Félix Sánchez (* 30. August 1977 in New York City, New York) ist ein ehemaliger dominikanischer Hürdenläufer.

Jugend Sánchez wurde als Sohn von Einwanderern aus der Dominikanischen Republik in die USA in New York City geboren. Kurz nach seiner Geburt trennten sich seine Eltern und seine Mutter siedelte mit ihm zur Großmutter, Lilian Peña, nach San Diego über. Er begann zunächst als Jugendlicher mit Baseball, kam jedoch nach einer Verletzung am Daumen zur Leichtathletik. Er besuchte das San Diego Mesa College und wechselte nach seinem Abschluss 1998 an die University of Southern California in Los Angeles, wo er Teil des Leichtathletikteams wurde und begann, Psychologie zu studieren.

Sportliche Karriere Sánchez nahm an den US-amerikanischen Qualifikationsrennen über 400 Meter Hürden für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1999 in Sevilla teil, konnte sich aber als Sechster nicht für das Team qualifizieren. Daher entschied er sich, in Zukunft für die Dominikanische Republik, die Heimat seiner Eltern, zu starten. Bei den Panamerikanischen Spielen 1999 in Winnipeg verpasste er als Vierter knapp die Medaillenränge. Einen Monat später kam er bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften mit einer deutlich schlechteren Zeit nicht über die Vorläufe hinaus. Etwas besser erging es ihm bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, wo er das Halbfinale über 400 Meter Hürden erreichte, aber als Gesamt-20. ausschied.

Nachdem er in der nacholympischen Saison zunächst bei den Leichtathletik-Hallenweltmeister-schaften in Lissabon über 400 Meter an den Start gegangen war und den 8. Platz belegt hatte, ging in 2001 sein Stern als einer der weltbesten Hürdenläufer auf. Bei den Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton gewann der Psychologiestudent seine erste Goldmedaille über 400 Meter Hürden in 47,49 s vor dem Italiener Fabrizio Mori. 2002 gewann Sánchez die Goldmedaille bei den Zentralamerika- und Karibikspielen in San Salvador mit der 4-mal-400-Meter-Staffel.

Im Jahr darauf verteidigte er seinen Titel bei den Weltmeisterschaften 2003 in Paris/Saint-Denis mit einer persönlichen Bestleistung von 47,25 s, der siebtbesten Zeit, die zu diesem Zeitpunkt je gelaufen wurde, vor Joey Woody aus den USA, den er um fast eine Sekunde distanzierte. Wenige Wochen vorher hatte Félix Sánchez bei den Panamerikanischen Spielen in seinem Heimatland ebenso Gold über die 400 Meter Hürden und Bronze mit der 4-mal-400-Meter-Staffel errungen.

Niederlagen erlebte Sánchez nur noch auf der 400-Meter-Flachstrecke, über die Hürden blieb er über Jahre ungeschlagen, und so war die olympische Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen fest eingeplant. Niemand konnte ihn im Finale ernsthaft gefährden, und so wurde er souverän erster Olympiasieger für die Dominikanische Republik in 47,63 s. Seine Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz war vergleichbar mit dem großen US-amerikanischen Hürdenläufer der 1970er und 1980er Jahre Edwin Moses.

Ab dem Gewinn des ersten Weltmeistertitels trug er ein batteriebetriebenes rotes Armband, das während des Rennens blinkte. Unmittelbar vor dem Start schaltete Sánchez jeweils das Blinken ein. Mit dem Armband gewann er zwischen 2001 und 2004 43 Läufe in Serie, zuletzt das olympische Rennen in Athen. Er entschied sich anschließend, ohne Armband zu laufen und ließ dies zu Gunsten von UNICEF versteigern. Prompt zog er sich am 3. September 2004 in Brüssel im Rahmen der Golden League nach 200 Metern eine Verletzung zu und verlor sein erstes Rennen seit mehr als drei Jahren.

Auch die nacholympische Saison 2005 war von Verletzungen geprägt, und Sánchez konnte deshalb sein Leistungsniveau der letzten Jahre nicht halten. Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki kämpfte er sich dennoch bis ins Finale vor, zog sich jedoch nach wenigen Metern bereits eine Muskelverletzung im rechten Bein zu und musste das Rennen aufgeben. Überdies musste er sich anschließend wegen Kalkablagerungen im rechten Fuß operieren lassen.

Am 26. Juli 2006 gab Sánchez sein Comeback bei den Zentralamerikanischen und Karibischen Spielen im kolumbianischen Cartagena de Indias. Hier belegte er den 4. Platz über 400 Meter Hürden und gewann die Bronzemedaille mit der 4-mal-400-Meter-Staffel. Sein erstes Rennen in Europa nach rund einem Jahr bestritt er am 18. August 2006 in Zürich (49,72 s, Platz 8). Auch bei den Panamerikanischen Spielen 2007 in Rio de Janeiro konnte Félix Sánchez in der Hürdenkonkurrenz nur den 4. Platz erreichen, gewann aber mit der 4-mal-400-Meter-Staffel der Dominikanischen Republik eine weitere Bronzemedaille. Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Osaka zeigte er dann wieder nahezu alte Klasse und gewann hinter Kerron Clement (USA) Silber in 48,01 s. Außerdem belegte er mit der 4-mal-400-Meter-Staffel seines Landes den 7. Platz.

Bei seinen dritten Olympischen Spielen 2008 in Beijing, bei denen er als Fahnenträger der Dominikanischen Republik auftrat, schied er bereits in seinem Vorlauf aus, nachdem er am Vormittag des Rennens vom Tod seiner Großmutter erfahren hatte, bei der er aufgewachsen war. Im folgenden Jahr konnte Sánchez bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin sowohl mit der Staffel als auch über die Hürden wieder die Finalläufe erreichen, belegte aber nur die Plätze sechs (Staffel) bzw. acht (400 Meter Hürden).

Bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften 2010 in Doha stellte Sánchez mit seinen Staffelkameraden im Vorlauf einen neuen Landesrekord in der 4-mal-400-Meter-Staffel auf (3:06,30 min), wurde aber im Finallauf disqualifiziert. Auch bei den Zentralamerika- und Karibikspielen 2010 in Mayagüez konnte er als Vierter über 400 Meter Hürden keine weitere Medaille erringen. Am 1. September 2011 stand er wiederum im Finale einer Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Daegu, wo er als Vierter die Bronzemedaille um 7/100-Sekunden verfehlte. Acht Wochen später konnte er aber bei den Panamerikanischen Spielen in Guadalajara die Bronzemedaille im Hürdenlauf erringen.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London konnte Sánchez sensationell seinen Erfolg von 2004 wiederholen und wurde mit einer Zeit von 47,63 s zum zweiten Mal Olympiasieger im 400-Meter-Hürdenlauf vor Michael Tinsley (USA) und Javier Culson (Puerto Rico). Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2013 in Moskau erreichte er sein letztes großes Finalrennen, in dem er den 5. Platz belegte. Im April 2016 gab Félix Sánchez, kurz nach der Geburt seines ersten Kindes, seinen Rücktritt vom Wettkampfsport bekannt.

Er hatte bei einer Größe von 1,78 m ein Wettkampfgewicht von 73 kg.

Persönliche Bestzeiten 100 m: 10,45 s 200 m: 20,87 s 400 m: 44,90 s 800 m: 1:48,99 min 400 m Hürden: 47,25 s

Erfolge als Trainer Nach seiner Karriere etablierte sich Sánchez als Trainer. Seine größten Erfolge waren dabei bisher (2026) die Olympische Silbermedaille der von ihm betreuten 4-mal-400-Meter-Mixed-Staffel, die diese bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio mit 1/100-Sekunde Vorsprung vor den USA errang, und die Goldmedaille von Yeral Núñez über 400 Meter Hürden bei den Zentralamerika- und Karibikspielen 2026 in Santo Domingo.

Privates Félix Sánchez ist seit dem Herbst 2020 mit der bulgarisch-stämmigen Karateka María Dimitrova (*11.10.1985 in Sofia) verheiratet, die seit ihrem sechsten Lebensjahr mit ihrer Familie in Sosúa lebte. Gemeinsam haben sie zwei Kinder, Sohn Ayden (*09.2021) und Tochter Alaya (*23.06.2025). María Dimitrova ist weiterhin sportlich aktiv und gewann Anfang August 2026 zum sechsten Mal in Folge die Goldmedaille bei den Mittelamerika- und Karibikspielen in Santo Domingo. Félix Sánchez hat noch einen weiteren Sohn, Ahsey Jay (* 2016), aus einer früheren Beziehung mit dem dominikanischen Model Sirena Brito.

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