Anfelden ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Oberdachstetten im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Das Dorf befindet sich am südlichen Rand der Frankenhöhe. Durch den Ort fließt der Grundgraben, ein rechter Zufluss des Egelbachs, der wiederum ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. 1 km südlich im Waldgebiet Löchlein erhebt sich der Landsknecht (). 0,5 km westlich liegen die Waldgebiete Kohlbrunnenschlag und Dachsschlag, 0,5 km nördlich der Hartschlag. Zwischen Hartschlag und Kohlbrunnenschlag befindet sich das Naturschutzgebiet Weiherboden.
Die Staatsstraße 2245 führt nach Oberdachstetten zur B 13 (1,3 km östlich) bzw. an Oberhegenau vorbei zur Staatsstraße 2250 bei Unterfelden (5,5 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt ebenfalls zur B 13 (1 km nördlich).
Gemarkung Die Gemarkung Anfelden hat eine Fläche von 3,331 km². Sie ist in 386 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8630,57 m² haben.
Geschichte Der Ort wurde 1291 als „Anevelth“ erstmals urkundlich erwähnt.R. Krusche: Am Ursprung der Rezat. Historisches von und um Oberdachstetten, S. 194.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Anfelden 22 Anwesen (1 Hof, 6 Halbhöfe, 9 Köblergüter, 1 Söldengütlein, 2 halbe Köblergüter, 2 Leerhäuser, 1 Wirtschaft) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Stiftsamt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 828. Es gab 20 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 86.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.
1806 kam Anfelden an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Anfelden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Oberdachstetten und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Oberdachstetten zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Anfelden. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Von 1862 bis 1879 gehörte Anfelden zum Bezirksamt Ansbach, von 1880 bis 1972 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, ab 1880 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt), das seit 1973 eine Zweigstelle des Finanzamtes Ansbach ist.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 976 f. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 3,357 km².
Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Oberdachstetten eingemeindet und kam zugleich an den Landkreis Ansbach.
Baudenkmäler In Anfelden gibt es fünf Baudenkmäler: Haus Nr. 8: eingeschossiges Fachwerkwohnstallhaus, Krüppelwalm, 18. Jahrhundert Kelleranlage bei Haus Nr. 30: Quadermauerwerk, Eingänge 18./19. Jahrhundert Zwei Steinkreuze in Richtung Oberfelden und an der Straßenkreuzung Anfelden-Oberfelden-Poppenbach: spätmittelalterlich, Sandstein.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Anfelden gibt es zwei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905Einwohner 125 115 134 128 112 109 114 121 120 131 119 113 125 124HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 27 25 26 25 25 26 Quelle
Jahr 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2006 2015 2019Einwohner 128 128 122 104 121 183 188 179 113 101 92 97 95 111Häuser 24 24 23 24 Quelle
Religion Anfelden ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Oberdachstetten) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Oberdachstetten) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1291 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach