mini|hochkant|Leo Samberger mini|Leo Samberger porträtiert Friedrich August von Kaulbach. Karikatur von F. A, Kaulbach (1902) Leo Samberger (* 14. August 1861 in Ingolstadt; † 8. April 1949 in München,Annegret Hoberg: Leo Samberger. Hirmer, München 1986, ISBN 3-7774-4450-2, S. 10. (unter Mitarbeit von Susanne Neuburger und des Sohnes von Leo Samberger) nach anderen Angaben in Geitauu. a. ) war ein deutscher Maler und Porträtist der Münchner Prominenz.
Werdegang und Arbeit als Maler Aufgewachsen ist Samberger in Bamberg. Von 1880 bis 1887 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München, zunächst bei Gyula Benczúr, dann, nach einer Unterbrechung und Italienreisen, bei Wilhelm von Lindenschmit dem Jüngeren. Ab 1888 arbeitete er in wechselnden eigenen Ateliers in München. 1892 war Samberger eines der Gründungsmitglieder der Münchner Secession. Von 1889 bis 1895 arbeitete er in einem auch durch andere Münchner Künstler bekannt gewordenen Ateliergebäude an der Theresienstraße in der Münchner Maxvorstadt. 1904 nahm Samberger an der ersten Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes (abgerufen am 31. Dezember 2015) in München mit dem Ölgemälde Nachtgedanken (einem anonymen Damenportrait) und vier weiteren Arbeiten teil.Ausstellungskatalog X. Ausstellung der Münchener Sezession: Der Deutsche Künstlerbund (in Verbindung mit einer Ausstellung erlesener Erzeugnisse der Kunst im Handwerk), Verlagsanstalt F. Bruckmann, München 1904 (S. 29)
Wegen der Luftangriffe auf München im Zweiten Weltkrieg lebte Samberger ab 1943 in Geitau. 1948 kehrte er nach München zurück und bezog ein Zimmer mit Notatelier im Schloss Suresnes; dort starb er im April 1949 an einer Grippe mit nachfolgender Lungenentzündung.
Familie Sambergers Mutter, die Tochter eines hohen Bayerischen Militärs, starb 1881. Sein Vater, ein Lehrer, teilte in den Jahren 1895 bis 1908 mit Leo Samberger in München die Wohnung, zunächst in der Knöbelstraße im Lehel dann – nach einer Unterbrechung durch Leos kurze erste Ehe – in der Kaulbachstraße in Schwabing. Im Jahr 1918 starb der Vater hochbetagt. Samberger war zweimal verheiratet. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er erneut; seine zweite Frau starb 1938. Sambergers Sohn Leo Samberger jr. war lange Jahre Kreisheimatpfleger in München.
Verhältnis zum Nationalsozialismus In der Zeit des Nationalsozialismus war Samberger Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an 20 großen Ausstellungen sicher belegtMartin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 541 und passim, darunter von 1937 bis 1943 alle Großen Deutschen Kunstausstellungen in München. Er zeigte dort Porträts, u. a. 1940 die Ölgemälde „Reichsstatthalter Ritter von Epp“ und „Generaldirektor Dr. Buchner“, das Hitler für 3500 RM erwarb.http://www.gdk-research.de/de/obj19404867.html
Eine NSDAP-Mitgliedschaft Sambergers ist nicht bekannt. Zusammen mit einer Reihe anderer Münchner Künstler, unter anderen German Bestelmeyer, Oswald Bieber, Roderich Fick, Angelo Jank und Richard Klein unterzeichnete Samberger die „Erklärung des Deutschen Künstlerbundes 1933“ gegen den „Kunstbolschewismus“, die im Juni im Völkischen Beobachter veröffentlicht wurde. Die Erklärung richtete sich im Besonderen gegen Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff, Paul Klee, Ludwig Mies van der Rohe und die Künstlergruppe Die Brücke, allgemein gegen – so die Erklärung wörtlich –
Samberger wurde 1944 auf die Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten Maler des NS-Staates gesetzt.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945 (= Die Zeit des Nationalsozialismus. Band 17153). Vollständig überarbeitete Ausgabe. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-596-17153-8, S. 462.
Werk Samberger ist vor allem als Porträtmaler hervorgetreten. In der Anfangszeit seines Schaffens stand er unter dem Einfluss von Franz von Lenbach, entwickelte jedoch später einen eigenen für ihn typischen Ausdruck, der durch einen groben, wenig detailgetreuen Strich gekennzeichnet ist und der bisweilen als impressionistisch gedeutet wurde.
Samberger porträtierte die Münchner Prominenz seiner Zeit, vor allem Personen aus der Künstlerschaft. Neben seinen Ölgemälden ist eine Serie von Kohlezeichnungen Münchner Künstler bedeutsam. Auch als Heiligenmaler trat Samberger hervor. Die Liste bekannter Münchner Personen, die von ihm porträtiert wurden, ist lang. Am bekanntesten sind seine Porträts von Joseph Schülein, Pater Rupert Mayer, Papst Benedikt XV. und Papst Pius XI. Beispiele für weitere Porträtierte sind Jakob Bradl, August Drumm, Ludwig Eberle, Gabriel von Hackl, Peter Lippert, Franz Reber, Rudolf Schramm-Zittau und Joseph Wenglein.
Leo Sambergers Werk wurde ab 1910 in zahlreichen Zeitschriftenartikeln und Monographien beschrieben.
Eigenbeschreibung „Den Malerkollegen Huber-Feldkirch habe ich an einem Nachmittag als fertiges Porträt gemalt. Dies liegt mir bei meinem Temperament doch wohl am meisten. Das Ausarbeiten nämlich in die feinen Details ist nicht meine Sache. Mich drängt irgendwie das kühne Vorstoßen.“Annegret Hoberg: Leo Samberger. Hirmer, München 1986, ISBN 3-7774-4450-2, S. 28. (unter Mitarbeit von Susanne Neuburger und des Sohnes von Leo Samberger).
Weitere Ausstellungen (unvollständig) Mit einem Bild vertreten auf der Internationalen Kunstausstellung der Münchner Sezession, 1893 Winter-Ausstellung der Münchner Secession: Josef Flossmann, Leo Samberger, Ignacio Zuloaga, 1912 auf der Ausstellung im Münchner Glaspalast mit 24 Ölgemälden vertreten, 1926 mit 42 Kohlezeichnungen im Glaspalast vertreten, 1927 Sonderausstellung zu seinem 70. Geburtstag im Glaspalast, 1931 Teilnahme an der Münchener Kunstausstellung, Kunstpalast Düsseldorf 1932 Gedächtnisausstellung in Ingolstadt, 1949 Studio-Ausstellung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, 1987
Ehrungen und Mitgliedschaften Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München, seit 1900 der Akademie der Bildenden Künste München, PDF-Dokument, abgerufen am 11. Juli 2011. Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, 1910 Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft, 1941 Münchner Stadtbibliothek, abgerufen am 11. Juli 2011. Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1948 Benennung von Straßen in München-Solln, 1953,Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 6., akt. Auflage. Südwest Verlag, München 2007, ISBN 978-3-517-08370-4. und Ingolstadt
Literatur
Ernst Wilhelm Bredt / Arthur Dix: Arbeits-Adel. Zum Schaffen Leo Sambergers. In: Velhagen und Klasings Monatshefte, Bd. 37 (1922/23), Bd. 2, Heft 7, März 1923, S. 200–209.
Annegret Hoberg: Leo Samberger. Hirmer, München 1986, ISBN 3-7774-4450-2. (unter Mitarbeit von Susanne Neuburger und des Sohnes von Leo Samberger)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Porträtmaler Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Kategorie:Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst Kategorie:Bildende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1861 Kategorie:Gestorben 1949 Kategorie:Mann