Die Frauenkirche (München) verfügt über insgesamt vier Orgeln, die alle von der Werkstatt Jann aus Allkofen (Laberweinting/Niederbayern) erbaut wurden.
Die Hauptorgel (1994) auf der Westempore und die Chororgel (Andreasorgel) (1993) auf einer Seitenempore im südlichen Seitenschiff bilden eine Orgelanlage, die mit 131 Registern zu den größten Orgeln in Deutschland gehört. In der Sakramentskapelle befindet sich eine Orgel, die ausschließlich aus Holzpfeifen besteht. Außerdem gibt es im Dom ein Truhenpositiv (1981).
Mit dem Einbau eines Marmorfußbodens während der Domrenovierung 1990 bis 1994 vergrößerte sich der Nachhall auf 11′ Sekunden.
Hauptorgel mini|Ansicht von der Empore mini|Der bewegliche elektrische Spieltisch auf der unteren Empore mini|Der mechanische Spieltisch auf der oberen Empore mini|Werkaufteilung der Orgel mini|C-Seite des Hauptwerks (links) und des Positivs (rechts)
1880 erbaute die Firma Steinmeyer ihr Opus 200, eine Orgel mit drei Manualen und 54 Registern, auf der Westempore.
Die Hauptorgel, die 1994 von Georg Jann erbaut wurde, ersetzt eine viermanualige Orgel mit 79 Registern der Werkstatt Josef Zeilhuber aus dem Jahre 1957Jann Opus 199, München, Liebfrauendom, Hauptorgel. www.jannorgelbau.com. Aufgerufen am 1. Februar 2018. und ist die sechste in der Geschichte der Kirche. Die Hauptorgel hat 95 Register (mit 7165 Pfeifen) auf vier Manualen und Pedal und ist sowohl von einem Spieltisch mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur (hinter dem Rückpositiv, obere Empore) als auch einem identischen beweglichen Spieltisch auf der unteren Chorempore (sowie, per Walze, von der Chororgel) aus spielbar. Zusätzlich gibt es ein Chamadewerk mit fünf Registern, das jedem Manual und dem Pedal frei zugeteilt werden kann. Außerdem verfügt das Instrument über drei Neben- und Effektregister: ein Glockenspiel mit 39 Schalenglocken, ein Carillon mit 30 Röhrenglocken sowie einen Zimbelstern. Die Gestaltung des Gehäuses der neuen Hauptorgel wurde von dem Konzept der während des 2. Weltkrieges ausgelagerten Stellwagen-Orgel in St. Marien zu Stralsund angeregt, nachdem Jann in den 1950er Jahren an ihrem Wiederaufbau mitwirkte.
I Rückpositiv C–a31. Quintade 16′2. Praestant 8′3. Voce umana (ab c0) 8′4. Rohrflöte 8′5. Quintade 8′6. Octave 4′7. Hohlflöte 4′8. Sesquialtera II ′ + ′9. Superoctave 2′10. Flautino 2′11. Quinte ′12. Sifflöte 1′13. Scharff IV–VI 1′14. Cymbel III ′15. Trompette 8′16. Cromorne 8′17. ClaironAb gis2 labial. 4′ Tremulant II Hauptwerk C–a318. Praestant 16′19. Gedeckt 16′20. Octave I–IIAb c1 2-fach. 8′21. Gambe 8′22. Flûte harmonique 8′23. Quinte ′24. Octave I–II 4′25. Flauto 4′26. Terz ′27. Quinte ′28. Octave I–II 2′29. Mixtur major VI–VIII 2′30. Mixtur minor IV 1′31. Cornet VAb C 4-fach; ab f0 5-fach (+ 8'). 8′32. Trompete 16′33. Trompete 8′34. HornDurchschlagend. Seit 2005/2006 im Hauptwerk, anstelle von Vox humana 8', die im Schwellwerk aufgestellt wurde. 8′ Tremulant III Positiv C–a335. Gemshorn 16′36. Praestant 8′37. Bourdon 8′38. Octave 4′39. Blockflöte 4′40. Nazard ′41. Doublette 2′42. Tierce ′43. Larigot ′44. Mixtur V ′45. Oberton II2005/2006, anstelle von Cymbel III 2/3' (1994). ′ + ′46. Dulcian 16′47. Schalmey 8′48. Clarinette 8′ Tremulant Glockenspiel (c1–d3) Carillon (C–f2)Aus dem IV. Manual. IV Schwellwerk C–a349. Gambe 16′50. Bourdon 16′51. Diapason 8′52. Flûte traversière 8′53. Bourdon 8′54. Aeoline 8′55. Salicional 8′56. Unda maris (ab A) 8′57. Octave 4′58. Flûte octaviante 4′59. Nachthorn 4′60. Viola 4′61. Quinte ′62. Octavin 2′63. Tierce ′64. Piccolo 1′65. Progressio harm. II–V ′66. Plein-jeu IV 2′67. Basson 16′68. Trompette harmonique 8′69. Hautbois 8′70. Vox humanaSeit 2005/2006 im Schwellwerk, anstelle von Horn 8', das im Hauptwerk aufgestellt wurde. 8′71. Clairon harmoniqueRepetiert ab gis2 in 8'. 4′ Tremulant Carillon (C–f2)Auch auf dem III. Manual spielbar. Chamadewerk C–a3Jedem Manual und dem Pedal frei zuteilbar.72. Chamade 16′73. ChamadeAb g3 labial. 8′74. Tuba 8′75. Trompeta quintaRepetiert ab gis2 in ′. ′76. ClaironRepetiert ab gis2 in 8'. 4′ Pedal C–f177. PrincipalbaßAb D im Prospekt 32′78. Violonbaß 32′79. Principal 16′80. Violon 16′81. Subbaß 16′82. Quinte ′83. Octave 8′84. Baßflöte 8′85. Cello 8′86. Octave 4′87. Offenflöte 4′88. Bauernflöte 2′89. Hintersatz IV ′90. Baßmixtur VI 2′91. Bombarde 32′92. Posaune 16′93. Fagott 16′94. Trompete 8′95. Feldtrompete 4′ Koppeln: Manual- und Pedalkoppeln: III/I, IV/I, I/II, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P. OktavkoppelnMitte der 1990er Jahre hinzugefügt.: II/II, IV/II, IV/IV, III/P, IV/P. Suboktavkoppeln: II/II, IV/II, IV/IV. Chamadenkoppeln: an I, II, III, IV und P; Chamaden Suboctave, Chamaden Superoctave. Zusätzliche Koppeln für die Chororgel in den beiden Hauptspieltischen: OW an I, BW an I. Spielhilfen: Setzeranlage mit 6.400 Speicherplätzen2005/2006 Einbau einer neuen Setzeranlage; ursprünglich (1994) 128 Kombinationen., Sequenzer vor- und rückwärts, Tutti, Piston „Walze an“, CrescendowalzeEnthält nicht die Chororgel und das Chamadewerk., Schwelltritt, Einzelabsteller für die Zungen, Hauptorgel ab2005/2006, anstelle der ursprünglichen Schalterbelegung "Schweller Hauptorgel ab"., Chororgel ab2005/2006, anstelle der ursprünglichen Schalterbelegung "Schweller Chororgel ab"., Koppeln als Registerwippen und Pistons in Wechselwirkung. Winddrücke: von 75 mm WS für das Rückpositiv sowie für den Baß des Hauptwerks bis 160 mm WS für die Chamaden und die 32 Fuß-Pfeifen Anmerkungen:
Chororgel (Andreasorgel) mini|Chororgel mini|Spieltisch der Andreasorgel Die dreimanualige Chor- oder Andreasorgel mit 36 Registern wurde 1993 erbautJann Opus 197, München, Liebfrauendom, Chororgel. www.jannorgelbau.com. Aufgerufen am 1. Februar 2018. und befindet sich im südlichen Seitenschiff auf Höhe der Stufen zum Altarraum. Sie verfügt über einen mechanischen Spielschrank, ist durch Lichtwellenleiter mit der Hauptorgel verbunden und kann deshalb auch von der Westempore aus gespielt werden. Ebenso ist die Hauptorgel (über die Crescendowalze) auch vom Spieltisch der Chororgel aus spielbar. Die Chororgel verfügt über einen Cymbelstern als zusätzliches Effektregister. Die römischen Ziffern in Klammern geben an, von welchem Manual des Hauptspieltisches aus das entsprechende Manualwerk der Chororgel aus anspielbar ist.
I (II) Hauptwerk C–a3 1. Principal 16′ 2. Principal 8′ 3. Bourdon 8′ 4. Octave 4′ 5. Quinte ′ 6. Superoctave 2′ 7. Cornett VAb f0. 8′ 8. Mixtur VI ′ 9. TrompeteAb dis3 labial. 8′ 10. ClaironAb dis2 labial. 4′ II (III) Oberwerk C–a3 11. Principal 8′ 12. Rohrflöte 8′ 13. Octave 4′ 14. Blockflöte 4′ 15. Nasat ′ 16. Flautino 2′ 17. Terz ′ 18. Scharff IV 1′ 19. Dulcian 16′ 20. OboeAb dis3 labial. 8′ Tremulant III (IV) Brustwerk C–a3 (schwellbar) 21. Holzgedackt 8′ 22. Salicional 8′ 23. Holzflöte 4′ 24. Principal 2′ 25. Quinte ′ 26. Cymbel III ′ 27. Cromorne 8′ Tremulant Cymbelstern Pedal C–f1 28. PrincipalC–H gemeinsam mit Principal 16' I. Manual. 16′ 29. Subbass 16′ 30. Octavbaß 8′ 31. Gedecktbaß 8′ 32. Nachthorn 4′ 33. Hintersatz IV ′ 34. Bombarde 16′ 35. Posaune 8′ 36. Zinke 4′ Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P. Spielhilfen: Setzeranlage mit 64 Speicherplätzen, Sequenzer vor- und rückwärts, Crescendowalze, Schwelltritt, Pistons „Walze Chororgel an“ und „Walze Hauptorgel an“, Koppeln als Züge und Pistons in Wechselwirkung. Anmerkungen:
Orgel in der Sakramentskapelle mini|Orgel in der Sakramentskapelle mini|Spieltisch (Sakramentskapelle) Die zweimanualige Orgel mit elf Registern (ausschließlich Holzpfeifen) und elektrischer Spiel- und Registertraktur wurde im Jahre 1985 erbautJann Opus 108, München, Liebfrauendom, Sakramentskapelle. www.jannorgelbau.com. Aufgerufen am 1. Februar 2018. und befindet sich in der Sakramentskapelle des Domes.
I Manual C–g3 1. Principalfichte 8′ 2. Birnenflöte 4′ 3. Nußhörnchen ′ 4. KirschpfeifeUrsprünglich im II. Manual, seit 2006 im I. Manual, anstelle von Buchenterz ′ (1985). 2′ 5. Palisandercymbel II II Manual C–g3 6. Gedackteiche 8′ 7. OregonalNeues Register (2006) aus Oregon-Eiche, anstelle von Kirschpfeife 2', die ins I. Manual versetzt wurde. 8′ 8. Rohrahorn 4′ 9. DulzianaIm Prospekt. 8′ Tremulant Pedal C–f1 10. Subbaß 16′ 11. Baßkiefer 8′ Koppeln: Oberoktav II/P, II/P, I/P Anmerkungen:
Truhenpositiv Das einmanualige transportable Truhenpositiv mit fünf Registern wurde 1981 erbautJann Opus 55, München, Dom, Truhenorgel. www.jannorgelbau.com. Aufgerufen am 1. Februar 2018.: Manual C–d3 Bass: C–b0 / Diskant: h0–d3Holzflöte B/D 8′Rohrflöte B/D 4′Prinzipal B/D 2′Sesquialtera II (ab h0) Mixtur II–III Tremulant
Zeilhuber-Orgel mini|Spieltisch der Zeilhuber-Orgel Die Vorgängerorgel war eine Orgelanlage vom Orgelbauer Josef Zeilhuber (Altstädten) aus dem Jahre 1957, welche über 107 Register auf vier Manualen und Pedal (Kegelladen mit elektropneumatischer Traktur) verfügte. Die Hauptorgel ist derzeit im Orgelzentrum Valley eingelagert.Kultur- und Orgelzentrum Altes Schloss Valley. Aufgerufen am 1. Februar 2018. Sie hat folgende Disposition:
I Rückpositiv C–a3Praestant 8′Holzgedackt 8′Quintadena 8′Oktave 4′Gemshorn 4′Geigendprinzipal 2′Mixtur IV ′Quintzimbel II ′Trompetenregal 8′ II Hauptwerk C–a3Prinzipal 16′Gedacktpommer 16′Oktave 8′Offenflöte 8′Grobgedackt 8′Gemshorn 8′Oktave 4′Spitzoktave 4′Koppelflöte 4′Nasat ′Oktave 2′Oktave 1′Kornett VIII 8′Mixtura major VI-VII 2′Mixtura minor IV-V ′Trombone 16′Trompete 8′Trompete 4′ III Oberwerk C–a3Kupferprinzipal 8′Spitzflöte 8′Rohrgedackt 8′Singend Oktave 4′Blockflöte 4′Quintadena 4′Hohlpfeife 2′Kleinquinte ′Nachthorn 1′Sesquialtera II ′Scharf V 1′Terzzimbel III-IV′Rankett 16′Krummhorn 8′Tremulant IV Schwellwerk C–a3Gedackt 16′Prinzipal 8′Metallflöte 8′Dulzgedackt 8′Gamba 8′Streicherschwebung 8′Italienischer Prinzipal 4′Rohrpfeife 4′Salicet 4′Quintflöte ′Oktave 2′Mixtur VI ′Terzzimbel III-IV ′Basson 16′Helle Trompete 8′Oboe 8′Feldtrompete4′Tremulant Pedalwerk C–f1Majorbass 32′Prinzipalbass 16′Subbass 16′Gemshornbass 16Violonbass 16′Großquinte ′Oktavbass 8′Gedacktbass 8′Streichbass 8′Quinte ′Choralbass 4′Spitzgedackt 4′Flachflöte 2′Obertöne VI ′Pedalmixtur VIII ′Kontratuba 32′Posaune 16′Dulzian 16′Trompete 8′Klarine 4′Singend Cornet 2′
Zeilhuber-Chororgel Die Chororgel von Zeilhuber befindet sich jetzt in der Kirche St. Katharina von Siena in München. Sie wurde dort mit der ursprünglichen Disposition wieder aufgestellt.
I Hauptwerk C–a3 Italienisch Prinzipal 8′ Flötgedackt 8′ Waldflöte 8′ Oktave 4′ Spillpfeife 4′ Schwiegel 2′ Mixtur V–VI ′ Zimbel III ′ Englisch Horn 16′ Trompete 8′ II Nebenwerk C–a3 Rohrgedackt 16′ Copula 8′ Viol 8′ Jubalflöte 4′ Prinzipal 2′ Quinte ′ Scharfmixtur V 1′ Horn 8′ Schweizertrompete 4′ Pedal C–f1 Contrabaß 16′ Untersatz 16′ Gedacktbaß 16′ Oktavbaß 8′ Pommer 4′ Nachthorn 2′ Rauschbaß V–VI ′ Bombarde 16′ Fagott 8′
Koppeln: Normalkoppeln Spielhilfen: 1 freie Kombination Tutti, Zungen ab Bemerkungen: Kegellade, elektrische Spiel- und Registertraktur
Weblinks Beschreibungen der Orgeln im Münchner Dom auf der Webseite des Domorganisten Hans Leitner Porträt der Firma Zeilhuber mit Szenen über die Domorgel von 1957 auf BR Retro
Literatur Lehrndorfer, Franz (Hg.): Das Orgelwerk im Münchner Dom Zu Unserer Lieben Frau. München: Dompfarramt Zu Unserer Lieben Frau, 1994. Leitner, Hans: Die Orgeln der Münchner Frauenkirche und ihre Organisten. In: Der Dom Zu Unserer Lieben Frau in München (= Großer Kunstführer Schnell & Steiner, Band 235), hg. v. Peter Pfister, S. 69–73. Regensburg: Schnell & Steiner, 2008.
Quellen und Einzelnachweise
Munchen, Frauenkirche (Munchen) Kategorie:Musik (München) Muenchen Kategorie:Frauenkirche (München)