ vorschlug und die Produzenten den Titel ablehnten, weil er wie „Feelings“ klinge. Gasté klagte daraufhin. Ein französisches Gericht wies seine Klage im April 1984 zunächst ab, weil es die Übereinstimmung für zufällig hielt. Ein Pariser Berufungsgericht hob diese Entscheidung Anfang 1986 auf und stellte fest, dass wesentliche Teile von „Feelings“ aus „Pour toi“ übernommen worden seien. Es sprach Gasté vorläufig 40.000 US-Dollar sowie die Hälfte der in Frankreich erzielten Musiktantiemen aus „Feelings“ und der französischen Coverversion „Dis lui“ zu, mit Geltung im gesamten Raum der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.Michael Way: Appeals Court Overturns ‚Feelings‘ Ruling. Finds for French Composer in Plagiarism Decision. In: Billboard. 1. Februar 1986, S. 9. In den Vereinigten Staaten sprach eine Jury Gasté rund 88 Prozent der Einnahmen Alberts und etwa 80 Prozent der Einnahmen des brasilianischen Verlags Fermata zu, der Court of Appeals for the Second Circuit bestätigte das Urteil am 22. Dezember 1988.Gaste v. Morris Kaiserman, 863 F.2d 1061 (2d Cir. 1988). In: Music Copyright Infringement Resource. George Washington University Law School, abgerufen am 14. August 2026. Roberto Blanco nahm 1997 eine deutsche Version unter dem Titel „Frei sein“ auf.
Loulou Gasté starb zehn Wochen vor seinem 87. Geburtstag am 8. Januar 1995 in Rueil-Malmaison und fand dort auch seine letzte Ruhestätte.
Zur Erinnerung an ihn nahm Biréli Lagrène 2023 das Musikalbum Biréli Lagrène Plays Loulou Gasté mit zwölf seiner Lieder auf.
Werke (Auswahl) Avec son Ukulele (Jacques Pills) Le chant du Gardian (Tino Rossi) Quand un Cowboy (Georges Guétary) Le porte bonheur (Jacques Hélian) Le rythme Américain (Lily Fayol) Un oiseau chante (Gisèle Pascal) Luna Park (Yves Montand) Nous deux (Line Renaud)
Einzelnachweise
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