Bernd Gerhard Clüver (* 10. April 1948 in Hildesheim; † 28. Juli 2011 in Palma, Spanien) war ein deutscher Schlagersänger. mini|Straßenschild in Clüvers Geburtsstadt Hildesheim mini|Hansa 12 387 AT Bernd Clüver Der Junge mit der Mundharmonika Biografie Bernd Clüver studierte nach dem Abitur und der Bundeswehrzeit fünf Semester Rechtswissenschaft an der Universität Heidelberg. Zu dieser Zeit widmete er sich bereits der Musik.
Künstlerisches Wirken Seine Karriere als Sänger begann beim Talentschuppen auf der Funkausstellung 1971 in Berlin. Im September 1971 folgte ein Plattenvertrag beim Label Hansa. Mit dem Titel Sie kommt wieder trat er im Mai 1972 erstmals in der ZDF-Hitparade auf.
Am 20. Januar 1973 stellte er dort – gemanagt von Klaus-Peter Schulenberg – das Lied Der Junge mit der Mundharmonika vor, mit dem ihm sein erster Nummer-eins-Hit gelang. Es handelte sich um die Coverversion des spanischen Nummer-eins-Hits El chico de la armónica von Micky vom März 1972. Nach Veröffentlichung im Februar 1973 verkaufte sich die Single bis 1974 über eine Million Mal in Deutschland sowie zwei Millionen Mal weltweit.
Mit Der kleine Prinz hatte er im gleichen Jahr einen zweiten Nummer-eins-Erfolg in den deutschen Verkaufshitparaden, der sich wiederum hier eine Million Mal verkaufte. Beide Singles stammen aus der Feder von Peter Orloff und zählen zu den meistverkauften Schlagern sowie insgesamt zu den meistverkauften Singles in Deutschland. Mit beiden Songs war er auch in einigen Nachbarländern sehr erfolgreich. Danach folgten zwei weitere Top-10-Hits: Bevor du einschläfst und Das Tor zum Garten der Träume. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere spielte er 1974 auch die männliche Hauptrolle in dem letzten, wenig erfolgreichen Schlagerfilm Zwei im siebenten Himmel. Bis 1979 konnte er noch vier weitere Lieder in den Verkaufslisten platzieren.
Aufmerksamkeit erregte Clüver im Oktober 1976 durch die Veröffentlichung der Single Mike und sein Freund, eine Coverversion des Rubettes-Titels Under One Roof. Erstmals sang ein deutscher Schlagersänger über Homosexualität. Obwohl das Lied in den deutschen Charts bis auf Rang 44 stieg, durfte er damit weder in der ZDF-Hitparade noch bei der disco auftreten. Vielmehr musste Clüver „landauf, landab in Interviews versichern, daß er nicht ‚so‘ sei.“Elmar Kraushaar: Rote Lippen. Die ganze Welt des deutschen Schlagers. Reinbek bei Hamburg 1983, S. 119
Im Duett mit Marion Maerz sang Clüver 1979 Schau mal herein, die deutsche Coverversion von Stumblin’ In, wieder geschrieben von Peter Orloff.
Clüver beteiligte sich auch zweimal an deutschen Vorentscheidungen zum Eurovision Song Contest: 1983 wurde er mit Dieter Bohlens Titel Mit 17 Dritter und 1985 mit Der Wind von Palermo Fünfter.
Insgesamt verkaufte Bernd Clüver über 10 Millionen Tonträger, hatte über 5000 Auftritte auf europäischen Bühnen und gewann zahlreiche Preise. Neben seiner Arbeit als Schlagersänger hatte er auch Erfolg als Rundfunkmoderator, so beim Südwestfunk Baden-Baden. Er war auch für sich und andere Künstler als Texter tätig.
Er veröffentlichte 17 Studioalben (zunächst auf dem Label Hansa, ab 1990 auf Bellaphon, ab 1993 bei Global Records (Vertrieb: Sony BMG) und ab 2002 beim eigenen Label namens Phenomenia Records). Sein einziges dort veröffentlichtes Studioalbum vom Januar 2006 hieß Offen & Ehrlich.
Familie In erster Ehe war Clüver mit dem Model Ute Kittelberger verheiratet und wohnte in Mannheim. Später lebte er mit seiner zweiten Frau Anja Hörnich, Miss Germany 1986/87 und Queen of Europe 1987, bei Llucmajor auf Mallorca und in Westerstede. Ihre Ehe wurde 2011 geschieden.
Clüver starb am 28. Juli 2011 mit 63 Jahren an schweren Verletzungen, die er sich beim Sturz von einer Treppe in der mallorcinischen Ortschaft Illetes zugezogen hatte.Treppensturz: Schlagerstar Bernd Clüver stirbt auf Mallorca, mallorcazeitung.es, abgerufen am 28. Juli 2011 Am 19. August wurde seine Urne in der Nordsee beigesetzt.
Auszeichnungen Bravo Otto 1973: „Silber“ in der Kategorie „Beliebtester Sänger“ 1974: „Silber“ in der Kategorie „Beliebtester Sänger“ Goldene Stimmgabel 1981, 1985, 1991 Goldene Europa 1973: für „Förderungswürdigster Nachwuchskünstler“ 1974: für „Beliebtester Interpret“ Löwe von Radio Luxemburg 1973: „Gold“ für das Lied Der Junge mit der Mundharmonika 1974: „Gold“ für das Lied Der Kleine Prinz 1974: „Bronze“ für das Lied „Das Tor zum Garten der Träume“ Platin-Schallplatte für 1.000.000 verkaufte Exemplare von Das goldene Herz (für Kinder) – Die Superhitparade Goldene Schallplatte für 1.000.000 verkaufte Exemplare von Der Junge mit der Mundharmonika in Deutschland (Single) – weltweit zwei Millionen Mal verkauft für 1.000.000 verkaufte Exemplare von Der kleine Prinz in Deutschland für 250.000 verkaufte Exemplare von Der Junge mit der Mundharmonika in Deutschland (Album) – weltweit 500.000 Mal verkauft Sonstige 1973: „Goldene Hansa-Kogge“ als erfolgreichster Interpret der Schallplattenfirma HANSA 1973: „Musikpoll“ (Vorläufer des „Echo“) als erfolgreichster Sänger 1973: Ehrenring der Zeitschrift Musikinformation als beliebtester Sänger 1993: „Schlagerdiamant“ – Deutscher Schlagerpreis von NDR 1 Welle Nord 2002: Charivari-„Schlagerherz“ „Goldene Mundharmonika“ von den Hohner-Werken für 500.000 verkaufte Singles Der Junge mit der Mundharmonika „Goldenes Mikrophon“ „Goldene CD“ als Autor für Königin der Nacht (Interpret: Peter Orloff)
Ehrungen Der Ortsrat Nordstadt seiner Geburtsstadt Hildesheim benannte im November 2023 einen Weg zum Volksfestplatz nach Bernd Clüver.
Literatur Elmar Kraushaar: Rote Lippen. Die ganze Welt des deutschen Schlagers. Reinbek bei Hamburg 1983. Anna Eunike Röhrig: „Da war ein Traum“: Leben und Karriere des Sängers Bernd Clüver. In: Aus der Heimat, Jahrgang 2016/2017, Gerstenberg, Hildesheim 2018, ISBN 978-3-8067-8834-1, S. 65–87.
Weblinks
Offizielle Website Diskografie Bernd Clüver
Einzelnachweise
Kategorie:Schlagersänger Kategorie:Musiker (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest Kategorie:Unfallopfer Kategorie:Person (Hildesheim) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Mann