mini|Aschau und OT Hohenaschau im Tal der Prien mit der Kampenwand Aschau im Chiemgau (amtlich: Aschau i.Chiemgau) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim mit den beiden Hauptortsteilen Aschau und Sachrang. Überragt wird der Fremdenverkehrsort von der 1669 Meter hohen Kampenwand (Chiemgauer Alpen) und dem mitten im Priental thronenden Schloss Hohenaschau aus dem 12. Jahrhundert.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt rund 23 km südöstlich von Rosenheim, zwölf Kilometer südlich von Prien am Chiemsee, 32 km südwestlich von Traunstein und 28 km nördlich von Kufstein, wobei die Grenze zu Österreich (Tirol) lediglich 13 Kilometer von der Ortsmitte entfernt ist. Aschau ist Endpunkt der Chiemgaubahn von Prien am Chiemsee, überdies befindet sich im Ortsteil Hohenaschau die Talstation der Kampenwandbahn.
Nachbargemeinden
Gemeindegliederung
Die Gemeinde besteht aus 44 Gemeindeteilen:
Natur Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet: Naturschutzgebiet Geigelstein (NSG-00384.01) Landschaftsschutzgebiet Inschutznahme des Bärnsees und seiner Umgebung als LSG (LSG-00144.01) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Hochriesgebiet und Hangwälder im Aschauer Tal (8239-371) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Geigelstein und Achentaldurchbruch (8239-372) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Bärnseemoor (8240-302) Vogelschutzgebiet (Vogelschutzrichtlinie der EU) Geigelstein (8239-401)
Des Weiteren gibt es im Gemeindegebiet 25 Geotope.
Bärnsee Von der Ortsmitte etwa vier Kilometer entfernt, erstreckt sich im Nordosten das Landschaftsschutzgebiet Bärnsee. Dieser See ist umgeben von einer wilden Hochmoorlandschaft (Aschauer Fuizn) und steht aufgrund seiner artenreichen Flora und Fauna unter Landschaftsschutz. Neuerdings ist hier auch der Biber beheimatet. Durch das Moor führt ein Wanderweg. Ebenfalls am Bärnsee gibt es das FFH-Gebiet Bärnseemoor.
Geschichte mini|links|Schloss Hohenaschau Bis zur Gemeindefusion Das Schloss Hohenaschau wurde im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts im Oberen Priental erbaut durch Konrad und Arnold von Hirnsberg. Bedeutsame Adelsgeschlechter erweiterten den Besitz und bauten das Schloss zum Mittelpunkt des Verwaltungssitzes ihrer Herrschaft aus. Die Herrschaft Hohenaschau war zwar kein Fürstentum im eigentlichen Sinn, hatte aber dennoch eine ganze Reihe von Hoheitsrechten wie das Recht der Hoch- und Blutgerichtsbarkeit.
Bei den Um- und Erweiterungsbauten des Schlosses im Stil der Renaissance (1540–1560) und des Hochbarock (1672–1686) wurden die barocke Schlosskapelle und das ehemalige Benefiziatenhaus (dort befindet sich heute das Prientalmuseum), errichtet. Nach weiteren Veränderungen, vor allem von 1905 bis 1908 durch Theodor von Cramer-Klett, ging der Besitz an die Bundesrepublik Deutschland über und wird heute als Ferienwohnheim der Bundesfinanzverwaltung genutzt.
Hohen- und Niederaschau wurden im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 selbständige politische Gemeinden. Am 1. Januar 1966 wurden Hohen- und Niederaschau zur Gemeinde Aschau im Chiemgau zusammengelegt.
Eingemeindungen Am 1. Mai 1978 erfolgte im Zuge der Gemeindegebietsreform die Eingliederung der früheren Gemeinde Sachrang sowie des südlichen Teils der früheren Gemeinde Umrathshausen in die Gemeinde Aschau im Chiemgau. Hierdurch wurde sie zur flächenmäßig größten Gemeinde im Landkreis Rosenheim.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3907 auf 5731 um 1824 Einwohner bzw. um 46,7 %.
Politik Gemeinderat 2020 2014 2008 2002Kommunalwahlen in Bayern 2002|2002 Sitze insgesamt 20 20 20 20 Freie Wahlgemeinschaft Aschau5 8 8 9 CSU 3 7 7 6 SPD - - - 3 Aschauer Bürgerliste1 3 3 - Priental-Liste - 2 2 2Zukunft für Aschau7 - - -Bürgerbewerbung Aschau2 - - -Bündnis 90/Die Grünen2 - - -
Bürgermeister 1. Bürgermeister: Simon Frank (Zukunft für Aschau)https://www.gemeinde-aschau.de/buergerservice-politik/gemeinderat/mitglieder 2. Bürgermeister: Michael Andrelang (CSU) 3. Bürgermeisterin: Monika Schmid (FWG)
Wappen
Verkehr Es bestehen die Busverbindungen Rosenheim-Aschau (Buslinie 9496) und Wildbichl-Aschau-Felden (Buslinie 9502) im Sommer bis nach Oberaudorf sowie eine Bahnverbindung nach Prien über die Chiemgaubahn. Der Ort verfügt über einen Bahnhof, dieser wird auch von der Deutschen Bahn AG genutzt.
Aschau liegt am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt.
Der nächste Flughafen ist ca. 60 Kilometer entfernt in Salzburg.
Bildungseinrichtungen Preysing-Grundschule Aschau im Chiemgau
Privates Förderzentrum (Kinderklinik)
Baudenkmäler
Im Gemeindegebiet bestehen 133 Baudenkmäler, davon die fünf denkmalgeschützten Ensembles:
Burgberg Hohenaschau Weiler Haindorf Ortskern Sachrang Kirchplatz Niederaschau Weiler Mitterleiten
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Mariä Lichtmeß Kampenwandbahn, Seilbahn zur Kampenwand Schloss Hohenaschau, im 12. Jahrhundert als Burg errichtet, später immer wieder umgebaut und erweitert, zuletzt von Theodor von Cramer-Klett modernisiert, heute größtenteils im Besitz der Bundesfinanzverwaltung als Ferienwohnheim In der Residenz Heinz Winkler wird seit 1991 Sterneküche angeboten Falknerei Burg Hohenaschau In und um Aschau befinden sich zahlreiche Wanderwege, u. a. der Grenzenlos Erlebniswanderweg. Prientalmuseum im Schloss HohenaschauSchloss Hohenaschau und Prientalmuseum im Museumsportal Chiemgau, abgerufen am 14. Mai 2021. Der Club Eiskeller bei Hohenaschau erregte 2022 Aufmerksamkeit durch den Todesfall Hanna Wörndl. Müllner-Peter-Museum im Ortsteil SachrangMüllner-Peter-Museum Sachrang Kath. Pfarrkirche Darstellung des Herrn im Gemeindeteil Aschau, ab Mitte 17. Jahrhundert barockisiert, erweitert durch Hofbaumeister Johann Baptist Gunetzrhainer, ihre Geschichte reicht zurück bis ins 12. Jahrhundert, dazu KreuzkapelleKreuzkapelle Kath. Pfarrkirche St. Michael im Gemeindeteil Sachrang Rastkapelle in Hohenaschau ehem. Schlossbrauerei in Hohenaschau (heute ein Wohnhaus) Bahnstrecke Prien–Aschau führt nach Prien am Chiemsee und zurück In Aschau sind rund 450 öffentliche Sitzbänke und 160 Themenbänke aufgebaut; es wird mit einem Weltrekord für die „größte Sitzbankdichte an einem Ort (pro m²)“ geworben.
Persönlichkeiten Pankraz von Freyberg zu Hohenaschau (1508–1565), Unternehmer und Politiker Peter Hueber, genannt Müllner Peter (1766–1843), Müller, Musiker und Universalgelehrter Johann Nepomuk von Wening-Ingenheim (1790–1831), Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer, geboren in Hohenaschau Theodor Freiherr von Cramer-Klett (1817–1884), Kaufmann und Industrieller, ehemaliger Eigentümer von Schloss Hohenaschau Hans Stubenrauch (1875–1941), Maler und Schriftsteller Max Baur (1898–1988), Fotograf und Verleger Ludwig Benedikt von Cramer-Klett (1906–1985), auf Schloss Hohenaschau geborener Schriftsteller Julius Aßfalg (1919–2001), Orientalist, Mitherausgeber des Oriens Christianus Michael Kreuz (1929–2015), Holzbildhauer Hans Clarin (1929–2005), Schauspieler und Synchronsprecher Abdullah Ibrahim (1934–2026), südafrikanischer Pianist und Komponist, lebte ab 2012 in Aschau Christian Wolff (* 1938), Schauspieler Rasso Freiherr von Cramer-Klett (1941–2021), deutscher Unternehmer, Ehrenbürger von AschauNachruf: Baron Rasso Freiherr von Cramer-Klett. samerbergernachrichten.de vom 20. Januar 2021.Rasso von Cramer-Klett gestorben., Nachruf auf infranken.de vom 21. Januar 2021. Franz Paul Gruber (1942–2023), Veterinär und Hochschullehrer Peter Michael Hamel (* 1947), Komponist, gründete 1998 Interkulturelles Musikinstitut in Aschau Lucki Stipetić (* 1947), Filmproduzent Donat Ertel (1948–2022), Bobfahrer Heinz Winkler (1949–2022), Koch, der hier seit 1991 sein Spitzenrestaurant Residenz Heinz Winkler hatte, Ehrenbürger von Aschau Gisela Febel (* 1955), Literaturwissenschaftlerin Werner Zanier (* 1959), Archäologe Björn Kircheisen (* 1983), Nordischer Kombinierer Natalie Geisenberger (* 1988), Rennrodlerin Lucas Bögl (* 1990), Skilangläufer
Literatur Stefan Breit: Die Herrschaft Hohenaschau. In: Wolfgang Jahn, Margot Hamm, Evamaria Brockhoff (Hrsg.): Adel in Bayern, Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2008. Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg 2008, ISBN 978-3-937974-19-4, S. 284–292. Hohenaschau, Landkreis Rosenheim, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer alten Landkarte der Umgebung von Hohenaschau und einem neuzeitlichen Orientierungsplan von Aschau mit Angabe der wichtigsten Gebäude (durch Bildvergrößerung abrufbar)).
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Touristeninformation (Gemeinde Aschau i.Chiemgau)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Rosenheim Kategorie:Ort im Chiemgau Kategorie:Gemeindegründung 1966 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)