mini|hochkant=1.5|Heinrich Harms (erste Reihe, zweiter von links, 1964) Heinrich Harms (* 5. Februar 1908 in Stralsund; † 26. November 2003 ebenda) war ein deutscher Augenarzt und Hochschullehrer, der sich vor allem mit der Physiologie des Sehens, Neuroophthalmologie, Motilitätsstörungen, Mikrochirurgie, Verkehrsmedizin und Glaukomforschung befasste.
Leben Heinrich Harms, Spross einer Stralsunder Ärztefamilie (der Vater Hermann Harms war Augenarzt, die Mutter Elsa Harms, geborene Krey) und Neffe des 1915 gefallenen, außerplanmäßigen Tübinger Professors Clemens Harms (Erstbeschreiber der essentiellen Irisatrophie), nahm nach dem Abitur am Gymnasium Stralsund ein Studium der Medizin an den Universitäten Tübingen, wo er Mitglied der Verbindung Saxonia wurde,Vereinigung Alter Lüneburger und Sachsen: Adressenverzeichnis, 1969, S. 19. München, Bern, Berlin und RostockImmatrikulation von Heinrich Harms im Rostocker Matrikelportal. auf, das er 1932 in Rostock abschloss, wo er im gleichen Jahr zum Dr. med. promoviert wurde. In der Folge bekleidete er Assistenzstellen an den Augenkliniken der Universität Breslau, der Universität Prag und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, ab 1934 bei Walther Löhlein in Berlin, wo er, unterbrochen durch einen zweijährigen Einsatz als Truppenarzt im Kriegslazarett in Krakau, bis 1949 tätig war. Heinrich Harms habilitierte sich im Jahr 1937 mit einer Arbeit über die Entstehung der Schielschwachsichtigkeit und trat unmittelbar danach eine Stelle als Oberarzt bei Hans Karl Müller an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn an. 1938 wurde er Privatdozent, 1943 außerplanmäßiger Professor an der Universität Berlin und 1949 an der Universität Bonn.
Im Jahr 1952 folgte Harms in der Nachfolge von Wolfgang Stock dem Ruf auf den Lehrstuhl für Augenheilkunde, verbunden mit der Leitung der Augenklinik, an die Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Er wurde 1976 emeritiert.
Heinrich Harms führte die mikroskopische Chirurgie in die Augenheilkunde ein und befasste sich insbesondere mit sensorischen Störungen beim Schielen sowie der Ursachenforschung beim grünen Star. Er entwickelte die sogenannte Tangententafel (auch: Harmswand) zur Messung von Schielwinkeln in unterschiedlichen Blickrichtungen und zur Erstellung von Motilitätsanalysen der Augenbewegungen im freien Raum.
Er war evangelisch, ab 1933 mit Brigitte Harms, geborene Niethammer, verheiratet und hatte neun Kinder.
Ehrungen v.-Eicken-Preis (1944) v.-Gräfe-Preis (1949) Theodor-Axenfeld-Preis Wahl in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland (1982) Ehrenmitgliedschaften Instituto Barraquer de America International Perimetric Society Griechische Ophthalmologische Gesellschaft Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft auf der Website DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft – die wissenschaftliche Gesellschaft der Augenärzte
Veröffentlichungen (Auswahl) mit Günter Mackensen: Augenoperationen unter dem Mikroskop. Ein Erfahrungsbericht. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1966. mit Reinhard Dannheim: Glaukomoperationen bei offenem Kammerwinkel: vergleichende Studie einer Forschungsgruppe der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 1987.
Literatur Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 456.
Weblinks
[ Nachruf] in den Ophthalmologischen Nachrichten vom 16. Dezember 2003 in den Tübinger Universitätsnachrichten vom 5. März 2004 Nachruf auf Herrn Prof. Dr. med. emeritus Heinrich Harms, geb. 5.2.1908, gest. 26.11.2003, in: Klinisches Monatsblatt Augenheilkunde 2004; 221(2): 131–132, doi:10.1055/s-2003-812581.
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Augenarzt Kategorie:Hochschullehrer (Eberhard Karls Universität Tübingen) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Absolvent der Universität Rostock Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 2003 Kategorie:Mann Kategorie:Korporierter (Studentenverbindung)