Thibaut Nicolas Marc Courtois (* 11. Mai 1992 in Bree) ist ein belgischer Fußballtorwart. Er steht bei Real Madrid unter Vertrag und ist belgischer Nationalspieler. Er gewann zwei Meisterschaften in der englischen Premier League und drei in der spanischen Primera División und wurde 2022 sowie 2024 mit Real Madrid Sieger der UEFA Champions League. Courtois gilt als einer der besten Torhüter seiner Generation, er wurde dreimal als Welttorhüter des Jahres ausgezeichnet.

Karriere Im Verein Jugend und KRC Genk Courtois kam als Sohn der belgischen Volleyballprofis Gitte und Thierry Courtois zur Welt. Anders als seine Geschwister entschied er sich, Fußball zu spielen und begann damit als Fünfjähriger beim Bilzen VV in der gleichnamigen Stadt, die sich südlich von Genk und ca. 40 km entfernt von Bree befindet. Dort blieb er drei Jahre und wechselte im Alter von acht Jahren in die Jugendabteilung des KRC Genk. Anfangs spielte er dort als linker Verteidiger und wurde nach eigenen Angaben erst in der Altersklasse der Zehn- bis Elfjährigen Torwart.

Sein Debüt im Tor der Profimannschaft gab er wenige Jahre später im Alter von 16 Jahren beim 2:2 am 17. April 2009 im Ligaspiel gegen die KAA Gent. Er war als einer von sechs Torhütern des Vereins in die Saison gestartet. Nachdem Logan Bailly und Sinan Bolat den Verein zur Winterpause verlassen hatten, Davino Verhulst zwischenzeitlich suspendiert worden und Sem Franssen verletzt war, erhielt er den Vorzug vor dem gleichaltrigen Koen Casteels und kam zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz. Es blieb sein Einziger bis zum Saisonende und auch darüber hinaus, denn er verbrachte die komplette Saison 2009/10 bei der zweiten Mannschaft des KRC Genk.

Zu Beginn der Saison 2010/11 hatte der damalige Trainer Franky Vercauteren erneut ein Torwartproblem, da Verhulst verletzt war und es Schwierigkeiten beim Transfer von László Köteles gab. Deshalb spielte Courtois zunächst sowohl in der Europa-League-Qualifikation gegen Inter Turku als auch in den ersten drei Ligaspielen. Nach diesen Spielen verlängerte er am 17. August 2010 seinen Vertrag bis 2014, obwohl ihm zuvor u. a. ein Angebot der TSG Hoffenheim vorgelegen haben soll. Zwei Tage danach verlor er mit Genk das Hinspiel der Europa-League-Play-offs mit 0:2 und das Rückspiel eine Woche später mit 2:4 gegen den FC Porto, der den Wettbewerb später gewann. Im weiteren Verlauf der Saison bestritt er alle 40 möglichen Ligaspiele und wurde mit Genk überraschend vor dem punktgleichen Standard Lüttich – die Anzahl der Punkte aus der regulären Saison war ausschlaggebend – belgischer Meister. Aufgrund seiner Leistungen während der Saison und insgesamt nur 39 Gegentreffern wurde er zu Belgiens Torhüter des Jahres gewählt und auch zum besten Spieler der Saison des KRC Genk.

Auf Leihbasis in Madrid mini|Thibaut Courtois im Trikot von Atlético Madrid (2013)

Im Juli 2011 erwarb der FC Chelsea für eine Ablösesumme von circa neun Millionen Euro die Transferrechte an Courtois und verlieh ihn direkt an Atlético Madrid. Dort sollte er Spielpraxis und Erfahrung sammeln, um später die Nachfolge von Petr Čech bei Chelsea anzutreten. Dazu äußerte sich der Torhüter und wird mit folgenden Worten zitiert:

Bei Atlético trat er die Nachfolge von David de Gea an, der zu Manchester United gewechselt war. Als neuer Stammtorhüter nahm er in seinen ersten Partien – in der Europa League gegen Vitória Guimarães und in den ersten vier von sechs der Liga – keine Gegentore hin. Auch in der Zeit von Januar bis Februar blieb er insgesamt 578 Minuten ohne Gegentor, ehe er beim 1:1-Unentschieden gegen Sporting Gijón überwunden wurde. Am Ende der Saison 2011/12 wurde er mit Atlético Tabellenfünfter und erreichte das Finale der UEFA Europa League. Im Finale traf er mit Madrid auf Athletic Bilbao und gewann mit 3:0. Kurz nach Gewinn der Europa League wurde die Leihe an Madrid um ein weiteres Jahr verlängert. Nach Ende der Sommerpause traf er am 31. August im UEFA Super Cup auf den Champions-League-Sieger, seinen eigentlichen Arbeitgeber, den FC Chelsea. Das Duell der beiden Europapokalsieger aus dem Vorjahr gewann er mit Atlético 4:1. In der Saison 2012/13 wurde Courtois mit seinem Team Dritter in der Liga und spanischer Pokalsieger. Im Finale schlug man den Stadtrivalen Real Madrid. Im Juni 2013 wurde das Leihgeschäft um ein drittes Jahr verlängert. 2013/14 gewann er mit Atletico erstmals die spanische Meisterschaft und wurde zum zweiten Mal als bester Torhüter der Liga ausgezeichnet. Im Halbfinale der Champions League traf er wieder auf Chelsea und gewann abermals (3:1), nachdem die UEFA klargestellt hatte, dass Chelsea keinerlei Einfluss auf den Einsatz Courtois’ nehmen dürfe, musste sich im Finale dem Stadtrivalen Real Madrid mit 1:4 (n. V.) beugen. In jenem Finale stand Atlético durch einen Treffer von Diego Godín bis wenige Sekunden vor dem Ende der Nachspielzeit vor dem ersten Champions-League-Titelgewinn seiner Vereinsgeschichte, konnte jedoch den Ausgleichstreffer durch Sergio Ramos per Kopf nach einem Eckstoß nicht verhindern. In der Verlängerung dieses Finals war Courtois auch bei den drei Toren von Real Madrid durch Gareth Bale, Marcelo und Cristiano Ronaldo machtlos.https://www.sport.de/fussball/uefa-champions-league/ma1799602/real-madrid_atletico-madrid/aufstellung/

FC Chelsea In der Saison 2014/15 stand Courtois erstmals im Kader des FC Chelsea. Dort setzte er sich zu Saisonbeginn gegen Petr Čech – seit zehn Jahren Stammtorhüter – durch und stand beim 3:1-Auswärtssieg gegen den FC Burnley am ersten Spieltag im Tor der Blues. Im September 2014 unterschrieb Courtois einen neuen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2019.Courtois signs new deal chelseafc.com. Abgerufen am 11. September 2014. (englisch) Am 1. März 2015 feierte er den Gewinn des League Cup nach dem Sieg über den Stadtrivalen Tottenham Hotspur, er selbst saß im Finale auf der Bank. Als weitere Titel mit dem Klub folgten der Gewinn der englischen Meisterschaft in den Jahren 2015 und 2017 sowie der des englischen Pokals in seinem letzten Jahr in London.

Rückkehr nach Madrid Zur Saison 2018/19 kehrte Courtois nach Madrid zurück und unterschrieb bei Real Madrid einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2024.Official announcement: Thibaut Courtois, realmadrid.com, 8. August 2018, abgerufen am 8. August 2018. 2020 wurde er unter Trainer Zinédine Zidane spanischer Meister. In der Saison 2020/21 stand er in allen 38 Ligaspielen im Tor sowie allen 12 Champions-League-Spielen und dem Halbfinale im Superpokal, was Real verlor. Lediglich im nationalen Pokal wurde er nicht eingesetzt. Am 16. August 2021 verlängerte Courtois seinen Vertrag bis zum Saisonende 2026. Am 28. Mai 2022 gewann er unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti die UEFA Champions League 2021/22. Im Finale besiegten die Madrilenen den FC Liverpool mit 1:0. Courtois wurde dabei zum Man of the Match gewählt und von der Presse als „unglaublicher Gigant“Courtois krönt Real Madrid, sueddeutsche.de, 29. Mai 2022, abgerufen am 29. Mai 2022, „herausragend“Courtois brilliert, Vinicius Junior trifft: Real Madrid ist Champions-League-Sieger, kicker.de, 28. Mai 2022, abgerufen am 29. Mai 2022 und „kolossal“»Für Liverpool war es ein Spiel zu viel«, spiegel.de, 29. Mai 2022, abgerufen am 29. Mai 2022 bezeichnet. In derselben Saison wurde er zum zweiten Mal spanischer Meister mit Real. Im Oktober 2022 wurde er von der Zeitschrift France Football mit der Jaschin-Trophäe als weltbester Torhüter des Jahres ausgezeichnet.Ballon d‘Or: Ergebnisse & Trophäen, sport1.de, 17. Oktober 2022, abgerufen am 31. Oktober 2022. Als Champions-League-Sieger der Vorsaison gewann er mit Real Madrid auch den Saison 2022/23 gegen Eintracht Frankfurt in Helsinki mit 2:0. In der Saison 2022/23 landeten Courtois und die Königlichen mit zehn Punkten Rückstände deutlich hinter dem FC Barcelona auf dem 2. Platz, konnten jedoch nach neun Jahren wieder die Copa del Rey durch einen 2:1-Finalsieg über den CA Osasuna gewinnen.https://sport.sky.de/fussball/real-madrid-vs-osasuna/spielbericht/481892 Courtois kam dabei in fünf Spielen inklusive des Finals zum Einsatz.https://www.transfermarkt.at/courtois/leistungsdaten/spieler/108390/saison/2022 Die Saison 2023/24 verlief für Real Madrid wieder erfolgreicher als die Vorsaison. Allerdings geschah dies zum größten Teil ohne Courtois zwischen den Pfosten, da er mit einem Kreuzbandriss fast die gesamte Saison aussetzen musste. Ihn vertraten im Tor Andriy Lunin und Kepa. Zunächst gewann Real die Supercopa de España durch ein 4:1 im Finale gegen den FC Barcelona und sicherte sich später in der Saison die Meisterschaft in der Saison 2023/24 mit zehn Punkten Vorsprung gegenüber dem FC Barcelona. Den Titel sicherten sie sich bereits am siebtletzten Spieltag durch einen 3:2-Heimsieg über den Meisterschaftskonkurrenten. Anschließend kehrte Courtois wieder zurück in den Kader und auch in das Tor von Real Madrid. In den vier Spielen der Premiera División blieb er ohne Gegentor, genau wie im Champions-League-Finale im Wembley-Stadion beim 2:0-Erfolg über Borussia Dortmund, welches sein erstes und einziges Spiel in dieser Champions-League-Saison war.https://www.realmadrid.com/de-DE/news/fussball/erste-mannshaft/latest-news/cinco-titulos-en-2024-18-12-2024 Nachdem er zum Ende der Saison 2023/24 wieder vollständig genesen war, hatte Courtois auch seinen alten Stammplatz in Tor der Königlichen wieder inne. Zu Beginn der Saison 2024/25 gewann er zwar mit Real Madrid gegen Atalanta Bergamo erneut den UEFA Super Cup, jedoch blieb dies der einzige Titelgewinn. In Finale der Supercopa de España unterlag man dem FC Barcelona mit 2:5 und landete auch in der Primera División hinter den Katalanen. Wettbewerbsübergreifend kam Courtois in 53 Spielen zum Einsatz.https://www.transfermarkt.at/courtois/leistungsdaten/spieler/108390/saison/2024 Courtois und Real Madrid konnten in der Saison 2025/26 keinen einzigen Titel gewinnen. Das Finale der Supercopa de España ging erneut an Barcelona verloren, dieses Mal mit 2:3. In der Premiera División landete man deutlich hinter dem FC Barcelona.

Im letzten Spiel der Ligaphase der UEFA Champions League kassierte Courtois von Anatolij Trubin, dem Torhüter von Benfica Lissabon, ein Kopfball-Gegentor. Trubin war in den Schlusssekunden des Spiels bei einem Freistoß mit nach vorne gegangen, da seine Mannschaft noch ein Tor zum Weiterkommen gegenüber Olympique Marseille brauchte und ermöglichte dadurch ein erneutes Aufeinandertreffen der beiden Vereine in den Playoffs, wo dieses Mal Real Madrid siegreich blieb und später bis ins Viertelfinale gegen den FC Bayern München kam. Dort fiel Courtois aufgrund eines Muskelrisses verletzt aus und seine Mannschaft verlor beide Spiele gegen die Münchener mit 1:2 und 3:4 und schied aus.https://www.transfermarkt.at/courtois/leistungsdaten/spieler/108390/saison/2025

In der Nationalmannschaft mini|Courtois bei der Weltmeisterschaft 2018

In den Jahren 2009 und 2010 bestritt Courtois vier Freundschaftsspiele für die belgische U-18-Auswahl. Im Jahr darauf wurde er für das Freundschaftsspiel gegen Slowenien erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen und gab wenig später gegen Frankreich sein Debüt. Dabei spielte er über die volle Länge und musste keinen Gegentreffer hinnehmen, das Spiel endete 0:0. In seinem zweiten Länderspiel gegen Montenegro zog er sich eine Knieverletzung zu, sodass er in der 50. Minute gegen Jean-François Gillet ausgewechselt werden musste. Wenige Monate später stand er aber gegen die Niederlande zum zweiten Mal über die volle Spielzeit und ist seitdem die Nummer 1 im belgischen Tor.