Uwe Menzel (* 1974 in Potsdam) ist ein deutscher Neonazi, Musiker und Sänger. Er spielte in verschiedenen Bandprojekten und hatte eigenständige Bands. Sein Szenename Uwocaust spielt gezielt auf den Holocaust an.Ministerium des Innern, Brandenburg: Verfassungsschutzbericht 2000. Herausgegeben 2001, (PDF). Er gilt als ein Hauptakteur in Brandenburg bei der Förderung von rechtsextremistischen Nachwuchsbands (PDF; 6,4 MB), S. 101 (PDF; 6 MB), S. 94 (PDF; 9,3 MB), S. 72 und unterhält Kontakte zur rechtsextremen Musikszene in Sachsen-Anhalt.Gemeinsames Lagebild der Verfassungsschutzbehörden Brandenburg und Sachsen-Anhalt zur aktuellen Entwicklung im Rechtsextremismus 2009 (PDF; 948 kB), S. 37
Leben Bekannt wurde Menzel mit seinem ersten Bandprojekt, Proissenheads, die „dumpfe Rassismus-Klischees“Ministerium des Innern, Brandenburg: Verfassungsschutzbericht 1998. Herausgegeben 1999, (PDF) verbreitete und bundesweit bei Konzerten der verbotenen Gruppierung Blood & Honour auftrat.Heike Klefner: Endpunkt einer jahrelangen Entwicklung. In: taz vom 12. Februar 2001 Diese Band probte von 1995 bis 1998 im Rahmen eines integrativen Jugendprojektes in einem städtischen Jugendclub „Club 18“ in Potsdam, bis im Jugendamt bekannt wurde, dass die Band als rechtsextrem eingestuft worden war. Bekannt wurde die Tätigkeit der Band in dem Jugendclub durch die Recherchearbeit antifaschistischer Strukturen in Potsdam.Ministerium des Innern, Brandenburg: Verfassungsschutzbericht 1998. Herausgegeben 1999, (PDF) Menzel selbst bezeichnete Gaskammern als „nützlichste Erfindung der Menschheit“.Heike Klefner: Endpunkt einer jahrelangen Entwicklung. In: taz vom 12. Februar 2001
Das Amtsgericht Potsdam erlegte Menzel und zwei Mitangeklagten eine Geldstrafe auf, weil sie in der ersten Hälfte des Jahres 2000 illegal im Besitz von Waffen waren.Noch ein V-Mann-Fall. Verfassungsschutz des Landes Brandenburg, archiviert vom Original am 7. Juli 2017
Musikstil und Texte Musikalisch sind die Projekte unterschiedlich. Die Projekte Burn Down und Bloodshed fallen im Gegensatz zu Uwocaust und Alte Freunde und Proissenheads in den Bereich Hatecore.Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V., Argumente & Kultur gegen Rechts e.V. (Hrsg.): Argumentationshilfe gegen die „Schulhof-CD“ der NPD Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2011 Magdeburg und Bielefeld, März 2011 Seite 7 (PDF; 400 kB).
Im Jahr 2012 nahm die Thüringer Band Sonderkommando Dirlewanger (SKD), die dem Netzwerk Blood and Honour nahesteht, mit 14 anderen Rechtsrock-Bands eine gemeinsame Solidaritäts-CD für Ralf Wohlleben auf. Auch Uwocaust & alte Freunde waren darauf vertreten.Ralf Wohlleben: Rechte Szene sammelt Geld für mutmaßlichen NSU-Helfer. spiegel.de vom 17. November 2012
Diskografie Proissenheads 1995 – Proissen (Demo Kassette, Eigenproduktion) 1997 – Sachsens Glanz und Preußens Gloria – Split EP mit „Die Moite“ 1999 – Jung und Stolz (indiziertBundesanzeiger vom 27. Juni 2025, folgeindiziert) 1999 – Bruderkrieg (indiziertBundesanzeiger Nr. 120 vom 30. Juni 2005, Liste A) 2001 – Mordkommando 2001 – Engel der Sünde
Aryan Brotherhood 1998 – German – British Terrormachine Vol. 1 (indiziertBundesanzeiger vom 30. Oktober 2023) 2003 – Fanatiker (indiziertBundesanzeiger Nr. 142 vom 31. Juli 2004, Liste A) 2004 – C.O.T.L. Tag X (indiziertBundesanzeiger 31.05.2012, Liste B) 2004 – Anpassung ist Feigheit – Sturm über Europa 2007 – Hass schürender Lärm 2 – Split EP mit „Macht & Ehre“ & „Die Barbaren“ (indiziertBundesanzeiger Nr. 204 vom 31. Oktober 2007, Liste A) 2009 – Solidarität 3 – Rosarot 2021 – Gift für die Ohren 3 (Split-CD mit D.S.T.)
Bloodshed 2003 – Außer Kontrolle (indiziertBundesanzeiger Nr. 224 vom 29. November 2003, Liste A) 2004 – Asche zu Asche 2005 – European Sons of Glory – Sampler (indiziertBundesanzeiger Nr. 83 vom 31. Mai 2011, Liste A) 2006 – Wut (indiziertBundesanzeiger Nr. 205 vom 31. Oktober 2006, Liste A) 2007 – Zorn (indiziertBundesanzeiger Nr. 34 vom 29. Februar 2008, Liste A) 2007 – Die Söhne Potsdams 2 – Split EP mit „Cynic & Lost Souls“ (indiziertBundesanzeiger Nr. 95 vom 27. Juni 2008, Liste A) 2009 – Die Söhne Potsdams 3 – Split 2011 – In Anerkennung – Patriae inserviendo consumer 2011 – Wenn die Flüsse rot sich färben 2021 – Zum letzten Gruß (indiziertBundesanzeiger vom 30. März 2023)
Burn Down 2005 – Tag der Rache 2007 – Gift für die Ohren – Split mit XxX (indiziertBundesanzeiger vom 31. Mai 2017, Liste A) 2008 – Zyklon Sturm der Vergeltung 2014 – Keine Gnade
Uwocaust & alte Freunde 2009 – Feindbild (indiziertBundesanzeiger Nr. 32 vom 26. Februar 2010, Liste A) 2010 – Sprengstoffmelodien (indiziertBundesanzeiger Nr. 181 vom 30. November 2010, Liste A) 2010 – NPD-Schulhof-CD – Freiheit statt BRD (indiziertBundesanzeiger Nr. 138 vom 14. September 2010, Liste A) 2012 – Die Söhne Potsdams 4 2012 – Blutgruppe 2013 – Unsterblichkeit EP
Kein Leben ohne Kampf 2015 – Kein Leben ohne Kampf
Uwocaust und RAConquista 2016 – Uns leite einzig Blut und Treue 2018 – Kaltblütig
Blutrein 2019 – Naturkampf (indiziert) 2021 – Überlebenskampf 2023 – Ahnenkampf
Uwocaust and the Angry Bois 2022 – Das alte Feuer 2025 – Vom alten Schlag
Einzelnachweise
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