Kroppenstedt ist eine Landstadt im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie ist Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Westliche Börde.
mini|hochkant=1.25|Kroppenstedt (von der Paulshöhe aus gesehen) mini|hochkant=0.9|Rathaus Kroppenstedt Geografie Die kleine Stadt in der Magdeburger Börde liegt zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Harz. Sie trägt den Beinamen Reithufenstadt. Die nächstgelegenen Städte sind Oschersleben 15 km nordwestlich, Halberstadt 20 km westlich und Quedlinburg 24 km südlich.
Geschichte Erstmals wird Kroppenstedt am 25. Mai 934 in einer Urkunde erwähnt, mit der König Heinrich I. dem Grafen Siegfried im Schwabengau seine Besitzungen in Gröningen, Kroppenstedt und Ammendorf schenkte.Rudolf Ammann: Chronik der Stadt Kroppenstedt; 1958; Druckerei „Freundschaft“ Halberstadt Nach Siegfrieds Tod ging die Herrschaft über diese Gebiete an das Kloster Corvey in Höxter unter der Bedingung, dass in Westgröningen ein Filialkloster gegründet würde. Später gingen Teile in den Besitz des Bistums Halberstadt über. Stadtrecht erhielt Kroppenstedt im Jahr 1253.
In der Nähe von Kroppenstedt gibt es vier Wüstungen: Nienstedt im Norden, Ammendorf im Osten, Wentlingen im Nordwesten und das später wieder besiedelte Dalldorf im Südwesten.
Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 1.825 2005 1.624 2010 1.538 2015 1.448 2020 1.402 Jahr Einwohner 2021 1.395 2022 1.388 2023 1.369 2024 1.357 2025 1.329
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Stadtrat Der Stadtrat von Kroppenstedt besteht aus 12 Mitgliedern und der Bürgermeisterin.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 37 Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,6 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Gemeinsam für Kroppenstedt – – 58,7 % 7 Förderverein Grundschule Kroppenstedt 45,4 % 4 41,3 % 5 Sportfreunde Kroppenstedt 15,8 % 4 – – Einzelbewerber Gilbert Krüger 10,8 % 1 – – FDP 10,7 % 1 – – SPD 8,8 % 1 – – Einzelbewerber Stefan Horenburg 8,5 % 1 – – Insgesamt 100 % 12 100 % 12
Bürgermeister 1994–2024: Joachim Willamowski seit 2025: Anja Krüger
Willamowski wurde bei der Bürgermeisterwahl am 20. März 2022 ohne Gegenkandidat mit 95,5 % der gültigen Stimmen erneut in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 20. März 2022 Zum 31. Dezember 2024 legte er sein Amt nieder.
Krüger wurde am 11. Mai 2025 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. Mai 2025 Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
Wappen Das Wappen wurde am 10. August 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.
Blasonierung: „In Blau auf silbernem rot gezäumten und gesattelten Roß der Heilige Martin (Sankt Martin) im goldenen Gewand, mit dem silbernen Schwert seinen roten Mantel für den vor ihm knienden Bettler teilend.“
Das Wappen von Kroppenstedt entstammt einem für das Jahr 1359 belegten Siegel mit der Umschrift „S. OPIDI IN CROPPENSTEDE“. Der heilige Martin als Symbol war der Schutzheilige der Kroppenstedter Stadtkirche. Wie es bei zahlreichen Städten und Gemeinden der Fall war, wurde ursprünglich christliche Motive im Siegel verwendet und später auf ein Wappen übertragen – auch ohne, dass hierzu eine staatliche Legitimation erteilt wurde.
Das Redesign des Wappens wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.
Sehenswürdigkeiten und Kultur Die Kulturdenkmale der Stadt sind im örtlichen Denkmalverzeichnis aufgeführt.
Bauwerke mini|hochkant|Freikreuz Sankt-Martin-Kirche, die die Stilrichtungen Romanik (Turm), Gotik und Renaissance (Langhaus) sowie Barock (Altar) miteinander verbindet, mit einer von Esaias Compenius gebauten Orgel ausgestattet Rathaus Kroppenstedt, dessen älteste Teile aus dem 16. Jahrhundert stammen Alte Schule, Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, das heute als Heimatmuseum dient Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert mit dem Eulenturm, einem von ehemals drei Stadttortürmen und der teilweise sehr gut erhaltenen Doppelmauer mit insgesamt vier Wehrtürmen Freikreuz, ein barockes Sandsteinkreuz, Symbol der Städtefreiheit und Ort der Gerichtsbarkeit Meilenstein von 1835
Gedenkstätten Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof für die drei örtlichen Opfer des Faschismus Max Kasperschinsky, Wilhelm Firse und Julius Freiberg sowie elf KZ-Häftlinge eines Todesmarsches aus dem KZ Buchenwald, die im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden Gedenkstein auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof auf dem Anger, der an die jüdischen Opfer der Shoa erinnert.
Museen Heimatmuseum der Stadt in der ehemaligen Knabenschule aus dem 15. Jahrhundert
Regelmäßige Veranstaltungen Freikreuzfest in jedem Jahr am 3. Oktober, Volksfest mit Mittelaltermarkt und historischem Laienspiel
Verkehr Kroppenstedt liegt an der Bundesstraße B 81 (Magdeburg–Halberstadt). Eine Ortsumgehung wurde im November 2008 eröffnet. In nördlicher Richtung führt die Landesstraße L 66 nach Hadmersleben, in südlicher Richtung zur Autobahnanschlussstelle Quedlinburg-Ost an der A 36 in etwa 18 km Entfernung.
Der Haltepunkt Kroppenstedt lag an der 1966 stillgelegten Bahnstrecke Aschersleben–Nienhagen.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Ludolf von Kroppenstedt (?–1205), Erzbischof von Magdeburg Johannes Scharff (1595–1660), lutherischer Theologe Andreas Gravenhorst (1684–1727), evangelischer Theologe Israel Christian Gronau (1714–1745), Theologe Johann Friedrich Dammas (1772–1850), Kantor und Gesangslehrer Georg Müller (1805–1898), Theologe und Waisenhausleiter Ferdinand von Seelhorst (1805–1887), preußischer Generalleutnant Carl Wilhelm Hoffmann (1810–1895), Architekt Gustav Könnecke (1845–1920), Archivar und Literaturhistoriker
Mit Kroppenstedt verbundene Persönlichkeiten Gerhard Gottlieb Günther Göcking (1705–1755), Pfarrer in Kroppenstedt Eduard Nehse (1793–1871), Naturforscher, betrieb in Kroppenstedt den Schumannschen Gasthof Georg Ackermann (1603–1680), Bürgermeister von Kroppenstedt
Weblinks
Kroppenstedt Die Compenius-Orgel zu Kroppenstedt
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Börde Kategorie:Ersterwähnung 934 Kategorie:Stadt in Sachsen-Anhalt Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1253