mini|Landschaft mit einem Rundbau & Porträt von Johann Gottfried Steinmeyer Johann Gottfried Steinmeyer (* 13. November 1780Andreas Vogel: Johann Gottfried Steinmeyer und Putbus. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2003, S. 121. in Friedrichsfelde; † 6. Mai 1851 in BerlinSiehe Literatur: Bernhard Friedrich Voigt (Hrsg.): Neuer Nekrolog der Deutschen. Jahrgang 29, 1851, Teil 2. Selbstverlag, Weimar 1853, S. 1232.) war einer der maßgebenden Architekten beim Aufbau der Residenzstadt Putbus. Als seine bedeutendste Schöpfung gilt das Jagdschloss Granitz auf Rügen. mini|Schloss Granitz um 1859, Sammlung Alexander Duncker.

Leben und Werk Als Sohn des Berliner Maurer- und Zimmermeisters Carl Christoph Steinmeyer (1750–etwa 1818) und dessen Ehefrau Maria Dorothea, geb. GrunowEvangelische Kirche Friedrichsfelde, Taufen, Heiraten und Tote 1765–1817, Seitennummer 213. In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1567–1945 [Datenbank online]. wuchs Johann Gottfried Steinmeyer in Berlin auf, wo er den Beruf des Zimmermanns erlernte.Lehmann, Meyer: Rügen A–Z. Wähmann-Verlag, Schwerin 1976, S. 82. Anschließend wurde an der Berliner Bauakademie bei David Gilly als Architekt ausgebildet schloss dort enge Freundschaft mit Karl Friedrich Schinkel. Der entwarf 1801 für die Familie Steinmeyer in der Friedrichstraße sein erstes Bauwerk. Von 1803 bis 1805 begleitete Steinmeyer Schinkel auf dessen erster Italienreise.Mario Zadow: Karl Friedrich Schinkel, ein Sohn der Spätaufklärung: die Grundlagen seiner Erziehung und Bildung. Edition Axel Menges, Stuttgart 2002, S. 143.SMB.Museum/Schinkel. 1808 führte die Firma Steinmeyer für Schinkel einen hölzernen Panoramabau am Opernplatz aus. Steinmeyer heiratete 1811 Henriette Wilhelmine Wimmel.Dom Berlin, Heiraten 1731–1832, Seitennummer 62. In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971 [Datenbank online]. Ab 1818 war er in Berlin auch als Bauunternehmer tätig und arbeitete häufig mit Schinkel zusammen, u. a. bei hölzernen Überbauten für die Marschallbrücke (1821/22) und die Schloßbrücke (1821–1814), sowie beim Neuen Packhof (1829–1832). Da sein Nachlass fast vollständig verloren ging, ist über das Leben und die Herkunft kaum etwas bekannt. Steinmeyer war zwischen 1815 und 1850 in Putbus als Architekt tätig. Fürst Wilhelm Malte zu Putbus, der ab 1800 die Umgestaltung und den Ausbau von Putbus betrieb, vergab zahlreiche Aufträge an den Berliner Architekten. 1819 wurde er in Berlin zum Stadtverordneten gewählt. Ab 1830 hatte er den Titel eines Bua- und Ratszimmermeisters und ab 1843 Königlicher Hof- und Ratszimmermeister. Nach 1843 hatte er auch die Funktion eines vereidigten Taxators.

Werke (Auswahl) Das Badehaus Goor im Putbusser Ortsteil Lauterbach wurde von Steinmeyer entworfen und im August 1818 eingeweiht.Hotel-Badehaus-Goor.de. Vorbild stand die Architektur in Bath. Fürst Wilhelm Malte I. hatte das englische Bad 1805 und 1823 besucht.Univ-Hamburg.de. (PDF). Zwischen 1821 und 1824 wurde Steinmeyer ein neuer klassizistischer Marstall Putbus erbaut. 1826 wurde von ihm der Umbau des Putbusser Theaters ausgeführt.Infotafel am Theater Putbus. 1827–1832 veranlasste Fürst Wilhelm Malte zu Putbus die Umgestaltung des Putbusser Schlosses im klassizistischen Stil nach Plänen von Steinmeyer. 1865 wurde das gesamte Schloss von einem Brand zerstört.Melanie Ehler: Fürstliche Garten(t)räume: Schlösser und Gärten in Mecklenburg und Vorpommern. Vineta-Museum, Barth 2003, S. 104.Vgl. Putbus. In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst begl. Text. Band 2, Selbstverlag, Berlin 1859, Blatt 112. 1828 wurde das durch Feuer 1827 zerstörte Gut Gobbin in Lancken-Granitz nach Entwurf von Steinmeyer neu aufgebaut. Bauherr war Fürst Malte l. von Putbus, in dessen Besitz sich das Gut befand. Königliches Pädagogium Putbus, Circus 16, 1833–1836 erbaut von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus nach Plänen von Steinmeyer Auch das „Rosencafe“ im Ort ist seine SchöpfungLehmann, Meyer: Rügen A–Z. Wähmann-Verlag, Schwerin 1976, S. 82. 1837–1846 wurde das Jagdschloss Granitz nach Plänen von Johann Gottfried Steinmeyer und Karl Friedrich Schinkel (Turm) errichtet. Circus 8, 1843 nach Entwürfen Steinmeyers von Fürstin Luise zu Putbus erbaut. 1844–1846 schufen Friedrich August Stüler und Steinmeyer den Kursaal im Schlosspark Putbus, die spätere Schlosskirche.

Literatur Bernhard Friedrich Voigt (Hrsg.): Neuer Nekrolog der Deutschen. Jahrgang 29, 1851, Teil 2. Selbstverlag, Weimar 1853, S. 1232. Gottfried Riemann (Hrsg.): Karl Friedrich Schinkel: Reisen nach Italien: Tagebücher, Briefe, Zeichnungen, Aquarelle. Berlin 1979. Andreas Vogel: Johann Gottfried Steinmeyer und Putbus. Eine Studie zur Baukunst und Urbanistik im Klassizismus. In: Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege in Mecklenburg und Vorpommern. 3. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2003.

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Preußen) Kategorie:Architekt des Klassizismus Kategorie:Mitglied der Stadtverordnetenversammlung (Berlin) Kategorie:Geboren 1780 Kategorie:Gestorben 1851 Kategorie:Mann