miniatur|hochkant|Kinderpost als Lernspielzeug Die Kinderpost ist ein pädagogisches Spielzeug, ähnlich dem Kaufladen, das erstmals um 1890 vermarktet wurde.
Ausstattung miniatur|links|„Formulare“ einer Kinderpost Der Zeitgeschmack spiegelt sich in der Verpackung wie auch in den zum Spiel zugehörigen Gegenständen wider. Je nach Hersteller und Ausführungen der „Kinderpost“ sind neben Briefmarken in verschiedenen Farben und Abbildungen ein Stempelkissen sowie ein „Poststempel“ enthalten. Zusätzliche Formulare für unterschiedliche Brief- und Warenzustellungen sind neben Telegrammformularen und Zahlungsbelegen für den Zahlungsverkehr vorhanden. In einer höheren Preiskategorie gibt es Zubehör wie einen Schalter, der entweder aus Pappe, Holz oder ab Mitte des 20. Jahrhunderts aus Kunststoff bestehen kann und mit einem „Briefkasten“ abrundet. Entsprechend der technischen Entwicklung wurde die Ausstattung ggf. durch eine „Briefwaage“ und „Telefon“ ergänzt. Eine „Postmütze“ rundet das Spielgeschehen ab.
Einzelne Versionen Deutschland Bei den frühen Spielen ist es oft schwer, den Hersteller oder das Erscheinungsjahr zu bestimmen.
„G. I. Pabst“ hat 1898 eine „Kinderposteinrichtung“ als Gebrauchsmuster eintragen lassen.77. 98 393. in Deutscher Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischer Staats-Anzeiger No. 173 vom 25. Juli 1898, abgerufen auf digi.bib.uni-mannheim.de am 31. Oktober 2025 Der Spieleverlag A. Sala hat eine Kinder-Post mit zugehöriger Gebrauchsmusternummer „D.R.G.M. 98393.“ beschriftet,Kinderpost "Kinder-Post Nr. 4324" beim Museumsstiftung Post und Telekommunikation, abgerufen am 14. Oktober 2025 was auf eine Produktion 1898 oder später hinweist. Weitere frühe Unternehmen, die dieses Spiel vertrieben und produzierten, waren die Stempelfabrik Gustav Tietze (Marke „Famos“ für Kinderpost gab es spätestens 1915)Weihnachten 1915 in Dürener Zeitung vom 18. Dezember 1915, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 14. Oktober 2025 in Leipzig und der Spielwarenhersteller Georg Reulein in Nürnberg. Auch der Spieleverlag Tietz & Pinthus in Magdeburg bzw. Nürnberg hat Kinderpost-Spiele verlegt.
miniatur|Kinderpost-Briefmarken (um 1910–1920er Jahre) Für das Spiel Kinderpost gab es Nachahmungen der Germaniamarke, der Schriftzug war hier Kinderpost.
Englischer Sprachraum (Auswahl) Für das ausgehende 19. Jahrhundert und anfangende 20. Jahrhundert ist die Kinderpost als Post Office mit Schalter belegt.
Vereinigtes Königreich Nationalitätsbedingt haben die „Briefmarken“ aus dem frühen 20. Jahrhundert u. a. die Ausführungen als Punch.
USA Die TINY TOWN POST OFFICE – SPECIAL DELIVERY SERVICE (englisch) ist eine Anlehnung an die UNITED STATES OF AMERICA SPECIAL DELIVERY (englisch), die TINY TOWN POST OFFICE – REGISTRY (englisch) ist die Abwandlung der UNITED STATES REGISTRY.Registry Stamp of 1911, USA, (englisch)
Sammlungen miniatur|Kinderpost-Spiel aus der Schweiz (2008) Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation besitzt rund 450 Kinderpostämter überwiegend deutscher Herkunft aus der Zeit von 1900 bis zur Gegenwart.Kinderpost beim Museumsstiftung Post und Telekommunikation, abgerufen am 14. Oktober 2025
Das Museum für Kommunikation Frankfurt zeigte vom 11. November 2010 bis 30. Januar 2011 auf hr-online.de vom 9. November 2010 die Sonderausstellung: Spiel mit! 100 Jahre Kinderpost. Vom 2. Dezember 2011 bis 19. Februar 2012 wurde sie im Berliner Schwestermuseum erneut gezeigt.
Literatur Fürsorge und Soziales: Kinderpost – ein Spiele-Klassiker. In: Das Archiv. Magazin für Post und Telekommunikationsgeschichte, 2007, Heft 2. Deutsche Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte e. V., , S. 26–32 (online bei Google Bücher).Fürsorge und Soziales
Weblinks Kinderpost beim Museumsstiftung Post und Telekommunikation Kinderpost-Spiele bei puppenhausmuseum.de
Einzelnachweise
Kategorie:Postwesen (Kultur) Kategorie:Kinderspiel Kategorie:Lernspiel Kategorie:Kooperatives Spiel Kategorie:Modellbau