mini|400px Dies ist die Liste der Bauten in der Regio III der antiken römischen Stadt Ostia. Die Namen werden in Italienisch wiedergegeben; viele Bauten haben keinen eigenen Namen und werden in der Literatur nur als Caseggiato oder Edificio (Wohnhaus, Gebäude) benannt. Hier ist die wichtigste Angabe der modern zugeteilte Nummerncode (Regio, Insula, Hausnummer).
Insula I Name Nummer BeschreibungCaseggiatoIII,I,1Läden und WohnungenTerme della Basilica CristianaIII,I,2–3rechts|185px Thermen, unter Trajan errichtet; Umbauten im dritten Jahrhundert; dekoriert mit Mosaiken.Basilica CristianaIII,I,4rechts|185pxSpätantiker Bau unsicherer Funktion. Teile des Gebäudes sind in eine Straße und in angrenzende Wohnbauten aus der Zeit des Trajan hineingebaut.CaseggiatoIII,I,5Läden aus trajanischer Zeit.Domus und Mitreo delle Pareti DipinteIII,I,6rechts|185px Mithräum mit gut erhaltenen Wandmalereien. In ein Haus hineingebaut.G. Becatti: I mitrei, Scavi di Ostia 2, Rom 1954, S. 59–60, Tafel XI–XIII. MercatoIII,I,7Längliches Gebäude mit Mittelgang und Läden an beiden Seiten; wahrscheinlich nur einstöckig.CaseggiatoIII,I,8Längliches Gebäude mit Mittelgang; wahrscheinlich Werkstatt, es ist nicht bekannt, was hier produziert wurde.CaseggiatoIII,I,9Sehr großes kommerzielles Gebäude. Es hat einen Innenhof, in dem wiederum ein Bau steht. Die Funktion des Baues ist unbekannt.EdificioIII,I,10Kleiner Bau aus trajanischer Zeit, unbekannte Funktion. Im Bau finden sich Wasserbecken.EdificioIII,I,11Bau im Hof von III,I,9; vielleicht Lager.CaseggiatiIII,I,12–13Bau im Hof von III,I,9; Wohn- oder Geschäftshaus.BottegheIII,I,14Eine Reihe von Läden, die den Komplex III,I,9 zur Straße abschließt.CaseggiatoIII,I,15Kleine Werkstatt, in einem Raum befinden sich mehrere Wasserbecken.
Insula II Name Nummer BeschreibungTempio dei Fabri NavalesIII,II,1–2rechts|185px rechts|185px Tempel der Schiffsbauer; die hier verehrte Gottheit ist unbekannt. Der Tempel wurde im zweiten Jahrhundert errichtet. Vorher stand hier eine Wäscherei. Im fünften Jahrhundert diente der Komplex als Zwischenlager für Marmor. Zahlreiche Marmorsäulen fanden sich im Hof, die offensichtlich nie benutzt und weitertransportiert wurden.G. Becatti: I mitrei, Scavi di Ostia 2, Rom 1954, S. 69–75, Tafel XIV. Domus sul DecumanoIII,II,3rechts|185px Wohnhaus des vierten Jahrhunderts. Ein hier gefundener Sarkophag diente wahrscheinlich als Wasserbecken.CaseggiatoIII,II,4Gebäude unsicherer Funktion.Domus di MarteIII,II,5rechts|185px Das Haus des Mars stammt aus hadrianischer Zeit. Es hat den Namen von einem hier gefundenen Altar, der eine Widmung an Mars Augustus trägt. Es mag sich bei dem Bau um den Sitz einer Zunft handeln. Der Bau hatte wahrscheinlich kein Obergeschoss. Es fanden sich keine Reste einer Treppe und die Mauern sind relativ dünn.HorreaIII,II,6rechts|185pxLagerhaus aus trajanischer Zeit.BottegheIII,II,7LädenEdificioIII,II,8Bau unbekannter Funktion.CaseggiatoIII,II,9Bau unsicherer Funktion, vielleicht Wohnhaus.EdificioIII,II,10Eine Reihe von Läden.SacelloIII,II,11Kleiner Schrein; es fand sich das Fragment einer Marmorstatue, die vielleicht Dionysos darstellt.Sacello delle Tre NavateIII,II,12rechts|185px Es handelt sich um eine kleine Kapelle, die hier verehrte Gottheit ist nicht bekannt, doch gibt es Hinweise auf Dionysos. Der Bau hat Ähnlichkeiten mit einem Mithräum und hat ein Mittelschiff mit zwei Reihen von Säulen sowie zwei Seitenschiffe. Die Wände zeigen Reste von Wandmalereien. Der Fußboden ist mit Mosaiken dekoriert. Vor dem Eingang gibt es eine kleine Küche.
Insula III Name Nummer BeschreibungCaseggiato delle TriforeIII,III,1rechts|185px rechts|185px Wohnungen und Läden, die unter Antoninus Pius errichtet wurden. Das Haus wird an beiden Längsseiten von einer Straße flankiert. Zum Decumanus Maximus finden sich Läden, die dahinter liegenden Räumen öffnen sich zu einer Nebenstraße. In zwei Räumen gibt es relativ gut erhaltene Reste von Wandmalereien. Diverse Räume haben Mosaiken. Es gibt eine Treppe, die von der Hauptstraße in ein Obergeschoss führt. Die Wände des Hauses stehen zum Teil noch bis in das Obergeschoss, wo sich große Fenster zur Straße hin öffnen. Das Haus hatte wahrscheinlich einst vier Stockwerke mit etwas 38 Wohnungen.James E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 164–168.EdificioIII,III,2Läden aus hadrianischer Zeit.EdificioIII,III,3Gebäude unbekannter Funktion.
Insula IV Name Nummer BeschreibungCaseggiato TrapezoidaleIII,IV,1rechts|185px Stall eines nebenan liegenden Hotels (die Casa delle Volte Dipinte). Erbaut in hadrianischer Zeit.
Insula V Name Nummer BeschreibungCasa delle Volte DipinteIII,V,1rechts|185px Das Haus der bemalten Gewölbe datiert in hadrianische Zeit. Es handelt sich um ein mehrstöckiges Gebäude, das vielleicht als Hotel diente. Es bildet eine eigene Insula. Fenster finden sich an allen vier Seiten, sodass das Gebäude auch für Licht keinen Hof benötigte. Die Räume finden sich auf beiden Seiten entlang eines mittleren Korridors. Das untere Stockwerk gehörte wohl einst zu einer Familie. Hier befinden sich auch eine Latrine und eine Küche. Die Räume sind reich mit Mosaiken und Malereien ausgestattet; viele von ihnen seit der Ausgrabung stark vergangen. Die Mosaiken sind schon in der Antike eher notdürftig repariert worden, was andeutet, dass die späteren Bewohner nicht das Geld hatten, sie ausreichend instand zu halten.James E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 166–171.
Insula VI Name Nummer BeschreibungDomus del NinfeoIII,VI,1–3rechts|185px rechts|185px Es handelt sich um ein nobles Wohnhaus aus dem vierten Jahrhundert, das in die Räume eines Mietshauses des zweiten Jahrhunderts hineingebaut wurde. Der Neubau stammt aus dem zweiten Viertel des vierten Jahrhunderts. Kleinere Umbauten datieren in die zweite Hälfte desselben Jahrhunderts. Das neue Haus hat ein eigenes Nymphäum, das im Eingangshof des Hauses steht. Südlich davon befinden sich diverse Räume. Einer von ihnen hat ein großes Fenster zum Hof hin, das mit zwei Säulen dekoriert ist. Der Fußboden dieses Raumes ist mit Opus Sectile ausgelegt. Ein anderer Raum hat ein schwarz-weißes Mosaik. Zwei weitere Räume hatten im unteren Teil eine Wandverkleidung mit Marmor. Darüber fanden sich Wandmalereien, die jedoch nur zum Teil erhalten sind. Sie gehören zu den spätesten römischen Wandmalereien in einem Privathaus überhaupt.NinfeoIII,VI,4Ein öffentliches Nymphäum aus hadrianischer Zeit.
Insula VII Name Nummer BeschreibungEdificioIII,VII,Gebäude unbekannter FunktionMonumento FunerarioIII,VII,2rechts|185px Grabbau aus der Zeit um 30 bis 20 v. Chr.Domus FulminataIII,VII,3–4rechts|185pxGroßes Haus mit säulenbestückten Innenhof. Das Haus wurde im ersten Jahrhundert errichtet. Es gibt diverse Umbauten. Im Hof befindet sich auf einem kleinen Marmorblock die Inschrift: F D C: F(ulgur) D(ium) C(onditum): Ein göttlicher Blitz wurde begraben.L. Bouke van der Meer: Ostia speaks, Inscriptions, buildings and spaces in Rome’s main port, Leuven, Paris, Walpole, MA, ISBN 978-90-429-2700-1, 79–80, Nr. 28. Demnach wurde das Haus von einem Blitz getroffen. Die Inschrift gab dem Haus den modernen Namen. Es gibt Mosaiken und es fanden sich diverse Skulpturen. Das Haus hatte mindestens ein weiteres Stockwerk. An der Front befanden sich Läden.Casa della Domus FulminataIII,VII,5Dieses Haus ist Teil des Gebäudes der Domus Fulminata. Es handelt sich um ein Wohnhaus.CaseggiatoIII,VII,6rechts|185px Es handelt sich um ein kommerzielles Gebäude mit großem Innenhof. Im Norden gibt es einen breiten Eingang. Hier befindet sich auch ein Raum mit einem Becken. Zur Straßenseite hin befinden sich auch kleine Läden. Die Nutzung des unter Trajan errichteten Baues ist unsicher. Vielleicht handelte es sich um einen Stall.CaseggiatoIII,VII,7Kommerzielles Gebäude mit großem Innenhof.Edificio con Opus SectileIII,VII,8rechts|185px rechts|185px Es handelt sich um ein großes, nur zum Teil ausgegrabenes Gebäude. Es liegt etwa 100 Meter vom Stadttor entfernt nahe der antiken Küstenlinie. Man betritt den Bau über ein Vestibül und gelangt von dort in einen Hof. Auf der Ostseite befinden sich einige Räume, worunter sich eine Exedra befindet. Sie hat zwei Säulen zur Hofseite hin und einen Marmorfußboden. An der Nordseite befinden sich weitere Räume. Einer von ihnen war mit figürlichem opus sectile dekoriert und zeigt christliche Motive, aber auch Löwen, die andere Tiere erlegen. Die Dekoration datiert an das Ende des vierten Jahrhunderts, ist aber nie fertiggestellt worden. Auch der Boden des Raumes war mit Opus sectile dekoriert. Die Decke hatte einst ein Mosaik. Mosaiken an der Decke von Räumen sind eine Innovation des vierten Jahrhunderts und sonst aus dieser Zeit archäologisch kaum bezeugt. Die Funktion des Baues unsicher, vielleicht handelte es sich um eine Villa.Giovanni Becatti: Edificio con opus sectile fuori Porta Marina, Scavi di Ostia 6, Roma 1969 (der Ausgrabungsbericht).
Insula VIII Name Nummer BeschreibungEdificioIII,VIII,1Bau unbekannter Funktion.Terme MarittimeIII,VIII,2rechts|185pxGroße Thermenanlage, die um 130 n. Chr. auf Resten der Stadtmauer erbaut wurde. Der Name Terme Marittime ist aus einer antiken Inschrift bekannt (CIL XIV, 137), bezieht sich aber wahrscheinlich auf andere Thermen und ist daher falsch. Der Bau ist reich mit schwarz-weißen Mosaiken ausgestattet.
Insula IX – Case a Giardino