Untersulzbach (fränkisch: Unda-sultsbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 187. Dort folgendermaßen transkribiert: „undəsúltsba“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Untersulzbach liegt in der Gemarkung Obersulzbach.

Geografie Durch das Dorf fließt der Sulzbach, ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat. Unmittelbar östlich mündet der Kümmelbach als linker Zufluss in den Sulzbach. Nordwestlich liegt das Waldgebiet Kleiner Lenker und im Nordosten der Große Lenker mit dem Langen Berg () und im Süden liegt der Kapellenwald. Die Kreisstraße AN 2 führt nach Obersulzbach (1,7 km westlich) bzw. nach Birkach (0,8 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Berndorf (1,3 km südwestlich).

Geschichte Der Ort wurde erstmals 1169 in einer Urkunde zusammen mit Obersulzbach als „in inferiori Sulzbach“ erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab, der seinen Namen aufgrund seines Salzgehaltes bekommen hat.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 187.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Untersulzbach neun Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (1 Hof, 1 Gut), das Stiftsamt Ansbach (4 Anwesen), das Herren von Crailsheim zu Rügland (2 Anwesen) und die Pfarrei Burgbernheim (1 Anwesen). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Vogtamt Birkenfels.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 3637. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 693.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Untersulzbach 10 Anwesen. Das Hochgericht übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogtamt Birkenfels. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Halbhof, 1 Köblergut; Stiftsamt Ansbach: 2 Halbhöfe, 1 Köblergut, 1 Gütlein, 1 Haus), das brandenburg-bayreuthische Schultheißenamt Markt Bergel (1 Halbhof) und das Rittergut Rügland (2 Köblergüter). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 920. Es gab zu dieser Zeit 12 Untertansfamilien, von denen 9 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 652. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1005.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Untersulzbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Obersulzbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Obersulzbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Rügland.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 972 und 1005.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Untersulzbach am 1. Mai 1978 nach Lehrberg eingemeindet.

Baudenkmal Haus Nr. 3: Eingeschossiges Fachwerk-Wohnstallhaus, Zwerchhaus, um 1840

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008Einwohner 60 59 64 72 71 55 65 84 59 50 31 42HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 15 15 12 12 13 12 12 13 Quelle

Religion Untersulzbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Maria (Obersulzbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Ersterwähnung 1169