Mponeng ist eine Goldmine am Witwatersrand in der südafrikanischen Provinz Gauteng, etwa 90 km südwestlich von Johannesburg. Sie wurde 1986 eröffnet und gehört zu den ehemaligen Western Deep Levels. 2010 arbeiteten etwa 6000 Leute auf Mponeng. von AngloGold Ashanti, abgerufen am 23. Mai 2011.
Mit einer Tiefe von über vier Kilometern ist sie die tiefste Mine der Welt und beherbergt zugleich den am weitesten unter der Erdoberfläche gelegenen zugänglichen Ort.
Geschichte mini|links|Video:Die tiefste Mine der Welt (2:31 min)|thumbtime=31 Am Witwatersrand erstreckt sich die größte Goldmineralisierung weltweit. In der Gegend machten Europäer in den 1850ern bis 1870ern mehrere Mineralfunde, die 1886 zum Witwatersrand-Goldrausch führten. In Folge wurden dort viele Bergbauarbeiten durchgeführt. Nach einer fünfjährigen Pause zwecks Abteufens begannen die Abbauarbeiten in der Mine offiziell 1986. Der Name Mponeng wurde erst 1999 eingeführt; davor war die Mine als „Western Deep Levels South Shaft“ oder einfach „No. 1 Shaft“ bekannt.
Im Jahr 2008 entdeckten Forscher im Grundwasser kilometertief in der Mine das extremophile Bakterium „Desulforudis audaxviator“. 2012 kam es zu einem großen Streik der Minenarbeiter gegen den Mineneigentümer AngloGold Ashanti. 2017 absolvierte der ecuadorianische Läufer Millan Ludena im tiefsten Teil der Mine einen Halbmarathon.
Nachdem bei einem durch Bergbau verursachten Erdbeben der Stärke 2,0 im März 2020 drei Minenarbeiter starben, wurden alle Operationen vorerst eingestellt. Im Zuge der COVID-19-Pandemie musste die Mine im Mai 2020 kurzfristig schließen. 2020 kaufte Afrikas größter Goldproduzent Harmony Gold die Mine für etwa $200 Millionen von AngloGold Ashanti.
Produktion Im Jahr 2023 wurden in Mponeng 7,45 Tonnen Gold gefördert, bei 884.000 t abgebautem Erz (das Erz ist mit 8,4 g Gold/t besonder reich). Pro Tag werden etwa 5400 Tonnen Erz abgebaut. Die Kosten pro geförderter Unze Gold lagen 2022 bei $1771, während der Goldpreis bei etwa $2080 lag.
Aus dem Witwatersrand stammen etwa 40 % des jemals abgebauten Goldes, etwa 50.000 t. Zudem sollen dort mehr als ein Drittel der nicht abgebauten Reserven lagern. Die nachgewiesenen Reserven im Mponeng belaufen sich auf 1300 t.
Praktiken Aufgrund der großen Tiefe beträgt die Temperatur des Gesteins in der Mine bis zu 66 °C. Um die Luft in den Tunneln auf 30 °C zu kühlen, wird Eisbrei unter die Erde gepumpt. Zudem werden die fertig abgebauten Abschnitte mit einer Mischung aus Beton, Wasser, und Gestein isoliert. Die Wände werden mit stahlverstärktem Spritzbeton und Rautennetzen gesichert.
Um kleine Erdbeben frühzeitig zu entdecken, wurde von einem japanisch-deutschen Forschungsteam ein Netzwerk aus Beschleunigungssensoren, piezoelektrischen Schallemissionssensoren und Sacks-Evertson-Bohrloch-Dehnungsmessern eingerichtet.
Umweltverschmutzung Die Bergbauindustrie in Südafrika ist eine der größten Quellen von Luftverschmutzung im Land; ein großer Teil davon stammt aus dem Wildwatersrand-Becken. Gleichzeitig trägt sie hauptsächlich zur Erd- und Wasserverschmutzung bei. Mponeng verursacht sowohl eine gewaltige Menge Abraum als auch teils giftige Tailings, die beim Zerbrechen des Erzes entstehen. 2024 stieß die Mine das Äquivalent von 933.000 t Kohlenstoffdioxid an Treibhausgasen aus. Eine Studie fand außerdem erhöhte Silicate und Uranwerte in den Feinstaubpartikeln der Region, die von den Absetzbecken der Goldminen stammen.
Einzelnachweise
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