hochkant|mini|Tonya Verbeek (2012) mini|Tina George hat Tonya Verbeek (unten) im Griff bei den Panamerikanischen Spielen 2003
Tonya Verbeek (* 14. August 1977 in Grimsby, Ontario) ist eine kanadische Ringerin. Sie gewann bei den Olympischen Spielen 2004 und 2012 jeweils eine Silbermedaille und bei den Olympischen Spielen 2008 eine Bronzemedaille, jeweils in der Gewichtsklasse bis 55 kg Körpergewicht.
Werdegang
Tonya Verbeek wuchs in Beamsville, Ontario, auf, wo sie noch immer wohnt. Sie besuchte die High School in Beamsville und begann dort als Jugendliche auch mit dem Ringen. Ihr Trainer war Dave Collie. Nach der High School besuchte sie die Brock University in St. Catharines, Ontario. Sie wurde Mitglied des Brock University Wrestling Club, später auch noch des Niagara Olympic Wrestling Club. In der kanadischen Ringer-Nationalmannschaft kam Marty Calder als Trainer hinzu.
1994 wurde sie kanadische Vizemeisterin in der Gewichtsklasse bis 57 kg KG und 1955 dann erstmals kanadische Meisterin in derselben Gewichtsklasse. Nach diesem frühen Erfolg gelang es ihr erst wieder 2005 kanadische Meisterin zu werden, und zwar in der Gewichtsklasse bis 55 kg KG. Zwischen 1996 und 2005 gehörte sie zwar auch zur kanadischen Spitzenklasse, belegte aber bei den kanadischen Meisterschaften meist den 2. oder den 3. Platz. Es waren Erica Sharp oder Jennifer Ryz, die sich in jenen Jahren vor ihr platzierten.
Als kanadische Meisterin wurde sie 1995 erstmals bei einer internationalen Meisterschaft, der Weltmeisterschaft in Moskau eingesetzt. Als 18-jähriger Neuling belegte sie dort in der Gewichtsklasse bis 57 kg KG einen hervorragenden 5. Platz. 2002 kam sie bei der Universitäten-Weltmeisterschaft in Edmonton in der Gewichtsklasse bis 55 kg KG hinter der damals vielleicht weltbesten Ringerin Seiko Yamamoto aus Japan und Sun Dongmei aus China auf den 3. Platz. 2003 siegte sie auch bei der Pan-Amerikanischen Meisterschaft in Guatemala-Stadt vor Tina George aus den Vereinigten Staaten u. Marcia Andrade Mendoza aus Venezuela, musste sich aber bei den Pan Amerikanischen Spielen 2003 in Santo Domingo hinter Tina George mit dem 2. Platz begnügen.
2004 gelang es Tonya Verbeek sich bei der kanadischen Olympiaausscheidung gegen Erica Sharp und Jennifer Ryz durchzusetzen. In den sich anschließenden Olympia-Qualifikations-Turnieren in Tunis und in Madrid gelang es ihr, sich einen Startplatz bei den Olympischen Spielen in Athen zu sichern. In Athen kämpfte sie sich mit Siegen über Tela O’Donnell aus den Vereinigten Staaten, Olga Smirnowa aus Russland und Ida-Theres Nerell aus Schweden in das Finale vor, in dem sie allerdings gegen Saori Yoshida chancenlos war. Mit dem Gewinn der olympischen Silbermedaille feierte sie aber trotzdem einen großen Erfolg.
2005 gewann sie dann auch bei der Weltmeisterschaft in Budapest eine Medaille. Sie siegte dort über Lee Na-lae aus Südkorea, Tina George und Jessica Bechtel aus Deutschland, verlor gegen Saori Yoshida und holte sich mit einem überlegenen Sieg über Ludmila Cristea aus Rumänien (2:0 Runden, 15:2 techn. Punkte) eine WM-Bronzemedaille. 2006 konnte sie diesen Erfolg bei der Weltmeisterschaft in Guangzhou nicht wiederholen, denn sie verlor dort in der Gewichtsklasse bis 55 kg KG nach einem Erstrundensieg über Olena Malischko, Ukraine gegen Ida-Theres Nerell und kam nur auf den 11. Platz. Ähnlich erging es ihr bei der Weltmeisterschaft 2007 in Baku, Belarus aus und kam nur auf den 9. Platz.
2008 wurde Tonya Verbeek erneut Pan-Amerikanische Meisterin. Sie besiegte dabei im Finale Marcie van Dusen aus den Vereinigten Staaten. Bei den Olympischen Spielen in Peking gelang es ihr dann, weitaus besser abzuschneiden als bei den beiden letzten Weltmeisterschaften. In der Gewichtsklasse bis 55 kg KG kam sie zu Siegen über Naidangiin Otgondschargal aus der Mongolei und Ludmila Cristea. Im Halbfinale unterlag sie gegen Saori Yoshida, im Kampf um die Bronzemedaille besiegte sie aber ihre alte Rivalin Ida-Theres Nerell knapp nach Punkten (2:0 Runden, 2:0 techn. Punkte) und gewann damit ihre zweite olympische Medaille.
Bei der Weltmeisterschaft 2009 in Herning/Dänemark (Klasse bis 55 kg KG) siegte sie über Sylwia Bileńska aus Polen, Choe Jong-Bok aus Nordkorea und Aiym Abdilina aus Kasachstan, ehe sie wieder an der unschlagbaren Saori Yoshida scheiterte. Im abschließenden Kampf um eine WM-Bronzemedaille gelang ihr dann ein Sieg über Anna Gomis aus Frankreich. Bei der Weltmeisterschaft in Moskau unterlag Tonya Verbeek in ihrem ersten Kampf, erstmals in der Gewichtsklasse bis 59 kg KG ringend, gegen Sorondsonboldyn Battsetseg aus der Mongolei und besiegte anschließend in der Trostrunde Joice Souza da Silva aus Brasilien, verlor aber ihren nächsten Kampf gegen Ayako Shōda aus Japan und kam damit auf den 5. Platz. Gegen Ende des Jahres 2010 fanden in Delhi die Commonwealth Games statt. Tonya Verbeek startete dort wieder in der Gewichtsklasse bis 59 kg KG und unterlag im Finale der Inderin Alka Tomar knapp nach Punkten.
2011 belegte Tonya Verbeek bei der Weltmeisterschaft in Istanbul nach einer Niederlage im Finale gegen Saori Yoshida, die recht knapp war (1:2 Runden, 4:7 Punkte) den 2. Platz. Vor diesem Finale hatte sie Maria Gurowa aus Russland, Batbaataryn Nomin-Erdene aus der Mongolei, Julia Ratkewitsch aus Aserbaidschan und Tetjana Lasarewa aus der Ukraine besiegt. Im Finale der Pan-Amerikanischen Spiele im Oktober 2011 unterlag sie überraschend gegen die junge Helen Maroulis aus den Vereinigten Staaten.
Im Mai 2012 gewann Tonya Verbeek beim Welt-Cup-Turnier in Tokio vor Waleria Scholobowa aus Russland und Saori Yoshida. Diesen Erfolg verdankte sie einem Sieg über Waleria Scholobowa, die vorher Saori Yoshida bezwungen hatte. Gegen Saori Yoshida rang Tonya Verbeek bei diesem Turnier nicht. Auf Saori Yoshida traf sie dann aber wieder im Finale der Olympischen Spiele 2012 in London. Sie verlor diesen Kampf mit 0:2 Runden und 0:5 Punkten. Das Finale hatte sie mit Siegen über Geeta, Indien, Tetjana Lasarewa und Jackeline Rentería, Kolumbien, erreicht.
Internationale Erfolge