miniatur|Hermann Maron um 1870 Friedrich Wilhelm Hermann Maron (* 28. Juni 1820 in Koblenz; † 27. Dezember 1882 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Landwirt, Sekretär des Deutschen Handelstages, Reisender und Revolutionär.

Leben Kindheit, Revolution 1848/49 und Dissertation Friedrich Wilhelm Hermann Maron wurde am 28. Juni 1820 in Koblenz geboren und dort am 18. Juli 1820 evangelisch in der Florinskirche getauft, die damals als protestantische Kirche diente.Militärkirchenbuch des 28. Infanterie-Regiments. (Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Boppard, Kirchenbuch II/I 19, S. 8) Die Familie Maron war, ebenso wie die von Theodor Fontane, hugenottischen Ursprungs. Die Vorfahren der Mutter, Johanna Maria Henriette Mengering (* 23. März 1798; † 12. Juni 1876), sind 1567 vor der Inquisition unter Herzog Alba nach Halle geflohen. Auch väterlicherseits wies die Familie viele Forstmänner in ihrer Genealogie auf. Sein Vater, der Oberförster Ernst Wilhelm Maron, der sich 1813 freiwillig zur preußischen Armee gemeldet hatte, machte sich am 19. März 1819 als Hauptmann mit seiner Frau und seinem am 10. Februar 1819 geborenen Kind Oskar auf, um nach Köln zu reisen. Er musste dort seinen Dienst antreten. Der Knabe starb im Juni 1819 in Köln. Die Eltern hatten am 15. Mai 1817 in Schlochau geheiratet. Der ältere Bruder Oskar starb bereits im Juni 1819 in Köln an einem Fieberanfall. Seine frühe Jugend verlebte Maron in Schlochau beim Großvater Friedrich Mengering. „In dieser Zeit (8. Januar 1830) ging ein Rescript des Finanzministers Friedrich Christian Adolf von Motz ein, nach welchem ich zum Forstinspector der Forstinspection Königsberg-Moditten mit dem Titel als Forstmeister ernannt wäre. (…) Gleichwohl war ich über diese, über mich getroffene Bestimmung glücklich, da sie meinen Wirkungskreis erweiterte und meine Erfahrungen über die eigenthümlichen Wirthschaftsverhältnisse in den ostpreußischen und litthauischen Forsten dermaßen bereicherte, daß ich der Vorsehung für diese Fügung sehr dankbar war, wenn auch die Auflösung der Wirthschaft in Podanin und der Umzug mit einer Familie von 7 Personen auf 62 Meilen mit manchen Opfern verbunden war.“ schrieb Ernst Wilhelm Maron.E. W. Maron. In: Dr. J. T. C. Ratzeburg: Forstwissenschaftliches Schriftsteller-Lexikon. Fr. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1872, S. 329–343, hier S. 338 und 339 Damit sind die Mutter Henriette, Hermann Maron, der Oberförster Ernst Louis Ottomar Maron (1823–1885),Von seinen elf Kindern hatte keines den Vornamen Hermann. Louis Maron in Zechlin der Landwirt Robert Richard Emil (* 1826), Henriette Emma (getauft 1828) und Adelheid (1828–1848), die an einem Unfall verstorbenen ist, gemeint. Die drei letztgenannten Kinder wurden in Kolmar/Posen getauft. Bis 1831 verlebte Maron seine Kindheit mit der Mutter und seinen Geschwistern bei den Großeltern Mengering in Schlochau, weil der Vater dienstlich häufig unterwegs war und das Einkommen sehr mäßig ausfiel.

Maron besuchte ab 1831 das Kneiphöfische Gymnasium in Königsberg, ab Frühjahr 1834 das Königlich katholische Gymnasium in Oppeln sowie ab Frühjahr 1836 das Königliche Comenius-Gymnasium in Posen. Durch Privatunterricht vorbereitet, erhielt er am 21. September 1839 vom Direktor Ernst Ferdinand August (* 1795; † 1870) des Cöllnischen Real-Gymnasiums in Berlin sein Zeugnis der Reife ausgehändigt.Kopie des Zeugnisses. (Universitäts-Archiv Jena Bestand M, Nr. 362) Am 30. Oktober 1839 immatrikulierte sich Maron an der theologischen Fakultät der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin, auch sein Vater sollte ursprünglich Theologie studieren. Marons Studium in Berlin währte bis zum 22. März 1842. Er war kein sehr fleißiger Student, denn er besuchte in jedem Semester nur eine einzige Vorlesung, im letzten Semester sogar keine. Er hörte die ersten zwei theologischen Vorlesungen bei Professor August Neander; dann bei den Professoren August Twesten und Wilhelm Vatke je eine Vorlesung. Während seiner Berliner Studienzeit schloss er enge persönliche und politische Freundschaft mit Julius Faucher, die bis zu dessen Tod 1878 anhielt. Seine erste und einzige theologische Publikation gegen die deutschkatholische Richtung von Johannes Ronge veröffentlichte Maron 1845 in Leipzig (Der religiöse Fortschritt unserer Zeit mit Beziehung des von Ronge und Johannes Czerski beregten Streitpunkte). In Berlin kam er auch mit dem Kreis der sogenannten „Freien“ um Max Stirner, Bruno Bauer und Edgar Bauer und einigen anderen zusammen. Nach dem Studium betätigte er sich als Landwirt ab 1843 auf dem väterlichen Gut in Grzybno, Provinz Posen,Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin-Dahlem., Geheimes Zivilkabinett. Oberforstmeister Maron, I. HA, Rep. 89, Nr. 26338 (1847). Brief von Maron, Major a.D. und Oberforstmeister vom 18. April 1847. Darin schildert Ernst Wilhelm Maron, dass er 1843 das Gut Grzybno (Provinz Posen) für 27.000 Taler erworben hatte und das er 1847 wieder verkaufen musste, weil es überschuldet war und studierte in den Jahren 1843 bis 1844 „mit größtem Fleiß“ an der landwirtschaftlichen Akademie zu Regenwalde (polnisch: Resko) in Hinterpommern bei Stettin unter dem Direktor Dr. Carl Sprengel.Schreiben von Dr. Carl Sprengel 17. Februar 1859 (Universitäts-Archiv Jena Bestand M, Nr. 362, Bl. 58)

Im September 1845 nimmt er, gemeinsam mit seinem Vater, Ernst Wilhelm Maron, an einem Kongress der Land- und Forstwirte in Breslau teil, der mehr als 950 Teilnehmer hatte. Schon am 7. April 1847 ist Maron zusammen mit seinen Freunden Julius Faucher und John Prince-Smith Mitbegründer des Freihandelsvereins in Berlin. Zu den Auseinandersetzungen um den Freihandelsverein schrieb Maron eine kleine Broschüre: Mein Freihandel. Ein Separatvotum von H. Maron, Mitglied des Berliner Handels-Vereins gegen das Programm desselben. An der Märzrevolution in Berlin vom 18. März 1848 war er führend beteiligt und wurde vom Ausschuss der Demokraten nach Stettin delegiert. Er dokumentierte in einem namentlich gezeichneten Bericht über die Gründung eines Berliner Arbeiterklubs in der Berliner Zeitungs-Halle seine Sympathien für die junge Arbeiterbewegung.Arbeiter-Klub im Café d’Artistes. In: Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien. Bd. 1 1836–1849, Berlin 1970, S. 744–746

Ab 24. August 1848 bis Ende 1849 ist er gemeinsam mit Eduard TiessenPeter Eduard Tiessen (* 18. September 1823 in Danzig; † 11. August 1904 in Berlin). Siehe über ihn: Erhard Kiehnbaum: Anmerkungen zur Unterstützung der Londoner politischen Flüchtlingen im Jahre 1849 durch norddeutsche Demokraten. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge 2011. Argument Verlag, Hamburg 2013, ISBN 978-3-88619-758-3, S. 176–184. Redakteur der Ostsee-Zeitung und Börsen-Nachrichten der Ostsee, die auch die demokratischen Flüchtlinge um Karl Marx in London finanziell unterstützen. Maron schrieb dort programmatisch: „Wir werden den bisher wohlverdienten Ruf als Vorkämpfer des freien Handels auch in der Zukunft zu rechtfertigen streben. (…) Wir erkennen sowohl in ihr als in der socialen Frage nur ein Prinzip an, das im Stande ist, unsere Zustände einer gedeihlichen Lösung entgegen zu führen; das ist das Prinzip der Freiheit. […] Wenn daher andere demokratische Organe nach socialistischen und communistischen Principien greifen, um die ungebildeten Massen für die Seite der Demokratie zu bestechen und zu gewinnen, so müssen wir erklären, solche Mittel nicht anwenden zu können oder zu wollen (…) das Eigenthum darf nicht erschüttert werden.“Ostsee-Zeitung und Börsen-Nachrichten der Ostsee, Nr. 154 vom 24. August 1848

1848 heiratet Maron seine Frau Dorothea, eine Schriftstellerin aus Schlesien. Von ca. 1850 bis 1853 lebt er auf seinem eigenen Gut in Ober-Heyduk (Chorzów) in Schlesien, das er aber 1853 verkaufte.Felix Triest (Hrsg.): „Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Im Auftrag der Königlichen Regierung und nach amtlichen Quellen“. Breslau 1865, S. 346 Im gleichen Jahr legte er sich das Rittergut Nieder-Ellgut mit Colonie Ellgut im Kreis Groß-Strehlitz, bei St. Annaberg, als AllodialDas Allod (mittellateinisch Allod oder Allodium, althochdeutsch für ›Gesamtbesitz‹) bezeichnete im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Recht einen Besitz (fast immer Land oder ein städtisches Grundstück), über den dessen Eigentümer frei verfügen konnte. in Oberschlesien zu. Das Gut hatte eine Größe von 827 Morgen.Die durchschnittliche Größe der 27 Rittergüter des Kreises Groß-Neustrelitz waren 8297 Morgen. Maron besaß das zweitkleinste Gut. Das größte Rittergut hatte allein eine Fläche von 85.600 Morgen.

1858 hielt Maron einen Vortrag im Land- und forstwirtschaftlichen Verein Oppeln über künstliche Düngemittel, den er auch zur Dissertation mit einreichte. Im Wintersemester 1858/59 – ab 15. Oktober – hielt er Probevorlesungen: Theorie der Fütterung; Futtergewächsbau als Dozent an der preußischen Landwirtschafts-Akademie in Poggelsdorf bei BonnDr. Maron, H. Probevorlesungen: Theorie der Fütterung; Futtergewächsbau Winter-Halbj. 1859/59. In: Theod. Freiherr von der Goltz, Otto Koll, Franz Künzel: Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der Königlich Preußischen landwirthschaftlichen Akademie Poppelsdorf. Bonn 1897, S. 110. „mit Genehmigung des Ministers behufs Vorbereitung zum akademischen Lehramt“, um dann – vermutlich – an der höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Proskau bei Oppeln eine Stellung zu erlangen. Maron promovierte in Jena, ähnlich wie Emanuel Geibel, Robert Schumann oder Karl Marx In absentia (in Abwesenheit) mit einer zwölfseitigen Dissertation zum Thema: Oeconomia politica et falus publica (Politische Ökonomie und das Wohl des Staates). Friedrich Gottlob Schulze (1795–1860), Professor der Staats- und Kameralwissenschaften, war nicht besonders begeistert von der Dissertation, hielt sie aber für genügend. Die Promotionsurkunde wurde am 25. Februar 1859 ausgestellt und ist von Schulze und dem Dekan Kuno Fischer sowie von sechs anderen Professoren der Fakultät unterschrieben. Seinen Antrag auf Promotion hatte Maron am 1. Januar 1859 mit einem Schreiben aus Nieder-Ellguth eingereicht. Seine Schrift Extensiv oder Intensiv? Ein Kapitel aus der landwirthschaftlichen BetriebslehreEine überlieferte Rezension ist wenig schmeichelhaft. diente vermutlich seiner zusätzlichen Qualifizierung als Lehrender an einer landwirtschaftlichen Akademie.

Expedition nach Japan und China

miniatur|Mitglieder der preußischen Ostasien-Expedition 1860–1862 (ohne Hermann Maron)