Die Rax (auf älteren Landkarten auch Raxalpe) ist ein Bergmassiv der Nördlichen Kalkalpen in der nördlichen Steiermark und im südlichen Niederösterreich. Die Rax erreicht ihren höchsten Punkt in der Heukuppe mit Sie ist Teil der Rax-Schneeberg-Gruppe und zählt zu den Wiener Hausbergen. Das stark verkarstete Gebirge besteht vorwiegend aus Wettersteinkalk und entwässert größtenteils unterirdisch. Das Bergmassiv umfasst den Großteil des Einzugsgebiets der I. Wiener Hochquellenwasserleitung. Durch Schutzhütten, ein großes Wegenetz und ein Wintersportgebiet ist die Rax für den Tourismus erschlossen.

Geografie mini|Südostseitige Ansicht der Rax. Im Vordergrund Hirschwang, etwas rechts der Bildmitte die Bergstation der Raxseilbahn und von der wiederum rechts der Sender Reichenau Raxalpe.

Lage und Landschaft Die Rax liegt etwa 85 km südwestlich von Wien, 60 km südlich von St. Pölten, gut 40 km westlich von Wiener Neustadt, 12 km nordwestlich des Semmering und 10 km nördlich von Mürzzuschlag. Die wichtigsten Talorte sind Reichenau an der Rax, Hirschwang an der Rax und Schwarzau im Gebirge, beiderseits des Höllentals der Schwarza, sowie Kapellen im oberen Mürztal und Altenberg an der Rax oberhalb davon. Der steirische Teil der Rax gehört zum Naturpark Mürzer Oberland.

Der Stock zieht sich über etwa 13 km von Südwesten in Richtung Nordosten und hat eine stark gegliederte Hochfläche von rund 34 km².; abgerufen am 2. Juni 2012 Die Gipfelflur steigt weit über die Baumgrenze und ist ein zertaltes Karstplateau.

Die Grundstücke auf der Rax gehören weitestgehend der Stadt Wien (ausgenommen z. B. das Hüttengrundstück des Ottohauses, das dem Alpenverein gehört, und die Grundstücke der Seilbahn).Amtliches öffentliches Grundbuch der Republik Österreich, Bezirksgericht Neunkirchen, Katastralgemeinde 23119 Klein- und Großau, Einlagezahlen 89, 169, 193 (Alpenverein), 242 (Seilbahn), 494, 513, 549. (Abgerufen am 6. November 2021).

Umgrenzung und benachbarte Gebirgsgruppen Nach der österreichischen Gebirgsgruppengliederung nach Trimmel hat die Gruppe die Nummer 1853 und gehört als Teilgruppe zu den Schneebergalpen (1850), einer Untergruppe der Niederösterreichischen Kalkalpen (1800). Die Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE) stellt sie in die Rax-Schneeberg-Gruppe der Nördlichen Ostalpen.

Sie umgrenzt sich nach Trimmel (von Norden im Uhrzeigersinn, Grenzzüge kursiv, Hoch- und Tiefpunkte mit Kote): im Nordosten Schwarza von Singerin abwärts durch das Höllental bis Preinerbachmündung () zwischen Hirschwang und Reichenau zum Schneeberg (1854) im Süden Preinerbach – Rettenbach über Edlach und Prein – Preiner Gscheid () – Raxenbach über Raxen bis Mündung (, oberhalb Kapellen) zum Gebiet westlich des Semmeringpasses (2861) im Nordwesten Altenberger Bach aufwärts über Altenberg – Naßkamm (Scharte ) – Reißbach bis Hinternaßwald zur Schneealpe (1851) im Norden Nassbach über Naßwald bis Singerin zum Sonnleitstein (1852)

Gliederung und Gipfel mini|Der höchste Punkt der Rax, die Heukuppe Der Hauptstock der Gruppe ist der der Heukuppe () im Südwesten, mit dem Gamseck () als westlichem Vorberg. Er streicht in Ost-West-Richtung.

Am Ostende setzt der Hauptgrat an, der sich zwischen dem Hochtal Krummtal und dem Großen Höllental, einem Nebental des Höllentals der Schwarza, nordnordostwärts über Predigtstuhl ( bzw. Die höchste, rundbuckelige Erhebung wird in der Josephinischen Landesaufnahme noch Lichtensternhöhe genannt, während der Predigtstuhl eigentlich die 3 m niedrigere, scharf abfallende Felswand knapp südöstlich davon zu sein scheint.) zum Dreimarkstein (), einem alten steirisch-österreichischen Grenzberg, zieht.

Am Dreimarkstein beginnt ein zweites Plateau, mit Bieskogel (), Waxriegel (), Scheibwaldhöhe () und etlichen anderen Gipfeln, das dann steil über den Kloben () und dessen Klobenwand ins Höllental abfällt und in einem Grat zum Naßtal den Großen Kesselgraben ostwärts umfasst.

Südlich des Großen Höllentals zieht ein Kamm über die Preinerwand () nach Reichenau, seine plateauartige Abdachung nach Nordwesten wird der Grünschacher genannt.Josef Rabl, S. 10f. Das Gebiet zum Höllental ist ebenfalls stark in Kämme und Tälchen gegliedert.

Die Heukuppe weist eine Dominanz von 12,1 km zum Klosterwappen auf. Die Schartenhöhe beträgt 992 m, Bezugspunkt ist der Lahnsattel.

Geologie mini|Das Große Höllental an der Nordostseite des Raxmassivs mit den Steilabbrüchen; im Hintergrund der westliche Teil des Schneebergmassivs mit den Fronbachwänden Der Raxstock ist aus Wettersteinkalk (früher „unterer Alpenkalk“) aufgebaut, einem stabilen und feinstrukturierten Kalkgestein, der die typischen mächtigen, steilflankigen Bergmassive der Kalkalpen aufbaut. Er ist ein in weiten Teilen ein Riffkalk, also ein altes Korallenriff, stammt aus dem Ladinium (mittlere Trias) und ist rund 230 Millionen Jahre alt.Harald Lobitzer: Bericht 1984/85 über fazielle Untersuchungen im Wettersteinkalk des Raxplateaus auf Blatt 104 Mürzzuschlag. In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. Band 129, Heft 2, 1986, , S. 411–413 (Artikel, pdf, geologie.ac.at). In den hangenden Bereichen (Grünschacher, Scheibwaldhöhe) ist der Wettersteinkalk jedoch gebankt (in Lagunen-Fazies) entwickelt, stellenweise auch als Wetterstein-Dolomit.Geologische österreichische Karte 1:50.000, Blatt 104 Mürzzuschlag. Bei der Auffaltung der Alpen ist der Raxstock nach Osten abgeglitten.

Der West- und Südrand des Massivs ist Werfen-Formation, unterlagert von Grauwackenzone, die gemeinsam eine hydrogeologische Sperrschicht darstellen, die von 700 m bei Naßwald auf 1300 m am Naßkamm ansteigt, am Preiner Gscheid noch auf derselben Höhe liegt und dann gegen Hirschwang wieder bis auf etwa 500 m Seehöhe abfällt. Diese Zone zieht sich wohl vollständig unter der Rax-Schneeberg-Gruppe durch.Hermann Stadler, Ralf Benischke, Elmar Strobl: Hydrogeologie Schneeberg/Rax. Endbericht. Studie des Instituts für WasserRessourcenManagement Hydrogeologie und Geophysik, im Auftrag der Stadt Wien MA31 (im Rahmen von KATER II), Graz, März 2008, insb. 3.1.6. Interpretation der hydrogeologischen Verhältnisse: 1. Geologischer Rahmen, S. 12 f und 2. Störungsmuster 13 f (, auf ccwaters.eu, abgerufen am 7. Mai 2015, dort Seitenzahl +1). Von Hinternaßwald über den unteren Kesselboden und das Kleine Höllental zieht sich eine Störung, die dem SEMP-System (Salzach–Enns–Mariazell–Puchberg-Lineament) zuordenbar ist, eine der fundamentalen Querverschiebungen der Ostalpen. Vom Preiner Gscheid über das Große Höllental läuft eine weitere Blattverschiebung durch das Massiv. Der Quellhorizont tritt zum einen um Hinternaßwald zutage (Übeltalquelle, Albertwiesquelle, Schütterlehnenquelle und die Reißtalquelle), zum anderen aber in den kräftigen Höllentalquellen (Schüttung bis 100.000 m³ täglich), die als „Hauptdrainage“ des Raxstocks gesehen werden können. Diese geologische Situation hat die I. Wiener Hochquellenwasserleitung, die alle diese Quellen sammelt und das Raxmassiv nordöstlich umrundet, möglich gemacht.

Auch sonst sind Naßtal und Höllental (dieses aber mehr auf der Schneebergseite) höhlenreich, ebenso das Hochplateau, besonders die Westabbrüche des Heukuppenstocks.

In der Eiszeit war die Rax teilweise vergletschert, ausgedehnte Moränen finden sich vor allem am westlichen Grünschacher. Der Seeweg folgt im Westen überwiegend genau dem östlichsten Seitenmoränenwall, der auch das mittlerweile ausgetrocknete Seelein bei der ehemaligen Alten Seehütte aufstaute.

Naturschutz mini|Österreich-Kranzenzian (Gentianella austriaca) auf dem Raxplateau. Im Hintergrund der Schneeberg. Die Raxalpe ist Teil des Europaschutzgebietes Nordöstliche Randalpen: Hohe Wand–Schneeberg–Rax und des Landschaftsschutzgebietes Rax–Schneeberg in Niederösterreich sowie des Landschaftsschutzgebietes Veitsch–Schneealpe–Raxalpe und des Naturparks Mürzer Oberland in der Steiermark. Außerdem ist das ganze Massiv Wasserschongebiet Rax–Schneeberg–Schneealpe.

Klima

Geschichte Der Name Rax (aus Raxalpe nach dem Ort Raxen) leitet sich von einer rahse (rau, schütter bewachsenen) Fläche (1327 Rechsen, mundartlich Rachsen) ab.Heinz-Dieter Pohl: Österreichische Bergnamen, Onoma 33 (1997) 131–151

Die erste bekannte alpinistische Besteigung fand um 1575 durch den Botaniker Charles de l’Écluse statt.

Alpinhistorisch wichtig ist das Erscheinen des ersten Raxführers 1894, in dem der Autor Fritz Benesch den Versuch unternahm, mit einer „Vergleichsweisen Rangeinteilung der Steige nach ihrer Schwierigkeit“ die erste alpine Schwierigkeitsbewertung zu definieren. Diese Benesch-Skala hatte sieben Schwierigkeitsstufen, I war am schwierigsten, VII am leichtesten.Kurt Schall, Harald Braun, Alfred Kapfenberger: Schneeberg und Raxalpe. 1. Auflage. Verlag Kurt Schall, Wien 1989, OBV (da ISBN unrichtig). (Abschnitt Schneeberg und Rax – vorgestern und gestern von Karl Lukan). Die Raxalpe gilt auch als Geburtsstätte der Wiener Alpinschule. Die Rax war durch viele Jahrzehnte Refugium und Klettergebiet von Viktor Frankl. Mehrere Klettersteige sowie eine Straße in Reichenau tragen seinen Namen. mini|Talstation der Raxseilbahn; erste Personen-Seilbahn in Österreich (1926) Durch ein Lawinenunglück mit drei Todesopfern im Jahr 1896 wurde die Gründung des Alpinen Rettungsausschusses Wien inspiriert, des ersten Bergrettungsdiensts der Welt.

Durch die Raxseilbahn in Hirschwang, die die erste touristische Seilbahn auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich war (Baubeginn 1925), ist das weitläufige Hochplateau der Rax ein leicht erreichbares Ausflugsgebiet. Viele der Steige sind vom Österreichischen Alpenverein und den Naturfreunden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut worden. Die steilen Flanken des Plateaus können heute über eine Vielzahl von Klettersteigen in verschiedensten Schwierigkeitsgraden bezwungen werden.

1963 veröffentlichte Georg Kreisler das skurrile Chanson vom Max auf der Rax.

Erschließung, Tourismus und Sehenswürdigkeiten Basisdaten Anzahl der Liftanlagen: 1 Anzahl der Pistenkilometer: 0 km (keine präparierten Pisten) Tiefstgelegener Punkt des Skigebietes: Höchstgelegener Punkt des Skigebietes: Durch die Seilbahn ist der Berg vor allem bei Ausflüglern aus Niederösterreich und Wien sehr beliebt. Er ist aber auch für Bergsteiger – Gipfelfahrten wie anspruchsvolle Überschreitungen – und auch für Kletterer interessant.

Wintersport auf der Rax Die Strecke von der Bergstation zum Otto-Schutzhaus ist auch im Winter sehr beliebt, auf ihr kann man auch ohne Hilfsmittel im Schnee wandern. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zum Rodeln, Crossbladen, oder eine Fahrt mit dem RuckXBob (Schlitten, Bob und Rucksack in einem) vorzunehmen.

Von der Bergstation über das Hochplateau bestehen Möglichkeiten zum Skitourengehen und Schneeschuhwandern in einem relativ lawinensicheren Gebiet. Das Hochplateau mit seinen Höhenunterschieden und die relative Schneesicherheit bieten eine sehr gute Übungsmöglichkeit für Anfänger und leichte Fortgeschrittene. Vor allem im Winter wird die Rax gerne in Kombination aus Wanderung und Schneeschuhwanderung bzw. Schitour bestiegen.

Bis zur Saison 2017/18 gab es auf der Rax in der Nähe der Bergstation – zusätzlich zur Seilbahn – durch einen am Hochplateau gelegenen Schlepplift ein kleines, für niederösterreichische Verhältnisse jedoch recht schneesicheres Schigebiet. Der Betrieb des Schleppliftes wurde danach eingestellt. Schiabfahrten vom Hochplateau der Rax in die umliegenden Täler sind möglich, diese Abfahrten sind aber nicht präpariert und für Ungeübte nicht empfehlenswert.

Hütten im Raxalpengebiet

Anton-Zimmermann-Hütte () Am oberen Naßkamm (Gamsecksteig) im Westen der Rax. Ehemals offene Unterstandshütte, die seit März 2011 wegen Einsturzgefahr gesperrt warAlpine Gesellschaft Gamsecker; abgerufen am 4. Juni 2012 und 2018 abgetragen wurde. Gamseckerhütte () Am oberen Naßkamm (Gamsecksteig) in im Westen der Rax; privat und nicht bewirtschaftet. Gloggnitzer Hütte ()