mini|hochkant|Stammwappen derer von Lützow Ludwig Friedrich Wilhelm von Lützow (* 25. Juli 1793 in Ludwigslust; † 13. Mai 1872Sterbejahr nicht 1878, wie in einem Stammbaum der Familie angegeben ist. Sein Nekrolog erschien bereits 1872 im Druck. Vgl. Rene Wiese: Lützow, Ludwig Friedrich Wilhelm von. In: Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Band 4. Schmidt-Römhild, Lübeck 2004, S. 160. in Boddin) war ein deutscher Verwaltungsjurist und mecklenburg-schwerinscher Diplomat, Regierungsbeamter und Politiker.
Leben Ludwig von Lützow war der einzige Sohn des herzoglich mecklenburg-schwerinschen Oberhofmeisters und mecklenburgischen Gesandten in Paris und am preußischen Hof in Berlin, August von Lützow (1757–1835), und dessen Frau Sophie Luise Dorothee, geb. von Maltzahn aus dem Ast Wolde-Kummerow (1765–1833, #957). Lützow besuchte das Katharineum zu Lübeck bis Michaelis 1811Hermann Genzken: Die Abiturienten des Katharineums zu Lübeck (Gymnasium und Realgymnasium) von Ostern 1807 bis 1907. (Beilage zum Schulprogramm 1907), Borchers, Lübeck 1907, Nr. 26. und studierte ab April 1812 Rechtswissenschaften an der Universität Rostock.Eintrag im Rostocker Matrikelportal. Am 24. März 1813 schickte ihn Herzog Friedrich Franz I. nach Paris, um seinen Vater vom Frontenwechsel des Herzogs zu unterrichten. Danach machte er die Befreiungskriege beim preußischen Garde-Dragoner-Regiment mit.Carl Schröder: Tagebuch des Erbprinzen Friedrich Ludwig von Meklenburg-Schwerin aus den Jahren 1811–1813. In: H. Grotefend (Hrsg.): Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Jahrgang 65, Komm. K. F. Köhler-Leipzig, Bärensprung, Schwerin 1900, S. 123–304, hier (MVdok.lbmv.de) S. 255 Anm. 2, 1815 nahm er das Studium wieder auf und schloss es 1816 an der Universität Göttingen ab. Er wurde Mitglied des Corps Vandalia Rostock und des Corps Vandalia Göttingen.Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 185 (Corps), (Lfd. Nr. dort) 63; 87, 75.
Nach dem Abschluss seiner juristischen Ausbildung trat er 1816 in den Dienst des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin und wurde 1822 zum Regierungsrat ernannt. Mit der Thronfolge durch Großherzog Paul Friedrich wurde er am 6. Mai 1837 Zweiter Minister und Regierungspräsident, am 6. Juli 1840 als Nachfolger des verstorbenen Christian Friedrich Krüger Erster Minister und Präsident des Geheimen Rats. In dieser Stellung erhielt Lützow am 7. Januar 1841 den preußischen Roten Adlerorden I. Klasse.Otto von Dewitz: Uebersicht der im Jahre 1841 im Geschäftskreise der General-Ordens-Kommission eingetretenen Veränderungen. Berlin 1842, S. 23.
Während der Revolution in Mecklenburg 1848/49 Mitglied der konstituierenden Abgeordnetenversammlung für den Wahlbezirk Ventschow, zählte Lützow zu den Protagonisten einer konstitutionellen Staatsform in Mecklenburg, die ein Staatsministerium vorsah. Die neue, liberale mecklenburgische Verfassung, das Staatsgrundgesetz, trat am 10. Oktober 1849 im Landesteil Mecklenburg-Schwerin in Kraft. Bereits am 12. April 1850 trat er aus Protest gegen die kompromissbereite Politik von Großherzog Friedrich Franz II. als Staatsminister zurück, worauf Mecklenburg-Schwerin bis 1918 aufgrund des Freienwalder Schiedsspruchs mit Unterstützung des Deutschen Bundes auf den Rechtszustand vor 1848 zurückgeführt wurde. mini|hochkant|Gutshaus in Boddin Seinen Ruhestand verlebte Lützow als Kammerherr auf seinem Rittergut Boddin. Er trug auf seinem Gut eine größere Zahl archäologischer Funde zusammenHistoriker Georg Christian Friedrich Lisch: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. 1879. Jahrgang 44, Schwerin 1879, S. 58 ff. und kommt auch in Briefen von Fritz Reuter vor. Er war Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied der Ersparniskasse zu Schwerin und lange Zeit Mitglied des Direktoriums des Witweninstituts, Vorsteher des Vereins für Innere Mission, Präsident und später Ehrenmitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.
Lützow war seit dem 27. Mai 1819 mit Sophie, geb. Freiin von Brandenstein (1796–1876) verheiratet, einer Tochter von August Georg von Brandenstein (1755–1836). Aus der Ehe ging der spätere preußische Generalmajor Louis von Lützow (1831–1882) hervor.Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 10. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. (Hamburg), o. J. (Hamburg 1942), S. 271, , Nr. 3211. Seine Tochter Karoline Luise (Lilla) (* 10. Oktober 1822; † 29. Juni 1866) war mit dem Landrat Rudolph von Oertzen verheiratet.Georg Christian Friedrich Lisch: Urkundliche Geschichte des Geschlechts von Oertzen. Band 4: Der mecklenburgischen Häuser und der älteren Zweige des Hauses Alt-Helpte neueste Geschichte, von etwa 1700 bis zur Gegenwart. Ed. Herberger Manuskriptdruck, Schwerin 1886, S. 513 f. Die älteste Tochter Auguste von Lützow-Boddin (1820–1891) heiratete den Grundbesitzer zu Schloss Gültz und Landrat Axel von Maltzahn (1808–1841), deren Sohn Helmuth von Maltzahn-Gültz war somit sein Enkel.
Auszeichnungen 40px Orden der Eisernen Krone (Österreich), I. KlasseOrden und ihre Reihenfolge nach: Großherzoglich-Mecklenburg-Schwerinscher Staats-Kalender. 1850. Hofbuchdruckerei, Schwerin 1850, S. 20. 40px Dannebrogorden, Großkreuz 40px Annenorden, 1. Klasse 40px Roter Adlerorden, 1. Klasse 40px Königlich Preußischer St. Johanniter-Orden (1830), damit ab 1852 Ehrenritter des Johanniterordens 40px Orden des heiligen Jakob vom Schwert (Portugal), Großkreuz 40px Guelphen-Orden, Großkreuz (1838) Kriegsdenkmünze für 1813/15 (Preußen)
Literatur Meyers Lexikon. 4. Auflage. Band 10. Bibliographisches Institut, Leipzig 1890, S. 1030 f. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1901. Zweiter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1900, S. 590–591. Lützow, von. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 15. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 489–490. Rene Wiese: Lützow, Ludwig Friedrich Wilhelm von. In: Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Band 4. In: (Hrsg.): Historische Kommission für Mecklenburg: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Mecklenburg. Reihe A, Schmidt-Römhild, Lübeck 2004, ISBN 3-7950-3741-7, S. 155–161.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ministerpräsident (Mecklenburg bis 1945) Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 1. Klasse Ludwig Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Mecklenburg) Kategorie:Kammerherr (Mecklenburg) Kategorie:Exzellenz (Mecklenburg) Kategorie:Träger des Ordens der Eisernen Krone (I. Klasse) Kategorie:Träger des Großkreuzes des Dannebrogordens Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Träger des Königlich Preußischen St. Johanniterordens Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Ordens des heiligen Jakob vom Schwert (Großkreuz) Kategorie:Großkreuz des Guelphen-Ordens Kategorie:Person (Diakonie) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1793 Kategorie:Gestorben 1872 Kategorie:Mann