Borsbach (fränkisch: BoaschbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 51. Dort folgendermaßen transkribiert: „bōʳschba“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Flachslanden im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Borsbach liegt in der Gemarkung Kettenhöfstetten.
Geografie Durch das Dorf fließt der Borsbach, ein linker Zufluss der Fränkischen Rezat. Unmittelbar nördlich des Orts mündet der Weihergraben als rechter Zufluss in den Borsbach und im Ort mündet der Schafweihergraben als linker Zufluss in den Borsbach. Im Süden liegt der Forst Birkenfels, 0,5 km nordwestlich das Kellerholz.
Die Kreisstraße AN 21 führt nach Birkenfels (1,7 km südöstlich) bzw. nach Flachslanden zur Staatsstraße 2253 (1,3 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an der Rangenmühle vorbei nach Kellern ebenfalls zur Staatsstraße 2253 (1,5 km westlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kettenhöfstetten zur AN 17 (1,5 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1342 als „Porspach“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Ortsnamens ist unklar. E. Fechter fand in diesem das mittelhochdeutsche Wort bôr (Trotz, Empörung), das heißt, der Ortsname verweist auf ein Ereignis, das an dieser Stelle stattgefunden und Empörung hervorgerufen hatte. Ernst Förstemann geht von dem Personennamen Bôr aus, deshalb zum Bach des Bôr.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 51.
Im Jahre 1470 erwarb das Kloster Heilsbronn einen Hof und die Langwiese von Kraft von Vestenberg zu Rosenberg durch Tausch. Schließlich wurden noch zwei weitere Höfe heilsbronnisch.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 325. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Borsbach zerstört und war für 20 Jahre völlig entvölkert.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Borsbach mit Rangenmühle eine Realgemeinde bestehend aus 22 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogtamt Birkenfels. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Vogtamt Birkenfels: 3 Halbhöfe, 2 Güter, 2 Gütlein, 3 Leerhäuser, Mühle; Vogtamt Flachslanden: 1 Hof, 3 Halbhöfe, 1 Gut, 2 Gütlein, 3 Leerhäuser, 1 Mühle). Neben diesen Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).So M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 841. Nach (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 427) gab es 21 Untertansfamilien, von denen 1 fremdherrisch gewesen sein soll.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 998.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Borsbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Flachslanden und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Flachslanden zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 24. August 1830 wurde Borsbach in die neu gebildete Gemeinde Kettenhöfstetten umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 948. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 wieder in den Markt Flachslanden eingegliedert.
Baudenkmäler In Borsbach gibt es zwei Baudenkmäler: Haus Nr. 1: ehemaliges markgräfliches Fischhaus, ein zweigeschossiger Bau des 18. Jahrhunderts mit profilierten Fensterrahmen, rustizierten Ecklisenen und Krüppelwalm ehemalige Mühle mit Scheune
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2011 2017 2022Einwohner 125 111 136 129 126 93 113 162 123 107 106 86 81 79HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 26 26 29 26 23 24 25 28 Quelle
Religion Boesbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Laurentius (Flachslanden) gepfarrt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 841. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Flachslanden) Kategorie:Ersterwähnung 1342