Medaillenspiegel (Endstand nach 46 Entscheidungen) Platz Land G S B Gesamt 1 5 7 6 18 2 5 5 3 13 3 3 3 2 8 4 3 3 1 7 5 3 1 2 6 9 3 – 1 4 6 2 3 3 87 2 2 – 4 2 2 – 4 10 2 1 – 3 Vollständiger Medaillenspiegel
Die 8. Leichtathletik-Weltmeisterschaften (offiziell: 8th IAAF World Championships in Athletics Edmonton 2001) fanden vom 3. bis 12. August 2001 in der kanadischen Stadt Edmonton statt.
Überblick Die Wettkämpfe wurden im Commonwealth Stadium ausgetragen, zum ersten Mal gab es Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Kanada. Es nahmen 1766 Athleten aus 200 Ländern teil.
Wettbewerbe Im Wettbewerbsprogramm gab es diesmal keine Änderungen.
Für die Frauen gab es noch ein paar wenige Defizite im Vergleich zu den Männer-Wettbewerben. Bereich Lauf: Es fehlte noch der 3000-Meter-Hindernislauf, der erst 2005 ins Frauen-WM-Programm aufgenommen wurde. Bereich Gehen: Es fehlte das 50-km-Gehen, das 2017 ins Frauen-WM-Programm kam.
Sportliche Leistungen Die achte Austragung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften war wie die Veranstaltungen zuvor von einem hohen Leistungsniveau geprägt. In dreizehn Disziplinen gab es siebzehn neue Weltjahresbestleistungen: 100 Meter Männer – Maurice Greene (USA): 9,82 s (Finale) 200 Meter Männer – Konstantinos Kenteris (Griechenland): 20,03 s (Halbfinale) 110 Meter Hürden Männer – Allen Johnson (USA): 13,04 s (Finale) 400 Meter Hürden Männer – Félix Sánchez (Dominikanische Republik): 47,49 s (Finale) 50-km-Gehen Männer – Robert Korzeniowski (Polen): 21,77 h (Finale) Hochsprung Männer – Martin Buß (Deutschland): 2,36 m (Finale) Dreisprung Männer – Jonathan Edwards (Großbritannien): 17,92 m (Finale) 100 Meter Frauen – Schanna Block (Ukraine): 10,82 s (Finale) 100 Meter Hürden Frauen – Gail Devers (USA): 12,56 s (Halbfinale) 100 Meter Hürden Frauen – Anjanette Kirkland (USA): 12,42 s (Finale) 400 Meter Hürden Frauen – Daimí Pernía (Kuba): 53,81 s (Halbfinale) 400 Meter Hürden Frauen – Nezha Bidouane (Marokko): 53,34 s (Finale) 4 × 100 m Frauen – Deutschland (Melanie Paschke, Gabi Rockmeier, Birgit Rockmeier, Marion Wagner): 42,92 s (Vorlauf) 4 × 100 m Frauen – Frankreich (Sylviane Félix, Frédérique Bangué, Muriel Hurtis, Odiah Sidibé): 42,49 s (Vorlauf) 4 × 100 m Frauen – Deutschland (Melanie Paschke, Gabi Rockmeier, Birgit Rockmeier, Marion Wagner): 42,32 s (Finale) 4 × 400 m Frauen – Jamaika (Sandie Richards, Catherine Scott, Debbie-Ann Parris, Lorraine Fenton): 3:20,65 min (Finale) Dreisprung Frauen – Tatjana Lebedewa (Russland): 15,25 m (Finale) Es wurden drei Kontinentalrekorde in drei Disziplinen neu aufgestellt: Stabhochsprung Frauen – Swetlana Feofanowa (Russland): Europarekord mit 4,75 m (Finale) Stabhochsprung Frauen – Gao Shuying (Volksrepublik China): Asienrekord mit 4,50 m (Finale) Hammerwurf Frauen – Yipsi Moreno (Kuba): Amerikarekord mit 70,65 m (Finale) Es gab neun Weltmeisterschaftsrekorde in acht Disziplinen. Außerdem waren in 23 Disziplinen 54 Landesrekorde und eine Landesbestleistung zu verzeichnen.
Erfolgreichste Sportler Ein Athlet errang zwei Goldmedaillen: Avard Moncur, (Bahamas) – 400 Meter, 4 × 400 m Folgende Weltmeister waren bereits bei vorangegangenen Weltmeisterschaften siegreich: Lars Riedel, (Deutschland) – Diskuswurf: fünfter Sieg nach 1991, 1993, 1995 und 1997 Maurice Greene, (USA) – 100 Meter: dritter Sieg in Folge, mit seinen weiteren Siegen bei den Weltmeisterschaften 1999 über 200 Meter und 4 × 100 m jetzt fünffacher Weltmeister Iván Pedroso, (Kuba) – Weitsprung: vierter Sieg in Folge Allen Johnson, (USA) – 110 Meter Hürden: dritter Sieg nach 1995 und 1997 John Godina, (USA) – Kugelstoßen: dritter Sieg nach 1995 und 1997 Jan Železný, (Tschechien) – Speerwurf: dritter Sieg nach 1993 und 1995 Tomáš Dvořák, (Tschechien) – Zehnkampf: dritter Sieg in Folge Gabriela Szabo, (Rumänien) – 1500 Meter: dritter WM-Titel nach ihren Siegen über 5000 Meter 1997 und 1999 Hicham El Guerrouj, (Marokko) – 1500 Meter: zweiter Sieg in Folge Robert Korzeniowski, (Polen) – 50-km-Gehen, zweiter Sieg nach 1997 Jonathan Edwards, (Großbritannien) – Dreisprung: zweiter Sieg nach 1995 Maria de Lurdes Mutola, (Mosambik) – 800 Meter: zweiter Sieg nach 1993 Nezha Bidouane, (Marokko) – 400 Meter Hürden: zweiter Sieg nach 1997 Stacy Dragila, (USA) – Stabhochsprung: zweiter Sieg in Folge Fiona May, (Italien) – Weitsprung: zweiter Sieg nach 1995 Elina Swerawa, (Belarus) – Diskuswurf: zweiter Sieg nach 1995
Doping Auf diese Weltmeisterschaften fielen nachträglich und jeweils Jahre später immer mehr Schatten. Bedingt war dies durch siebzehn Sportler, die wegen ihrer Vergehen gegen die Dopingbestimmungen disqualifiziert wurden.
Die betroffenen Athleten gehörten folgenden Nationen an: USA: 6 / Russland: 3 / Belarus: 2 / Algerien: 1 / Frankreich: 1 / Italien: 1 / Kanada: 1 / Kuba: 1 / Rumänien: 1
Im Einzelnen handelte es sich um folgende Sportler: Tim Montgomery (USA) – 100-Meter-Lauf, zunächst Zweiter / 4-mal-100-Meter-Staffel, zunächst Platz eins. Im Jahr 2008 gestand der mehrfache Medaillengewinner, Weltmeister und Olympiasieger aus dem Gefängnis heraus, wo er sich wegen Scheckbetrugs und Geldwäsche befand, die langjährige Einnahme verbotener Substanzen wie Testosteron und Wachstumshormonen (Somatropin). Seine davon betroffenen Resultate wurden allesamt annulliert.Olympiasieger Tim Montgomery gesteht Doping, Die Welt / n24, 24. November 2008 auf welt.de, abgerufen am 11. August 2020 Christophe Cheval (Frankreich) – 200-Meter-Lauf, im Viertelfinale ausgeschieden / 4-mal-100-Meter-Staffel, im Vorlauf ausgeschieden. Er wurde zweimal positiv auf Nandrolon getestet. Seine Resultate bei diesen Weltmeisterschaften wurden annulliert und erhielt eine Sperre von zwei Jahren.Sprinter Cheval Tests Positive auf apnews.com (englisch), 11. Januar 2002, abgerufen am 11. August 2020 Ramon Clay (USA) – 200-Meter-Lauf, im Viertelfinale ausgeschieden. Ihm wurde für den Zeitraum von 2000 bis 2005 die Verwendung von Steroiden nachgewiesen. Alle seine Ergebnisse aus diesem Zeitraum wurden annulliert und erhielt eine Sperre von zwei Jahren, nachdem er allerdings bereits vom aktiven Leistungssport zurückgetreten war.Retired US Sprinter Ramon Clay Banned for Two Years Over Doping Violation auf runnerspace.com (englisch), 23. Oktober 2010, abgerufen am 6. August 2020 Antonio Pettigrew, (USA) – 400-Meter-Lauf, zunächst Vierter / 4-mal-400-Meter-Staffel, zunächst auf Rang eins. Er gestand, ab 1997 Dopingmittel von Angel Heredia, einem mexikanischen Händler, bezogen zu haben, darunter Erythropoetin, auch bekannt als EPO, sowie Wachstumshormone. Daraufhin wurden ihm einige Resultate aberkannt, darunter seine beiden Ergebnisse von diesen Weltmeisterschaften.US-Läufer Pettigrew erfährt harte Strafe, Focus Online auf focus.de, 19. November 2013, abgerufen am 12. August 2020 Jerome Young (USA) – 400-Meter-Lauf. Im Halbfinale ausgeschieden / 4-mal-400-Meter-Staffel, zunächst auf Rang eins. Er hat eine längere Dopingvergangenheit aufzuweisen bis lange nach diesen Weltmeisterschaften. Nach mehreren Verstößen unter anderem mit Erythropoetin wurden ihm 2004 zahlreiche Medaillen und Resultate – darunter auch von diesen Weltmeisterschaften – aberkannt und er erhielt eine lebenslange Sperre.IAAF strips Young of more medals auf espn.com 26. Februar 2009, abgerufen am 12. August 2020 Ali Saïdi-Sief, (Algerien) – 5000-Meter-Lauf, zunächst Zweiter. Er wurde positiv auf Nandrolon getestet. seine Silbermedaille musste er zurückgeben, er wurde für zwei Jahre gesperrt.Ali Saidi-Sief meldet sich zurück, auf leichtathletik.de, 6. September 2003, abgerufen am 9. August 2020 Roberto Barbi (Italien) – Marathonlauf, zunächst auf Rang sechzig. Bereits vor diesen Weltmeisterschaften wurde er einer unangekündigten Blut- und Urinkontrolle der IAAF am 30. Juli positiv auf das Blutdopingmittel Erythropoetin getestet.EPO: Marathonmann Barbi war in Edmonton positiv, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. August 2001 auf faz.net, abgerufen am 5. August 2020 Javier Sotomayor (Kuba) – Hochsprung, zunächst Vierter. Der Hochsprung-Weltrekordinhaber wurde wenige Monate vor seinem Rücktritt im Herbst 2001 vom Leistungssport positiv auf Nandrolon getestet. Sein Ergebnis von diesen Weltmeisterschaften wurde annulliert und er erhielt eine Sperre von zwei Jahren, die jedoch keine Wirkung mehr hatte, weil der Kubaner seinen Sport nicht mehr aktiv betrieb. Er gestand sein Doping nie ein.Javier Sotomayor: Weltrekorde, Doping und Fidel Castro, Aargauer Zeitung, 29. Juli 2020 auf aargauerzeitung.ch, abgerufen am 12. August 2020 Andrej Michnewitsch (Belarus) – Kugelstoßen, zunächst Zehnter. Er wurde immer wieder positiv auf Doping getestet, unter anderem im Rahmen dieser Weltmeisterschaften, was zur Annullierung seines Resultats und einer zweijährigen Sperre führte. Später wurden ihm wegen später nachgewiesener Dopingverstöße weitere Medaillen und Siege aberkannt, schließlich wurde er mit einer lebenslangen Sperre belegt. Seine Verstöße gab er nie zu.Gold nach der Doping-Sperre Ein Kugelstoßer unter Verdacht auf tagesspiegel.de, 25. August 2003, abgerufen am 5. August 2020Belarusian shot putter Andrei Mikhnevich stripped of 4 medals auf www.cbc.ca, 2. August 2013 (englisch), abgerufen am 5. August 2020 Marion Jones (USA) – 100-Meter-Lauf, zunächst Zweite / 200-Meter-Lauf, zunächst Erste / 4-mal-100-Meter-Staffel, zunächst Platz eins. Die vielfache Medaillengewinnerin, Weltmeisterin und Olympiasiegerin gestand 2007 bei einer gerichtlichen Befragung, dass sie die Dopingermittler 2003 belogen habe, als sie die Einnahme verbotener Mittel abstritt. Sie verlor ihre Medaillen unter anderem von diesen Weltmeisterschaften und beendete ihre Karriere.Marion Jones gesteht unter Tränen Doping, RP Online, 6. Oktober 2007 auf rp-online.de, abgerufen am 21. August 2020 Kelli White (USA) – 100-Meter-Lauf, zunächst Siebte / 200-Meter-Lauf, zunächst Dritte / 4-mal-100-Meter-Staffel, zunächst Platz eins. Ihr wurde bei einem Dopingtest im Jahr 2004 die verbotene Substanz Modafinil nachgewiesen. Zahlreiche Resultate, darunter auch die Ergebnisse von diesen Weltmeisterschaften wurden annulliert. Darüber hinaus gab es eine zweijährige Sperre, beginnend am 18. Mai 2004.Kelli White verliert Medaillen, n-tv, 19. Mai 2004 auf n-tv.de, abgerufen am 21. August 2020 Venolyn Clarke (Kanada) – 100-Meter-Lauf, im Viertelfinale ausgeschieden. Sie wurde schon vor den Weltmeisterschaften am 31. Juli in Calgary bei einer Trainingskontrolle positiv auf Stanozolol, ein anaboles Steroid, getestet. Nach offiziellem Inkrafttreten des positiven Tests wurde die Sprinterin disqualifiziert.Erinnerung an Ben Johnson: Kanadische Sprinterin positiv getestet, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. August 2001, auf faz.net.de, abgerufen am 17. August 2020 Jekaterina Leschtschowa (Russland) – 200-Meter-Lauf, im Vorlauf ausgeschieden. Ihr Resultat wurde wegen eines positiven Dopingbefunds gestrichen.200 metres at the World Championships in Athletics, 18. Januar 2018, auf alchetron.com, abgerufen am 5. August 2020 Natallja Salahub (Belarus) – 400-Meter-Lauf, im Halbfinale ausgeschieden. Sie wurde positiv auf das Steroid Norandrosteron getestet und disqualifiziert.IAAF suspend Termure and Sologub for doping offences, 10. August 2001, auf worldathletics.org, abgerufen am 18. August 2020 Swetlana Lauchowa (Russland) – 100-Meter-Hürdenlauf, im Halbfinale ausgeschieden. Sie wurde wegen eines Dopingverstoßes disqualifiziert. Natalja Sadowa (Russland) – Diskuswurf, zunächst Erste. Bei ihr wurde ein regelwidrig hoher Koffeinwert festgestellt, der Weltmeistertitel wurde ihr aberkannt. Im Jahre 2006 wurde sie erneut positiv auf verbotene Mittel getestet und anschließend für zwei Jahre gesperrt.Natalya Sadova unter Dopingverdacht auf leichtathletik.de, 12. Juli 2006, abgerufen am 26. August 2020Natalya Sadova für zwei Jahre gesperrt auf leichtathletik.de, 24. Juli 2006, abgerufen am 26. August 2020