mini|400px Dies ist die Liste der Bauten in der Regio I der antiken römischen Stadt Ostia. Die Namen werden in Italienisch wiedergegeben; viele Bauten haben keinen eigenen Namen und werden in der Literatur nur als Caseggiato oder Edificio (Wohnhaus, Gebäude) benannt. Hier ist die wichtigste Angabe der modern zugeteilte Nummerncode (Regio, Insula, Hausnummer).
Forum
Name BeschreibungForumrechts|185px Das Forum, wie es heute zu sehen ist, stammt aus der Zeit des Hadrian. Verschiedene wichtige Bauten der Stadt sind um den Platz angeordnet. Dazu gehören das Kapitol, die Basilika, die Curia und der dem Kaiserkult geweihte Tempel der Roma und des Augustus (Tempio di Roma e Augusto). Die Decumanus Maximus durchquerte den Platz. Auf dem Forum stand einst eine Statue des Ancus Marcius, der König von Rom war, aber auch der Gründer von Ostia gewesen sein soll. Der Sockel seiner Statue mit Inschrift ist erhalten. Weitere hier aufgestellte Statuen stellten bedeutende Bürger der Stadt dar.Capitoliumrechts|180px Das Kapitol von Ostia wurde unter Hadrian erbaut. Es handelt sich um einen aus Ziegeln erbauten Podiumstempel, der einst reich mit Marmor verkleidet war. An der Front standen einst sechs Säulen.Runder Baurechts|180px Unbekannte Funktion, vielleicht NymphäumTempio di Roma e Augustorechts|180px Die Reste dieses Tempels liegen am südlichen Ende des Forums, genau gegenüber dem Kapitol. Es sind nur die Grundmauern erhalten, die ein Gewirr kleiner Räume erkennen lassen. Darüber muss sich einst ein Tempel auf einer Plattform befunden haben. Die Front zierten sechs Säulen. Insgesamt war der Bau einst ca. 16 m hoch. Der Tempel ist unter Tiberius zu Ehren der Roma und des Augustus errichtet worden. Marmor fand bei dem Bau reichlich Verwendung. Es scheint überhaupt der älteste Bau in Ostia zu sein, bei dem dieses Material in größerem Umfang benutzt wurde. Teile der Rückwand des Tempels sind heute rekonstruiert neben den Tempelresten ausgestellt. Unter Hadrian sind neben dem Tempel zwei Bögen aus Ziegeln errichtet worden.
Insula I Name Nummer BeschreibungCaseggiatiI,I,1–3185px|rechts Bei I,I,1 handelt es sich um zwei Läden, die unter Antoninus Pius erbaut wurden. Bei I,I,2 und 3 handelt es sich um eine große Halle. Die Mauer im Zentrum der Insula ist die Mauer des alten Castrums von Ostia aus Tuff. Sie ist heute gut sichtbar.CaseggiatoI,I,4Ladenhaus, in das später verschiedene Wasserbecken hineingebaut wurden.
Piazza dei Lari Name Nummer BeschreibungPiazza dei LariKeine Nummer.185px|rechts Es handelt sich um ein Heiligtum an einer Straßenkreuzung. Aus augusteisch-claudischer Zeit stammt ein Marmoraltar, der nach einer Inschrift den Laren geweiht war. Es ist nicht bekannt, wie das Heiligtum dieser Zeit aussah. Neben dem Altar befindet sich ein Becken und ein einräumiger Schrein, der in die zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts datiert wird. Umbauten stammen aus dem dritten Jahrhundert.
Insula II
Name Nummer BeschreibungNinfeoII,II,1rechts|185px Nymphäum aus dem vierten Jahrhundert. Es wurde in die Südfassade des Caseggiato del Pantomimo Apolausto und des Caseggiato del Balcone Ligneo hineingebaut. Hier fand sich eine wieder benutzte Inschrift, die den Pantomimen Apolaustus nennt und dem daneben liegenden Haus den Namen gab.Caseggiato del Pantomimo Apolausto und Caseggiato del Balcone LigneoI,II,2.6rechts|185px Es handelte sich bei dem Caseggiato del Pantomimo Apolausto und dem Caseggiato del Balcone Ligneo zunächst um ein einziges Wohnhaus, das um 120 erbaut wurde. Teil des Baues ist das Nymphaeum (II,II,1), das hier im vierten Jahrhundert zum Decumanus Maximus sich öffnend hineingebaut wurde. Es gibt zwei Höfe und Treppen, die mindestens ein oberes Stockwerk bezeugen. In dem Haus befand sich auch eine Bäckerei, die hier wahrscheinlich unter Marcus Aurelius eingerichtet wurde.BasilicaI,II,3Halle aus hadrianischer Zeit.Lena Kaumanns: Funktionswandel im Stadtzentrum des spätantiken Ostia, Eine Neuuntersuchung der Casa della Basilica und der Aula del Buon Pastore. Golden House Publication, London 2025, ISBN 9781906137908.Aula del Buon PastoreI,II,4Christliche Halle aus dem vierten Jahrhundert; Fund der Statue eines Guten Hirten.Caseggiato del TermopolioI,II,5rechts|180px Großes mehrstöckiges Wohnhaus mit Taverne im Erdgeschoss, das um 120 n. Chr. erbaut wurde. Das untere Stockwerk besteht auf einer Reihe von Läden mit einem inneren Hof. Wandmalereien. Teile des ersten Geschosses mit Balkonen sind auch noch erhalten.James E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 123–127.
Insula III
Name Nummer BeschreibungCaseggiato dei MoliniI,III,1rechts|180px Das Haus der Mühlen wurde in hadrianischer Zeit errichtet und bestand in dieser Zeit aus einer Reihe von Läden. Es wurde in der antoninische und der severischen Zeit wiederholt umgebaut. In letzterer Epoche wurde das Haus zu einer Bäckerei ausgebaut. Dabei wurden zahlreiche Mühlen aufgestellt.Sacello del SilvanoI,III,2Kapelle des SilvanusCaseggiato di DianaI,III,3–4rechts|180px Mietshaus aus der Mitte des zweiten Jahrhunderts. Das Haus hat seinen Namen von einem Terrakottarelief mit dem Bild der Diana, das sich an der Wand des Hofes befindet. Im Untergeschoss befinden sich vor allem Läden. Es gab mehrere Stockwerke. Im zweiten Stockwerk hatte das Haus einen an der Fassade umlaufenden Balkon. In verschiedenen Räumen fanden sich noch gut erhaltene Wandmalereien.James E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 127–134; Alfredo Marinucci, Stella Falzonein, La Maison de Diane (I iii 3–4), in: Jean-Paul Descœudres (Hrsg.): Ostia : port e porte de la Rome antique, Genève, Musées d'art et d'histoire, 2001, ISBN 978-2-8306-0190-9, S. 230–244.Mitreo del Caseggiato di DianaG. Becatti: I mitrei, Scavi di Ostia 2, Rom 1954, S. 9–15I,III,3–4Mithräum im Caseggiato di DianaCaseggiato del Mitreo di MenandroI,III,5Wohn- und GewerbehausMitreo di MenandroI,III,5Mithräum mit einfachem geometrischen Fußbodenmosaik.G. Becatti: I mitrei, Scavi di Ostia 2, Rom 1954, S. 17–20CaseggiatoI,III,6
Insula IV
Name Nummer BeschreibungBottegheI,IV,1rechts|185px Es handelt sich um eine Ladenreihe aus hadrianischer Zeit. Im Norden befindet sich ein öffentlicher Brunnen.Domus di Giove e GanimedeI,IV,2rechts|185pxEs handelt sich um ein Appartementhaus im Zentrum der Stadt, das mit den benachbarten Wohnbauten, welche sich zusammen einen Garten im Innenhof teilen, einen Block bildet. Die Domus di Giove e Ganimede datiert in hadrianische Zeit. In späterer Zeit wurden einige Umbauten vorgenommen. In dem Haus befinden sich gut erhaltene Wandmalereien; auf einer von ihnen sind Jupiter und Ganymed zu finden, die dem Haus seinen modernen Namen gaben.James E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 134–139.Casa di Bacco FanciulloI,IV,3Mietshaus mit einst mindestens zwei Stockwerken. Zumindest im unteren Stockwerk befindet sich eine reich ausgestattete Wohnung mit Fußbodenmosaiken und Wandmalereien.James E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 134–139.Casa dei DipintiI,IV,4rechts|185px Nobles MietshausCaseggiato dei DoliI,IV,5rechts|180px Gewerbebau aus der Mitte des zweiten Jahrhunderts, der in severischer Zeit umgebaut wurde. Vor allem wurden 35 dolia defossa (eingegrabene Gefäße) für Olivenöl oder Wein eingebaut. Nachdem diese nicht mehr genutzt wurden, ist ein einfacher Fußboden darüber angelegt worden. In den Gefäßen fanden sich Bruchstücke von mindestens 400 Modeln. Die Objekte, die mit Hilfe der Modeln produziert wurden, sind nicht gefunden worden, waren also vermutlich aus organischem Material. Ähnliche Modeln sind auch von anderen Orten bekannt, und es ist vermutet worden, dass etwas Essbares mit ihnen geformt wurde.Bäckerei neben der Caseggiato dei DoliiDie Bäckerei wird in einem Grabungsbericht aus dem Jahr 1878 erwähnt.
Insula V
Name Nummer BeschreibungBottegheI,V,1rechts|185px LädenPortico est e ovest di Pio IX; auch Potrico e CaeggiatoJames E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 141–142.I,V,2Bei I,V,1 und I,V,2 handelt es sich um zwei Flügel eines einzigen Gebäudes. Die dicken Mauern deuten darauf hin, dass der Bau einst mehrere, vielleicht sogar fünf Stockwerke aufwies. Die unteren erhaltenen Räume sind alle als Läden genutzt worden. In den Obergeschossen befanden sich einst Wohnungen.James E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 134–139.
Insula VI
Name Nummer BeschreibungPortico est e ovest di Pio IXI,VI,1Es handelt sich um eine lange Reihe von Läden. Treppen und die robuste Bauart bezeugen, dass das Haus einst mehrere Stockwerke hatte, in denen sich Wohnungen befanden.James E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 145–146.Caseggiato del Balcone a mensoleI,VI,2rechts|185px Läden, Mietshaus mit Balkonen; in hadrianischer Zeit errichtet.
Insula VII
Name Nummer BeschreibungCaseggiato dei Misuratori del GranoI,VII,1–2Mietshaus, Läden, nur zum Teil ausgegraben
Insula VIII
Name Nummer BeschreibungPiccolo MercatoI,VIII,1Lagerhaus aus hadrianischer ZeitHorreaI,VIII,2Lagerhaus aus hadrianischer ZeitHorrea Epagathiana et EpaphroditianaI,VIII,3rechts|180px Lagerhaus aus der Mitte des zweiten Jahrhunderts. Eine Inschrift bezeugt diese Funktion. Die Inschrift nennt Epagathus und Epaphroditus als Besitzer.CaseggiatoI,VIII,4LädenCaseggiatoI,VIII,5LädenBottegheI,VIII,6Zwei LädenCaseggiatoI,VIII,7Drei LädenCaseggiatoI,VIII,8LadenBottegheI,VIII,9Vier RäumeBottegheI,VIII,10Läden
Insula IX
Name Nummer BeschreibungCaseggiato dietro la CuriaI,IX,1Läden und WohnungenCaseggiatoI,IX,2LädenCaseggiato del LararioI,IX,3rechts|180px Mehrstöckiges Wohn- oder Mietshaus mit Hof, in dem sich eine halbrunde Nische befindet, die als Lararium interpretiert wurde und dem Haus den Namen gab. Bei der Nische wird es sich aber eher um eine Statuennische handeln. Im unteren Geschoss des Hauses befinden sich hauptsächlich Läden. Das Haus datiert in die hadrianische Zeit. Der Hof war eventuell für die Öffentlichkeit zugänglich. Das ganze Erdgeschoss mag als eine Art Basar gedient haben.James E. Packer: The Insulae of Imperial Ostia, Rom 1971, S. 152–154.CuriaI,IX,4rechts|185px rechts|185px Die Kurie der Stadt. Der Bau wurde unter Domitian oder Trajan errichtet und steht gegenüber der Basilika, die zur selben Zeit erbaut wurde. Von der Straße gelangt man in einen Vorraum, der mit sechs Granitsäulen zur Straßenseite geschmückt war. Von dort gelangt man in einen großen Raum (11,50 × 12,00 m), der an den Längsseiten Nischen für Statuen hat. Die Wände und der Boden waren einst mit polychromem Marmor verkleidet. An den beiden Seiten des Raumes befinden sich unbedachte Korridore. Die Funktion des Baues als Kurie ist umstritten, da das Gebäude zu klein erscheint. Die Lage und Parallelen in anderen Städten unterstützen jedoch die Interpretation als solche.Jean-Charles Balty: Curia Ordinis. Recherches d’architecture et d’urbanisme antiques sur les curies provinciales du monde romain. (Mémoire de la Classe des Beaux-Arts / Collection in-4° ; Sér. 2, T. 15, Fasc. 2). Academie Royale de Belgique, Bruxelles 1991, ISBN 2-8031-0084-3, S. 121–127, 375–376, 614.
Insula X